Verpasse nicht diese Infos!

Hier kannst du dich für unseren wöchentlichen Newsletter anmelden:

Selbstgemachte Pizza

Pizzaofen im Garten selber bauen: Anleitung, Material und Kosten

Lesedauer 6 Minuten

Einen Pizzaofen für den Garten können Sie selbst mauern oder als Bausatz errichten. Für einen Bausatz sollten Sie mit Materialkosten von etwa 730 bis 3.050 Euro rechnen. Hinzu kommen das Fundament, der Sockel und gegebenenfalls Dämmung, Ofentür und Rauchabzug. Ein selbst gemauerter Ofen ist ebenfalls möglich, setzt aber Erfahrung im Umgang mit Schamottesteinen und feuerfestem Mörtel voraus. Vom Betonieren des Fundaments bis zur ersten Pizza vergehen mindestens zweieinhalb Wochen, bei manchen Bauarten auch fünf Wochen oder länger.

Welche Bauweise eignet sich für den Garten?

Für einen selbst gebauten Pizzaofen kommen drei Varianten infrage:

  • Pizzaofen als Bausatz: Vorgefertigte Teile erleichtern das Zusammensetzen des Brennraums. Je nach Set sind Dämmung, Tür und Rauchabzug bereits enthalten.
  • Gemauerter Pizzaofen: Sie bauen den Brennraum aus Schamottesteinen oder Schamotteplatten nach einem Bauplan. Diese Variante bietet Gestaltungsspielraum, verlangt aber handwerkliche Erfahrung.
  • Lehmbackofen: Die Kuppel entsteht aus einer Mischung aus Lehm und Schamotte. Der Bau ist aufwendiger, und der Ofen benötigt einen guten Schutz vor Regen.

Ein Bausatz ist für Einsteiger meist der einfachste Weg. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Teile enthalten sind. Besonders bei günstigen Sets müssen Sie Dämmmaterial, Tür oder Ofenrohr zusätzlich beschaffen. Ein Lehmbackofen braucht außerdem eine wetterfeste Einhausung oder ein geeignetes Dach.

Was kostet ein selbst gebauter Pizzaofen?

Die Materialkosten hängen von der Größe des Brennraums, der Bauart und dem Lieferumfang ab. Die folgenden Preise dienen als Orientierung.

BauweiseMaterialkostenZu beachten
Bausatz ohne Kuppeldämmungca. 730–2.900 €Dämmung, Tür und Rauchabzug können extra kosten
Bausatz mit Kuppeldämmungca. 1.350–3.050 €Lieferumfang und Gewicht prüfen
Lehmbackofen als Bausatzca. 980–1.300 €Wetterfeste Einhausung oder Dach erforderlich
Selbst gemauerter Ofenab etwa 1.200 €Bauplan, Mörtel und Werkzeug kommen gegebenenfalls hinzu

Orientierungswerte für Material mit Mehrwertsteuer, Stand Oktober 2026. Fundament, Sockel, Versand und Arbeitskosten sind nicht enthalten.

Planen Sie zusätzlich Ausgaben für Beton, Kies, Bewehrungsstahl, Mauersteine und Dämmplatten ein. Auch Werkzeug kann Geld kosten, wenn Sie beispielsweise eine Steintrennmaschine, einen Betonmischer oder eine Rüttelplatte mieten müssen. Bei einem Selbstbau sollten Sie deshalb nicht nur den Preis des Ofensets vergleichen, sondern die gesamten Material- und Mietkosten kalkulieren.

Den richtigen Standort wählen

Der Pizzaofen benötigt einen ebenen Platz mit tragfähigem Untergrund. Achten Sie auf ausreichend Abstand zu Bäumen, Hecken, Gartenmöbeln und anderen brennbaren Gegenständen. Der TÜV-Verband nennt für Pizzaöfen im Heimgebrauch mindestens einen Meter Abstand rund um den Ofen und drei Meter nach oben als Orientierung.

Stellen Sie den Ofen nicht unter einen Sonnenschirm oder direkt neben eine Holzwand. Auch Laub und trockene Zweige dürfen nicht in die Nähe der Feuerstelle gelangen. Halten Sie die Hinweise des Herstellers zu Abständen und Rauchabzug ein.

Klären Sie vor dem Bau außerdem, ob eine Genehmigung erforderlich ist. Das hängt unter anderem von der Landesbauordnung, der Bauart und dem Standort ab. Bei einem gemauerten Ofen oder einer geplanten Überdachung sollten Sie sich vorab beim örtlichen Bauamt erkundigen. Steht der Ofen unter einer Terrassenüberdachung oder in beziehungsweise an einem Gebäude, müssen Sie zusätzlich die Anforderungen an Feuerstätten und die Abgasführung prüfen. Ziehen Sie dazu frühzeitig den zuständigen Bezirksschornsteinfeger hinzu.

Als Mieter benötigen Sie die Zustimmung des Vermieters. In einer Eigentümergemeinschaft kann ein fest gebauter Ofen einen Beschluss der Eigentümer erfordern.

Das Fundament für den Pizzaofen bauen

Ein Pizzaofen bringt einiges an Gewicht mit. Je nach Bauart wiegt der Brennraum ohne Sockel mehrere Hundert Kilogramm. Größere Modelle können deutlich schwerer sein. Das Fundament muss deshalb zum Gewicht des Ofens und zu den Bodenverhältnissen passen.

Wie tief es reichen muss, lässt sich nicht pauschal festlegen. Entscheidend sind unter anderem die Tragfähigkeit des Bodens, die Bauart des Fundaments und die örtlichen Frostverhältnisse. Lassen Sie sich bei weichem Boden oder Unsicherheit über die Gründung von einem Maurer beraten.

Für viele Konstruktionen besteht das Fundament aus einer verdichteten Kiesschicht und Beton. Je nach Bauplan kommen ein Streifenfundament unter den Sockelwänden oder eine durchgehende Betonplatte infrage.

Der Bau läuft grundsätzlich in diesen Schritten ab:

  1. Fläche abstecken und Boden ausheben: Markieren Sie die Maße des Fundaments anhand des geplanten Sockels. Die erforderliche Tiefe ergibt sich aus dem Bauplan und den Bodenverhältnissen.
  2. Kiesschicht einbringen: Füllen Sie den Aushub mit Kies oder Schotter und verdichten Sie das Material. Die Schicht unterstützt den Wasserabfluss und vermindert das Risiko von Frostschäden.
  3. Fundament betonieren: Bringen Sie bei Bedarf eine Schalung und die vorgesehene Bewehrung ein. Betonieren Sie nach den Vorgaben der geplanten Konstruktion.
  4. Beton aushärten lassen: Stellen Sie den Ofen erst auf das Fundament, wenn es ausreichend belastbar ist. Je nach Beton und Bedingungen dauert das mehrere Wochen.

Die genauen Maße und die erforderliche Bewehrung richten sich nach dem Bauplan. Übernehmen Sie daher keine Fundamentmaße von einem anderen Ofen, ohne zu prüfen, ob sie für Ihr Vorhaben passen.

Den Sockel und die Backfläche vorbereiten

Auf dem Fundament entsteht der Sockel, der den Brennraum auf eine angenehme Arbeitshöhe bringt. Er kann beispielsweise aus geeigneten Mauer- oder Schalungssteinen bestehen. Die Auflagefläche muss zum Gewicht und zu den Abmessungen des Ofens passen.

Wichtig ist die Wärmedämmung zwischen Sockel und Backfläche. Ohne eine geeignete Dämmplatte kann die Wärme in den Beton abfließen. Dann braucht der Ofen länger zum Aufheizen und hält die Backtemperatur schlechter.

Die Backfläche besteht meist aus Schamotteplatten. Ob diese lose verlegt oder mit einem speziellen Mörtel befestigt werden, hängt von der Bauanleitung ab. Bei manchen Konstruktionen liegen die Platten dicht nebeneinander, damit sie sich bei Erwärmung ausdehnen können. Halten Sie sich an die Vorgaben für Ihren Ofen.

Den Brennraum mauern oder den Bausatz zusammensetzen

Beim Bausatz setzen Sie die vorgefertigten Teile nach Anleitung zusammen. Sind die Elemente nummeriert, erleichtert das die Zuordnung. Prüfen Sie vor dem Mauern, ob alle benötigten Bauteile vorhanden sind und die Auflagefläche eben ist.

Beim selbst gemauerten Pizzaofen benötigen Sie einen geeigneten Bauplan, Schamottesteine oder -platten sowie feuerfesten Mörtel. Normaler Mauermörtel ist für den Brennraum ungeeignet, da er den hohen Temperaturen nicht standhält. Auch gewöhnlicher Beton darf nicht für die Brennkammer verwendet werden. Er kann bei starker Erwärmung reißen oder beschädigt werden.

Die Kuppel wird je nach Bauart über einer Schablone oder einer Bogenschalung errichtet. Achten Sie auf die vorgegebenen Fugen und die Maße der Ofenöffnung. Soll eine Tür eingebaut werden, muss deren Einbaumaß bereits beim Mauern berücksichtigt werden.

Dämmung, Rauchabzug und Wetterschutz

Die Dämmung hält die Wärme im Brennraum und verbessert die Backleistung. Je nach Ofen kommen dafür geeignete Keramikfasermatten oder andere ausdrücklich für diesen Zweck vorgesehene Dämmstoffe infrage. Schneiden und verarbeiten Sie das Material nach Herstellerangaben und verwenden Sie die vorgeschriebene Schutzausrüstung. Faserstaub kann Haut, Augen und Atemwege reizen.

Der Rauchabzug muss zur Konstruktion passen. Bei vielen Pizzaöfen befindet sich die Öffnung für das Ofenrohr vorn über dem Eingang zum Brennraum, nicht direkt über dem Feuer. Maßgeblich ist der Bauplan des jeweiligen Ofens.

Schützen Sie den fertigen Ofen vor Regen und Frost. Dafür kommen ein geeigneter Außenputz, eine wetterfeste Verkleidung oder ein Dach infrage. Nicht jeder Putz eignet sich für jede Dämmung oder für den direkten Kontakt mit dem Ofen. Stimmen Sie Material und Schichtdicke deshalb auf die Bauart ab.

Achtung: Eine Überdachung kann baurechtliche und brandschutztechnische Anforderungen auslösen. Klären Sie vor dem Bau, ob Ihr geplanter Standort zulässig ist und welche Anforderungen für Rauchabzug und Abstände gelten.

Den Pizzaofen trocknen und einbrennen

Nach dem Bau muss der Ofen zunächst trocknen. Erst danach wird er schrittweise eingeheizt. Die Dauer hängt vom verwendeten Mörtel, der Bauweise und den Vorgaben des Herstellers ab.

Beginnen Sie mit einem kleinen Feuer und steigern Sie die Temperatur langsam. Zu schnelles Aufheizen kann dazu führen, dass sich im Material Spannungen bilden und Risse entstehen. Halten Sie sich an den Einbrennplan des Bausatzes beziehungsweise an die Vorgaben des Mörtelherstellers. Unterschiedliche feuerfeste Mörtel binden nicht gleich ab und benötigen daher unterschiedliche Abläufe.

Kleine Risse können beim ersten Erwärmen auftreten. Bei größeren Rissen oder Schäden sollten Sie den Ofen nicht weiter beheizen, sondern die Ursache prüfen lassen.

Welches Holz eignet sich zum Pizzabacken?

Verwenden Sie trockenes, naturbelassenes Holz, das für Ihren Ofen geeignet ist. Hartholz wie Buche wird für Holzbacköfen oft genutzt. Lackiertes, behandeltes oder verleimtes Holz gehört nicht in den Brennraum.

Die zulässigen Brennstoffe und die Anforderungen an die Holzfeuchte sind zu beachten. Orientieren Sie sich an der Anleitung des Ofens und den geltenden Vorschriften. Eine gute Verbrennung hängt auch von ausreichend Luftzufuhr und einer passenden Holzmenge ab.

Pizzaofen selber bauen oder einen Fachbetrieb beauftragen?

Mit einem geeigneten Bausatz und handwerklichem Geschick lässt sich ein Pizzaofen selbst errichten. Anspruchsvoller sind das Fundament, die tragende Konstruktion und der fachgerechte Rauchabzug. Bei unsicherem Untergrund, einer schweren gemauerten Kuppel oder einem Ofen in Gebäudenähe ist fachliche Unterstützung sinnvoll.

Sie können die Arbeiten auch aufteilen: Ein Maurer übernimmt Fundament und Sockel, während Sie den Brennraum nach Anleitung selbst zusammensetzen. Lassen Sie sich dafür ein Angebot erstellen, in dem Material und Arbeitskosten getrennt aufgeführt sind.

Häufige Fragen zum selbst gebauten Pizzaofen

Wie lange dauert es, einen Pizzaofen im Garten zu bauen?

Vom Betonieren des Fundaments bis zur ersten Pizza sollten Sie mindestens zweieinhalb Wochen einplanen. Je nach Aushärtezeit, Bauart, Trocknung und Einbrennplan können fünf Wochen oder mehr vergehen.

Kann ich einen Pizzaofen ohne Fundament bauen?

Ein schwerer gemauerter Ofen benötigt eine tragfähige, zur Konstruktion passende Grundlage. Ob ein kleiner, leichter Ofen ohne separates Betonfundament auskommt, hängt von seinem Gewicht, dem Untergrund und den Herstellerangaben ab.

Welche Steine eignen sich für einen Pizzaofen?

Für den Brennraum werden hitzebeständige Materialien wie Schamottesteine und Schamotteplatten verwendet. Für die Außenhülle und den Sockel können andere Baustoffe geeignet sein. Entscheidend ist, dass sie nicht direkt der hohen Hitze ausgesetzt werden, wenn sie dafür nicht vorgesehen sind.

Brauche ich für einen Pizzaofen im Garten eine Baugenehmigung?

Das hängt von der Landesbauordnung und der konkreten Bauweise ab. Fragen Sie vor Baubeginn beim örtlichen Bauamt nach. Bei einer Überdachung oder einem Standort in beziehungsweise an einem Gebäude sollten Sie zusätzlich die Anforderungen an Feuerstätten und den Rauchabzug klären.

Wie heiß muss ein Pizzaofen sein?

Die benötigte Temperatur hängt vom Rezept und vom Ofen ab. Bei sehr hohen Temperaturen kann eine Pizza innerhalb von ein bis zwei Minuten fertig sein. Für langsameres Backen wird eine geringere Temperatur verwendet. Beachten Sie die Angaben des Herstellers und messen Sie die Temperatur möglichst an der Backfläche.

Bild: istock.com/Vima

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

So entstehen unsere Ratgeber

Handwerker-Vermittlung

Kostenlose Angebote in 48 Stunden.

Anfrage stellen
2 Mio+Anfragen
150 k+Handwerker
48 hØ Reaktion
20Jahre Erfahrung
Nach oben scrollen