Ein Kamin hat zahlreiche Vorzüge. Viele Hausbesitzer entscheiden sich deshalb dafür, einen Kamin nachrüsten zu lassen. Beim Einbau kommen allerdings einige Kosten auf sie zu. Hier erfahren Sie, welche Ausgaben anfallen und wie sie sich auf Materialkosten, Einbaukosten und laufende Kosten aufteilen. Außerdem erfahren Sie, welche Fördermöglichkeiten es gibt.
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Rechnen Sie für einen Kaminofen mit Kosten von etwa 1.550 bis 4.750 Euro, wenn im Haus bereits ein geeigneter Schornstein mit passendem Anschluss vorhanden ist. Die Spanne gilt als grober Richtwert für Öfen mit etwa 5 bis 8 kW Nennwärmeleistung – vom einfachen Stahlofen bis zum Speicherofen. Eingerechnet sind der Ofen, das Ofenrohr, eine Funkenschutzplatte, die Montage durch einen Fachbetrieb und die Abnahme beziehungsweise Prüfung durch den zuständigen Bezirksschornsteinfeger. Je nach örtlicher Situation können weitere Kosten für Transport, Anfahrt oder eine Schornsteinberechnung hinzukommen.
Fehlt ein geeigneter Schornstein, kommt beispielsweise ein Edelstahlschornstein an der Außenwand infrage. Ein Bausatz für eine Höhe von 6 bis 10 m kann etwa 1.450 bis 2.150 Euro kosten. Die Montage, die Kernbohrung durch die Außenwand und gegebenenfalls erforderliche Gerüstkosten sind darin nicht enthalten.
Ein Heizkamin kostet beim Ofenbauer ab etwa 5.000 Euro. Arbeiten am Schornstein und die Abnahme können zusätzlich berechnet werden. Für einen Kachelofen sollten Sie je nach Ausführung und Ausstattung mit ungefähr 7.000 bis 30.000 Euro rechnen. Auch hier können Kosten für den Schornstein hinzukommen.
Auch wenn die Montagekosten einen beträchtlichen Teil der Gesamtkosten ausmachen können, ist es keine gute Idee, selbst Hand anzulegen. Bei einem unsachgemäßen Einbau besteht Brandgefahr. Fehler bei der Abgasführung können außerdem dazu führen, dass Rauchgase oder Kohlenmonoxid in den Wohnraum gelangen. Mängel können Nachbesserungen und zusätzliche Kosten verursachen. Vor der ersten Inbetriebnahme muss die Feuerstätte vom zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger überprüft werden. Bei Beanstandungen kann die Inbetriebnahme zunächst untersagt werden. Am Ende ist es deshalb meist sicherer, einen Fachbetrieb für Kamin- und Ofenbau zu beauftragen, der das notwendige Werkzeug und Fachwissen mitbringt.
Kosten im Überblick
Die Kosten für den Einbau eines Kamins richten sich sowohl nach den örtlichen Gegebenheiten als auch nach der gewünschten Ausführung. Ein Kaminofen lässt sich meist günstiger installieren, wenn bereits ein geeigneter Schornstein vorhanden ist. Muss dagegen ein neuer Außen- oder Innenschornstein eingebaut werden, steigen die Kosten. Auch bei der Auswahl des Ofens gibt es Preisunterschiede. Bei hochwertigen Speicheröfen, Kachelöfen und individuell geplanten Heizkaminen können die Ausgaben deutlich höher ausfallen.
Die folgenden Werte dienen als grobe Orientierung. Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem vom Modell, vom baulichen Aufwand und von den erforderlichen Arbeiten ab. Einen genaueren Überblick erhalten Sie durch ein individuelles Angebot.
Die Tabelle zeigt beispielhafte Kosten für drei Kaminarten. Die Beträge sind nicht mit den Kosten für einen einfachen Kaminofen gleichzusetzen: Bei gemauerten und wasserführenden Varianten können zusätzliche Arbeiten und technische Komponenten notwendig sein.
| Kaminart | Materialkosten (€) | Montagekosten (€) |
|---|---|---|
| Schwedenofen beziehungsweise Kaminofen | 1.250–1.750 | 600–750 |
| Gemauerter Heizkamin | 2.700–3.700 | 3.000–3.500 |
| Wasserführender Kaminofen | 1.300–1.800 | 3.000–3.500 |
Die Werte sind unverbindliche Richtwerte. Je nach Ausführung können insbesondere Schornstein, Pufferspeicher, Leitungen und Anschluss an die Heizungsanlage weitere Kosten verursachen.
Materialkosten
Der größte Posten der Materialkosten ist meist der Kamin selbst. Dabei gibt es erhebliche Preisunterschiede. Günstige Kaminöfen bestehen häufig aus Stahl oder Gusseisen und besitzen eine Sichtscheibe. Teurer sind Speicheröfen, gemauerte Heizkamine und Kachelöfen, bei denen zusätzliche Materialien und mehr Arbeitsaufwand erforderlich sind.
Wasserführende Kaminöfen geben einen Teil ihrer Wärme über einen Wärmetauscher an das Heizungswasser ab. Für den Anschluss an die Heizungsanlage werden zusätzliche Komponenten benötigt. Dazu gehören je nach Ausführung Leitungen, Sicherheitseinrichtungen und ein Pufferspeicher. Ein Designofen kann je nach Material, Gestaltung und Ausstattung ebenfalls deutlich mehr kosten als ein einfaches Modell.
| Kaminart | Preis (€) |
|---|---|
| Einfacher Kaminofen | 500–1.000 |
| Gemauerter Heizkamin | 1.000–2.000 |
| Wasserführender Kaminofen mit Pufferspeicher | ab etwa 1.500–2.000, je nach Ausführung auch mehr |
| Designofen | bis etwa 5.000 oder mehr |
Materialkosten für verschiedene Kaminarten: Die Preise sind Orientierungswerte. Bei gemauerten Heizkaminen und wasserführenden Öfen hängt der Materialbedarf stark von der konkreten Ausführung ab. Die Preise für einen Pufferspeicher und weitere Heizungsbauteile sind nicht bei jedem Angebot enthalten.
Daneben fallen Materialkosten für den Abgasweg an. Ist ein geeigneter Schornstein vorhanden, können die Ausgaben dafür geringer ausfallen. Bei einem Außenrohr oder einem neuen Schornstein im Gebäude kommen weitere Kosten hinzu. Je nach Schornsteinart werden zusätzliche Bauteile, eine Verkleidung oder geeignete Zugangsmöglichkeiten für die Schornsteinreinigung benötigt.
Zum Kamin gehört außerdem eine Boden- beziehungsweise Funkenschutzplatte, sofern der Bodenbelag und die Aufstellbedingungen dies erfordern. Kaminbesteck und ein Holzregal sind weitere mögliche Ausgaben.
| Posten | Preis (€) |
|---|---|
| Edelstahlschornstein für die Außenwand | 400–600 |
| Leichtbauschornstein | 800–2.000 |
| Funkenschutzplatte | ab etwa 100 |
| Kaminholzregal | 25–100 |
| Kaminbesteck | 20–70 |
Materialkosten für Abgasführung und Zubehör: Die Preise sind grobe Richtwerte. Bei Schornsteinen können Höhe, Durchmesser, Material und bauliche Gegebenheiten die Kosten beeinflussen. Montage und notwendige Wand- oder Dachdurchführungen sind nicht automatisch im Materialpreis enthalten.
Montagekosten
Für die Montage müssen ebenfalls einige Kosten eingeplant werden. Der Aufwand hängt vor allem davon ab, ob ein geeigneter Schornstein vorhanden ist oder neu eingebaut werden muss. Ein Anschluss an einen bestehenden Schornstein ist meist günstiger als die Montage eines Außenrohrs. Ein neuer Schornstein im Gebäude verursacht zusätzliche Arbeiten an Decken und Dach und kann deshalb wesentlich teurer ausfallen.
| Arbeit | Preis (€) |
|---|---|
| Anschluss an einen bestehenden Schornstein | ab etwa 200 |
| Montage eines Edelstahl-Außenschornsteins | ab etwa 400 |
| Kernbohrung für ein Außenrohr | ab etwa 150 |
| Einbau eines Leichtbauschornsteins | ab etwa 3.000 |
Mögliche Montagekosten für die Abgasführung: Die tatsächlichen Kosten hängen von den örtlichen Gegebenheiten und dem Leistungsumfang ab. Vorhandene Anschlüsse müssen geeignet sein. Ob der Schornstein zum geplanten Ofen passt, muss vor dem Einbau geprüft werden.
Bei einer wasserführenden Kaminanlage entstehen weitere Montagekosten. Dazu zählen die Installation der Leitungen, der Einbau eines Pufferspeichers und der Anschluss an die Heizungsanlage. Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt von der vorhandenen Heizung und dem erforderlichen technischen Aufwand ab. Ob sich die Investition durch geringere Heizkosten rechnet, hängt unter anderem von der Nutzung, dem Holzpreis und dem Wirkungsgrad der Anlage ab.
Für die Prüfung durch den zuständigen Bezirksschornsteinfeger sollten Sie ebenfalls einen Betrag einplanen. Die Kosten richten sich nach den erforderlichen Arbeiten und den geltenden Gebührenregelungen.
Wartungs- und Betriebskosten
Ein Kamin verursacht nicht nur einmalige Kosten für die Anschaffung und den Einbau, sondern auch laufende Ausgaben. Dazu gehören vor allem Brennstoff, Schornsteinreinigung und gegebenenfalls Wartungsarbeiten. Die Kosten für Brennholz hängen vom Nutzungsverhalten, der Holzart, der Restfeuchte und dem regionalen Preis ab.
Bei gelegentlicher Nutzung als zusätzliche Wärmequelle fallen geringere Brennstoffkosten an als beim regelmäßigen Heizen. Für ein gelegentliches Kaminfeuer können etwa 50 bis 100 Euro pro Jahr für Brennholz ausreichen. Wird ein Einfamilienhaus regelmäßig mit Holzbriketts beheizt, können sich die jährlichen Brennstoffkosten auf etwa 1.200 Euro oder mehr belaufen. Diese Beträge sind nur grobe Beispiele. Der tatsächliche Bedarf hängt unter anderem von der beheizten Fläche, dem Wärmebedarf des Hauses und der Zahl der Betriebsstunden ab.
Ein Kaminofen benötigt außerdem regelmäßige Pflege. Die Sichtscheibe, der Brennraum und die Aschelade können entsprechend der Herstellerangaben gereinigt werden. Die Asche darf erst entsorgt werden, wenn sie vollständig abgekühlt ist. Je nach Feuerstätte können darüber hinaus Wartungsarbeiten erforderlich sein.
Der zuständige Bezirksschornsteinfeger kontrolliert die Feuerstätte und reinigt den Schornstein entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und der festgelegten Kehr- und Überprüfungsordnung. Eine regelmäßige Abgasmessung ist jedoch nicht bei jedem Kaminofen vorgeschrieben. Die Messpflicht hängt unter anderem von der Art und Leistung der Feuerstätte ab. Einzelraumfeuerstätten wie gewöhnliche Kaminöfen unterliegen anderen Anforderungen als zentrale Heizkessel.
Als grobe Orientierung können für Schornsteinfegerarbeiten bei einem gelegentlich genutzten Kamin etwa 50 bis 100 Euro pro Jahr anfallen. Bei größerem Aufwand oder zusätzlichen Arbeiten können die Kosten höher liegen. Welche Leistungen tatsächlich erforderlich sind, erfahren Sie beim zuständigen Bezirksschornsteinfeger.
Förderung
Ob sich der Einbau eines Kamins fördern lässt, hängt davon ab, um welche Art von Feuerstätte es sich handelt und welche Funktion sie im Gebäude übernimmt. Ein gewöhnlicher Kaminofen, der hauptsächlich einen einzelnen Raum beheizt, wird nicht allein aufgrund seines Holzfeuers staatlich gefördert. Das gilt auch dann, wenn das Gerät mit Holzpellets betrieben wird.
Anders sieht es bei förderfähigen Biomasseheizungen aus, die als Heizungsanlage das Gebäude mit Wärme versorgen. Für solche Anlagen kann die Heizungsförderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) infrage kommen. Das frühere BAFA-Förderprogramm für den Einbau einer Biomasseheizung ist nicht mehr die richtige Anlaufstelle für diese Heizungsförderung.
Wann ist eine Förderung möglich?
Über das KfW-Programm zur Heizungsförderung können unter bestimmten Voraussetzungen der Kauf und Einbau einer förderfähigen Biomasseheizung unterstützt werden. Entscheidend ist, dass die Anlage die technischen Anforderungen erfüllt und als förderfähige Heizungsanlage eingestuft wird. Ein einzelner Kaminofen oder ein wasserführender Kaminofen ist nicht automatisch förderfähig.
Zu den wichtigen Voraussetzungen gehören unter anderem:
- Es handelt sich um ein bestehendes Wohngebäude, dessen Bauantrag oder Bauanzeige zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt.
- Die Anlage erfüllt die technischen Anforderungen des Förderprogramms.
- Die Heizungsanlage wird durch einen Fachbetrieb eingebaut.
- Die Heizungsanlage wird mit einer Optimierung des Heizungsverteilungssystems verbunden. Dazu gehört je nach Fall ein hydraulischer Abgleich.
- Der Antrag wird nach den geltenden Vorgaben gestellt. Die erforderlichen Schritte müssen rechtzeitig vor Beginn der Arbeiten erledigt werden.
Welche Förderhöhe möglich ist, hängt von den aktuellen Förderbedingungen, der Antragstellergruppe und gegebenenfalls weiteren Boni ab. Die KfW nennt für das Programm 458 grundsätzlich Fördersätze zwischen 30 und 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Daraus folgt jedoch nicht, dass diese Förderung für jeden Kamin oder Kaminofen zur Verfügung steht. Die Förderfähigkeit muss für die konkrete Anlage geprüft werden.
Informationen zu den aktuellen Voraussetzungen finden Sie auf der KfW-Seite zur Heizungsförderung für Privatpersonen. Lassen Sie vor der Beauftragung prüfen, ob die geplante Anlage förderfähig ist und welche Nachweise erforderlich sind. Ein Heizungsfachbetrieb oder eine Energieeffizienz-Expertin beziehungsweise ein Energieeffizienz-Experte kann Sie dabei unterstützen.
Brennstoffe
Für Kaminöfen kommen unterschiedliche Brennstoffe infrage. Welche verwendet werden dürfen, hängt von der Bauart und den Herstellerangaben ab. Übliche Brennstoffe sind naturbelassenes, ausreichend trockenes Scheitholz, zugelassene Holzbriketts und bei dafür vorgesehenen Geräten Holzpellets.
Der Heizwert hängt unter anderem von Holzart und Feuchtigkeit ab. Trockenes Holz enthält bezogen auf das Gewicht weniger nutzloses Wasser als feuchtes Holz und lässt sich deshalb effizienter verbrennen. Frisch geschlagenes Holz muss vor der Verwendung ausreichend trocknen. Die zulässigen Feuchtewerte und die geeignete Lagerung sollten beachtet werden.
Nicht jeder Ofen ist für jeden Brennstoff ausgelegt. Verwenden Sie nur Brennstoffe, die laut Hersteller für das jeweilige Gerät vorgesehen sind. Abfälle, behandeltes Holz und andere ungeeignete Materialien gehören nicht in den Kamin. Sie können Schadstoffe freisetzen und die Feuerstätte beschädigen.
Sicherheit
Ein Kamin sollte auf einem geeigneten, nicht brennbaren Untergrund stehen. Zu brennbaren Gegenständen wie Gardinen, Möbeln, Büchern oder Teppichen müssen die vom Hersteller vorgegebenen Sicherheitsabstände eingehalten werden. Ob eine Funkenschutzplatte erforderlich ist und welche Abmessungen sie haben muss, hängt unter anderem von der Feuerstätte und dem Bodenbelag ab.
Bei einem bestehenden Schornstein muss geprüft werden, ob dieser für den geplanten Kamin geeignet ist. Dazu gehören beispielsweise der passende Querschnitt, die Höhe und der Zustand des Schornsteins. Wird ein Außenrohr eingebaut, müssen die Wanddurchführung und die Befestigung fachgerecht ausgeführt werden. Vor dem Kauf des Ofens sollte deshalb geklärt werden, welche Abgasführung möglich ist.
Auch erfahrene Heimwerker sollten den Einbau eines Kamins nicht ohne fachliche Planung angehen. Fehler bei der Verbrennungsluftversorgung oder der Abgasführung können dazu führen, dass sich gefährliche Rauchgase im Wohnraum sammeln. Kohlenmonoxid ist geruchlos und kann bereits in geringer Konzentration gesundheitsschädlich sein. Ein Kohlenmonoxidmelder kann zusätzlichen Schutz bieten, ersetzt aber weder die fachgerechte Montage noch die vorgeschriebenen Prüfungen.
Lassen Sie die Feuerstätte vor der ersten Nutzung durch den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger prüfen. Beachten Sie außerdem die Bedienungs- und Wartungshinweise des Herstellers. So schaffen Sie die Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb und können die Wärme des Kaminfeuers genießen.
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