Bevor Sie einen Kamin mauern, sollte das Vorhaben mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger abgestimmt werden. Nach Fertigstellung kontrolliert er die Feuerstätte und gibt sie für den Betrieb frei. Ohne diese Abnahme darf der Kamin nicht genutzt werden. Das Ummauern eines zugelassenen Kamineinsatzes ist für erfahrene Heimwerker möglich, der Anschluss an den Schornstein sollte jedoch von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. Für einen gemauerten Kamin inklusive Montage fallen je nach Ausführung etwa 2.000 bis 6.000 € an. Der Kamineinsatz wird zusätzlich berechnet.
Welche Vorschriften gelten für einen gemauerten Kamin?
Der erste Ansprechpartner ist immer der zuständige Bezirksschornsteinfeger. Bereits vor Baubeginn prüft er, ob der vorhandene Schornstein hinsichtlich Querschnitt, Zustand und Eignung zur geplanten Feuerstätte passt. Nach Abschluss der Arbeiten erfolgt die Abnahme. Erst danach darf der Kamin genutzt werden.
Ebenso wichtig sind die Brandschutzabstände. Zu Holzbalken, Möbeln, Bodenbelägen und anderen brennbaren Materialien gelten die Vorgaben aus der Zulassung des Kamineinsatzes sowie der jeweiligen Feuerungsverordnung des Bundeslandes.
Vor der Feuerraumöffnung schützt eine Funkenschutzplatte den Boden. Als Orientierung gelten häufig etwa 50 cm nach vorne und 30 cm zu den Seiten. Maßgeblich bleiben jedoch immer die Herstellerangaben.
Außerdem muss die Feuerstätte die geltenden Grenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid erfüllen. Offene Kamine dürfen deshalb heute nur noch gelegentlich betrieben werden.
Weitere Informationen finden Sie hier: Kaminbaubestimmungen, Schornsteinfegerkosten
Ein weiterer Punkt betrifft die Verbrennungsluft. Besonders moderne, gut gedämmte Häuser verfügen über eine sehr dichte Gebäudehülle. Arbeiten Lüftungsanlagen oder Dunstabzugshauben gleichzeitig mit dem Kamin, kann Unterdruck entstehen. In diesen Fällen wird häufig eine raumluftunabhängige Feuerstätte mit externer Luftzufuhr gefordert.
Welche Kaminbauform eignet sich?
In den meisten Fällen wird ein zugelassener Kamineinsatz mit einer gemauerten oder verkleideten Außenhülle kombiniert. Diese Lösung erfüllt die heutigen Anforderungen an Sicherheit und Emissionswerte zuverlässig.
| Bauform | Eigenschaften | Für Heimwerker geeignet |
|---|---|---|
| Ummauerter Kamineinsatz | geprüfter Heizeinsatz mit Sichtscheibe | mit Erfahrung gut umsetzbar |
| Grundofen | gemauerte Speicherzüge | nur durch Ofenbauer |
| Offener Kamin | Feuerstelle ohne Scheibe | heute nur noch eingeschränkt zulässig |
Ein Grundofen speichert die Wärme über viele Stunden in seiner Speichermasse und gibt sie langsam an den Raum ab. Planung und Ausführung setzen jedoch umfangreiche Fachkenntnisse voraus.
Für viele Wohnhäuser stellt ein moderner Kaminofen oder ein Kamineinsatz mit Verkleidung die wirtschaftlichere Lösung dar.
Weitere Informationen: Kaminofen-Ratgeber
Welches Material wird benötigt?
Den Mittelpunkt bildet ein zugelassener Kamineinsatz. Für Verkleidung und Dämmung kommen ausschließlich nicht brennbare Baustoffe infrage.
Benötigt werden unter anderem:
- Kalziumsilikatplatten
- Schamottesteine
- Schamottemörtel
- hitzebeständiger Kleber
- Armierungsmörtel
- Lüftungsgitter
- Rauchrohr mit passendem Wandfutter
Beim Vermauern dürfen im Feuerraumbereich ausschließlich die vom Hersteller freigegebenen Materialien verwendet werden.
Die Mörtelarten erklärt dieser Beitrag: Mörtel mischen
Zwischen Kamineinsatz und Verkleidung bleiben Dehnungsfugen erforderlich. Der Stahlkörper verändert seine Abmessungen bei hohen Temperaturen und benötigt ausreichend Bewegungsfreiheit.
So wird ein Kamineinsatz ummauert
Die Arbeiten erfolgen in mehreren Schritten:
- Schornsteinfeger einbeziehen und Aufstellort abstimmen.
- Tragfähigkeit des Bodens prüfen lassen, falls erforderlich.
- Nicht brennbare Bodenplatte herstellen.
- Kamineinsatz exakt ausrichten.
- Kalziumsilikatplatten als Hitzeschutz montieren.
- Rauchrohr fachgerecht mit dem Schornstein verbinden.
- Verkleidung errichten und Lüftungsöffnungen einplanen.
- Oberfläche verspachteln und gestalten.
- Trocknungszeit abwarten.
- Abnahmetermin mit dem Schornsteinfeger vereinbaren.
Welche Kosten entstehen?
Ein gemauerter Kamin inklusive Einbau kostet meist zwischen 2.000 und 6.000 €. Hinzu kommt der Preis des Kamineinsatzes.
Beim Selbstbau entstehen vor allem Kosten für:
- Kamineinsatz
- Kalziumsilikatplatten
- Schamotte
- Mörtel
- Kleber
- Lüftungsgitter
- Rauchrohr
- Kleinmaterial
Der größte Kostenpunkt ist fast immer der Kamineinsatz selbst. Preisunterschiede ergeben sich aus Heizleistung, Scheibengröße, Speichermasse und Ausstattung.
Fehlt ein geeigneter Schornstein, steigen die Gesamtkosten deutlich.
Weitere Informationen:
Wann sollte ein Fachbetrieb übernehmen?
Beim Schornsteinanschluss und der Berechnung des notwendigen Schornsteinquerschnitts ist Fachwissen unverzichtbar. Schon kleine Fehler können den Zug verschlechtern oder Rauchgase in den Wohnraum gelangen lassen.
Grundöfen und gemauerte Feuerstätten gehören grundsätzlich in die Hände eines Ofenbauers.
Für erfahrene Heimwerker bleibt meist das Verkleiden eines zugelassenen Kamineinsatzes als sinnvoller Eigenleistungsanteil.
Auch Versicherungen achten im Schadenfall auf eine fachgerechte Ausführung sowie die Abnahme durch den Schornsteinfeger.
Häufige Fragen zum gemauerten Kamin
Darf ich einen Kamin ohne Baugenehmigung bauen?
Für einen Innenkamin ist häufig keine klassische Baugenehmigung erforderlich. Die Abstimmung mit dem Bezirksschornsteinfeger vor Baubeginn und seine spätere Abnahme bleiben jedoch notwendig.
Was kontrolliert der Schornsteinfeger?
Geprüft werden unter anderem:
- Schornsteinquerschnitt
- Brandschutzabstände
- Anschluss des Rauchrohres
- Verbrennungsluftversorgung
- Zulassung des Kamineinsatzes
Kann ein Kamin ohne vorhandenen Schornstein eingebaut werden?
Ja. Häufig kommt ein außenliegender Edelstahlschornstein zum Einsatz. Höhe und Querschnitt werden vom Schornsteinfeger festgelegt.
Welche Abstände gelten zu Möbeln und Wänden?
Maßgeblich sind immer die Herstellerangaben des Kamineinsatzes sowie die Feuerungsverordnung des Bundeslandes. Die genauen Abstände werden bereits vor Baubeginn abgestimmt.
Wie schwer ist ein gemauerter Kamin?
Je nach Bauweise entstehen Gesamtgewichte zwischen etwa 300 und über 1.000 kg. Bei Holzbalkendecken sollte die Tragfähigkeit vorab geprüft werden.
Kann ein Kamin nachträglich eingebaut werden?
Ja. Voraussetzung sind ein geeigneter Standort, ein passender Schornstein und ausreichende Tragfähigkeit des Bodens. Auch im Altbau ist eine Nachrüstung häufig möglich.
Welcher Putz eignet sich für einen gemauerten Kamin?
Für die Verkleidung werden hitzebeständige Putzsysteme verwendet. Herkömmlicher Innenputz ist im Bereich hoher Temperaturen nicht geeignet.
Welche Steine eignen sich zum Mauern eines Kamins?
Für den Feuerraumbereich kommen Schamottesteine zum Einsatz. Die äußere Verkleidung kann beispielsweise aus Kalziumsilikatplatten oder Mauerwerk bestehen.
Kann der Kamin später verkleidet oder gestrichen werden?
Ja. Nach ausreichender Trocknung können geeignete hitzebeständige Putze, Farben oder Natursteinverkleidungen verwendet werden.
Wie lange dauert der Bau eines gemauerten Kamins?
Das Ummauern eines Kamineinsatzes nimmt meist zwei bis vier Tage in Anspruch. Hinzu kommen Trocknungszeiten sowie der Abnahmetermin durch den Schornsteinfeger.
Muss ein Kamin regelmäßig gewartet werden?
Ja. Feuerraum, Dichtungen und Rauchrohre sollten regelmäßig kontrolliert werden. Der Schornsteinfeger übernimmt zusätzlich die gesetzlich vorgeschriebenen Kehr- und Prüfarbeiten.
Kann ich den Kamin direkt nach der Abnahme befeuern?
Nach erfolgreicher Abnahme und Einhaltung der vom Hersteller vorgegebenen Trocknungszeiten kann der Kamin zunächst mit kleinen Feuerungen langsam aufgeheizt werden. Dadurch werden Spannungen im Material reduziert.





