Ein Holzfenster streichen zu lassen kostet 100 bis 250 € pro Fenster, je nach Größe, Zustand und Zugänglichkeit. Darin enthalten sind die Vorarbeiten, das Material und der eigentliche Anstrich durch den Malerbetrieb. Wer seine Fenster etwa alle fünf Jahre streichen lässt, schützt die Substanz und spart sich teure Reparaturen oder den kompletten Austausch. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie sich die Kosten zusammensetzen, wann sich der Anstrich lohnt, wie Sie Holzfenster selbst streichen und was bei Kunststofffenstern gilt.
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Wann lohnt sich der Anstrich von Fenstern?
Spätestens alle fünf Jahre lohnt sich der Anstrich, außerdem immer dann, wenn Risse, abblätternde Farbe oder vergrautes Holz sichtbar werden. Fenster sind Sonnenlicht, Regen und Temperaturschwankungen dauerhaft ausgeliefert, deshalb muss die äußerste Schutzschicht, also die Farbe oder der Lack, regelmäßig erneuert werden. Im Allgemeinen gibt es zwei gute Gründe, die Fenster streichen zu lassen:
Schutz durch regelmäßiges Lasieren oder Lackieren
Holz, welches den Elementen schutzlos ausgeliefert ist, graut im Laufe der Zeit aus und bekommt Risse. Aus diesem Grund ist es notwendig, das Holz mit einer Lasur zu versehen, welche UV-Strahlen und Wettereinflüsse absorbiert. Diese Schutzschicht wird mit der Zeit immer weiter angegriffen und muss deshalb in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Fenster sollten deshalb etwa alle fünf Jahre mit einer geeigneten Holzlasur gestrichen werden. Auch andere Fenster sollten in diesem Zeitrahmen gestrichen werden, denn selbst wenn keine sichtbaren Risse in der Farbe bestehen, kann durch kaum sichtbare Mikrorisse Wasser unter die Farbe eindringen und die Substanz des Fensters beschädigen. Bei vorher sichtbar werdenden Schäden sollten Sie den Anstrich vorziehen.
Neuer Anstrich für die Fassade
Neben der Schutzfunktion ist die Fensterfarbe auch ein prägendes Element für das Aussehen der Fassade. Entscheiden Sie sich im Zuge einer Renovierung für eine Veränderung des Außendesigns Ihres Hauses, etwa durch eine Verklinkerung, eine Holzfassade oder einen anderen Anstrich, so kann sich auch ein Wechsel der Fensterfarbe lohnen. Wenn Sie Geld sparen wollen, legen Sie den Umbau des Außenbereichs in ein Jahr, in dem die Erneuerung des Fensteranstrichs ohnehin fällig ist.
Die Kosten des Anstrichs im Detail
Pro Holzfenster zahlen Sie 2026 in der Regel 100 bis 250 €, wobei der größte Teil auf die Arbeitszeit entfällt. Die Gesamtkosten setzen sich aus dem notwendigen Material und den Arbeitskosten zusammen.
Materialkosten
Größter Kostenpunkt beim Material ist die Holzfarbe. Entscheidend ist, wie viele Schichten aufgetragen werden müssen: Eine reine Auffrischung eines optisch noch guten Anstrichs kommt mit einer Schicht aus, während Sie bei rissiger Farbe mit mehreren Schichten rechnen müssen. Auch die Größe des Fensters spielt hinein. Weitere Posten sind Schleifpapier, Malerband und eventuelle Kosten für Gerüste oder Hebebühnen. Die Materialkosten bewegen sich meistens zwischen 25 und 50 € je Fenster.
Arbeitskosten
Neben den Fahrtkosten fallen Kosten für die Vorarbeiten und für die Malerarbeit selbst an. Bei der Vorarbeit werden die Fenster gereinigt und angeschliffen, die Umgebung abgeklebt und mit Planen vor Farbspritzern geschützt sowie eventuelle Gerüste vorbereitet. Bei einem normalgroßen Fenster können Sie hierfür mit einer Stunde Arbeitszeit rechnen, der eigentliche Anstrich erfordert etwa eine weitere Stunde. Beim 2026 üblichen Stundenlohn für Maler von 45 bis 65 € ergeben sich Arbeitskosten von etwa 90 bis 130 € je Fenster. Sind Absperr- und Spachtelarbeiten an stark verwittertem Holz nötig, steigt der Preis auf bis zu 250 €.
Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus
Für ein zweistöckiges Einfamilienhaus mit 15 Fenstern, die turnusgemäß gestrichen werden, können Sie mit den folgenden Kosten rechnen. Die genauen Kosten für Ihr Projekt finden Sie schnell und unverbindlich über Blauarbeit heraus.
| Kostenpunkt | Kosten |
|---|---|
| Anfahrtskosten | 50 € |
| Material (15 Fenster) | 500 bis 750 € |
| Arbeitskosten (30 Stunden) | 1.350 bis 1.950 € |
| Gesamtkosten | 1.900 bis 2.750 € |
| Kosten pro Fenster | rund 125 bis 185 € |
Steht der Maler ohnehin im Haus, lohnt es sich oft, weitere Arbeiten direkt mitzubeauftragen, etwa das Streichen der Decken in frisch renovierten Räumen.
Holzfenster selbst streichen
Mit sorgfältiger Vorbereitung streichen Sie ein Holzfenster in sechs Schritten selbst. Wichtig sind trockenes Wetter, Temperaturen über 10 °C und keine pralle Sonne auf dem frischen Lack. Eine ausführliche Grundlagenanleitung finden Sie im Ratgeber zum Holz lackieren.
- Kleben Sie die Glasscheiben mit Malerkrepp ab und nehmen Sie Beschläge nach Möglichkeit ab.
- Schleifen Sie den Rahmen mit Körnung 180 bis 240 an, losen Altlack entfernen Sie mit Körnung 120.
- Tragen Sie bei Astlöchern und verharzten Stellen einen Absperrgrund auf, damit nichts durch den neuen Anstrich schlägt.
- Streichen Sie eine dünne Schicht Vorlack und lassen Sie sie vollständig trocknen.
- Führen Sie einen Zwischenschliff mit Körnung 240 durch und entfernen Sie den Schleifstaub.
- Tragen Sie den wetterfesten Decklack in ein bis zwei dünnen Schichten auf.
Die gleiche Technik funktioniert übrigens bei Zimmertüren. Was der Profi dafür verlangt, zeigt die Übersicht zu den Kosten für das Streichen von Türen.
Können Sie Kunststofffenster streichen?
Grundsätzlich ja, mit einer Spezialgrundierung und einem PVC-geeigneten Lack lassen sich auch Kunststofffenster streichen, empfehlenswert ist das aber nur selten. Bei neueren Fenstern erlischt durch den Anstrich in der Regel die Herstellergarantie, und haftet der Lack nicht dauerhaft, tragen Sie das volle Risiko. Hinzu kommt, dass sich helle Profile bei dunklen Farbtönen stärker aufheizen und verziehen können. Meist ist es wirtschaftlicher, die Fenster professionell folieren oder gleich vom Malerbetrieb streichen zu lassen, der für sein Ergebnis haftet.
Malerarbeiten von der Steuer absetzen
Sie können 20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 € pro Jahr, als Handwerkerleistung von der Steuer absetzen. Wie bei anderen Handwerksarbeiten gelten dafür einige Voraussetzungen:
- Die Arbeit muss auf Rechnung erfolgen.
- Die Bezahlung muss über ein Bankkonto erfolgen. Barzahlungen werden nicht akzeptiert.
- Die Arbeiten müssen der Erhaltung, Renovierung oder Reparatur dienen.
Sind diese Voraussetzungen gegeben, geben Sie die Arbeitskosten (nicht die Materialkosten) in der Einkommensteuererklärung an. Bewohnen Sie das Haus selbst, steht Ihnen eine Steuerermäßigung zu, während diese Arbeiten bei vermieteten Immobilien als Werbungskosten gelten.
Wer bezahlt in einem Mietverhältnis das Streichen von Fenstern?
Die Antwort ist zweigeteilt: Innen kann der Mieter über eine wirksame Schönheitsreparaturklausel verpflichtet sein, außen zahlt immer der Vermieter. Grund ist, dass der Mieter im Mietvertrag häufig zu Schönheitsreparaturen wie dem Streichen von Fenstern verpflichtet wird, diese Pflicht sich aber nur auf den Innenbereich erstreckt. Arbeiten im Außenbereich gelten als Instandhaltung und obliegen in jedem Fall dem Vermieter. Der Mieter muss seiner Verpflichtung zu Schönheitsreparaturen spätestens beim Auszug nachkommen. Was dabei insgesamt auf Sie zukommen kann, zeigt die Übersicht zu den Kosten für das Streichen einer Wohnung.
Wohnt der Mieter in einer Wohnung mit Doppelfenstern, muss er auch die Außenseite der inneren Fenster und die Innenseite der äußeren Fenster streichen, denn der Zwischenraum zwischen den Fenstern gilt als Wohnungsinneres. Einzige Ausnahme von dieser Pflicht ist, wenn entweder keine Schönheitsreparaturklausel besteht oder die Klausel einzelne Unterpunkte aufführt, zu denen die Innenseiten der Fenster nicht gehören. Schönheitsreparaturklauseln, die nicht ausdrücklich auf die Innenseite der Fenster beschränkt sind, sind in ihrer Gesamtheit unwirksam.
Häufige Fragen zu Kosten und Ablauf
Was kostet es, ein Holzfenster streichen zu lassen?
Pro Holzfenster zahlen Sie 100 bis 250 €, abhängig von Größe, Zustand und Zugänglichkeit. Ein kleines, gut erhaltenes Fenster im Erdgeschoss liegt am unteren Ende der Spanne, ein großes, verwittertes Fenster im Obergeschoss mit Gerüstbedarf am oberen. Bei vielen Fenstern sinkt der Preis pro Stück, weil sich Anfahrt und Rüstzeit verteilen.
Wie oft müssen Holzfenster gestrichen werden?
Als Faustregel gilt: etwa alle fünf Jahre. Auf der Wetterseite mit viel Regen und direkter Sonne kann der Anstrich schon früher fällig sein, an geschützten Fenstern hält er länger. Kontrollieren Sie die Rahmen einmal im Jahr auf Risse und abblätternde Farbe, dann erwischen Sie den richtigen Zeitpunkt zuverlässig.
Können Fenster im eingebauten Zustand gestrichen werden?
Ja, das ist sogar der Normalfall. Der Maler öffnet die Flügel, streicht auch den Falzbereich mit und arbeitet mit dünnen Schichten, damit nichts verklebt. Bis der Lack durchgetrocknet ist, bleiben die Fenster angelehnt. Ein Ausbau lohnt sich nur bei umfangreichen Reparaturen am Rahmen oder bei einer kompletten Neubeschichtung in der Werkstatt.
Lohnt es sich, alte Holzfenster zu streichen statt zu tauschen?
Solange der Rahmen kerngesund ist und die Verglasung Ihren Ansprüchen genügt, ist der Anstrich die deutlich günstigere Lösung, denn ein neues Fenster kostet inklusive Einbau schnell ein Vielfaches. Bei morschem Holz, undichten Rahmen oder alter Einfachverglasung sollten Sie dagegen einen Austausch prüfen, weil hier auch die Energiekosten eine Rolle spielen.




