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Ein Fundament für einen Wintergarten wird errichtet

So planen Sie das Fundament für den Wintergarten

Lesedauer 4 Minuten

Planen Sie das Fundament als erstes und nicht als Nebensache: Es muss frostfrei gegründet, tragfähig und millimetergenau eben sein, denn die gesamte Konstruktion richtet sich danach. Ein schiefes Fundament lässt sich später nicht mehr korrigieren, ohne alles wieder abzubauen.

Welche Bauart passt?

BauartKosten je m²Geeignet für
Punktfundamente40 bis 90 €leichte Kaltwintergärten, Überdachungen
Streifenfundament80 bis 180 €Kaltwintergärten, vorhandene Terrasse bleibt
Bodenplatte ungedämmt120 bis 220 €Kaltwintergärten mit Massivboden
Bodenplatte gedämmt180 bis 350 €Wohnwintergärten, Pflicht bei Beheizung
Bodenplatte mit Fußbodenheizung230 bis 420 €Wohnwintergärten mit Flächenheizung
Inklusive Aushub und Schotter, dazu der Beton. Stand 2026.

Für einen unbeheizten Anbau reicht meist ein Streifenfundament unter den tragenden Profilen. Bei einem beheizten Wohnwintergarten führt kein Weg an einer gedämmten Bodenplatte vorbei, sonst geht Wärme direkt ins Erdreich.

Warum ist frostfreie Gründung so wichtig?

Gefriert Wasser im Boden, dehnt es sich aus und hebt alles an, was darüber liegt. Ein zu flach gegründetes Fundament wird dadurch angehoben, und weil das ungleichmäßig geschieht, verzieht sich die Konstruktion.

Bei einem Wintergarten mit großen Glasflächen ist das folgenreich: Bereits wenige Millimeter Versatz führen dazu, dass Türen klemmen, Dichtungen nicht mehr schließen und im schlimmsten Fall Scheiben unter Spannung geraten und reißen.

Die Frostgrenze liegt in Deutschland bei 60 bis 80 cm, in Mittelgebirgslagen tiefer. Wer 80 cm ansetzt, liegt fast überall sicher.

Schritt für Schritt zur Bodenplatte

  1. Fläche abstecken. Mit Schnurgerüst außerhalb des Aushubs, damit die Maße auch nach dem Baggern noch stimmen.
  2. Aushub. 80 cm tief im Bereich der Fundamentstreifen, im Feld je nach Aufbau 40 bis 60 cm.
  3. Schottertragschicht. 30 bis 40 cm in Lagen einbringen und verdichten.
  4. Randschalung setzen und exakt ausrichten. Hier entscheidet sich die spätere Ebenheit.
  5. Dämmung verlegen, bei beheizter Nutzung 80 bis 140 mm druckfeste Perimeterdämmung.
  6. Folie und Bewehrung einbauen, Baustahlmatte auf Abstandhaltern.
  7. Beton einbringen und abziehen, mit Rüttelflasche verdichten und mit der Latte abziehen.
  8. Nachbehandeln. Vor Sonne und Zugluft schützen, 28 Tage bis zur vollen Festigkeit.

Zwischen Betonieren und Montage sollten mindestens sieben Tage liegen, besser vierzehn. Die Konstruktion wird auf die ausgehärtete Platte gedübelt, und dafür braucht der Beton seine Festigkeit.

Geht es auch ohne Fundament?

Für leichte Terrassenüberdachungen und sehr kleine Kaltwintergärten bieten manche Hersteller die Montage auf einer vorhandenen Terrasse an. Voraussetzung ist, dass diese frostfrei gegründet und tragfähig ist.

Das ist bei den wenigsten Terrassen der Fall. Übliche Terrassenaufbauten liegen 20 bis 40 cm tief auf einer Schotterschicht und sind für die punktuellen Lasten einer Wintergartenkonstruktion nicht ausgelegt.

Wer den Bestand nutzen will, sollte ihn prüfen lassen. Häufig ist der Kompromiss, nur unter den tragenden Punkten nachträglich Fundamente zu setzen und die Terrasse dazwischen liegen zu lassen.

Was ist bei der Bodenplatte zu bedenken?

Drei Details entscheiden über die spätere Nutzbarkeit und werden beim Betonieren oft vergessen.

Leerrohre für Elektro. Steckdosen, Beleuchtung und die Steuerung von Beschattung und Lüftung brauchen Leitungen. Ein Leerrohr im Beton kostet 20 bis 60 €, nachträglich muss aufgestemmt werden.

Aussparung für Unterflurkonvektoren. Wer diese Heizung plant, braucht einen Kanal im Boden. Nachträglich ist das ein Aufstemmen der frischen Platte, siehe Heizung für den Wintergarten.

Höhe zum Innenraum. Der fertige Boden im Wintergarten sollte auf gleicher Höhe liegen wie im angrenzenden Zimmer. Rechnen Sie dafür vom Belag rückwärts: Belag, Estrich und Dämmung über der Bodenplatte müssen zusammen die vorhandene Höhe ergeben.

Kostenbeispiel: Bodenplatte für 20 m²

PositionKosten
Aushub und Abtransport800 bis 2.200 €
Schottertragschicht verdichtet400 bis 900 €
Schalung und Randabschluss300 bis 700 €
Perimeterdämmung 100 mm500 bis 1.100 €
Bewehrung300 bis 700 €
Beton einbringen und abziehen1.300 bis 2.600 €
Gesamt3.600 bis 8.200 €
Gedämmte Bodenplatte für einen beheizten Wintergarten. Stand 2026.

In Eigenleistung bleiben davon 1.200 bis 3.000 € Materialkosten. Aushub und Betoneinbau lassen sich mit Geräteverleih selbst erledigen, wie Eigenleistung und Bausatzpreise zeigt.

Welche Fehler passieren am Fundament?

  • Zu flach gegründet. Unter der Frostgrenze hebt sich der Boden im Winter an, und die Konstruktion verzieht sich.
  • Schotter nicht verdichtet. Die Platte sackt ungleichmäßig ab, meist erst nach ein bis zwei Jahren.
  • Maße nicht geprüft. Die Konstruktion wird nach Aufmaß gefertigt und passt nicht auf ein abweichendes Fundament.
  • Keine Abdichtung gegen aufsteigende Feuchte. Bei erdberührten Bauteilen zwingend, sonst wird der Bodenbelag feucht.
  • Zu früh montiert. Der Beton braucht sieben bis vierzehn Tage, bevor gedübelt werden darf.

Wie Sie das Fundament ausrichten

Die Maßhaltigkeit entscheidet darüber, ob die vorgefertigte Konstruktion passt. Zwei Werte müssen stimmen: die Ebenheit und die Rechtwinkligkeit.

Für die Ebenheit arbeiten Sie mit Rotationslaser oder Schlauchwaage. Setzen Sie an mehreren Punkten Höhenmarken und ziehen Sie den Beton zwischen diesen ab. Nach dem Abziehen kontrollieren Sie mit der 2-m-Latte nach, solange sich noch nachbessern lässt.

Für die Rechtwinkligkeit nutzen Sie die Diagonalen: Bei einem rechteckigen Fundament müssen beide gleich lang sein. Eine Abweichung von 2 cm auf 5 m bedeutet, dass die Konstruktion nicht mehr sauber sitzt.

Der Anschluss an das bestehende Gebäude

Das neue Fundament grenzt an die Kellerwand oder das Streifenfundament des Hauses. Beide setzen sich unterschiedlich, weil das Haus seit Jahren steht und das neue Fundament noch arbeitet.

Deshalb wird nicht starr verbunden, sondern mit einer Trennfuge gearbeitet. Sie nimmt die unterschiedlichen Bewegungen auf und verhindert Risse, die sonst im Anschlussbereich entstehen.

An erdberührten Bauteilen kommt die Abdichtung dazu. Die vorhandene Abdichtung der Kellerwand darf beim Aushub nicht beschädigt werden, und die neue Bodenplatte braucht ihre eigene Sperrschicht gegen aufsteigende Feuchte.

Häufige Fragen

Wie eben muss das Fundament sein?

Die Hersteller geben meist maximal 3 bis 5 mm Abweichung auf die gesamte Länge vor. Prüfen Sie mit Rotationslaser oder Schlauchwaage, bevor die Konstruktion kommt.

Was kostet das Fundament bei 20 m²?

1.600 bis 7.000 € je nach Bauart. Bei Eigenleistung bleiben 800 bis 2.500 € Materialkosten, siehe Wintergarten selber bauen Kosten.

Braucht ein Kaltwintergarten eine Dämmung im Fundament?

Nein, weil er nicht beheizt wird. Eine Dämmung schadet aber nicht und hält den Bodenbelag im Winter etwas wärmer. Details in Kaltwintergarten Kosten.

Wann darf montiert werden?

Nach sieben bis vierzehn Tagen Aushärtung. Bei Frost im Winter verzögert sich das, weil Beton unter 5 °C kaum abbindet.

Bild: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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