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Maler streicht eine Wand mit der Rolle

Wie hoch ist der Stundenlohn vom Maler?

Lesedauer 4 Minuten

Malerbetriebe berechnen 2026 in Deutschland 40 bis 65 € pro Stunde. Für einfache Anstriche zahlen Sie 6 bis 15 € pro m², für aufwendigere Arbeiten mit Spachteln, Grundierung oder Tapezieren 15 bis 35 € pro m². Ein kompletter Innenanstrich im Einfamilienhaus liegt je nach Zustand und Material bei 3.000 bis 7.000 €. Wie sich diese Preise zusammensetzen und wo Sie sparen können, lesen Sie hier.

Wie setzt sich der Stundenlohn beim Maler zusammen?

Der Stundensatz von 40 bis 65 € ist nicht der Lohn, den der Maler selbst verdient, sondern der Verrechnungssatz des Betriebs. Darin stecken der Bruttolohn des Gesellen, Lohnnebenkosten wie Sozialversicherung und Berufsgenossenschaft, Fahrzeug und Anfahrt, Werkzeug und Geräte, Betriebshaftpflicht, Verwaltung und ein Gewinnanteil. Vom Stundensatz kommt deshalb nur etwa ein Drittel als Lohn beim Handwerker an.

Bestandteil des StundensatzesAnteil (ca.)
Bruttolohn des Gesellen30 bis 40 %
Lohnnebenkosten (Sozialabgaben, BG, Urlaub, Krankheit)25 bis 35 %
Betriebskosten (Fahrzeug, Werkzeug, Versicherung, Verwaltung)20 bis 30 %
Gewinn und Risiko5 bis 15 %

Regionale Unterschiede sind deutlich: In Ballungsräumen wie München, Stuttgart oder Hamburg liegen die Sätze am oberen Ende, in ländlichen Regionen Ostdeutschlands teils unter 40 €. Auch die Auftragslage beeinflusst den Preis, in der Nebensaison (Herbst und Winter) sind viele Betriebe verhandlungsbereiter.

Echte Angebotspreise aus der Praxis

Damit Sie ein realistisches Gefühl bekommen, hier echte Beispiele aus dem Blauarbeit-Angebotspool:

  • Projekt: Komplettes Haus innen streichen (250 m², weiß + Vliestapete)
    Preis: 5.322 €, also ca. 21 € pro m²
  • Projekt: Raum streichen inkl. Spachteln (70 m² Wand- und Deckenfläche)
    Preis: 1.850 € inkl. Material, also ca. 26 € pro m²
  • Projekt: Nur weiß streichen (50 m², 2x grundieren + 2x Anstrich) inkl. Material
    Preise der Angebote: 1.523,20 € brutto (ca. 30 € pro m²), 1.000 € brutto (ca. 20 € pro m²) und 650 € brutto (ca. 13 € pro m²)
  • Projekt: Raufasertapete entfernen, neu tapezieren und streichen
    Preis: Stundensatz 40 € zzgl. Material, alternativ 8,50 € pro m²

Die Spanne zwischen 13 und 30 € pro m² für dieselbe Leistung zeigt: Der Preis hängt stark davon ab, wie viel Vorarbeit nötig ist und ob das Material im Angebot enthalten ist. Prüfen Sie außerdem immer, ob ein Angebot netto (Steuer kommt noch dazu) oder brutto (tatsächlicher Endpreis) kalkuliert wurde. Mehrere Angebote einzuholen lohnt sich bei Malerarbeiten fast immer.

Material und Arbeitslohn im Kosten-Check

LeistungMaterialkosten (ca.)Arbeitslohn (ca.)Gesamt pro m²
Einfacher Anstrich (weiß)1 bis 3 €5 bis 10 €6 bis 13 €
Mehrfachanstrich + Grundierung2 bis 5 €8 bis 15 €10 bis 20 €
Tapezieren + Streichen5 bis 10 €10 bis 20 €15 bis 30 €
Spachteln + Vorbereitung3 bis 8 €10 bis 20 €15 bis 35 €

Der Arbeitslohn macht bei Malerarbeiten also rund 70 bis 80 % der Gesamtkosten aus. Was das für ganze Räume und Wohnungen bedeutet, rechnen die Ratgeber Wohnung streichen Kosten und Wände streichen im Detail vor.

Was kosten Türen und Fenster beim Maler?

Türen, Zargen und Fensterrahmen werden oft unterschätzt: Wegen der vielen Details sind sie deutlich aufwendiger als Wandflächen. Beispiele aus dem Blauarbeit-Angebotspool:

BauteilLeistungPreis gesamtPreis pro Stück (ca.)
Tür inkl. Zarge und TürblattSchleifen, vorbereiten, lackieren (inkl. Anfahrt, Arbeitszeit, Material)190,40 € bruttoca. 190 €
8 Türen (nur Türblätter)Schleifen und weiß lackieren880 €ca. 110 €
8 TürrahmenSchleifen und weiß lackieren720 €ca. 90 €
8 FensterrahmenSchleifen und weiß lackieren620 €ca. 77 €

Als Faustregel können Sie mit 90 bis 200 € pro Tür und 70 bis 150 € pro Fensterrahmen rechnen. Alte Lackschichten, Beschädigungen und aufwendige Details wie Kassettentüren erhöhen den Preis. Ausführliche Preisübersichten finden Sie in den Beiträgen Türen streichen lassen und Fenster streichen lassen.

Lohnt sich der Maler oder streichen Sie selbst?

Streichen wirkt zunächst wie ein klassisches Heimwerkerprojekt. In der Praxis entscheidet aber die Vorbereitung über das Ergebnis, und genau dort passieren die meisten Fehler.

Typische Risiken beim Selbermachen

  • Streifenbildung und ungleichmäßige Deckkraft
  • Farbe blättert ab, weil der Untergrund nicht richtig vorbereitet wurde
  • Zeitfaktor: Ein Raum dauert mit Trocknungszeiten oft 2 bis 3 Tage
  • Zusatzkosten durch Fehlkäufe bei Farbe und Werkzeug

Was der Fachbetrieb besser macht

  • Saubere, gleichmäßige Ergebnisse auch bei schwierigen Wänden
  • Richtige Untergrundbehandlung, entscheidend für die Haltbarkeit
  • Tempo: Profis schaffen oft mehrere Räume pro Tag
  • Gewährleistung auf die ausgeführte Arbeit

Gerade bei großen Flächen, Altbauwänden oder Problemuntergründen wie alter Latexfarbe sparen Sie mit dem Fachmann am Ende oft Geld und Nerven. Wie Sie schwierige Untergründe erkennen, erklärt der Beitrag Latexfarbe erkennen und überstreichen.

Wo können Sie beim Malerauftrag sparen?

  • Eigenleistung bei der Vorbereitung: Möbel ausräumen, Böden abdecken und Tapeten selbst entfernen spart Arbeitszeit des Betriebs.
  • Mehrere Angebote vergleichen: Bei identischer Leistung liegen Angebote oft 30 bis 50 % auseinander.
  • Nebensaison nutzen: Im Herbst und Winter haben Malerbetriebe freie Kapazitäten.
  • Mehrere Räume bündeln: Anfahrt und Rüstzeit fallen nur einmal an.
  • Steuerbonus nutzen: 20 % der Arbeitskosten (max. 1.200 € pro Jahr) sind als Handwerkerleistung von der Steuer absetzbar.

Kostenrechner für Malerarbeiten

Wie ermitteln Sie die zu streichende Fläche?

Um Angebote vergleichen zu können, brauchen Sie die Quadratmeterzahl der Flächen, die gestrichen werden sollen. Messen Sie dazu aus:

  • Länge der Wände
  • Raumhöhe
  • Länge und Breite der Räume (für die Deckenfläche)
  • Fläche der Türen
  • Fläche der Fenster

Die Wandfläche ermitteln Sie, indem Sie die Länge der Wände mit der Raumhöhe multiplizieren und anschließend die Flächen von Türen und Fenstern abziehen. Soll auch die Decke gestrichen werden, addieren Sie deren Fläche dazu. Was der Deckenanstrich kostet, zeigt der Beitrag Decke streichen lassen. Wie viel Farbe Sie für die ermittelte Fläche brauchen, hängt vom Untergrund ab: Als Faustwert gelten 100 bis 140 ml pro m² und Anstrich.

Häufige Fragen zum Stundenlohn beim Maler

Wie hoch ist der Stundenlohn eines Malers 2026?

Malerbetriebe berechnen 2026 üblicherweise 40 bis 65 € pro Stunde als Verrechnungssatz. In Großstädten und bei Spezialarbeiten wie Lackierungen oder kreativen Wandtechniken kann der Satz auch darüber liegen. Der ausgezahlte Lohn des Gesellen ist deutlich niedriger, da der Satz alle Betriebskosten enthält.

Was kostet ein Maler pro m²?

Für einen einfachen weißen Anstrich zahlen Sie 6 bis 13 € pro m² Wandfläche. Mit Grundierung und zweitem Anstrich werden 10 bis 20 € pro m² fällig, mit Spachtelarbeiten oder Tapezieren 15 bis 35 € pro m². Material ist in diesen Spannen bereits enthalten.

Warum ist der Stundensatz so viel höher als der Lohn?

Vom Verrechnungssatz gehen Lohnnebenkosten, Fahrzeug, Werkzeug, Versicherungen, Verwaltung und das Unternehmerrisiko ab. Nur rund ein Drittel kommt als Bruttolohn beim Handwerker an. Ein Satz von 50 € bedeutet also nicht, dass der Maler 50 € verdient.

Wird die Anfahrt extra berechnet?

Das handhaben Betriebe unterschiedlich: Manche kalkulieren eine Anfahrtspauschale von 20 bis 50 €, andere rechnen die Fahrzeit in den Stundensatz ein. Fragen Sie vor der Beauftragung nach, ob Anfahrt und Rüstzeiten im Angebot enthalten sind.

Kann ich Malerarbeiten von der Steuer absetzen?

Ja. Als Handwerkerleistung im eigenen Haushalt können Sie 20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 € pro Jahr, direkt von der Steuerschuld abziehen. Voraussetzung sind eine Rechnung mit ausgewiesenen Arbeitskosten und die Zahlung per Überweisung.

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Bild: istock.com/Andrii Lysenko

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

So entstehen unsere Ratgeber

5 Kommentare zu „Wie hoch ist der Stundenlohn vom Maler?“

  1. Wir müssen unsere 3 Zimmer Wohnung neu streichen und wir haben uns gefragt, ob wir es allein schaffen würden. An den Kosten für Pinsel und Rollen hatten wir nicht gedacht. Außerdem würden wir diese Materialien nur einmal verwenden, das wäre echt eine Verschwendung. Vielleicht lieber sich an einen Malereibetrieb zu wenden.

  2. Ich werde für die Malerarbeiten in unserem Haus einen Handwerker engagieren. Ich denke, dass vor allem bei der Innenmalerei auf hohe Qualität setzen sollte. Wie Sie bereits anführen, sollte man vorab die zu streichende Fläche überschlagen. Vielen Dank für Ihren Beitrag!

  3. Danke für diesen Beitrag. Jetzt ist mir klar wie viel das Beantragen einer Malerei ungefähr kosten wird. Wir ziehen bald in eine neue Wohnung, aber die Wände müssen noch gestrichen werden. Pro Quadratmeter zahlt man also durchaus fünf Euro.

  4. Gut zu wissen, dass man neben der Quadratmeterzahl die Farbwahl und Material und die Anzahl der Anstriche einplanen soll. Daran hatte ich noch nicht gedacht. Ich möchte meine Wohnung streichen lassen und informiere mich daher über das Thema. Danke für den Beitrag, sehr hilfreich!

  5. Danke für diesen informativen Beitrag darüber, mit welchen Kosten ich bei Malerarbeiten rechnen muss. Gut zu wissen ist auch, dass ich auch die Fläche von Türen und Fenstern bei der Quadratmeterzahl beachten muss. Bisher habe ich es immer allein gemacht, aber manchmal ist es mit einem Maler eben doch praktischer.

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