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Eine Kellerassel läuft über Holz

Warum sind Kellerasseln im Keller und was hilft?

Lesedauer 3 Minuten

Wenn beim Umräumen im Keller unter jeder Kiste graue, gepanzerte Tiere davonlaufen, sind das fast immer Kellerasseln. Sie richten keinen Schaden an und übertragen keine Krankheiten, aber sie sagen etwas über den Raum aus: Asseln atmen über Kiemen und vertrocknen in trockener Luft binnen Stunden. Wo sie dauerhaft leben, ist es dauerhaft feucht.

Was zeigen Kellerasseln an?

Die Tiere sind Zersetzer und ernähren sich von totem Pflanzenmaterial, Schimmelpilzen und feuchtem Holz. Ihre Anwesenheit in größerer Zahl ist deshalb ein Feuchtigkeitsindikator, ähnlich wie Silberfische im Bad.

Die Ursachen sind meist baulich. Häufig sind aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk, eine fehlende oder beschädigte Horizontalsperre, undichte Kellerfenster, defekte Außenabdichtung oder schlicht falsches Lüften im Sommer.

Der letzte Punkt wird regelmäßig unterschätzt: Wer im Sommer den kühlen Keller mit warmer Außenluft lüftet, bringt Feuchtigkeit hinein, die an den kalten Wänden kondensiert. Richtig ist das Gegenteil, nämlich früh morgens oder nachts zu lüften, wenn die Außenluft kühl ist.

Wie messen Sie die Feuchtigkeit?

Bevor Sie etwas gegen die Tiere unternehmen, rechnet sich eine Messung. Ein einfaches Hygrometer kostet 10 bis 30 € und zeigt, ob der Raum tatsächlich zu feucht ist.

Werte über 65 % relative Luftfeuchte im Keller sind kritisch, über 70 % wächst zusätzlich Schimmel. Messen Sie über mehrere Tage und zu verschiedenen Tageszeiten, weil einzelne Werte wenig aussagen.

Kommen zu den Asseln feuchte Flecken an der Wand, abplatzender Putz oder weiße Ausblühungen, geht es nicht mehr um Schädlinge, sondern um Bauwerksabdichtung. Dann sollte ein Fachbetrieb die Ursache klären.

Was hilft ohne Chemie?

  1. Richtig lüften. Im Sommer nur nachts oder früh morgens, im Winter mehrmals täglich kurz und kräftig.
  2. Lagergut anheben. Kartons und Holz nicht direkt auf den Boden und nicht an die Wand stellen, sondern auf Regale mit 10 cm Abstand.
  3. Organisches entfernen. Feuchtes Altpapier, Laub im Lichtschacht und Holzreste sind Nahrungsquelle und Versteck zugleich.
  4. Zugänge schließen. Türspalte mit Bürstendichtung versehen, Lichtschächte mit engmaschigem Gitter abdecken, Risse im Sockel verschließen.
  5. Lichtschächte leeren. Sie sind der häufigste Einwanderungsweg, weil sich dort feuchtes Laub sammelt.
  6. Bei Bedarf entfeuchten. Ein Luftentfeuchter für 100 bis 300 € senkt die Feuchte, behebt aber keine bauliche Ursache.

Insektizide sind bei Kellerasseln unnötig und wirkungslos, solange die Feuchtigkeit bleibt. Es wandern schlicht neue Tiere nach.

Asseln im Wohnbereich

Tauchen Asseln in Bad, Küche oder Wohnzimmer auf, ist das ein deutlicheres Warnsignal als im Keller. Dort ist normalerweise zu wenig Feuchtigkeit für sie.

Prüfen Sie in diesem Fall Silikonfugen in der Dusche, den Bereich unter der Badewanne, Anschlüsse hinter der Waschmaschine und die Fensterlaibungen. Häufig steckt ein kleiner, unbemerkter Wasserschaden dahinter, der auch Schimmel begünstigt.

Ähnliches gilt für Silberfische, die dieselbe Vorliebe für Feuchtigkeit haben. Was gegen sie hilft, steht in Silberfischchen bekämpfen.

Feuchtigkeit im Keller richtig einordnen

Relative LuftfeuchteBewertungMaßnahme
unter 55 %unauffälligkeine
55 bis 65 %grenzwertigLüftungsverhalten prüfen
65 bis 70 %zu feuchtEntfeuchter, Ursachensuche
über 70 %kritischBauwerksdiagnose, Schimmelrisiko
Gemessen über mehrere Tage mit einem Hygrometer für 10 bis 30 €.

Der Wert allein sagt noch wenig. Entscheidend ist die Kombination aus Luftfeuchte und Wandtemperatur, denn an kalten Wänden kondensiert Wasser schon bei mittleren Werten. Ein einfaches Infrarotthermometer für 15 bis 40 € zeigt, wie kalt die Wandoberfläche tatsächlich ist.

Wie lüften Sie den Keller richtig?

Das häufigste Missverständnis betrifft den Sommer. Warme Außenluft nimmt viel Feuchtigkeit auf. Strömt sie in einen kühlen Keller, kühlt sie ab und gibt die Feuchtigkeit an Wände und Lagergut ab. Wer im Sommer tagsüber lüftet, macht den Keller feuchter statt trockener.

Richtig ist es, im Sommer nur nachts oder früh am Morgen zu lüften, wenn die Außentemperatur unter der Kellertemperatur liegt. Im Winter dagegen ist die Außenluft trocken, und mehrmals tägliches kurzes Querlüften funktioniert.

Wer es genau wissen will, nutzt eine hygrometergesteuerte Lüftung für 150 bis 400 €. Sie schaltet nur, wenn die Außenluft tatsächlich trockener ist als die Kellerluft, und nimmt die Entscheidung ab.

Wann es kein Schädlingsproblem mehr ist

Kommen zu den Asseln dunkle Flecken an den Wänden, abplatzender Putz, weiße Salzausblühungen oder ein modriger Geruch, liegt ein Feuchteschaden vor. Dann geht es nicht mehr um Tiere, sondern um Bauwerksabdichtung.

Übliche Ursachen sind eine fehlende oder gealterte Horizontalsperre, eine beschädigte Außenabdichtung und Wasser, das an der Kellerwand entlangläuft, weil die Geländeoberfläche zum Haus hin fällt. Die Sanierung reicht von einer neuen Drainage bis zur nachträglichen Horizontalsperre und kostet je nach Verfahren 4.000 bis 25.000 €.

Vor jeder Maßnahme sollte die Ursache klar sein, sonst behandelt man Symptome. Andere Feuchteanzeiger im Haus sind Silberfische, deren Vorgehen Silberfische im Bad loswerden beschreibt, und den Preisrahmen für professionelle Einsätze nennt die Preisorientierung Schädlingsbekämpfung.

Häufige Fragen

Sind Kellerasseln schädlich?

Nein. Sie beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und schädigen keine Bausubstanz. Sie sind ein Hinweis auf Feuchtigkeit, nicht deren Ursache.

Warum sind sie plötzlich so viele?

Meist nach längerem Regen oder wenn ein Lichtschacht voll Laub liegt. Auch nach einem Wasserschaden steigt die Zahl innerhalb weniger Wochen.

Helfen Hausmittel wie Kartoffeln oder Bierfallen?

Halbierte Kartoffeln locken die Tiere an und lassen sich morgens samt Asseln nach draußen bringen. Das reduziert kurzfristig, ändert aber nichts an der Ursache.

Muss ich einen Fachbetrieb rufen?

Gegen die Asseln selbst nicht. Bei Verdacht auf feuchte Wände oder Schimmel ist dagegen eine Bauwerksdiagnose sinnvoll, weil dort die eigentliche Ursache liegt.

Bild: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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