Letzte Aktualisierung am 6. Juli 2026
Bild: Robert Kneschke / stock.adobe.com
Eine Wohnung streichen zu lassen kostet 2026 je nach Aufwand 10 bis 25 € pro m² Wandfläche. Für eine 100-m²-Wohnung mit rund 250 m² Wandfläche zahlen Sie beim Malerbetrieb meist 2.500 bis 4.500 € inklusive Material und Anfahrt.
Der genaue Preis hängt davon ab, wie viele Flächen gestrichen werden sollen, welche Vorarbeiten nötig sind und wie hoch Ihre Räume sind. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Malerbetriebe kalkulieren, welche Materialkosten anfallen und an welchen Stellen Sie die Kosten senken können.
Die Kosten nach Wohnungsgröße im Überblick
Für einen einfachen, deckenden Anstrich in Weiß berechnen Malerbetriebe 10 bis 15 € pro m² Wandfläche. Kommen Spachtelarbeiten, eine Grundierung oder kräftige Farbtöne mit zweitem Anstrich hinzu, steigt der Preis auf 15 bis 25 € pro m². Die folgende Tabelle zeigt typische Gesamtkosten nach Wohnungsgröße:
| Wohnfläche | Wandfläche (ca.) | Typische Gesamtkosten |
|---|---|---|
| 50 m² | 125 m² | 1.300-2.300 € |
| 80 m² | 200 m² | 2.000-3.600 € |
| 100 m² | 250 m² | 2.500-4.500 € |
| 120 m² | 300 m² | 3.000-5.400 € |
Als Faustregel für die Wandfläche gilt: Wohnfläche mal 2,5. Sollen auch die Decken gestrichen werden, kommt die Wohnfläche noch einmal als Deckenfläche hinzu. Bei umfangreichen Vorarbeiten wie dem Entfernen alter Tapeten können die Gesamtkosten über den genannten Spannen liegen. Was einzelne Flächen kosten, lesen Sie im Ratgeber Wände streichen.
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Wie berechnet man die Kosten für das Streichen der Wohnung?
Die Gesamtkosten ergeben sich aus der zu streichenden Fläche, dem Zustand der Wände und den gewünschten Zusatzarbeiten. Diese Fragen sollten Sie beantworten können, bevor Sie Angebote einholen:
- Wie viel Wandfläche soll gestrichen werden?
- Reicht ein einmaliger Anstrich?
- Soll der Malerbetrieb die Decke streichen? Wenn ja, wie viel m² Deckenfläche?
- Welche Vorarbeiten sind nötig? Alte Tapete entfernen? Spachteln?
- Sollen Türen, Fenster oder andere Rahmen gestrichen werden?
- Gibt es besondere Gestaltungselemente, zum Beispiel Stuckleisten?
- Wie weit muss das Unternehmen fahren und wie oft?
Die Raumhöhe als Kostenfaktor
Die Raumhöhe ist ein wichtiger Kostenfaktor. Bei modernen Häusern ab 1960 liegt die Raumhöhe zwischen 2,40 und 2,50 m. Bei Altbauten kann die Decke wesentlich höher sein, bei sehr alten Häusern sogar bis zu 4,50 m. Maler berechnen in diesem Fall nicht nur die zusätzlichen Kosten für die größere Wandfläche, sondern oft auch einen Aufschlag für den zusätzlichen Aufwand und die höhere Unfallgefahr.
So berechnen Sie die Wandfläche
Die einfache Formel: Multiplizieren Sie die Raumhöhe mit der Gesamtlänge aller Wände und ziehen Sie die Fläche von Türen und Fenstern ab.
Um die Kosten für das Streichen richtig zu berechnen, ist die Größe aller zu streichenden Flächen wichtig. Aus diesem Grund können die Kosten auch bei gleicher Wohnfläche unterschiedlich ausfallen, je nach Anzahl der Zimmer und Wände.
Kleinere Türen und Fenster, die nicht mitgestrichen werden, rechnen Maler bei den Arbeitskosten einfach in die Wandfläche ein. Denn Türen und Fenster bedeuten immer zusätzlichen Aufwand, auch wenn sie keine Farbe bekommen. Sie müssen abgeklebt werden, und der Maler muss sorgfältig um sie herum streichen. Nur Türen und Fenster mit einer Fläche von über 2,5 m² sollten Sie von der Wandfläche abziehen.
Die Arbeitskosten des Malerbetriebs
Malerbetriebe rechnen 2026 mit Stundensätzen von 45 bis 65 €, bei Wohnungen ist aber die Abrechnung pro m² üblich. Für einen einfachen Anstrich zahlen Sie in der Regel 10 bis 15 € pro m², mit Spachteln und Grundieren 15 bis 25 € pro m². Wie sich die Stundensätze zusammensetzen, erklärt der Ratgeber Malerkosten und Stundenlohn. Viele Betriebe übernehmen neben dem Streichen auch das Tapezieren und Verputzen der Wände.
Die Decke wird separat kalkuliert, denn die Arbeit über Kopf ist anstrengender. Rechnen Sie hier mit 8 bis 15 € pro m² Deckenfläche. Details dazu finden Sie im Ratgeber Decke streichen lassen.
Sollen Türen und Fenster mitgestrichen werden, wird nicht die Fläche eingerechnet, sondern ein Preis pro Stück angesetzt. Ein Türblatt kostet 80 bis 150 €, ein Fenster je nach Größe und Zustand 50 bis 150 €. Genauere Zahlen liefern die Ratgeber Türen streichen lassen und Fenster streichen lassen. Einen verbindlichen Kostenvoranschlag erstellt der Malerbetrieb meist erst nach einer Besichtigung.
Die Materialkosten beim Streichen
Das Material macht nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus. Rechnen Sie mit folgenden Posten:
- Wand- und Deckenfarbe: 0,40 bis 5,60 € pro m²
- Holzspachtelmasse: 5 bis 10 € pro 500 g
- Lackfarbe für Türen und Fensterrahmen: circa 2 € pro m²
Einige Entscheidungen können Sie schon vor dem Streichen treffen. Sie können die Farbe zum Beispiel selbst kaufen oder sie in Absprache mit dem Malerbetrieb auswählen. Da Betriebe Material und Werkzeug in großen Mengen einkaufen, ist die zweite Variante oft sogar günstiger. Ihre Ausrüstung bringen die Maler einfach mit, ohne sie gesondert auf der Rechnung aufzuführen.
Wand- und Deckenfarbe variiert stark im Preis. Günstige Farben gibt es schon ab 1 € pro Liter, ausgefallene Farbtöne und hochwertige Qualitäten kosten bis zu 14 € pro Liter. Bei rund 400 ml Farbe pro m² für einen deckenden Anstrich kostet der Farbauftrag also 0,40 bis 5,60 € pro m². Bewertungen anderer Kunden und die Rücksprache mit dem Malerbetrieb helfen, ein gutes Verhältnis von Preis und Deckkraft zu finden.
Für Türen und Fensterrahmen brauchen Sie manchmal etwas mehr als nur Farbe. Bevor das Holz lackiert wird, gleichen Sie Schäden und Unebenheiten mit Holzspachtelmasse aus; mehr als 500 g für 5 bis 10 € werden selten benötigt. Die Lackfarbe gibt es ab 2 € pro m². Bei einer durchschnittlichen Tür mit 4 m² Fläche und einer Zarge von 1 m² kostet ein gründlicher, zweifacher Anstrich ungefähr 20 €. Fensterrahmen haben oft nur 0,5 m² Fläche und brauchen Farbe für 1 bis 2 €.
So sparen Sie beim Streichen der Wohnung
Am meisten sparen Sie, wenn Sie nur die Flächen streichen lassen, die wirklich einen neuen Anstrich brauchen, und wenn Sie mehrere Angebote vergleichen. Beim Auszug müssen Sie zum Beispiel nur so viel streichen, wie Schäden zu sehen sind. Decken brauchen nur dann neue Farbe, wenn Farbveränderungen oder Flecken zu sehen sind, etwa in Küche oder Bad. Auch Fenster und Türen brauchen nur selten einen neuen Anstrich, nämlich dann, wenn Sie selbst Schäden verursacht haben. Fenster werden nur von innen gestrichen, Kunststoff- und Metallfenster sollten Sie gar nicht streichen lassen. Welche Pflichten Mieter wirklich haben, erklärt der Ratgeber Wohnung streichen bei Auszug. Bei größeren Aufträgen sollten Sie unbedingt die Angebote mehrerer Maler in Ihrer Nähe vergleichen. Mit Blauarbeit geht das ganz einfach.
Die Arbeitskosten können Sie außerdem als Handwerkerleistung nach § 35a EStG von der Steuer absetzen: 20 % des Lohnanteils, maximal 1.200 € pro Jahr. Dafür müssen Material- und Arbeitskosten auf der Rechnung getrennt ausgewiesen sein, und Sie müssen per Überweisung zahlen.
Warum lohnt sich ein professioneller Maler?
Ein Malerbetrieb arbeitet schneller und sauberer als die meisten Heimwerker und ist am Ende nicht zwangsläufig teurer. Diese Vorteile bietet ein ausgebildeter Maler:
- Maler arbeiten schnell und trotzdem zuverlässig und achten auf Details. Sie machen die Arbeit täglich und wissen genau, welche Fehler man vermeiden sollte.
- Ein Maler kennt sich bestens mit der Qualität von Farben und Tapeten aus. Für Laien ist die Auswahl nicht leicht.
- Auch anspruchsvolle Muster oder Techniken sind kein Problem.
- Maler streichen nicht nur Wohnungen und Innenwände, sondern sanieren auch Fassaden und kennen sich oft auch mit Dämmstoffen aus.
Kosten für Ihr Projekt überschlagen
Häufige Fragen zu den Kosten beim Wohnungsstreichen
Wer zahlt das Streichen beim Auszug aus der Mietwohnung?
Das regelt der Mietvertrag. Enthält er keine wirksame Klausel zu Schönheitsreparaturen, ist das Streichen Sache des Vermieters; viele starre Klauseln mit festen Fristen sind unwirksam. Haben Sie die Wohnung unrenoviert übernommen, müssen Sie beim Auszug in der Regel nicht streichen. Prüfen Sie die Klausel im Zweifel, bevor Sie einen Maler beauftragen. Maßgeblich ist die mietvertragliche Regelung im Rahmen von § 535 BGB.
Wie lange dauern die Malerarbeiten in einer Wohnung?
Für eine 100-m²-Wohnung brauchen zwei Maler in der Regel zwei bis vier Arbeitstage, inklusive Abkleben, Abdecken und Trocknungszeiten. Ein einzelnes Zimmer schafft ein Profi meist an einem Tag. Aufwendige Vorarbeiten wie das Entfernen alter Tapeten oder großflächiges Spachteln können die Dauer verdoppeln.
Ist die Decke im m²-Preis für die Wände enthalten?
Nein, die Decke wird separat berechnet, üblich sind 8 bis 15 € pro m² Deckenfläche. Die Arbeit über Kopf dauert länger und erfordert mehr Abdeckaufwand. Klären Sie deshalb vor der Beauftragung, ob das Angebot nur die Wände oder auch die Decken umfasst.
Müssen Sie die Möbel vor den Malerarbeiten ausräumen?
Kleine Räume sollten Sie möglichst komplett leerräumen. In größeren Räumen genügt es oft, die Möbel in die Raummitte zu rücken und mit Folie abzudecken. Übernimmt der Malerbetrieb das Ausräumen, zahlen Sie die zusätzliche Arbeitszeit nach Stundensatz, also 45 bis 65 € pro Stunde und Mitarbeiter.
Was kostet es, ein einzelnes Zimmer streichen zu lassen?
Ein 20 m² großes Zimmer hat rund 45 m² Wandfläche. Der Anstrich kostet beim Malerbetrieb damit etwa 450 bis 700 €, mit Decke und Vorarbeiten bis zu 1.000 €. Kleine Räume ab 10 m² beginnen bei rund 250 €, weil Anfahrt und Rüstzeit immer anfallen.




