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So werden Sie Mäuse im Haus dauerhaft los

Lesedauer 5 Minuten

Eine Hausmaus passt durch jede Öffnung, durch die ein Bleistift passt, also ab etwa 6 mm. Das erklärt, warum Mäuse selbst in dicht gebauten Häusern auftauchen und warum reines Fangen ohne Verschließen der Zugänge selten dauerhaft hilft. Der Aufwand für die Bekämpfung ist überschaubar, wenn drei Dinge zusammenkommen: richtige Fallen, richtige Plätze und geschlossene Einschlupfstellen.

Maus oder Ratte?

Die Unterscheidung entscheidet über das gesamte Vorgehen, weil Ratten anders bekämpft werden und häufig meldepflichtig sind.

IndizienHausmausWanderratte
Körperlänge ohne Schwanz7 bis 10 cm20 bis 27 cm
Kot3 bis 8 mm, reiskornförmig10 bis 20 mm, spindelförmig
Einschlupf ab6 mm20 mm
Verhaltenneugierig, testet Neues schnellvorsichtig, meidet Neues tagelang
BekämpfungFallen meist ausreichendFachbetrieb, oft meldepflichtig

Genau dieser Verhaltensunterschied ist der Grund, warum Mäuse mit Fallen gut in den Griff zu bekommen sind: Sie untersuchen neue Gegenstände in ihrem Revier innerhalb weniger Stunden. Bei Ratten dauert das Tage bis Wochen, weshalb dort professionelle Köderstrategien nötig sind. Details dazu in Sofortmaßnahmen bei Ratten.

Zwei Mäuse halten sich an einem angenagtem Schrank auf

Welche Falle wofür?

  • Schlagfalle: Tötet direkt bei korrekter Auslösung. Kostet 2 bis 8 € je Stück. Moderne Kunststoffmodelle mit Ködermulde lösen zuverlässig aus.
  • Kastenfalle als Lebendfalle: Fängt unverletzt, kostet 10 bis 30 €. Sie muss mindestens zweimal täglich kontrolliert werden, sonst verdurstet das Tier. Aussetzen sollte mindestens einen Kilometer entfernt erfolgen, sonst kehrt die Maus zurück. Sehr tierfreundlich und empfehlenswert.
  • Elektrofalle: Tötet durch Stromstoß, kostet 25 bis 60 €. Sie zeigt den Fang per Signal an und lässt sich ohne Berührung entleeren, was viele als angenehmer empfinden.
  • Köderstation mit Gift: Für den Innenbereich in Wohnräumen die letzte Wahl, weil vergiftete Tiere in Hohlräumen verenden und dort über Wochen riechen.

Klebefallen sind in Deutschland aus Tierschutzgründen problematisch und sollten nicht verwendet werden, weil die Tiere darauf qualvoll verenden.

Wo muss die Falle stehen?

Mehr als der Köder entscheidet der Standort über den Erfolg. Mäuse laufen entlang von Wänden und Kanten, weil sie sich mit den Tasthaaren orientieren und offene Flächen meiden.

  1. An die Wand stellen. Die Falle steht quer zur Laufrichtung, mit dem Auslöser zur Wand hin. Eine Falle mitten im Raum bleibt leer.
  2. Dicht setzen. Bei aktivem Befall alle 2 bis 3 m eine Falle. Wer eine einzige aufstellt, fängt eine Maus und wundert sich über die nächste.
  3. Handschuhe tragen. Menschlicher Geruch schreckt zwar weniger ab als oft behauptet, aber frische Lebensmittelspuren an der Falle lenken vom Köder ab.
  4. Zwei Tage vorködern. Falle unscharf mit Köder aufstellen, bis der Köder angenommen wird, dann scharf stellen. Das erhöht die Fangquote.
  5. Täglich kontrollieren. Tote Tiere ziehen Fliegen an, gefangene Lebendtiere brauchen schnelle Freilassung.

Eine Maus mit Walnüssen

Als Köder eignen sich Nuss-Nougat-Creme, Erdnussbutter, Haferflocken mit etwas Öl oder ein Stück Schokolade. Käse ist entgegen der Erwartung schlecht geeignet, weil er trocknet und Mäuse fett- und kohlenhydratreiche Nahrung bevorzugen. Wichtig ist, dass der Köder so angebracht wird, dass die Maus daran ziehen muss.

Zugänge finden und schließen

Solange Einschlupfstellen offen sind, kommen immer wieder neue Mäuse nach.

Am Fundament sind es Risse, Kellerschächte und Kellerfenster, im Haus Rohrdurchführungen unter der Spüle und hinter der Waschmaschine, dazu Kabelöffnungen und der Spalt hinter Sockelleisten. Im Dachbereich kommen Traufkästen und offene Lüftungsöffnungen hinzu, häufig in Verbindung mit einem Kletterweg über Efeu oder ein Fallrohr.

Zum Verschließen eignen sich Edelstahlwolle, Mörtel, Blechstreifen oder feines verzinktes Gitter. Bauschaum allein reicht nicht, weil Mäuse ihn durchnagen. Er darf aber als Füllung dienen, wenn Stahlwolle darin eingebettet wird. Rechnen Sie mit 5 bis 20 € Material je Öffnung.

Was bringen Hausmittel?


Zu Pfefferminzöl, Essig, Katzenhaaren und Ultraschall gibt es viele Empfehlungen und wenig belastbare Belege. Duftstoffe wirken kurzfristig abschreckend, verlieren aber innerhalb weniger Tage an Wirkung, weil die Substanz verdunstet und die Tiere sich gewöhnen.

Eine Maus frisst Nüsse


Für Ultraschallgeräte fehlt ein Wirksamkeitsnachweis. In Tests verlassen Mäuse den beschallten Bereich anfangs und kehren nach wenigen Tagen zurück, weil Nahrung stärker wiegt als Unbehagen.

Was tatsächlich hilft, ist unspektakulär: Lebensmittel in dichten Behältern lagern, Krümel und Tierfutter nicht liegen lassen, Mülleimer schließen und Einschlupfstellen verschließen. Wo nichts zu holen ist, bleibt kein Tier.

Wann ist der Fachbetrieb sinnvoll?

Bei einzelnen Mäusen im Keller kommen die meisten selbst zurecht. In vier Situationen lohnt der Profi.

  • Anhaltender Befall trotz mehrerer Fallen über zwei bis drei Wochen.
  • Tiere in Zwischendecken oder Dämmung, wo Fallen nicht hinkommen.
  • Verdacht auf Ratten nach Kotgröße oder Nagespuren.
  • Mehrfamilienhaus, wo eine einzelne Wohnung nichts ausrichtet, solange Nachbarwohnungen betroffen bleiben.

Eine Mäusebekämpfung durch den Betrieb kostet 100 bis 300 € für ein Einfamilienhaus einschließlich Kontrollterminen. Der Preisvergleich zu anderen Schädlingen steht in der Kostenvergleich der Schädlinge.

Wo nisten Mäuse sich ein?

Nester bestehen aus zerkleinertem Papier, Dämmwolle, Textilfasern und Pflanzenteilen und liegen an geschützten, warmen Stellen. Wer sie findet, weiß, wo Fallen stehen müssen.

  • Hinter und unter Küchengeräten: Die Elektronik von Kühlschrank und Spülmaschine ist dauerhaft warm.
  • In Hohlwänden und abgehängten Decken: Hier hört man das Nagen abends.
  • In Dämmschichten: Sowohl im Dach als auch im Kellerdeckenbereich.
  • In selten genutzten Schränken: Vor allem, wenn dort Textilien oder Papier lagern.
  • In Rollladenkästen: Ein gewöhnlicher Zugang von außen, weil der Kasten selten dicht ist.

Ein Nest zu entfernen ist sinnvoll, aber erst nach der Bekämpfung. Vorher aufgeschreckte Tiere ziehen in eine neue Ecke und Sie beginnen die Suche von vorn.

Zeitplan für eine Bekämpfung

TagMaßnahme
1Fallen unscharf mit Köder aufstellen, Laufwege markieren
3Annahme prüfen, Fallen scharf stellen
4 bis 10täglich kontrollieren, Fänge entnehmen, neu ködern
10 bis 14Zugänge suchen und verschließen
21Kontrolle: Mehl an Laufwegen, Fallen bleiben scharf
28ohne neue Spuren gilt der Befall als beendet

Der wichtigste Punkt in diesem Plan ist Tag 1 bis 3. Wer umgehend scharf stellt, fängt ein bis zwei Tiere, und der Rest lernt die Falle zu meiden. Vorködern verdoppelt die Fangquote.

Mäuse im Garten und im Gartenhaus

Im Freien sind Mäuse ökologisch wichtig und ein Grund, sie dort in Ruhe zu lassen. Handlungsbedarf entsteht erst, wenn sie in Gartenhaus, Garage oder Schuppen ziehen und dort Vorräte, Polster oder Kabel angehen.

Auch hier gilt: Nahrungsquellen entfernen, Vogelfutter nicht offen lagern, Saatgut in Metallbehälter umfüllen. Ein Fahrzeug, das über den Winter steht, sollte regelmäßig bewegt werden, weil sich sonst Nester im Motorraum bilden.

Achten Sie außerdem auf den Unterschied zur Wühlmaus, die im Garten Wurzeln frisst und ganz anders bekämpft wird. Sie hinterlässt flache Erdhaufen mit seitlichem Ausgang, während der Maulwurf runde Haufen mit mittigem Ausgang aufwirft und geschützt ist.

Was, wenn es doch Ratten sind?

Rund jede fünfte vermeintliche Mäuseplage entpuppt sich als Rattenbefall, weil junge Ratten Mäusen ähneln. Drei Merkmale schaffen Klarheit.

Der Kot ist bei Ratten mit 10 bis 20 mm mehr als doppelt so groß. Die Laufwege zeigen dunkle Schmierspuren, weil das schwerere Tier an Wänden entlangstreift. Und die Geräusche sind lauter, oft mit hörbarem Schleppen von Material.

Bestätigt sich der Verdacht, ändert sich das Vorgehen grundlegend: Ratten sind in vielen Kommunen meldepflichtig, und die Bekämpfung gehört in professionelle Hände. Das Vorgehen beschreibt Ratten im Haus, die Preise nennt Preise der Rattenbekämpfung.

Häufige Fragen

Wie viele Mäuse sind es, wenn ich eine sehe?

Meist mehrere. Hausmäuse leben in Familienverbänden, und ein Weibchen bringt bis zu acht Würfe im Jahr mit je vier bis acht Jungen zur Welt. Stellen Sie deshalb von Anfang an mehrere Fallen auf.

Übertragen Mäuse Krankheiten?

Sie können Erreger über Kot und Urin verbreiten, etwa Hantaviren und Salmonellen. Tragen Sie beim Reinigen Handschuhe und eine FFP2-Maske, befeuchten Sie Kot vor dem Aufnehmen und fegen Sie ihn nicht trocken auf.

Was mache ich mit einer toten Maus?

Mit Handschuhen in einen Beutel geben, verschließen und über den Restmüll entsorgen. Die Falle danach mit heißem Wasser reinigen, ohne stark riechende Reiniger zu verwenden.

Warum riecht es nach der Giftbekämpfung?

Weil vergiftete Tiere sich zurückziehen und in Hohlräumen verenden. Der Geruch hält zwei bis vier Wochen an und lässt sich kaum beheben, ohne die Wand zu öffnen. Deshalb sind Lebendfallen im Wohnbereich meist die bessere Wahl.

Halten Katzen Mäuse fern?

Eine jagende Katze reduziert den Zuzug im Umfeld, räumt aber keinen etablierten Befall in Wänden und Zwischendecken. Verlassen Sie sich nicht darauf, sondern schließen Sie die Zugänge besser.

Bilder: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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