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Ein Quellstein im Garten.

Was kostet es, einen Brunnen bohren zu lassen?

Lesedauer 5 Minuten

Letzte Aktualisierung am 6. Juli 2026

Ein vom Fachbetrieb gebohrter Gartenbrunnen kostet komplett meist 1.500 bis 5.000 €, abgerechnet werden in der Regel 60 bis 120 € pro Bohrmeter. Deutlich günstiger ist der Rammbrunnen: Er ist inklusive Pumpe schon für 300 bis 1.000 € zu haben und lässt sich bei weichem Boden sogar selbst einschlagen. Wie tief das Grundwasser auf Ihrem Grundstück steht, entscheidet am Ende über den Preis. Dieser Ratgeber zeigt, welche Brunnenart zu Ihrem Garten passt, welche Kosten im Einzelnen anfallen und warum der erste Weg zur unteren Wasserbehörde führen sollte.

Die Brunnenarten und ihre Kosten im Überblick

Drei Brunnenarten kommen für Privatgrundstücke infrage: Der Rammbrunnen kostet komplett 300 bis 1.000 €, der Bohrbrunnen liegt mit 1.500 bis 5.000 € deutlich darüber, und der gemauerte Schachtbrunnen wird heute kaum noch neu gebaut, weil er aufwendig und teuer ist.

BrunnenartKostenEignung
Rammbrunnen (Schlagbrunnen)300 bis 1.000 € komplettbis ca. 7 m Grundwassertiefe, für geübte Heimwerker machbar
Bohrbrunnen60 bis 120 € pro Bohrmeter, komplett meist 1.500 bis 5.000 €größere Tiefen, dauerhafte Gartenbewässerung
Schachtbrunnenindividuell kalkuliert, deutlich teurer als ein Bohrbrunnenheute selten, vor allem bei historischen Anlagen

Beim Rammbrunnen wird ein Stahlrohr mit Rammspitze und Filter in den Boden getrieben. Das funktioniert nur bis etwa 7 m Tiefe, und die Filterstrecke setzt sich nach einigen Jahren zu. Der Bohrbrunnen wird maschinell gebohrt, mit einer Kiesschüttung ummantelt und sauber verrohrt: Er erschließt auch tiefe Grundwasserleiter und hält bei guter Ausführung mehrere Jahrzehnte. Der Schachtbrunnen, also der klassische gemauerte Brunnen mit großem Durchmesser, spielt für neue Gartenprojekte praktisch keine Rolle mehr und wird fast nur noch saniert statt neu gebaut.

Für die Wahl heißt das: Wer nur Beete und Rasen sprengen will und Grundwasser in wenigen Metern Tiefe hat, fährt mit dem Rammbrunnen günstig. Wer dauerhaft große Flächen bewässern oder ein Hauswasserwerk anschließen möchte, investiert besser gleich in den langlebigeren Bohrbrunnen.

Welche Faktoren treiben die Kosten in die Höhe?

Der mit Abstand größte Kostenfaktor ist die Grundwassertiefe, denn jeder zusätzliche Bohrmeter schlägt mit 60 bis 120 € zu Buche. Liegt das Wasser bei 8 m, kostet die reine Bohrung rund 500 bis 1.000 €; bei 20 m sind es bereits 1.200 bis 2.400 €. Daneben bestimmen drei weitere Punkte den Endpreis:

  • Bodenklasse: Sandige Böden lassen sich zügig durchbohren. Lehm, Geröll oder Felsschichten verlangsamen die Arbeit und erhöhen den Meterpreis. Ein schwerer Lehmboden verteuert übrigens nicht nur die Bohrung, er begünstigt auch Staunässe im Garten.
  • Zuwegung: Das Bohrgerät muss an die Bohrstelle gelangen. Bei enger Bebauung oder schmalen Gartentoren kommt kleineres Gerät zum Einsatz, das länger braucht und die Arbeitskosten erhöht.
  • Pumpe und Zubehör: Eine einfache Gartenpumpe kostet 100 bis 400 €, ein Hauswasserwerk 200 bis 600 € und eine Tiefbrunnenpumpe für größere Tiefen 300 bis 800 €. Dazu kommen Saugschlauch, Rückschlagventil und gegebenenfalls ein kleiner Brunnenschacht.

Achten Sie beim Angebot genau darauf, was der Komplettpreis enthält. Seriöse Brunnenbauer führen Bohrung, Verrohrung, Filterkies, Brunnenkopf und das abschließende Klarpumpen einzeln auf. Steht im Angebot nur ein Meterpreis, kommen die Ausbaukosten später obendrauf, und aus dem vermeintlich günstigsten Angebot wird am Ende das teuerste.

Planen Sie außerdem ein paar Meter Reserve ein. Sinkt der Grundwasserspiegel in trockenen Sommern, fördert ein knapp bemessener Brunnen kein Wasser mehr. Was Sie in diesem Fall tun können, lesen Sie im Beitrag Brunnen trocken.

Brauchen Sie eine Genehmigung für den Brunnen?

Ja, um die untere Wasserbehörde kommen Sie nicht herum: Ein Gartenbrunnen ist dort mindestens anzeigepflichtig, viele Kommunen verlangen darüber hinaus eine Genehmigung. Wer das Wasser als Trinkwasser nutzen will, braucht immer eine Genehmigung, zusätzlich prüft das Gesundheitsamt die Wasserqualität in regelmäßigen Abständen.

Für die Anzeige genügen in der Regel ein Lageplan mit dem geplanten Standort, Angaben zur Bohrtiefe und der Verwendungszweck. Viele Kommunen stellen dafür einfache Formulare bereit, teils fallen geringe Gebühren an.

Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Bundesland und Kommune erheblich, pauschale Aussagen helfen hier nicht weiter. Fragen Sie deshalb vor der ersten Bohrung bei der unteren Wasserbehörde Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt an. Dort erfahren Sie auch, ob Ihr Grundstück in einem Wasserschutzgebiet liegt: Dann gelten strengere Auflagen, und eine Bohrung kann sogar untersagt werden. Wer ohne Anzeige bohrt, riskiert ein Bußgeld und im schlimmsten Fall den Rückbau des Brunnens. Die Anfrage selbst kostet wenig Zeit und schafft Planungssicherheit für das gesamte Projekt.

Wann rechnet sich der eigene Brunnen?

Bei regelmäßiger Gartenbewässerung amortisiert sich ein Rammbrunnen oft schon nach zwei bis drei Sommern. Die Rechnung dahinter: Trinkwasser kostet inklusive Abwassergebühr je nach Kommune meist 4 bis 6 € pro m³. Ein 500 m² großer Garten verbraucht in einem trockenen Sommer schnell 50 bis 80 m³ Gießwasser, das sind 200 bis 480 € pro Jahr.

Ein Gartenwasserzähler senkt diese Kosten, weil für das Gießwasser die Abwassergebühr entfällt. Er kostet allerdings Anschaffung, Einbau und den turnusmäßigen Austausch alle paar Jahre. Mit einem eigenen Brunnen zahlen Sie dagegen nur noch den Pumpenstrom. Ein Rechenbeispiel: Bei 60 m³ Jahresverbrauch und 4,50 € pro m³ spart der Brunnen rund 270 € pro Jahr. Ein Rammbrunnen für 800 € ist damit nach drei Sommern bezahlt, ein Bohrbrunnen für 3.000 € nach gut elf Jahren; bei großen Gärten mit höherem Verbrauch geht beides deutlich schneller.

Rechnen Sie die Investition am besten im Rahmen Ihrer gesamten Grundstückskosten durch: Wiederkehrende Posten wie der Baumschnitt oder der Winterdienst belasten das Budget jedes Jahr aufs Neue, während einmalige Projekte wie der Zaunbau oder eben der Brunnen den Nutzwert des Grundstücks dauerhaft erhöhen.

Rammbrunnen selbst schlagen oder bohren lassen?

Einen Rammbrunnen können geübte Heimwerker mit gemieteter Ramme selbst einschlagen, der Bohrbrunnen gehört dagegen in die Hände eines Fachbetriebs. Für den Eigenbau sprechen die überschaubaren Kosten: Rammfilter, Rohre, Handpumpe oder Elektropumpe und die Werkzeugmiete summieren sich auf etwa 300 bis 600 €. Voraussetzung ist ein sandiger, steinarmer Boden und ein Grundwasserspiegel von höchstens 7 m Tiefe.

Der Eigenbau hat allerdings Grenzen. Trifft die Rammspitze auf große Steine, ist der Versuch verloren, und Sie beginnen an anderer Stelle von vorn. Der Fachbetrieb klärt vorab die Grundwasserverhältnisse, wählt die passende Filterstrecke und dichtet die Bohrung fachgerecht ab. Das schützt nicht nur Ihre Investition: Eine unsachgemäß abgedichtete Bohrung kann Schmutzwasser in den Grundwasserleiter eintragen und damit auch die Brunnen der Nachbarschaft beeinträchtigen. Holen Sie am besten zwei bis drei Angebote von Brunnenbauern ein und vergleichen Sie Meterpreis, Ausbau und die enthaltene Pumpentechnik. Ein Mittelweg ist ebenfalls möglich: Manche Betriebe übernehmen nur die Bohrung und überlassen Ihnen den Anschluss von Pumpe und Bewässerung, das drückt den Preis, ohne die kritische Bohrarbeit zu riskieren.

Schwengelpumpe an einem selbst gebauten Brunnen
Eine alte Schwengelpumpe im Garten

Häufige Fragen zu den Brunnenkosten

Wie tief muss der Brunnen sein?

Der Brunnen muss einige Meter in die wasserführende Schicht hineinreichen, damit die Pumpe auch bei schwankendem Grundwasserspiegel sicher fördert. In vielen Wohngebieten liegt das Grundwasser 5 bis 15 m tief. Auskunft geben die untere Wasserbehörde, örtliche Brunnenbauer oder Nachbarn, die bereits einen Brunnen betreiben. Verlassen Sie sich nicht auf Schätzwerte aus dem Internet, denn selbst innerhalb einer Straße kann der Wasserstand spürbar schwanken.

Was kostet ein Brunnen für die Gartenbewässerung?

Für die reine Gartenbewässerung reicht oft ein Rammbrunnen für 300 bis 1.000 €. Ein gebohrter Brunnen inklusive Pumpe und Zubehör kostet je nach Tiefe meist 2.000 bis 5.500 €. Ab etwa 7 m Grundwassertiefe führt allerdings kein Weg am Bohrbrunnen vorbei.

Ist der Gartenbrunnen genehmigungspflichtig?

Mindestens anzeigepflichtig ist er immer: Melden Sie die Bohrung vorab bei der unteren Wasserbehörde. Je nach Kommune ist zusätzlich eine Genehmigung nötig, in Wasserschutzgebieten gelten Sonderregeln. Für die Nutzung als Trinkwasser brauchen Sie in jedem Fall eine Genehmigung und die Freigabe durch das Gesundheitsamt.

Wie lange dauert eine Brunnenbohrung?

Ein Bohrbrunnen im Garten ist je nach Tiefe und Boden meist in ein bis drei Arbeitstagen fertig, inklusive Verrohrung und Pumpeninstallation. Einen Rammbrunnen schlagen geübte Handwerker bei günstigem Untergrund an einem Tag. Das anschließende Klarpumpen des Brunnens dauert noch einige Stunden, bis das Wasser sandfrei aus der Leitung kommt.

Was kostet das Wasser aus dem eigenen Brunnen?

Nach der Bohrung zahlen Sie nur noch den Strom für die Pumpe, je nach Modell umgerechnet etwa 10 bis 20 Cent pro m³. Zum Vergleich: Aus der Leitung kostet derselbe m³ mit Abwassergebühr meist 4 bis 6 €. Gelegentliche Wartung und irgendwann ein Pumpentausch kommen hinzu.

Bilderquellen: RS.Foto/stock.adobe.com

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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