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Ein Blechdach als Dacheindeckung.

Blechdach: Kosten, Materialien und Vergleich 2026

Lesedauer 5 Minuten

Letzte Aktualisierung am 9. Juni 2026

Ein Blechdach kann aus vielen verschiedenen Materialien bestehen – von Kupfer über Zink bis hin zu Aluminium. Oft kennen wir Blechdächer von Carports oder Balkonüberdachungen. Doch auch in der Bauplanung findet das Blechdach immer häufiger Berücksichtigung. Man kann das Blechdach durchaus auch als Dacheindeckung für das ganze Haus verwenden. Wir zeigen, welche Vor- und Nachteile das Blechdach hat und worauf man dabei achten sollte.

Nur für Überdachungen?

Für Carports, die Garage oder Terrassenüberdachungen eignet sich das Blechdach bestens. Bei Wohnhäusern ist es als Dacheindeckung jedoch eher selten. Dabei lässt sich das Blechdach auch unabhängig von der Dachform auch als Hauptdach problemlos verbauen.

Ob das Blechdach für das eigene Haus in Frage kommt ist natürlich eine individuelle Entscheidung. Hierzu lohnt es sich einen Blick auf die Vor- und Nachteile der Dacheindeckung zu werfen.

Vorteile Blechdach

  • Pflegeleicht und wartungsarm
  • Langlebig
  • Robuste und stabile Dacheindeckung
  • Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten
  • Originelles Design

Nachteile Blechdach

  • Gutes Belüftungs- und Entwässerungssystem nötig
  • Meist teurer als Dachziegel und Dachsteine
  • Kosten für das Blechdach abhängig vom jeweiligen Material
  • Schlechte Eigenschaften bei Wärme- und Lärmschutz

Verschiedene Materialien beim Blechdach

Grundsätzlich lässt sich beinahe jede Dachform mit Blech eindecken, am häufigsten kommt es jedoch beim Pultdach und beim Flachdach vor. Die verschiedenen Varianten des Blechdaches sind aber abhängig vom Material. Wie der Name bereits verrät, besteht es aus Metall. Die häufigsten Werkstoffe beim Blechdach sind:

  • Eloxiertes Aluminium
  • Wellblech
  • Verzinktes Stahlblech
  • Titanzinkblech
  • Kupferblech

Die Materialien weisen alle unterschiedliche Eigenschaften auf. Hier ist nicht nur die Optik entscheidend, auch der Wartungsaufwand sowie die Blechdach Kosten können zur Entscheidung für ein bestimmtes Material beitragen.

Eloxiertes oder beschichtetes Aluminium

Beim Blechdach aus eloxiertem oder beschichtetem Aluminium stehen viele verschiedene Farbvarianten zur Verfügung, die individuell an den Haustypen angepasst werden können. Ein Blechdach aus Aluminium sticht besonders mit seiner Beständigkeit gegenüber Korrosion hervor. Außerdem ist es besonders leicht und lässt sich gut verformen ohne dabei Robustheit und Langlebigkeit einzubüßen.

Im Industriebau werden vor allem Trapezbleche aus Aluminium verwendet. Das Trapezblech bietet den besonderen Vorteil, dass es eine gute Entwässerung bietet. Wasser kann unter der Überlappung aufgefangen werden und einfach nach unten ablaufen.

Wellblech

Das Wellblech zählt zu den günstigeren Ausführungen unter den Blechdächern. Es bietet sich dementsprechend eher für einfachere Dachkonstruktionen an. Vor allem für große Dachflächen ist es besonders gut geeignet. Zusätzlich gilt es als recht stabil und robust, das liegt vor allem an den Wellenprofilen.

Wellblech wird beim Blechdach ebenfalls verwendet.
Ein Blechdach mit einer Eindeckung aus Wellblech

Verzinktes Stahlblech

Neben Aluminium wird auch verzinktes Stahlblech häufig für das Blechdach verwendet. Es gilt als besonders stabil und kann mit den verschiedensten Farben beschichtet werden. Außerdem gilt es als verhältnismäßig günstig. Ein besonderer Vorteil besteht vor allem darin, dass man Schäden jederzeit gut löten kann. Gleichzeitig ist es jedoch anfällig für Korrosion und kann mitunter hohe Kosten verursachen, wenn der Korrosionsschutz erneuert werden soll.

Titanzinkblech

Ein Blechdach aus Titanzinkblech.
Ein Blechdach aus Titanzinkblech

Eine besondere Optik kann man mit dem Titanzinkblech erreichen. Es gilt als robust, langlebig und kann die sogenannte Patina ausbilden, eine natürliche, durch Ablagerung entstandene Oberfläche. Diese verbessert die Widerstandsfähigkeit sogar noch. Im Dachbau ist Titanzinkblech sehr beliebt und wird häufig für Blechdächer verwendet. Schäden lassen sich auch gut löten. Zusätzlich positiv hervorzuheben ist, dass ein Blechdach aus Titanzinkblech vollständig recycelbar ist.

Allerdings sollte man beachten das Titanzink sich bei Temperaturschwankungen schnell verformen kann, weshalb mitunter Ausgleichfalze nötig sind. Dementsprechend eignet sich ein Blechdach aus Titanzinkblech vor allem für kleinere Dachflächen, beispielsweise bei Einfamilien– oder Doppelhaushälften.

Kupferblech

Als Dacheindeckung findet man Kupferblech sowohl bei Altbauten als auch bei modernen Häusern. Kupferblech gilt allgemeinhin als die teuerste Variante des Blechdaches. Der hohe Preis lässt sich aber durch die zahlreichen positiven Eigenschaften von Kupferblech rechtfertigen: Es ist robust und gegen Korrosion nahezu resistent. Auch ein Dach aus Kupferblech kann nach einer gewissen Zeit eine Patina ausbilden und so mit einer besonderen Optik überzeugen. Außerdem sticht Kupferblech mit einer überdurchschnittlich hohen Lebenserwartung hervor – Auch bei historischen Gebäuden ist es heute oft noch bestens erhalten. Die Wartung ist im Vergleich zum Kaufpreis eher gering.

Gute Dämmung nötig

Bei einem Blechdach ist eine gute Dachdämmung unumgänglich. Zum einen kann die Lärmentwicklung bei einem Blechdach beispielsweise bei Regen enorm störend ausfallen, zum anderen besitzt Metall nicht die besten Eigenschaften, was Wärme angeht. Im Sommer kann es sich extrem aufheizen und so einen Aufenthalt im Inneren unerträglich machen. Im Winter müsste man ohne Dämmung erhebliche Wärmeverluste hinnehmen. Die optimale Raumtemperatur lässt sich also nur mit einer guten Dämmung erreichen.

Hierzu wird in der Regel eine Unterkonstruktion angelegt und für eine Hinterlüftung zum Temperaturausgleich gesorgt. Bei der Dämmung sollte man sich intensiv von einem professionellen Spengler beraten lassen.

Was kostet ein Blechdach pro Quadratmeter?

Ein Blechdach kostet inklusive Verlegung 75 bis 270 Euro pro Quadratmeter. Material macht 25 bis 150 Euro aus (je nach Metall), die Verlegung 50 bis 120 Euro. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter Dachfläche bedeutet das 11.250 bis 40.500 Euro Gesamtkosten.

MetallMaterial pro qmMit Verlegung pro qmLebensdauer
Verzinktes Stahlblech25 bis 50 Euro75 bis 130 Euro40-60 Jahre
Aluminium40 bis 80 Euro90 bis 160 Euro50-80 Jahre
Zink (Titanzink)50 bis 90 Euro100 bis 180 Euro60-100 Jahre
Kupfer80 bis 150 Euro150 bis 270 Euro100+ Jahre
Edelstahl90 bis 140 Euro170 bis 250 Euro80-100 Jahre

Welche Blechdach-Varianten gibt es?

Stehfalzdach

Klassisches Stehfalz-Profil mit charakteristischen senkrechten Falzen alle 30 bis 60 cm. Premium-Optik für moderne Architektur, sehr langlebig. Aufwendige Verlegung (60 bis 90 Euro pro qm reine Arbeit). Geeignet für Dächer ab 7 Grad Neigung.

Klick-Profil-Blechdach

Vorgefertigte Profilblech-Tafeln mit Klick-Verbindung. Schnellere Verlegung als Stehfalz, etwas günstiger (40 bis 60 Euro pro qm Arbeit). Optisch dem Stehfalz ähnlich, aber bei genauem Hinsehen erkennbar.

Trapezblech

Klassische Industrie-Optik mit Trapezförmigen Wellen. Sehr günstig (15 bis 40 Euro pro qm Material), schnelle Verlegung. Geeignet für Garagen, Carports, Industriegebäude. Bei Wohnhäusern selten verwendet wegen einfacher Optik.

Vor- und Nachteile eines Blechdachs

Vorteile

  • Sehr langlebig: 40 bis 100 Jahre je nach Material
  • Leicht: 5 bis 8 kg pro qm vs 40-60 kg bei Tonziegeln, geringere Dachstuhl-Belastung
  • Geringe Dachneigung möglich: Ab 7 Grad Neigung verwendbar
  • Brandsicher: nicht brennbar, A1-Klassifikation
  • Wartungsarm: Selten Reinigung oder Reparatur nötig
  • Ideal für Solar-Anlagen: Befestigung ohne Dachdurchdringung möglich (Stehfalz-Klemmen)

Nachteile

  • Lautes Regen-Geräusch: ohne entsprechende Dämmung deutlich lauter als Ziegeldach
  • Höhere Anfangs-Kosten: meist teurer als Beton- oder Tonziegel
  • Korrosionsgefahr bei mangelhafter Verlegung: falsche Verbindungen oder Beschädigungen führen zu Rost
  • Optisch nicht jedermanns Sache: moderner Look passt nicht zu jedem Haus
  • Bauphysik beachten: Kondenswasser kann unter dem Blech entstehen, gute Belüftung Pflicht

Häufige Fragen zum Blechdach

Wie laut ist ein Blechdach bei Regen?

Ohne Dämmung deutlich lauter als Ziegeldach – bei starkem Regen vergleichbar mit einer leeren Aluschüssel. Mit moderner Dämmung (mindestens 20 cm Mineralwolle) und Dampfbremse ist der Unterschied zum Ziegeldach minimal. Stehfalz und Klick-Profile sind generell leiser als Trapezblech.

Welches Blechdach-Material ist am günstigsten?

Verzinktes Stahlblech ist das günstigste Material (25 bis 50 Euro pro qm). Mit Verlegung 75 bis 130 Euro pro qm komplett. Hält bei Lackierung 40 bis 60 Jahre. Aluminium ist 30 bis 40 Prozent teurer, hält dafür länger und ist leichter.

Wie lange hält ein Blechdach?

Verzinktes Stahlblech 40 bis 60 Jahre, Aluminium 50 bis 80 Jahre, Titanzink 60 bis 100 Jahre, Kupfer 100 Jahre und länger. Lebensdauer hängt stark von Wartung, Belüftung und Vermeidung von Beschädigungen ab.

Lohnt sich Blechdach gegenüber Tonziegeln?

Über die Lebensdauer gerechnet oft ja, vor allem bei Aluminium oder Titanzink. Höhere Anfangskosten amortisieren sich durch längere Lebensdauer und geringere Wartung. Bei Wohnhäusern ohne moderne Optik-Vorlieben sind aber Tonziegel oft die geschmacklich passendere Wahl.

Was kostet Aluminium-Dach komplett?

Aluminium-Dach komplett verlegt 90 bis 160 Euro pro qm. Bei einem 150-qm-Dach 13.500 bis 24.000 Euro Material + Verlegung. Plus Gerüst, Entsorgung Altmaterial und Dämmung kommen 5.000 bis 12.000 Euro extra dazu.

Bildquellen:
kvdkz/stock.adobe.com
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Otmar Smit/stock.adobe.com

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