Die kurze Antwort vorweg: Porenbeton bietet eine sehr gute Wärmedämmung und eignet sich für Außenwände ohne zusätzliche Dämmschicht. Kalksandstein überzeugt dagegen durch seine hohe Tragfähigkeit und einen sehr guten Schallschutz, benötigt an der Außenseite jedoch eine Dämmung. Beim Materialpreis liegen beide Steine mit etwa 2 bis 5 € pro Planstein auf einem ähnlichen Niveau. Dieser Vergleich zeigt, welcher Stein sich für Außen- und Innenwände oder den Keller eignet, welche Kosten entstehen und weshalb beide Materialien im Neubau häufig gemeinsam eingesetzt werden.
Worin unterscheiden sich Porenbeton und Kalksandstein?
Der größte Unterschied liegt in der Rohdichte. Porenbeton besitzt eine Rohdichte von etwa 0,3 bis 0,8 kg/dm³ und ist dadurch vergleichsweise leicht. Kalksandstein erreicht rund 1,2 bis 2,2 kg/dm³ und bringt wesentlich mehr Masse mit. Das sorgt für eine gute Wärmedämmung bei Porenbeton und einen hohen Schallschutz sowie eine hohe Tragfähigkeit bei Kalksandstein.
Beide Baustoffe bestehen aus mineralischen Rohstoffen, werden dampfgehärtet, sind maßhaltig und nicht brennbar. Auch bei der Druckfestigkeit zeigen sich Unterschiede. Porenbeton erreicht meist 2 bis 8 N/mm², Kalksandstein etwa 10 bis 28 N/mm².
| Eigenschaft | Porenbeton | Kalksandstein |
|---|---|---|
| Rohdichte | ca. 0,3 bis 0,8 kg/dm³ | ca. 1,2 bis 2,2 kg/dm³ |
| Wärmedämmung | sehr gut | gering, Außendämmung erforderlich |
| Schallschutz | gut | sehr gut |
| Tragfähigkeit | mittel | hoch |
| Verarbeitung | leicht zuzuschneiden | schwer, häufig mit Versetzgerät |
| Preis pro Planstein | ca. 2 bis 5 € | ca. 2 bis 5 € |
Welcher Stein eignet sich besser für Außenwände?
Die Entscheidung hängt von der gewünschten Bauweise ab. Mit Porenbeton entstehen monolithische Außenwände, sodass keine zusätzliche Fassadendämmung erforderlich ist. Kalksandstein bildet dagegen eine tragende Wand, die außen mit einer Dämmschicht kombiniert wird.
Monolithische Wände aus Porenbeton sind meist 36 bis 48 cm stark und erfüllen aktuelle Anforderungen an die Energieeffizienz ohne Wärmedämmverbundsystem. Dadurch entfällt später auch die Sanierung einer Dämmfassade.
Eine Außenwand aus Kalksandstein mit einer zusätzlichen Dämmschicht erreicht bei geringerer Wandstärke vergleichbare oder sogar bessere Dämmwerte. Gleichzeitig bleibt mehr Wohnfläche erhalten und der Schallschutz gegenüber Straßenlärm fällt durch die höhere Masse günstiger aus.
Welche Lösung besser passt, hängt unter anderem von der Grundstücksgröße, dem verfügbaren Budget und den persönlichen Anforderungen an Schall- und Wärmeschutz ab.
Welche Vorteile bieten die Steine für Innenwände und Keller?
Für tragende Innenwände wird häufig Kalksandstein eingesetzt. Bereits bei schlanken Wandstärken lassen sich hohe Lasten aufnehmen. Gleichzeitig verbessert das Material den Schallschutz zwischen einzelnen Räumen oder Wohnungen.
Nicht tragende Trennwände entstehen häufig aus Porenbeton. Die großformatigen Plansteine lassen sich einfach bearbeiten und bringen vergleichsweise wenig Gewicht auf die Geschossdecke.
Im Keller kommen überwiegend Kalksandstein oder Beton zum Einsatz, da erdberührte Wände hohe Druckbelastungen aufnehmen müssen. Porenbeton kann ebenfalls verwendet werden, benötigt jedoch eine sorgfältig ausgeführte Abdichtung gegen Feuchtigkeit. Welche Bauweise gewählt wird, richtet sich nach den statischen Vorgaben und den örtlichen Bodenverhältnissen.
Wie unterscheiden sich Porenbeton und Kalksandstein bei der Verarbeitung?
Beide Baustoffe werden heute überwiegend mit Dünnbettmörtel verarbeitet. Die dünnen Mörtelfugen reduzieren Wärmeverluste und erleichtern das Vermauern.
Mehr Informationen zum richtigen Anmischen finden Sie im Ratgeber Mörtel mischen.
Porenbeton lässt sich mit einer Handsäge zuschneiden. Auch Schlitze für Leitungen können einfach eingefräst werden. Dadurch eignet sich das Material gut für nicht tragende Innenwände in Eigenleistung.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier: Mauer selbst bauen
Kalksandstein besitzt ein höheres Gewicht. Große Formate werden deshalb häufig mit einem Versetzgerät verarbeitet. Tragende Wände sollten grundsätzlich von einem Fachbetrieb ausgeführt werden, da statische Vorgaben eingehalten werden müssen.
Welche Kosten entstehen?
Die Materialpreise unterscheiden sich kaum. Plansteine kosten meist zwischen 2 und 5 € pro Stück. Für eine fertig gemauerte Wand inklusive Arbeitsleistung fallen je nach Wandart etwa 60 bis 150 € pro m² an.
Den größten Einfluss auf den Gesamtpreis haben die Arbeitskosten. Üblich sind Stundensätze zwischen 45 und 65 €. Bei Kalksandstein können zusätzlich Kosten für ein Versetzgerät entstehen. Bei Porenbeton fallen je nach Bauweise teilweise höhere Ausgaben für Putz oder spezielle Befestigungssysteme an.
Ausführliche Informationen finden Sie hier:
Weshalb werden beide Steine häufig kombiniert?
Viele Neubauten nutzen die Vorteile beider Materialien. Tragende Innenwände entstehen häufig aus Kalksandstein, während für die Außenwände Porenbeton oder Ziegel eingesetzt werden. Dadurch lassen sich Schallschutz, Tragfähigkeit und Wärmedämmung optimal miteinander verbinden.
Auch porosierte Ziegel stellen eine interessante Alternative dar.
Einen Überblick über verschiedene Mauerwerksarten finden Sie hier.
Häufige Fragen zu Porenbeton und Kalksandstein
Ist Porenbeton empfindlich gegenüber Feuchtigkeit?
Porenbeton nimmt aufgrund seiner offenen Poren mehr Wasser auf als Kalksandstein. Während der Bauphase sollten die Steine daher vor Niederschlag geschützt werden. Nach dem Verputzen stellt Feuchtigkeit im normalen Wohnbereich kein Problem dar.
Können schwere Möbel an beiden Steinen befestigt werden?
Ja. Kalksandstein eignet sich hervorragend für herkömmliche Dübel. Bei Porenbeton kommen Spezialdübel oder Injektionssysteme zum Einsatz. Damit lassen sich auch Hängeschränke oder Waschbecken sicher befestigen.
Welcher Stein sorgt für ein angenehmes Raumklima?
Beide Baustoffe bestehen aus mineralischen Rohstoffen und gelten als diffusionsoffen. Kalksandstein speichert aufgrund seiner höheren Masse mehr Wärme und kann Räume im Sommer länger kühl halten. Porenbeton reduziert Temperaturschwankungen durch seine gute Wärmedämmung.
Sind Porenbeton und Kalksandstein feuerfest?
Ja. Beide Baustoffe gehören zu den nicht brennbaren Materialien und erreichen hohe Feuerwiderstandsklassen. Deshalb kommen sie häufig im Wohnungsbau und bei Brandwänden zum Einsatz.
Welcher Stein eignet sich besser für ein KfW-Effizienzhaus?
Beide Baustoffe können die Anforderungen erfüllen. Entscheidend ist das gesamte Energiekonzept des Gebäudes mit Wandaufbau, Dämmung, Fenstern und Haustechnik.
Welcher Stein hält länger?
Sowohl Porenbeton als auch Kalksandstein besitzen bei fachgerechter Ausführung eine sehr lange Lebensdauer von vielen Jahrzehnten. Beide Baustoffe gelten als langlebig und wartungsarm.
Ist Porenbeton oder Kalksandstein nachhaltiger?
Beide Materialien bestehen überwiegend aus mineralischen Rohstoffen und können recycelt werden. Die Umweltbilanz hängt vor allem vom Herstellungsverfahren, den Transportwegen und dem gesamten Gebäude ab.
Kann ich Porenbeton und Kalksandstein miteinander kombinieren?
Ja. Genau diese Kombination wird im Neubau häufig gewählt. Tragende Innenwände bestehen oft aus Kalksandstein, während Außenwände aus Porenbeton oder Ziegeln errichtet werden.
Welcher Stein eignet sich besser für ein Mehrfamilienhaus?
Bei Mehrfamilienhäusern kommt häufig Kalksandstein zum Einsatz, da hohe Lasten aufgenommen werden und ein guter Schallschutz zwischen den Wohnungen erforderlich ist.
Muss Kalksandstein immer gedämmt werden?
Für Außenwände ist in den meisten Fällen eine zusätzliche Wärmedämmung erforderlich, damit die energetischen Anforderungen erfüllt werden. Innenwände benötigen dagegen keine Dämmung.
Welcher Stein ist einfacher zu bearbeiten?
Porenbeton lässt sich mit einfachen Werkzeugen zuschneiden und bearbeiten. Kalksandstein besitzt eine höhere Festigkeit und erfordert bei größeren Formaten häufig technische Hilfsmittel.





