Wer morgens mit juckenden Stichen aufwacht, die am Abend zuvor noch nicht da waren, denkt zuerst an Mücken. Stehen die Stiche in einer Reihe und wiederholt sich das über mehrere Nächte, sollte man das Bett genauer kontrollieren. Bettwanzen hinterlassen Spuren, die sich eindeutig zuordnen lassen, wenn man weiß, wonach man sucht.
Wie sehen Bettwanzen aus?
Ausgewachsene Tiere sind 4 bis 6 mm lang, flach oval und rotbraun, nach einer Blutmahlzeit deutlich praller und dunkler. Sie haben keine Flügel und können weder springen noch fliegen.
Die Larven sind mit 1 bis 4 mm kleiner und hell durchscheinend, was sie auf hellen Textilien fast unsichtbar macht. Die Eier messen nur etwa 1 mm, sind weißlich und kleben in Fugen und Nähten. Genau diese Größenunterschiede führen dazu, dass ein Befall lange übersehen wird.

Welche vier Hinweise sind die sichersten?
- Kotspuren: Dunkelbraune bis schwarze Pünktchen von etwa 1 mm, oft in Gruppen an Matratzennähten, am Lattenrost und an der Bettkante. Auf einem feuchten weißen Tuch verlaufen sie rötlich, was sie von Schmutz unterscheidet.
- Häutungsreste: Hellbraune, leere Hüllen, die aussehen wie die Tiere selbst, nur durchsichtig. Sie sammeln sich in Ritzen und sind ein Zeichen für einen bereits länger bestehenden Befall.
- Blutflecken: Kleine rostbraune Punkte auf dem Laken, wenn im Schlaf ein vollgesogenes Tier zerdrückt wurde.
- Geruch: Bei starkem Befall ein süßlicher, leicht muffiger Geruch im Raum, der oft an Mandeln oder Koriander erinnert.
Wo suchen Sie zuerst?
Bettwanzen halten sich tagsüber in engen, dunklen Spalten nahe der Schlafstelle auf, meist im Umkreis von zwei Metern.
- Matratzennähte, besonders an der Kopfseite.
- Lattenrost, vor allem an den Auflagepunkten und in den Gummikappen.
- Bettgestell: Schraublöcher, Steckverbindungen, Rückseite des Kopfteils und alle Holzfugen.
- Nachttisch und Schubladenschienen, dazu die Unterseite aller Möbel neben dem Bett.
- Sockelleisten, lose Tapetenkanten und Bilderrahmen an der Wand hinter dem Bett.
- Steckdosen und Schalter in Bettnähe, die nur eine Fachkraft öffnen sollte.
Nehmen Sie für die Suche eine helle Taschenlampe und eine Plastikkarte, mit der sich Spalten aufklappen lassen. Ein Befall in Steckdosen und an der Wand zeigt an, dass die Population bereits größer ist, was die Behandlung aufwendiger macht.
Bettwanze, Floh oder Mücke?
| Indizien | Bettwanze | Floh | Mücke |
|---|---|---|---|
| Stichmuster | Reihe oder Straße von 3 bis 5 Stichen | einzeln, oft an Beinen und Knöcheln | einzeln, überall |
| Zeitpunkt | nachts, Entdeckung morgens | jederzeit | abends und nachts |
| Reaktion | Quaddel mit Juckreiz, oft verzögert | kleiner roter Punkt mit Hof | Quaddel, schnell abklingend |
| Spuren im Raum | Kotpünktchen, Häutungen | Flohkot im Tierbett | keine |
| Tier sichtbar | selten, flach und versteckt | springt beim Aufscheuchen | fliegt |
Ein wichtiger Hinweis: Stiche allein beweisen nichts. Rund jeder fünfte Mensch reagiert überhaupt nicht auf Bettwanzenstiche, während der Partner im selben Bett übersät ist. Verlassen Sie sich deshalb auf die Kotspuren, nicht nur auf die Haut. Wie Flöhe sich unterscheiden lassen, steht in Flöhe bekämpfen.
Nach der Reise kontrollieren
Der häufigste Einschleppweg ist Gepäck aus Hotels, Ferienwohnungen, Zügen und Fernbussen. Zwei Gewohnheiten senken das Risiko deutlich.
Prüfen Sie im Hotel vor dem Auspacken die Matratzennähte und das Kopfteil mit der Taschenlampe, und stellen Sie den Koffer nicht auf das Bett oder den Teppich, sondern auf den Gepäckständer oder ins Bad. Zu Hause packen Sie den Koffer nicht im Schlafzimmer aus, sondern im Bad oder im Flur, und geben Textilien direkt in die Wäsche.
Wie entwickelt sich ein Befall?
Am Anfang steht fast immer ein einzelnes befruchtetes Weibchen, das über Gepäck oder gebrauchte Möbel ins Haus kommt. Es legt täglich zwei bis fünf Eier, aus denen nach ein bis zwei Wochen Larven schlüpfen.
Bis zur geschlechtsreifen Wanze durchlaufen die Tiere fünf Larvenstadien und brauchen dafür bei Zimmertemperatur sechs bis acht Wochen. Ein Befall wächst dadurch zunächst unauffällig und dann sprunghaft: In den ersten zwei Monaten bemerkt kaum jemand etwas, danach häufen sich Stiche und Spuren innerhalb weniger Wochen.
Daraus folgt der wichtigste Rat: Je früher Sie kontrollieren, desto günstiger wird die Behandlung. Ein Befall, der auf ein Bett begrenzt ist, kostet einen Bruchteil dessen, was eine ganze Wohnung kostet.
Was Sie bei Verdacht sofort tun sollten
- Dokumentieren. Fotografieren Sie Fundstellen und Spuren. Das hilft dem Fachbetrieb und ist in der Mietwohnung Ihr Nachweis.
- Nichts umräumen. Möbel, Koffer oder Wäschekörbe in andere Zimmer zu tragen verteilt den Befall auf die ganze Wohnung.
- Nicht selbst sprühen. Freiverkäufliche Mittel töten einen Teil der Tiere und treiben den Rest in Verstecke, die später schwerer zu erreichen sind.
- Bett behalten. Wer auf das Sofa ausweicht, nimmt die Wanzen mit dorthin.
- Fachbetrieb kontaktieren. Bei bestätigten Spuren führt kein Weg daran vorbei, weil die Verstecke ohne Erfahrung nicht alle gefunden werden.
Was die Behandlung anschließend kostet und welche Verfahren infrage kommen, steht in Bettwanzen bekämpfen Kosten. Eine Übersicht über die Preise bei anderen Schädlingen gibt die Preise für den Kammerjäger.
Häufige Fragen
Übertragen Bettwanzen Krankheiten?
Nach heutigem Kenntnisstand nicht. Problematisch sind der Juckreiz, aufgekratzte Stellen mit Infektionsgefahr und die psychische Belastung durch gestörten Schlaf.
Kommen Bettwanzen von mangelnder Hygiene?
Nein. Sie ernähren sich von Blut und nicht von Schmutz, weshalb auch sehr saubere Haushalte betroffen sind. Unordnung erschwert allerdings die Bekämpfung, weil es mehr Verstecke gibt.
Wie lange überleben sie ohne Nahrung?
Mehrere Monate, unter kühlen Bedingungen bis zu einem Jahr. Deshalb bringt es nichts, ein Zimmer wochenlang leer stehen zu lassen.
Was kostet die Bekämpfung?
Chemisch 400 bis 1.200 € je Zimmer, per Wärmebehandlung 1.500 bis 4.000 € für die Wohnung. Die vollständige Aufstellung steht in Preise der Bettwanzenbekämpfung.
Bilder: Canva





