Letzte Aktualisierung am 14. Februar 2022
Die Fassade eines Hauses ist jederzeit dem Wetter und anderen schädlichen Einflüssen ausgesetzt und schnell können Schäden entstehen. Wir zeigen, welche Kosten bei der Fassadensanierung auf Sie zukommen können.
- Gesamtkosten pro m²
- Arbeitskosten für die Fassadensanierung
- Dämmpflicht nur bei schlecht gedämmten Fassaden
- Hohe Fördermittel für Dämmung und Fassadensanierung
- Checkliste für die Fassadensanierung
- Fassadensanierung: Kosten nach Maßnahme
- In welcher Reihenfolge sanieren?
- Häufige Fragen zur Fassadensanierung
- Mehr zum Thema Fassade
Gesamtkosten pro m²
| Posten | Kosten pro m² |
|---|---|
| Baugerüst | 5 € |
| Spachtelmasse | 1 – 2 € |
| Putz | 5 – 15 € |
| Grundierung | 0,50 – 0,60 € |
| Farbe | 2 – 5 € |
| Altputz entfernen | 10 – 15 € |
| Spachteln | 5 – 10 € |
| Fassadendämmung | 15 – 45 € |
| Verputzen | 25 – 75 € |
| Streichen | 9 – 12 € |
| Fassadenreinigung | 10 – 15 € |
| Gesamt | 87,50 – 202,60 € |
In unserer Rechnung gehen wir vom schlimmsten Fall aus und beziehen alle Arbeiten und Kosten mit ein, die bei einer Fassadensanierung anfallen könnten. In der Realität sieht das ganze oft anders aus, denn nicht immer muss die komplette Fassade saniert werden. Für die genaue Berechnung bei Ihrer Fassade sollten Sie einen oder mehrere Kostenvoranschläge von Fachbetrieben aus der Region einholen.
Materialkosten pro m²
| Posten | Materialkosten pro m² |
|---|---|
| Baugerüst | 5 – 8 € |
| Spachtelmasse | 1 – 2 € |
| Putz | 5 – 15 € |
| Grundierung | 0,50 – 0,60 € |
| Farbe | 2 – 5 € |
| Gesamt | 13,50 – 30,60 € |
Die große Preisschwankung beim Putz entsteht durch die möglichen Ausmaße der Schäden an der Fassade. Wenn man nur den Oberputz erneuern will, liegen die Kosten eher bei 5 € pro m². Muss der Putz aber bis zum Mauerwerk erneuert werden, kann es auch schon bis zu 15 € pro m² kosten.
Stärkere Schwankungen kann es auch beim Preis des Baugerüstes geben. Auch wenn 5 € pro m² ein guter Orientierungswert sind, hängen die tatsächlichen Kosten vor allem von der benötigten Größe und der Dauer der Miete ab.
Arbeitskosten für die Fassadensanierung
| Arbeit | Kosten pro m² |
|---|---|
| Altputz entfernen | 10 – 15 € |
| Spachteln | 5 – 10 € |
| Fassadendämmung | 15 – 45 € |
| Verputzen | 25 – 75 € |
| Streichen | 9 – 12 € |
| Fassadenreinigung | 10 – 15 € |
| Gesamt | 74 – 172 € |
Eigenleistungen sind bei der Fassadensanierung für Heimwerker nicht zu empfehlen und können am Enden zu höheren Kosten führen. Erstens kann als Laie viel schiefgehen und zweitens erhält man staatliche Förderungen nur, wenn man die Sanierung von einem Fachbetrieb durchführen lässt. Nur die Fassadenreinigung können Sie bei einer kleinen Wand selber durchführen. Mit entsprechender Ausbildung auch den Anstrich der Fassade.
Dämmpflicht nur bei schlecht gedämmten Fassaden
Nach der Energieeinsparverordnung besteht bei schlecht gedämmten Gebäuden eine Dämmpflicht, wenn mehr als zehn % der Fassade neu verputzt werden. Das heißt aber nicht, dass bei der Fassadensanierung gleich das ganze Mauerwerk verputzt werden muss, sondern höchstens der Putz ab Mauerwerk.
Sollte sich das Dämmen nicht in einem angemessenen Zeitraum rechnen, kann man sich nach § 25 EnEV von der Dämmpflicht befreien lassen. Für diese Befreiung muss jedoch ein Gutachten erstellt werden.
Hohe Fördermittel für Dämmung und Fassadensanierung
Heutzutage lohnt es sich durch diverse Förderungen besonders im Rahmen der Fassadensanierung auch an energetische Sanierung und Dämmung zu denken und die Heizkosten zu senken – Selbst wenn man nicht gesetzlich dazu verpflichtet ist.
Mit dem Kredit 152 der KfW lassen sich Einzelmaßnahmen wie die Fassadensanierung mit einem sehr günstigen Kredit in Höhe von bis zu 50.000 pro Wohneinheit finanzieren. 20 % gibt es als Tilgungszuschuss, sie müssen also nicht zurückgezahlt werden.
Noch höhere Förderungen gibt es mit dem Kredit 151, wenn sie nicht nur die Fassade sanieren wollen, sondern das gesamte Gebäude nach KfW-Effizienzhaus-Standard sanieren lassen. Sie erhalten dann einen Zuschuss in Höhe von bis zu 40 % bei einem maximalen Kreditbetrag von 120.000 €. Pro Wohneinheit ist bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 55 ein Tilgungszuschuss von bis zu 48.000 € möglich.
Sollten Sie keinen Kredit benötigen ist das Produkt 430 der KfW die richtige Wahl. Die Förderung ist genau so hoch wie bei den Produkten 151 und 152, aber da kein Kredit aufgenommen wird, wird der Zuschuss auch nicht zur Tilgung verwendet.
Zusätzlich zu einem der oben genannten Förderprodukte lässt sich mit dem Produkt 431 auch die Planung der Sanierung durch einen Fachbetrieb mit bis zu 4000 € pro Vorhaben fördern. Die KfW übernimmt dabei 50 % der Kosten.
Checkliste für die Fassadensanierung
Fassadensanierung vorbereiten
- Schadenserfassung
- Dämmpflicht prüfen
- Bei Bedarf Antrag auf Befreiung von der Dämmpflicht stellen
- Fotos von der Fassade und den Schäden machen
Handwerkersuche für die Fassadensanierung
- Arbeiten ausschreiben
- Angebote vergleichen
- Termin vor Ort vereinbaren
- Klären, ob Dämmpflicht sinnvoll ist
- Kostenvoranschlag erstellen lassen
- Fördermittel beantragen
- Auftrag erteilen und Termin vereinbaren
Nach der Terminfestlegung
- Prüfen, ob Genehmigungen für den Gerüstbau nötig sind
- Fassadengerüst planen
- Freien Zugang zum Arbeitsbereich sicherstellen
- Zugang zu Wasser und Strom ermöglichen
Nach der Fassadensanierung
- Fassade vor Abbau des Gerüstes abnehmen
- Umgebung des Hauses reinigen
- Regelmäßig die Fassade auf Schäden kontrollieren (am besten jährlich)
Fassadensanierung: Kosten nach Maßnahme
| Maßnahme | Kosten pro m² |
|---|---|
| Fassade reinigen | 5 bis 15 € |
| Risse ausbessern und streichen | 25 bis 50 € |
| Neuer Außenputz | 40 bis 80 € |
| Dämmung (WDVS) inklusive Putz | 100 bis 200 € |
| Klinkerriemchen auf Dämmung | 150 bis 250 € |
| Gerüst (einmalig, gesamte Fassade) | 6 bis 12 € |
Bei einem Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche reicht die Spanne von 4.000 € für Ausbessern plus Anstrich bis 30.000 € für die komplette energetische Sanierung mit Dämmung. Da das Gerüst bei jeder Variante anfällt, lohnt es sich, Maßnahmen zu bündeln.
In welcher Reihenfolge sanieren?
- Schadensanalyse: Risse, Feuchtigkeit und Putzhaftung prüfen lassen (Maler oder Bausachverständiger, 150 bis 400 €)
- Untergrund instand setzen: Risse verpressen, losen Putz entfernen, Feuchteursachen beheben
- Dämmentscheidung treffen: Wenn mehr als 10 % der Fassade neu verputzt werden, greift die GEG-Dämmpflicht ohnehin – dann gleich richtig dämmen
- Oberfläche fertigstellen: Putz, Anstrich oder Riemchen als Abschluss
Häufige Fragen zur Fassadensanierung
Wann muss bei der Fassadensanierung gedämmt werden?
Das GEG verlangt Dämmung, wenn mehr als 10 % der Fassadenfläche erneuert werden – etwa bei neuem Putz. Reine Schönheitsreparaturen wie Streichen oder kleine Ausbesserungen lösen die Pflicht nicht aus. Wer ohnehin saniert, sollte die Dämmung mitnehmen: Das Gerüst steht schon und die BAFA übernimmt 15 bis 20 %.
Wie lange dauert eine Fassadensanierung?
Streichen mit Ausbesserungen: 1 bis 2 Wochen. Neuer Putz: 2 bis 3 Wochen. Komplette Dämmung mit WDVS: 3 bis 5 Wochen, abhängig von Witterung und Trocknungszeiten. Fassadenarbeiten laufen idealerweise zwischen April und Oktober bei über 5 Grad.
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