Top view of two western red cedar boards covered with a coat of polyurethane

Rotzedernholz – Eigenschaften und Wissenswertes 

Letzte Aktualisierung am 5. April 2022 von Max Lehmann

Bild von Bert Folsom – stock.adobe.com

Rotzedernholz ist das Holz der westlichen Rotzeder (Western Red Cedar), die in den USA und Kanada beheimatet ist. Der eigentliche Name dieses mit der Zeder nicht eng verwandten Baumes lautet Riesenlebensbaum oder Thuja plicata. Der Name der Pflanze wurde von europäischen Siedlern gewählt, die in dem Holz der Riesenlebensbäume vertraute Eigenschaften der europäischen Zeder erkannten. Rotzedernholz wird auch heute noch von Alaska bis Montana angebaut und als Importholz nach Europa verschifft. Hier findet es dank seiner ausgezeichneten Eigenschaften vielseitige Anwendung. Hier erfahren Sie mehr von den Eigenschaften dieses Holzes, seinen üblichen Anwendungsgebieten und weiteren wissenswerten Details.

Eigenschaften von Rotzedernholz

Wie Zedernholz strahlt das Holz der Rotzeder es einen angenehmen Duft aus, der von dem hohen Gehalt ätherischer Öle im Holz stammt. Diese Öle verbreiten nicht nur Wohlgeruch, sondern geben dem Holz auch eine hohe Resistenz gegenüber Schädlingen, Bakterien und Schimmel. Aus diesem Grund kann das Holz auch ohne Lasur der Witterung ausgesetzt werden und fault auch in feuchten Klimaten nur schwer. Gleichzeitig verformt sich das Holz auch nicht durch erhöhte Luftfeuchtigkeit. Ein weiterer Vorteil von Rotzedernholz ist die schöne Maserung ohne zahlreiche Astlöcher. Das Holz hat einen gelben bis rotbraunen Ton und dunkelt unter Sonneneinfall stark nach, was ihm auch im Alter und ohne Farbe eine edle Optik verleiht.

Auch in der Verarbeitung bringt Rotzedernholz zahlreiche Vorteile mit sich. Es ist exzellent spaltbar, lässt sich gut verkleben und nimmt Holzfarben und Lacke sehr gut auf. Rotzedernholz ist sehr schlecht tränkbar, zum Schutz vor Vergrauen sollte es mit einer Lasur oder einem Klarlack versehen werden. Frisches Rotzedernholz wird natürlich vorgetrocknet und dann intensiv nachgetrocknet und kann dank seiner Struktur auch in großen Stücken diese Vorgänge ohne Spannungsrisse verkraften.

Gewicht frisch (kg/m³) ca. 550
Rohdichte luftgetrocknet (g/cm³) 0,36 – 0,44
Druckfestigkeit (N/mm²) 29-35
Zugfestigkeit (N/mm²) ca. 50
Biegefestigkeit (N/mm²) 48 – 55
Härte (N/mm²) ca. 25
Elastizitätsmodul (N/mm²) 7400 – 8300
Dauerhaftigkeitsklasse 2-3
Härte (JANKA) ⊥, umgerechnet 15 – 2,0 kN
Härte (BRINELL) ⊥ zur Faser u12-15 9 – 10 N/mm²
Differentielles Schwindmaß (radial) 0,07 – 0,09 %
Differentielles Schwindmaß (tangential) 0,20 – 0,24 %
Technische Eigenschaften von Rotzedernholz

Verwendungsbereiche

Durch seine hohe Widerstandskraft gegenüber Schimmel und Feuchtigkeit wird Rotzedernholz sehr gerne im Außenbereich eingesetzt, etwa für Fenster, Schindeln oder Holzfassaden. Hier ist es, solange es mit Abstand zum Boden verbaut wird, auch ohne Holzschutzmittel lange haltbar. Ein Schutzlack verhindert das Ausgrauen, wobei besonders im Fassadenbau eine graue Patina beliebt ist und das Holz sogar vorvergraut angeboten wird, damit Sie nicht lange auf den gewünschten Effekt warten müssen und dieser gleichmäßig auftritt.

Daneben wird Rotzedernholz auch sehr gerne im Innenbereich verwendet. Die hohe Feuchtigkeitsresistenz und der angenehme Geruch machen das Holz zu einem beliebten Werkstoff beim Saunabau, besonders für die Wandverkleidungen. Auch Möbel und Jalousien werden gerne aus Rotzedernholz konstruiert. Abseits vom Hausbau findet das Holz auch beim Bootsbau und für wasserresistente Poller Verwendung.

Weitere wissenswerte Fakten

Ein gutes Austauschholz für die Rotzeder ist das Holz der Chinesischen Spießtanne. Dieses Holz weist sowohl im Aussehen als auch in seinen technischen Eigenschaften große Ähnlichkeit mit Rotzedernholz auf.

Die Inhaltsstoffe des Holzes können mit Eisen in feuchter Umgebung reagieren. Dunkle Korrosionsflecken sind die Folge. Aus diesem Grund sollten keine unbeschichteten Nägel oder Schrauben bei der Verarbeitung des Holzes zum Einsatz kommen.

Ein Nachteil der aromatischen Inhaltsstoffe von Rotzedernholz ist, dass diese bei manchen Menschen bei der Verarbeitung Bronchialasthma oder Dermatitis hervorrufen können. Der verantwortliche Inhaltsstoff ist ß-Thujaplicin. Aus diesem Grund sollte bei der Bearbeitung dieses Holzes geeignete Schutzausrüstung (Atemmaske, Handschuhe und lange Ärmel) getragen werden.

Nicht verwechselt werden sollte das Holz der Rotzeder mit der Eastern Red Cedar (Holz des Virginischen Wacholders). Dieses auch als Bleistiftzeder bekannte Gewächs produziert Holz, das vor allem für das gleichnamige Schreibgerät und Musikinstrumente verwendet wird. Zahlreiche andere amerikanische Baumarten sind auch unter dem Begriff „Cedar“ bekannt, ohne mit der Zeder verwandt zu sein. Sie alle eint der hohe Anteil aromatischer Inhaltsstoffe und der entsprechend typische Geruch bei der Bearbeitung.

Die Western Red Cedar ist eines der wichtigsten Gewächse für die Ureinwohner des amerikanischen Nordwestens. Sie bietet ihnen zahlreiche Ressourcen von Wurzeln zum Korbflechten über kaubares Harz und stabiles Holz bis hin zu den Blättern, die zahlreiche medizinische Anwendungen haben. Die Ureinwohner ernten das Holz in langen Streifen, die sie von lebenden Bäumen abtrennen, ohne dass diese Bäume dauerhaften Schaden nehmen. Auch das Holz gefallener Bäume ist für über 100 Jahre noch für eine Verwendung geeignet – ein klarer Beweis der Feuchtigkeitsresistenz dieser Holzsorte.

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