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Vergrauter Staketenzaun aus gespaltener Kastanie mit Drahtbindung an einem Bauerngarten mit Stockrosen

Was macht einen Staketenzaun aus?

Lesedauer 5 Minuten

Der Staketenzaun besteht aus gespaltenen Holzlatten, die mit verzinktem Draht zu einer Rolle verbunden sind. Aufgestellt wird er zwischen Pfosten, an denen die Drähte befestigt werden. Das Prinzip ist Jahrhunderte alt und in ländlichen Gegenden bis heute verbreitet.

Warum gespalten und nicht gesägt?

Hier liegt der eigentliche Unterschied zu einem gewöhnlichen Lattenzaun. Beim Spalten folgt der Riss dem natürlichen Faserverlauf des Holzes, statt ihn wie beim Sägen zu durchtrennen. Die Oberfläche bleibt geschlossen, Wasser läuft an den Fasern entlang ab und dringt nicht ein.

Das erklärt die Haltbarkeit: Eine gespaltene Kastanienstakete hält 15 bis 25 Jahre im Freien, ohne je gestrichen zu werden.

Der zweite Grund ist der hohe Gerbsäuregehalt der Edelkastanie. Er wirkt wie ein natürliches Schutzmittel gegen Pilze und Insekten, weshalb kein chemischer Holzschutz nötig ist.

Kastanie oder Haselnuss?

EdelkastanieHaselnuss
Haltbarkeit15 bis 25 Jahre8 bis 12 Jahre
Preis je Meter, 1,00 m hoch25 bis 45 €18 bis 30 €
Optikhellbraun, vergraut silbrigrötlich, vergraut dunkler
Verfügbarkeitgut, meist aus Frankreicheingeschränkt

Für dauerhafte Einfriedungen ist Kastanie oder Robinie eine haltbare Option. Haselnuss wird eher für niedrige Beetbegrenzungen und Gestaltungselemente genommen, da diese schneller verrottet.

Wie wird er aufgestellt?

Der Aufbau ist einfacher als bei jedem anderen Holzzaun, weil die Rolle als Ganzes gespannt wird und nichts einzeln montiert werden muss.

  1. Zaunlinie abstecken und die Pfostenpositionen im Abstand von 2,00 bis 2,50 m markieren.
  2. Pfosten setzen. Bei Höhen bis 1,00 m reichen Einschlaghülsen in gewachsenem Boden, darüber sind Punktfundamente die sichere Wahl.
  3. Die Rolle am ersten Pfosten anschlagen: Der äußerste Stakete wird mit Krampen oder Schrauben am Pfosten befestigt, und zwar an jedem Draht.
  4. Rolle entlang der Linie abrollen und dabei leicht auf Spannung halten.
  5. An jedem Pfosten die Drähte festkrampen, an den Endpfosten zusätzlich die letzte Stakete verschrauben.
  6. Überstehende Drahtenden umbiegen, damit niemand sich daran verletzt.

Für 25 m brauchen zwei Personen etwa vier bis sechs Stunden, die Fundamente eingerechnet. Wie diese entstehen, beschreibt Zaunpfosten einbetonieren.

Wofür eignet er sich, wofür nicht?

Seine Stärke ist der naturnahe Garten: Bauerngärten, Obstwiesen, Grundstücke am Ortsrand und überall dort, wo ein anderer Zaun zu modern wirken würde. Auch als Beetbegrenzung und um Hochbeete herum ist er beliebt.

Er ist kein Sichtschutz. Der Abstand zwischen den Staketen beträgt je nach Ausführung 3 bis 8 cm, und blickdicht wird er auch bei engem Stand nicht. Wer Sichtschutz braucht, findet die Alternativen in Preise für Sichtschutzzäune.

Ebenfalls ungeeignet ist er dort, wo eine exakt gerade Linie gefordert ist. Gespaltene Staketen sind unterschiedlich dick und leicht krumm, das gehört zum Charakter. In einer streng gestalteten Vorgartensituation wirkt das schnell unruhig.

Ein Staketenzaun im Bauerngarten

Was kostet er im Vergleich?

Mit 25 bis 45 € je Meter liegt der Kastanienzaun über einem einfachen Lattenzaun, Robinie ist aber noch haltbarer und teurer. Weil die Montage einfacher ist, fällt der Gesamtpreis mit 60 bis 110 € je Meter montiert moderat aus.

Über die Nutzungsdauer wird er günstiger als jeder gestrichene Holzzaun, weil die Pflegekosten entfallen. Wie sich das rechnet, zeigt der Vergleich in Kostenübersicht Holzzaun.

Woher kommt das Holz?

Kastanienstaketenzäune im deutschen Handel stammen überwiegend aus Frankreich, insbesondere aus den Regionen Limousin, Dordogne und dem Zentralmassiv. Dort wird die Edelkastanie seit Jahrhunderten im sogenannten Niederwaldbetrieb bewirtschaftet. Die Bäume werden in regelmäßigen Abständen zurückgeschnitten und treiben anschließend erneut aus. Dieses Verfahren ermöglicht eine nachhaltige Holznutzung, ohne den Baumbestand vollständig zu roden.

Neben der Edelkastanie kommen je nach Hersteller auch Robinie, Haselnuss oder Eiche zum Einsatz. Robinienholz gilt als besonders widerstandsfähig gegenüber Feuchtigkeit und erreicht ohne chemischen Holzschutz eine ähnlich lange Lebensdauer wie Edelkastanie. Haselnuss wird vor allem für leichtere Einfriedungen verwendet, während Eiche durch ihre hohe Festigkeit überzeugt, aufgrund des höheren Gewichts und der aufwendigeren Verarbeitung jedoch seltener angeboten wird.

Wie stark ist das Holz

Da Holz ein Naturprodukt ist, unterscheiden sich die einzelnen Staketen in Form, Stärke und Farbe. Durchmesser zwischen 2 und 5 cm innerhalb einer Zaunrolle sind bei gespaltenen Staketen vollkommen normal und stellen keinen Qualitätsmangel dar. Gerade diese natürliche Optik macht den besonderen Charakter eines Staketenzauns aus.

Wie lange ist die Lieferzeit?

Auch die Verfügbarkeit kann saisonal schwanken. Nach einer hohen Nachfrage oder einer kleineren Holzernte verlängern sich die Lieferzeiten mitunter um mehrere Wochen. Dies betrifft insbesondere hochwertige Edelkastanien- und Robinienzäune.

Auf die Drahtverbindung achten

Nicht nur die Holzqualität entscheidet über die Haltbarkeit eines Staketenzauns. Ebenso wichtig ist die Verbindung der einzelnen Staketen.

Bewährt haben sich verzinkte Drähte mit einem Durchmesser von mindestens 2 mm. Sie halten die Zaunrolle dauerhaft zusammen und widerstehen Wind, Zugkräften und Witterungseinflüssen über viele Jahre.

Sehr preisgünstige Modelle werden teilweise mit dünneren Drahtstärken gefertigt. Dadurch können sich einzelne Verbindungen mit der Zeit lockern oder reißen, obwohl das Holz selbst noch in einem guten Zustand ist. Ein Blick auf die Drahtstärke gehört deshalb ebenso zum Qualitätsvergleich wie die Wahl der passenden Holzart.

Welche Höhe passt zu welchem Zweck?

  • 50 bis 70 cm: Beetbegrenzung, Wegeführung, Abgrenzung im Vorgarten. Rein gestalterisch, hält nichts zurück.
  • 80 bis 100 cm: Der Standard für Grundstücksgrenzen im ländlichen Raum.
  • 120 bis 150 cm: Für größere Hunde und dort, wo der Zaun optisch Präsenz haben soll. Braucht Punktfundamente, weil die Windlast steigt.
  • Über 150 cm: Bei Staketen unüblich, weil das Holz dafür zu dünn wird und die Rolle sich verzieht.

Welche Höhe an Ihrer Grenze zulässig ist, hängt vom Ortsrecht ab. Was dabei zu beachten ist, fasst Zaunrecht an der Grenze zusammen.

Was Sie beim Aufstellen falsch machen können

Schon kleine Fehler bei der Montage können die Stabilität und Lebensdauer eines Staketenzauns beeinträchtigen. Mit einer sorgfältigen Ausführung lassen sich die meisten Probleme von Anfang an vermeiden.

Den Zaun nicht zu stark spannen

Ein Staketenzaun wird beim Aufstellen lediglich leicht straff ausgerichtet. Im Gegensatz zu einem Maschendrahtzaun darf er nicht unter hohe Spannung gesetzt werden. Zu kräftiges Ziehen verändert die Drahtabstände, wodurch sich die einzelnen Staketen verschieben und der Zaun ungleichmäßig wirkt.

Ausreichend Abstand zum Boden einhalten

Zwischen der Unterkante des Zauns und dem Erdreich sollte ein Abstand von 3 bis 5 cm bleiben. So trocknet das Holz nach Regen schneller ab und kommt nicht mit feuchter Erde, Laub oder Schnee in Kontakt. Das reduziert die Feuchtigkeitsbelastung und trägt dazu bei, die Lebensdauer des Zauns zu verlängern.

Die passenden Pfosten auswählen

Pfosten aus Edelkastanie oder Robinie fügen sich optisch harmonisch in einen Staketenzaun ein und bieten ebenfalls eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit. Trotzdem sind sie im direkten Erdkontakt Feuchtigkeit ausgesetzt und altern schneller.

Eine langlebige Alternative sind Pfostenträger auf einem Betonfundament. Das Holz bleibt dabei vom Boden getrennt, Feuchtigkeit kann besser abtrocknen und die gesamte Konstruktion gewinnt an Stabilität. Ein Pfostenträger auf Betonfundament verlängert die Standzeit, wie Kostenübersicht Zaunbau im Materialvergleich zeigt.

Häufige Fragen

Muss ich den Staketenzaun behandeln?

Nein, und Sie sollten es auch nicht. Ein Anstrich verschließt die Oberfläche, unter der Feuchtigkeit dann nicht mehr abtrocknet. Der Zaun vergraut in zwei bis drei Jahren silbrig.

Kann ich ihn am Hang aufstellen?

Ja, das ist eine seiner Stärken. Weil die Rolle beweglich ist, folgt sie dem Gelände, ohne dass Stufen oder Sonderteile nötig wären. Nur die Pfosten stehen lotrecht.

Was mache ich, wenn eine Stakete bricht?

Die Drähte lassen sich an der Stelle aufbiegen, die kaputte Stakete herausziehen und eine Ersatzstakete einsetzen. Ein Bund Ersatzstaketen kostet 20 bis 40 €.

Hält er Hunde zurück?

Bei enger Staketenteilung und ausreichender Höhe ja. Grabende Hunde kommen allerdings darunter durch, weil der Zaun am Boden nicht geschlossen ist. Weitere Möglichkeiten zeigt Übersicht der Zaunarten.

Beitragsbild: Symbolbild, KI generiert
Bild im Text: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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