Zwischen 3.000 und 8.000 € kostet ein neu gemauerter Schornstein inklusive Material und Arbeitslohn. Wer nur eine Abgasführung für einen Kaminofen braucht, kommt mit einem außen montierten Edelstahlschornstein für 1.500 bis 4.000 € meist günstiger weg. Die endgültige Summe hängt vor allem von der Höhe, der Anzahl der Züge und den nötigen Durchbrüchen ab. Hier erfahren Sie, welche Bauweise sich wann rentiert, wie Sie realistisch kalkulieren und warum Sie den Schornsteinfeger von Anfang an einplanen sollten.
Die drei gängigen Bauweisen im Kostenvergleich
Für den Neubau eines Schornsteins stehen drei Bauweisen zur Wahl, deren Kosten sich unterscheiden. Der gemauerte Schornstein ist die teuerste, aber auch langlebigste Lösung, während der Edelstahlschornstein an der Außenwand mit dem geringsten Aufwand montiert ist.
| Bauweise | Merkmale | Kosten inklusive Montage |
|---|---|---|
| Gemauerter Schornstein | massiv, sehr langlebig, im Haus geführt | 3.000 bis 8.000 € |
| Edelstahlschornstein außen | schnelle Montage an der Fassade, geringes Gewicht | 1.500 bis 4.000 € |
| Leichtbauschornstein | Fertigelemente für den Innenbereich, gut zum Nachrüsten | 2.000 bis 4.500 € |
Ein gemauerter Schornstein fügt sich optisch in das Haus ein und kann mehrere Feuerstätten aufnehmen. Der Leichtbauschornstein aus vorgefertigten Elementen liegt preislich dazwischen und lässt sich ohne schweres Gerät durch die Geschosse führen. Beim Arbeitslohn kalkulieren Sie mit dem üblichen Stundensatz eines Maurers von 45 bis 65 €, abgerechnet wird der Neubau aber meistens als Pauschale.
Der gemauerte Schornstein macht vor allem im Neubau Sinn, wenn er von Anfang an eingeplant wird, wenn mehrere Feuerstätten angeschlossen werden sollen oder wenn der Kamin sichtbarer Teil der Architektur ist. Beim nachträglichen Einbau in ein bewohntes Haus sprechen der Schmutz und die vielen Durchbrüche dagegen meist für die Edelstahlvariante an der Fassade.
Diese Faktoren treiben den Preis nach oben
Die Höhe des Schornsteins und die Anzahl der Züge sind die beiden größten Kostenfaktoren. Jeder zusätzliche Meter bedeutet mehr Material, mehr Arbeitszeit und häufig einen weiteren Deckendurchbruch. Ein zweizügiger Schornstein, der zwei Feuerstätten getrennt versorgt, verteuert den Neubau um etwa 30 bis 50 %.
- Höhe: Ein Schornstein über zwei Geschosse mit Dachdurchführung ist viel aufwendiger als eine kurze Außenlösung am Bungalow.
- Durchbrüche: Jede Geschossdecke und die Dachhaut müssen geöffnet, eingefasst und wieder plan abgedichtet werden.
- Gerüst: Für die Arbeiten am Schornsteinkopf über dem Dach ist ein Gerüst oder eine Absturzsicherung nötig.
- Fundament: Ein massiv gemauerter Schornstein braucht am Fußpunkt eine tragfähige Gründung, die beim Nachrüsten oft erst geschaffen werden muss.
Ein Kostenbeispiel macht die Kalkulation greifbar: Bei einem einzügigen, rund 7 m hohen gemauerten Schornstein über zwei Geschosse entfällt etwa ein Drittel der Kosten auf das Material und zwei Drittel auf die Arbeitszeit samt Durchbrüchen und Dachdurchführung. Mit Gerüst und Abnahme landen Sie in diesem Fall realistisch bei 4.500 bis 6.500 € und damit im mittleren Bereich der Gesamtspanne.
Die Abnahme durch den Schornsteinfeger ist Pflicht
Bevor Sie die erste Feuerstätte anschließen dürfen, muss der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger den neuen Schornstein abnehmen. Binden Sie ihn deshalb schon in die Planung ein: Er beurteilt Querschnitt, Höhe und Lage der Mündung und erspart Ihnen damit teure Nachbesserungen nach dem Bau. Viele Bezirksschornsteinfeger bieten diese Vorabberatung im Rahmen ohnehin anstehender Termine an; das Gespräch ist gut investierte Zeit.
Die Gebühren für die Abnahme und die wiederkehrenden Prüfungen sind im Vergleich zu den Baukosten überschaubar; eine Übersicht bietet der Ratgeber zu den Kosten für den Schornsteinfeger. Ob für den Neubau eine Baugenehmigung oder eine Anzeige beim Bauamt nötig ist, regelt jedes Bundesland unterschiedlich. Fragen Sie daher frühzeitig beim örtlichen Bauamt nach, bevor der erste Stein gesetzt wird.
Einen Schornstein für den Kaminofen nachrüsten
Für die Nachrüstung in einem bestehenden Haus ist der außen geführte Edelstahlschornstein fast immer die wirtschaftlichste Lösung. Statt Decken und Dach zu öffnen, wird lediglich ein Wanddurchbruch für das Verbindungsstück gesetzt, danach werden die Edelstahlelemente an der Fassade verankert. Mit 1.500 bis 4.000 € bleibt die Nachrüstung damit meist unter den Kosten eines gemauerten Zuges. Welche Varianten es gibt und wie der Einbau im Detail abläuft, zeigt unser Beitrag zum Nachrüsten eines Schornsteins.
Soll der neue Zug dagegen unsichtbar im Haus verlaufen, ist der Leichtbauschornstein die passende Nachrüstlösung: Seine Fertigelemente wiegen wenig, brauchen kein eigenes Fundament und lassen sich in einem Schacht oder einer Wandnische unterbringen. Dafür sind Durchbrüche durch Decken und Dach nötig, was die Montagezeit gegenüber der Außenlösung um einiges verlängert.
Die Sanierung als Alternative zum Neubau
Ist bereits ein alter Schornstein vorhanden, muss er oft gar nicht neu gemauert werden. Versottete oder zu groß dimensionierte Züge lassen sich in vielen Fällen mit einem eingezogenen Edelstahlrohr wieder nutzbar machen, was auf jeden Fall günstiger ist als ein Abriss und ein Neubau. Die Preisspannen dafür finden Sie im Ratgeber zu den Kosten der Schornsteinsanierung. Geht es nur um die Optik eines verwitterten Schornsteinkopfes, reicht häufig schon eine neue Verkleidung; die Möglichkeiten und Preise zeigt der Beitrag Schornstein verkleiden.
Ein dauerhaft stillgelegter Zug muss übrigens nicht abgerissen werden: Viele Eigentümer nutzen ihn später als Installationsschacht für Lüftungs- oder Kabelwege. Lassen Sie die Stilllegung aber vom Schornsteinfeger dokumentieren, damit der Zug nicht versehentlich wieder mit einer Feuerstätte belegt wird.
Wichtige Fragen und Antworten zum Schornsteinbau
Darf ich einen Schornstein selbst mauern?
Rechtlich spricht wenig dagegen, praktisch ist davon abzuraten. Ein Schornstein muss dicht, feuerbeständig und statisch einwandfrei sein, und der Bezirksschornsteinfeger nimmt nur ein mangelfreies Bauwerk ab. Scheitert die Abnahme, dürfen Sie keine Feuerstätte anschließen und zahlen die Nachbesserung durch den Fachbetrieb obendrauf.
Wie lange dauert es, einen Schornstein zu mauern?
Für einen gemauerten Schornstein über zwei Geschosse benötigt ein eingespieltes Team ungefähr zwei bis vier Arbeitstage inklusive der Durchbrüche und der Dachdurchführung. Ein Edelstahlschornstein an der Außenwand ist dagegen oft an einem einzigen Tag montiert, weil im Haus selbst kaum gearbeitet werden muss. Planen Sie zusätzlich Vorlauf für die Abstimmung mit Bauamt und Schornsteinfeger ein.
Brauche ich für einen neuen Schornstein eine Baugenehmigung?
Das hängt vom Bundesland ab. Mancherorts genügt eine Anzeige, andernorts ist ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren vorgeschrieben. Verbindliche Auskunft gibt das örtliche Bauamt. Unabhängig davon gilt überall: Ohne die Abnahme durch den Schornsteinfeger darf der neue Schornstein nicht in Betrieb gehen.
Wie hoch muss ein Schornstein sein?
Die nötige Höhe hängt von der Feuerstätte, der Dachform und der Lage der Mündung ab und wird im Einzelfall festgelegt. Planen Sie die Höhe nie auf eigene Faust: Der Bezirksschornsteinfeger prüft die Mündung im Rahmen der Abnahme und kann eine Verlängerung fordern, wenn der Abstand zum Dach nicht ausreicht.
Was kostet ein zweizügiger Schornstein?
Ein zweizügiger gemauerter Schornstein liegt etwa 30 bis 50 % über dem Preis eines einzügigen, je nach Höhe also überschlägig bei 4.000 bis 11.000 €. Der zweite Zug ist von Vorteil, wenn Sie später eine zusätzliche Feuerstätte anschließen möchten, etwa einen Kaminofen im Obergeschoss.





