Verpasse nicht diese Infos!

Hier kannst du dich für unseren wöchentlichen Newsletter anmelden:

Eine Kleidermotte auf einem Sofa

So bekämpfen Sie Kleidermotten im Schrank

Lesedauer 4 Minuten

Löcher im Lieblingspullover entdeckt man meist erst, wenn der Befall schon Wochen alt ist. Verantwortlich sind nicht die kleinen beigen Falter, die aus dem Schrank flattern, sondern deren Larven: Sie fressen Keratin, das in Wolle, Seide, Kaschmir und Pelz steckt. Der Falter selbst nimmt keine Nahrung mehr auf.

Kleidermotte oder Lebensmittelmotte?

Die Unterscheidung entscheidet, wo Sie suchen müssen. Beide Arten haben nichts miteinander zu tun und werden unterschiedlich bekämpft.

FaktenKleidermotteLebensmittelmotte
Größe6 bis 9 mm8 bis 10 mm
Farbeeinfarbig strohgelb, glänzendzweifarbig, hellere Basis, dunklere Spitze
FundortKleiderschrank, Teppich, PolsterVorratsschrank, Verpackungen
Nahrung der LarvenWolle, Seide, Federn, HaareMehl, Müsli, Nüsse, Trockenobst
Flugverhaltenhuscht, fliegt ungernfliegt aktiv im Raum

Wenn die Falter eher krabbeln als fliegen und aus dem Kleiderschrank kommen, handelt es sich um Kleidermotten. Für den anderen Fall gilt Lebensmittelmotten bekämpfen.

Man sieht eine Kleidermotte stark vergrößert

Woran erkennen Sie den Befall?

  • Fraßlöcher: Unregelmäßige kleine Löcher, oft an Kragen, Achseln und Bündchen, weil Larven Schweiß- und Hautreste bevorzugen.
  • Gespinströhren: Feine weiße Röhrchen aus Seide auf dem Gewebe, in denen die Larven leben.
  • Kotkrümel: Winzige Körnchen in der Farbe des befallenen Stoffs.
  • Larven: Weiße Räupchen von 5 bis 10 mm, meist in Falten und dunklen Ecken.

Suchen Sie nicht nur in der Kleidung, sondern auch unter dem Teppich, hinter Sockelleisten, in Polstermöbeln, in Tierhaarresten und in Wollresten am Boden. Diese Nischen werden bei der Behandlung oft vergessen, und von dort startet der Befall neu.

Schritt für Schritt vorgehen

  1. Schrank vollständig leeren. Halbe Sachen bringen nichts, weil die Larven in jede Falte wandern.
  2. Waschbares bei 60 °C waschen. Das tötet alle Stadien einschließlich der Eier.
  3. Empfindliches einfrieren. Wolle und Kaschmir vertragen keine 60 °C. Stattdessen zwei Wochen bei minus 18 °C in der Tiefkühltruhe, luftdicht verpackt.
  4. Nicht Waschbares reinigen lassen. Die chemische Reinigung tötet Eier und Larven zuverlässig.
  5. Schrank aussaugen. Besonders Fugen, Bohrlöcher, Ritzen und die Rückwand. Beutel danach umgehend verschließen und entsorgen.
  6. Schrank auswischen. Mit Essigwasser, danach vollständig trocknen lassen.
  7. Erst dann einräumen. Alles Behandelte kommt zurück, gereinigt und trocken.

Rechnen Sie für einen Kleiderschrank mit einem halben bis ganzen Tag Arbeit. Der Aufwand ist der Preis dafür, dass der Befall nicht in vier Wochen zurückkommt.

Was leisten Pheromonfallen und Schlupfwespen?

Pheromonfallen kosten 5 bis 15 € und locken ausschließlich männliche Falter an. Sie sind damit vor allem ein Kontrollinstrument: Sie zeigen, ob noch Tiere unterwegs sind, beenden den Befall aber nicht.

Schlupfwespen der Gattung Trichogramma sind winzige Nützlinge, die ihre Eier in Motteneier legen. Sie kosten 15 bis 40 € je Lieferzyklus, bleiben für Menschen unsichtbar und verschwinden von selbst, wenn keine Motteneier mehr da sind. Sinnvoll sind sie ergänzend zur mechanischen Reinigung, nicht als alleinige Maßnahme.

Mottenkugeln mit stark riechenden Wirkstoffen sind überholt und gesundheitlich umstritten. Lavendel, Zedernholz und Nelken wirken abschreckend auf anfliegende Falter, töten aber weder Larven noch Eier. Ihre Wirkung lässt zudem nach wenigen Monaten nach, weshalb Zedernholz regelmäßig angeschliffen werden muss.

Dauerhaft vorbeugen

Motten legen ihre Eier bevorzugt in getragene Kleidung, weil Schweißreste und Hautschuppen die Larven ernähren. Wer Wollsachen vor dem Einlagern wäscht, entzieht ihnen damit die Grundlage.

Für die Sommerpause eignen sich luftdichte Boxen oder Vakuumbeutel, in denen Wolle und Kaschmir sicher sind. Kontrollieren Sie zweimal im Jahr die Rückseite des Schranks und die Ecken unter Teppichen, weil dort Wollreste und Haare liegen bleiben.

Bei sehr starkem Befall in mehreren Räumen kann eine professionelle Behandlung sinnvoll sein. Was das kostet, ordnet die Kostenaufstellung Kammerjäger ein.

Wie entsteht ein Befall?

Ein Weibchen legt 100 bis 250 Eier, meist direkt auf dem Gewebe, das die Larven später fressen. Aus den Eiern schlüpfen nach ein bis drei Wochen die Larven, und erst sie richten den Schaden an.

Die Larvenzeit dauert je nach Temperatur und Nahrungsangebot sechs Wochen bis mehrere Monate. In geheizten Wohnungen entwickeln sich zwei bis vier Generationen im Jahr, weshalb ein Befall ohne Behandlung nicht von selbst endet.

Der Falter selbst lebt nur zwei bis drei Wochen und frisst nichts mehr. Wer die Falter erschlägt, hat deshalb nur die sichtbare Spitze erwischt, während Eier und Larven im Schrank bleiben.

Welche Textilien sind betroffen?

MaterialRisikoHinweis
Wolle, Kaschmir, MerinohochHauptnahrung der Larven
Seidehochebenfalls keratinhaltig
Pelz, Federn, Daunenhochauch in Kissen und Decken
Mischgewebe ab 20 % WollemittelLarven fressen selektiv
Baumwolle, Leinengeringnur bei Verschmutzung
Polyester, Polyamidsehr geringwird nur durchfressen

Aufmerksamkeit verdienen auch Wollteppiche, Filzuntersetzer, Polstermöbel mit Wollbezug und Klaviermechaniken mit Filzhämmern. Diese Fundorte werden bei der Schrankbehandlung fast immer übersehen und starten den Befall danach neu.

Was kostet die Behandlung?

In Eigenleistung bleibt es günstig: Waschgänge, ein paar Pheromonfallen für 5 bis 15 € und gegebenenfalls Schlupfwespen für 15 bis 40 € je Lieferzyklus. Der größte Posten ist die chemische Reinigung empfindlicher Stücke mit 8 bis 25 € je Teil.

Ein Fachbetrieb wird nötig, wenn der Befall mehrere Räume erfasst hat, Teppichböden betroffen sind oder wertvolle Textilien gerettet werden sollen. Ein Einsatz kostet 200 bis 500 €, bei Wärmebehandlung entsprechend mehr. Die Einordnung liefert die Preisniveau bei Schädlingseinsätzen.

Bei Verdacht auf Vorratsmotten im Küchenschrank gilt ein anderes Vorgehen, das Vorratsmotten loswerden beschreibt.

Häufige Fragen

Sind auch Baumwolle und Kunstfasern betroffen?

Reine Kunstfasern und Baumwolle sind für Larven wertlos. Sie können sie aber durchfressen, wenn sie über einer Wollschicht liegen oder mit Schweiß und Speiseresten verschmutzt sind.

Wie lange dauert eine Mottengeneration?

Bei Zimmertemperatur zwei bis drei Monate. In geheizten Wohnungen entwickeln sich mehrere Generationen im Jahr, weshalb ein Befall ohne Behandlung nicht von selbst endet.

Reicht Einfrieren wirklich aus?

Bei minus 18 °C und mindestens zwei Wochen ja. Kürzere Zeiten überstehen Eier gelegentlich. Wichtig ist, die Sachen vorher luftdicht zu verpacken, damit sie keine Feuchtigkeit ziehen.

Kommen Motten von außen oder aus gekaufter Kleidung?

Beides kommt vor. Häufig sind es Secondhandware, geerbte Textilien, alte Teppiche sowie offene Fenster im Sommer. Neuware ist selten betroffen.

Bilder: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

So entstehen unsere Ratgeber

Handwerker-Vermittlung

Kostenlose Angebote in 48 Stunden.

Anfrage stellen
2 Mio+Anfragen
150 k+Handwerker
48 hØ Reaktion
20Jahre Erfahrung
Nach oben scrollen