Einen Standardsessel in Stoff neu beziehen zu lassen, kostet bei der Polsterei rund 700 bis 1.900 € einschließlich Stoff. Ohne Stoff, also für Arbeit und Polstermaterial, berechnen Polstereien 550 bis 1.250 €. Für einen Ohrensessel zahlen Sie komplett rund 1.000 bis 1.800 €. Ein kleiner Cocktailsessel, der einen neuen Sitz aus Gurten und Federkern bekommt, kommt in der Beispielkalkulation einer Polsterei samt Bezug auf rund 720 €. Den Ausschlag geben Bauform und Stoff.
Was kostet der Neubezug je Sesseltyp?
Die Preise stammen aus Preislisten und Beispielkalkulationen von Polstereien. Sie gelten brutto und schließen den Bezugsstoff in mittlerer Preislage ein.
| Sesseltyp | Preis mit Stoff | Hinweis |
|---|---|---|
| Cocktailsessel mit neuem Sitzaufbau | rund 720 € | Gurte und Federkern neu, Beispielkalkulation einer Polsterei |
| Standardsessel | rund 700 bis 1.900 € | ohne Stoff 550 bis 1.250 € |
| Ohrensessel | rund 1.000 bis 1.800 € | mehrere Polstereien bei etwa 1.400 € |
| Sessel in Leder | nur auf Angebot | Leder ist deutlich teurer als Stoff |
| Relaxsessel mit Mechanik | nur auf Angebot | Preis hängt stark von der Mechanik ab |
Der Ohrensessel liegt über dem Standardsessel, weil Ohren, Seitenteile und Armlehnen einzeln bezogen werden und dafür mehr Stoff nötig ist. Die obere Grenze erreicht ein Standardsessel etwa mit teurem, gemustertem Stoff. Je nach Betrieb berechnet die Polsterei zusätzlich Abholung und Rücktransport mit 0 bis 150 €, mehrere Betriebe holen im Umkreis aber kostenlos ab. Die Besichtigung ist im Umland meist kostenlos. Wie die Preise für Sofa und Eckbank im Vergleich aussehen, zeigt die Kostenübersicht zum Neubezug von Polstermöbeln.
Wie viel Stoff braucht ein Sessel?
Ein Standardsessel braucht 3 bis 4 m Möbelstoff bei 140 cm Breite, ein Ohrensessel rund 5 m, und wenn ein großes Muster über den ganzen Sessel passend durchlaufen soll, steigt der Bedarf auf bis zu 8 m. Die Tabelle rechnet das in die drei üblichen Preisstufen um.
| Stoffqualität | Preis pro Meter | Standardsessel, 3 bis 4 m | Ohrensessel, 5 m |
|---|---|---|---|
| einfach | 10 bis 25 € | 30 bis 100 € | 50 bis 125 € |
| mittlere Qualität | 45 bis 70 € | 135 bis 280 € | 225 bis 350 € |
| hochwertig | 90 bis 200 € | 270 bis 800 € | 450 bis 1.000 € |
Für einen Standardsessel berechnet die Polsterei 550 bis 1.250 € für Arbeit und Polstermaterial, mit 3 bis 4 m Stoff mittlerer Qualität kommen 135 bis 280 € dazu. Das ergibt 685 bis 1.530 € ohne Transport. Braucht der Sessel wegen eines Musters 8 m statt 4 m, verdoppelt sich die Stoffposition.
Neben dem Meterpreis zählt die Scheuerfestigkeit. Für einen Sessel, der täglich genutzt wird, reichen 15.000 bis 25.000 Scheuertouren nach Martindale. Sitzen oft Kinder darauf, sollten es 30.000 und mehr sein. Gegen Katzenkrallen schützt auch ein hoher Wert nicht, denn der Test misst nur den flächigen Abrieb.
Was die Kosten erhöht
Eine neue Polsterung unter dem Bezug
Ob Schaum, Gurte und Federn noch tragen, prüft die Polsterei bei der Besichtigung. Ist der Sitz durchgesessen, kommt Arbeit hinzu. Beim Cocktailsessel aus der Tabelle baut die Polsterei einen neuen Sitz aus Gurten und Federkern auf, mit Bezug sind das rund 720 €. Für Sitzflächen empfiehlt sich Schaum mit einem Raumgewicht von mindestens RG 35, besser RG 40 bis 50, der je nach Raumgewicht und Stärke rund 25 bis 65 € pro m² kostet. Ist der alte Schaum nur zusammengedrückt, kann die Polsterei ihn teils dämpfen, sodass er seine Form zurückbekommt. Wie die Schichten einer Polsterung zusammenwirken, erklärt der Beitrag zum Aufbau einer Möbelpolsterung.
Leder statt Stoff
Polsterarbeiten in Leder sind teurer als in Stoff. Einen realistischen Gesamtpreis für einen Ledersessel gibt es nicht, den Lederbedarf ermittelt die Polsterei am Möbel. Im Fachhandel kostet Leder rund 25 bis 100 € pro m², hochwertiges Möbelleder setzen Polstereien mit rund 90 bis 100 € pro m² an. Wie groß der Abstand werden kann, zeigt der Esszimmerstuhl: Sitz und Rücken neu in Stoff kosten rund 150 bis 300 €, in Echtleder rund 300 bis 350 €.
Wann rechnet sich der Neubezug gegenüber einem neuen Sessel?
Eine Polsterei empfiehlt den Neubezug in der Regel nur, wenn er nicht teurer ist als ein vergleichbares neues Möbel. Weil der Neubezug eines Standardsessels bei rund 700 € beginnt, scheiden damit viele günstige Sessel aus. Für den Neubezug sprechen ein massives Holzgestell mit handwerklichen Verbindungen wie Nut und Feder, ein intakter Unterbau und hochwertiger Schaum. Getackerte Spanplatte spricht dagegen. Und dann gibt es Stücke, die kein Neukauf ersetzt, etwa den Ohrensessel der Großeltern oder ein Designermöbel, das nicht mehr hergestellt wird.
Nicht immer muss es ein neuer Bezug sein. Sind nur Flecken das Problem, reicht oft eine Polsterreinigung durch den Fachbetrieb, die für einen Sessel bei 30 bis 60 € liegt. Abblätterndes Kunstleder lässt sich dagegen nicht reparieren, hier hilft nur ein neuer Bezug.
Wie weit kommen Sie mit eigener Arbeit?
Einen ganzen Sessel selbst neu zu beziehen, ist ein großes Projekt. Der alte Bezug muss Stück für Stück abgenommen werden, weil er als Vorlage für den Zuschnitt dient, und an Armlehnen und Rundungen muss der neue Stoff anschließend faltenfrei sitzen. Beim Ohrensessel oder bei genähten Kissen mit Keder ist die Polsterei deshalb die sicherere Wahl.
Gut machbar sind einfachere Teile:
- eine abnehmbare, getackerte Sitzfläche, die Sie wie einen Stuhlsitz neu beziehen
- lose Sitzkissen, die einen neuen Schaumkern im vorhandenen Bezug bekommen
- ein passender Hocker, für den rund 0,55 m Stoff reichen
Für das Material eines Standardsessels rechnen Sie bei einfachem Stoff mit 30 bis 100 €. Dazu kommen Schaum für rund 25 bis 65 € pro m², Polsterwatte, Tackerklammern für rund 4 € und ein Handtacker für 13 bis 15 €. Wie Sie eine Sitzfläche selbst beziehen, zeigt die Anleitung zum Neubeziehen eines Stuhls.
So halten Sie die Kosten niedrig
- Wählen Sie einen einfarbigen Stoff oder ein kleines Muster. Gegenüber einem großen Rapport sparen Sie bis zu 4 m Stoff.
- Greifen Sie zu mittlerer Qualität mit passenden Scheuertouren. Bei 4 m Stoff zahlen Sie damit 180 bis 280 € für den Bezug, in hochwertiger Qualität wären es 360 bis 800 €.
- Lassen Sie den vorhandenen Schaum dämpfen, wenn er nur zusammengedrückt und nicht zerbröselt ist.
- Bringen Sie den Sessel selbst in die Werkstatt, oder wählen Sie einen Betrieb, der im Umkreis kostenlos abholt. Das spart bis zu 150 €.
- Lassen Sie sich das Angebot schriftlich und nach Posten getrennt geben. Leisten Sie keine hohe Vorkasse, denn Anzahlungen von 30 bis 50 % sind eine bekannte Masche unseriöser Betriebe, vor der der Zentralverband Raum und Ausstattung über die Handwerkskammer der Pfalz warnt.



Häufige Fragen zum Sesselbezug
Kann man einen Relaxsessel mit Mechanik neu beziehen lassen?
Ja, auch Relaxsessel mit Mechanik lassen sich neu beziehen. Einen Richtpreis gibt es dafür nicht, weil die Kosten stark von der Mechanik abhängen. Lassen Sie den Sessel deshalb vor Ort begutachten und holen Sie ein schriftliches Angebot ein. Bitten Sie die Polsterei dabei, auch die Mechanik anzusehen. So vermeiden Sie, dass ein frisch bezogener Sessel kurz darauf wegen der Verstellung in die Werkstatt muss.
Wie teuer ist es, einen Sessel neu polstern zu lassen?
Ein Ohrensessel in Stoff kostet komplett rund 1.000 bis 1.800 €, mehrere Polstereien liegen bei etwa 1.400 €. Muss der Sitz neu aufgebaut werden, steigt der Aufwand. Ein Cocktailsessel mit neuem Sitz aus Gurten und Federkern kommt in einer Beispielkalkulation mit Bezug auf rund 720 €. Wie viel Polsterarbeit Ihr Sessel tatsächlich braucht, klärt die Besichtigung.
Was kostet es, nur die Sitzkissen neu zu füllen?
Sind nur die Sitzkissen durchgesessen und der Bezug noch gut, genügt oft ein neuer Schaumkern im vorhandenen Bezug. Für ein Kissen von 50 x 50 x 10 cm kostet das Material rund 14 bis 36 €, je nach Schaumqualität. Dazu kommt die Arbeitszeit der Polsterei mit 50 bis 70 € pro Stunde. Einen festen Preis für diese Arbeit gibt es nicht, fragen Sie ihn vorab an.
Wer bezieht Sessel neu, Polsterei oder Raumausstatter?
Das können beide. Polstereien haben ihren Schwerpunkt bei Polstermöbeln aus Stoff und Leder samt Gestell und Federn. Raumausstatter lernen das Polstern in ihrer dreijährigen Ausbildung, ebenso wie Sattler, deren Hauptwerkstoff Leder ist. Für Raumausstatter gilt seit 2020 wieder die Meisterpflicht. Achten Sie unabhängig von der Berufsbezeichnung auf ein schriftliches Angebot und eine feste Werkstatt, die Sie besuchen können.
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