Ein Kaltwintergarten kostet 400 bis 1.200 € je m² und liegt damit bei einem Drittel bis einem Viertel eines beheizten Wohnwintergartens. Bei 20 m² sind das 8.000 bis 24.000 € statt 30.000 bis 70.000 €.
Woher kommt der Preisunterschied?
Ein Kaltwintergarten wird nicht beheizt und muss deshalb die Anforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes nicht erfüllen. Daraus ergeben sich vier Einsparungen.
- Einfachere Verglasung. Einfach- oder Zweifachglas statt Dreifachwärmeschutzverglasung spart 30 bis 50 % der Glaskosten.
- Nicht thermisch getrennte Profile. Sie sind schlanker und günstiger.
- Leichteres Fundament. Ohne Dämmung genügt oft ein Streifen- oder Punktfundament statt einer gedämmten Bodenplatte.
- Keine Heizung und Elektroinstallation. Das spart weitere 3.000 bis 9.000 €.
Zum Vergleich mit der beheizten Variante siehe Wohnwintergarten Kosten.
Was kostet welche Ausführung?
| Ausführung | Kosten je m² |
|---|---|
| Bausatz Aluminium, Eigenmontage | 250 bis 500 € |
| Bausatz montiert | 400 bis 700 € |
| Maßanfertigung Aluminium | 700 bis 1.000 € |
| Maßanfertigung Holz oder Holz-Aluminium | 800 bis 1.200 € |
| Fundament | 80 bis 250 € |
| Beschattung | 120 bis 400 € je m² Glas |
Was leistet ein Kaltwintergarten?
Er verlängert die Nutzung der Terrasse um mehrere Monate. Im Frühjahr und Herbst ist es darin an sonnigen Tagen wärmer als draußen, und Regen und Wind bleiben außen.
Für Pflanzen ist er ein Überwinterungsraum: frostfrei und hell, dabei kühl, was Kübelpflanzen wie Oleander und Zitrus genau brauchen. Auch als Windfang, Fahrradunterstand oder überdachter Grillplatz wird er genutzt.
Was er nicht kann: im Winter als Wohnraum dienen. Ohne Heizung sinkt die Temperatur nachts auf wenige Grad über der Außentemperatur, und bei Frost kann es auch drinnen unter null gehen, wenn keine Restwärme aus dem Haus kommt.
Warum ist Kondenswasser das Hauptthema?
Weil Einfachglas und ungedämmte Profile schnell auskühlen, schlägt sich Feuchtigkeit an kalten Tagen an den Innenflächen nieder. Das ist bauartbedingt und kein Mangel, braucht aber Aufmerksamkeit.
Vorbeugen lässt sich mit ausreichender Lüftung: Lüftungsflügel im Dach und in den Seitenelementen sorgen für Querlüftung, automatische Fensteröffner kosten 300 bis 900 € je Flügel. Wie das im Detail funktioniert, beschreibt Wintergarten Belüftung.
Wichtig ist außerdem ein Bodenaufbau, dem Feuchtigkeit nichts anhaben kann. Fliesen oder Betonwerkstein sind am besten geeignet, Holz und Laminat durch die Temperaturschwankungen eher nicht.
Kostenbeispiel: 20 m² Kaltwintergarten
| Position | Kosten |
|---|---|
| Streifenfundament | 1.600 bis 3.600 € |
| Konstruktion Aluminium mit Zweifachglas | 8.000 bis 16.000 € |
| Lüftungsflügel im Dach, zwei Stück | 1.200 bis 3.000 € |
| Außenbeschattung | 2.400 bis 7.000 € |
| Bodenbelag | 800 bis 2.400 € |
| Planung und Genehmigung | 1.000 bis 3.000 € |
| Gesamt | 15.000 bis 35.000 € |
Auffällig ist der Anteil von Beschattung und Lüftung mit rund 25 %. Beide wirken bei einem Kaltwintergarten stärker als bei einem beheizten, weil sich einfaches Glas noch schneller aufheizt.
Wie kann man Pflanzen richtig überwintern?
Was Pflanzen benötigen: Temperaturen zwischen 5 und 12 °C, ausreichend Licht und regelmäßige Lüftung.
Ein Frostwächter für 40 bis 150 € sichert die untere Grenze ab. Er springt bei 3 bis 5 °C an und verbraucht in einem milden Winter kaum Strom, in einem strengen dagegen merklich.
Wichtiger als Wärme ist die Luftbewegung. Steht die Luft, bilden sich Pilze an Blättern und Erde. Öffnen Sie deshalb auch im Winter an frostfreien Tagen für zehn bis zwanzig Minuten, wie Lüftung gegen Kondenswasser beschreibt.
Was beim Bausatz zu beachten ist
- Schneelastzone prüfen. Der Hersteller gibt an, bis zu welcher Zone das System zugelassen ist. In Alpennähe und Mittelgebirgen reicht die Standardausführung oft nicht.
- Glasart klären. Im Dach ist Verbundsicherheitsglas Pflicht, damit bei Bruch keine Scherben fallen.
- Lieferumfang lesen. Beschattung, Dachrinne und Wandanschluss sind selten enthalten.
- Fundament vorbereiten. Es muss vor der Lieferung fertig und exakt eben sein, siehe Wintergarten Fundament.
Welche Verglasung reicht?
Beim Kaltwintergarten kann man sich zwischen Einfachglas, Zweifachglas und Polycarbonatstegplatten entscheiden. Sie unterscheiden sich in Preis und Wärmehaltung sowie in der Optik.
| Verglasung | Aufpreis je m² | Eigenschaft |
|---|---|---|
| Polycarbonatstegplatte | Basis | günstig, leicht, milchige Optik |
| Einfachglas | 30 bis 70 € | klare Sicht, kühlt schnell aus |
| Zweifachisolierglas | 90 bis 180 € | hält Wärme deutlich länger |
| Verbundsicherheitsglas im Dach | 60 bis 140 € | im Dach vorgeschrieben |
Für das Dach ist Verbundsicherheitsglas in aller Regel vorgeschrieben, damit bei einem Bruch keine Scherben herunterfallen. An den Seiten genügt Einscheibensicherheitsglas.
Zweifachverglasung lohnt sich, wenn der Raum im Frühjahr und Herbst häufig genutzt wird: Sie hält die Wärme mehrere Stunden länger und reduziert Kondenswasser. Bei reiner Pflanzenüberwinterung reicht Einfachglas.
Welcher Boden passt hinein?
Weil Kondenswasser und Erde zum Alltag gehören, muss der Belag beides aushalten. Fliesen und Betonwerkstein sind die erste Wahl, weil sie unempfindlich gegen Feuchtigkeit und leicht zu reinigen sind.
Verzichten Sie auf Laminat und Holzdielen. Beide quellen bei Feuchtigkeit und verziehen sich bei den starken Temperaturschwankungen, die in einem unbeheizten Glasraum normal sind.
Achten Sie außerdem auf Rutschsicherheit. Bei Kondenswasser auf glatten Fliesen wird der Boden gefährlich rutschig, weshalb Beläge mit rauer Oberfläche die bessere Wahl sind.
Wie sich ein Kaltwintergarten im Jahresverlauf verhält
Im Frühjahr ist er der attraktivste Raum im Haus: Ab März reicht die Sonne, um ihn tagsüber auf 20 °C und mehr zu bringen, während draußen noch 8 °C herrschen. Diese Phase dauert bis in den Mai.
Im Sommer ist es dagegen oft zu heiß. Ohne Beschattung steigt die Temperatur auf über 45 °C, und der Raum ist tagsüber unbenutzbar. Erst am Abend wird er wieder angenehm, wenn die Sonne weg ist und die Lüftung offen steht.
Im Herbst wiederholt sich das Frühjahrsbild, bis die Sonne zu flach steht. Ab November bleibt der Raum kühl, hält aber verlässlich frostfrei, solange er an das Haus angebaut ist und etwas Restwärme durch die Wand kommt.
Beschattung ist bei einem Kaltwintergarten sehr wichtig, dass er im Sommer überhaupt nutzbar bleibt.
Häufige Fragen
Kann ich später eine Heizung nachrüsten?
Technisch ja, wirtschaftlich selten sinnvoll. Verglasung und Profile müssten mit getauscht werden, sonst laufen die Heizkosten aus dem Ruder. In Summe kommt das einem Neubau nahe.
Braucht ein Kaltwintergarten eine Genehmigung?
Häufig ja, weil er das Gebäudevolumen vergrößert. Die Grenzen unterscheiden sich je Bundesland, mehr dazu in Genehmigung und Vorschriften.
Wie lange hält ein Bausatz?
Bei Aluminium 25 bis 40 Jahre, wenn die Dichtungen regelmäßig geprüft werden. Der Schwachpunkt sind meist nicht die Profile, sondern Dichtungen und Beschläge.
Was kostet die Montage eines Bausatzes?
150 bis 250 € je m² zusätzlich zum Material. Wer selbst montiert, spart das, braucht aber zwei bis vier Helfer und ein exakt ebenes Fundament. Details in Wintergarten selber bauen Kosten.
Bild: Canva





