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Handwerkermessen 2019

Handwerksmessen 2026 und 2027 im Überblick

Lesedauer 4 Minuten

Zwei große Termine stehen 2026 noch an: die NordBau in Neumünster im September und die Heim+Handwerk in München Ende November. Der Messewinter geht dann direkt in ein dichtes Jahr 2027 über, das im Januar mit der BAU in München beginnt. Wer einen Besuch plant, sollte Ticket und Anfahrt früh buchen, weil die Preise kurzfristig deutlich anziehen.

Welche Leitmessen stehen als Nächstes an?

Diese Termine sind von den Veranstaltern bestätigt. Prüfen Sie sie vor der Anreise trotzdem noch einmal auf der jeweiligen Messeseite, weil sich Zeiträume in Einzelfällen verschieben.

MesseTerminOrtFür wen
NordBau9. bis 13. September 2026NeumünsterBauhandwerk, Baumaschinen, Holzbau
Heim+Handwerk25. bis 29. November 2026MünchenAusbaugewerke mit Endkundenkontakt
BAU11. bis 15. Januar 2027Münchenalle Baugewerke, Weltleitmesse, alle zwei Jahre
LogiMAT16. bis 18. März 2027StuttgartBetriebe mit Lager und Materialfluss
Internationale HandwerksmesseMärz 2027Münchengewerkeübergreifend, Leitmesse des Handwerks
Hannover Messe5. bis 8. April 2027HannoverIndustrie, Automatisierung, Energietechnik

Die Aufstellung nennt bewusst nur Messen mit überregionaler Bedeutung. Daneben gibt es jedes Jahr rund 150 regionale Bau- und Verbrauchermessen, deren Termine sich laufend ändern. Wie Sie die passende in Ihrer Nähe finden, steht weiter unten.

Worin sich die großen Messen unterscheiden

Die Auswahl entscheidet darüber, ob sich der Arbeitstag auszahlt. Vier Typen lassen sich unterscheiden:

  • Fachmessen für den Betrieb: BAU, IHM und NordBau richten sich an Sie als Unternehmer. Im Mittelpunkt stehen Werkzeug, Material, Maschinen, Software sowie Betriebsführung. Aussteller rechnen mit Fachpublikum, entsprechend tief sind die Gespräche.
  • Verbrauchermessen mit Fachanteil: Bei der Heim+Handwerk kommen überwiegend private Besucher. Für Ausbaugewerke mit Endkundengeschäft ist das interessant, weil sich hier Aufträge anbahnen lassen. Als reine Einkaufsmesse taugt sie weniger.
  • Querschnittsmessen: Die Hannover Messe deckt Industrie und Automatisierung ab. Relevant wird sie für Elektro-, Metall- sowie Anlagenbaubetriebe, für ein Malergeschäft dagegen kaum.
  • Spezialmessen: Die LogiMAT zahlt sich aus, wenn Lagerhaltung und Materialfluss im Betrieb ein Thema sind, etwa bei größeren Ausbaubetrieben mit eigenem Lager.

Zum Turnus: Die BAU findet nur alle zwei Jahre statt, ebenso mehrere Spezialmessen. Wenn Sie einen Maschinenkauf planen, ist das relevant für die Zeitplanung, weil Aussteller Neuheiten oft gezielt auf diese Termine legen.

Was kostet ein Messetag wirklich?

Der Eintritt ist der kleinste Posten. Für einen realistischen Blick rechnen Sie den ganzen Tag durch:

PostenGrößenordnung
Tagesticket im Vorverkauf15 bis 35 €
Tagesticket an der Tageskasse25 bis 60 €
Anfahrt und Parken30 bis 150 €
Übernachtung bei weiter Anreise90 bis 250 €
Ausfallzeit im Betrieb je Personein Arbeitstag

Der größte Posten steht in der letzten Zeile. Ein Messetag zu zweit kostet den Betrieb schnell zwei Tagesumsätze. Genau deshalb sollte vorher feststehen, was Sie mitbringen wollen: ein konkretes Maschinenangebot, drei neue Lieferantenkontakte, eine Softwareentscheidung. Ein unstrukturierter Rundgang liefert Prospekte und sonst wenig.

Der Besuch ist als Betriebsausgabe absetzbar, Ticket und Fahrtkosten ebenso wie Übernachtung sowie Verpflegungspauschale. Heben Sie die Belege auf und notieren Sie den betrieblichen Anlass. Welche Posten sich im Betrieb sonst noch absetzen lassen, zeigt die Übersicht zu finanziellen Stolperfallen im Handwerksalltag.

So bereiten Sie den Besuch vor

  1. Ziel festlegen. Ein bis drei konkrete Punkte, die am Ende des Tages beantwortet sein sollen.
  2. Ausstellerverzeichnis vorher durchgehen. Alle großen Messen stellen es online. Markieren Sie 8 bis 12 Stände, mehr schaffen Sie an einem Tag nicht.
  3. Termine vereinbaren. Wer sich vorher meldet, bekommt einen Ansprechpartner statt Standpersonal. Bei Maschinenherstellern lohnt sich das besonders.
  4. Ticket im Vorverkauf buchen. Spart Geld und die Warteschlange am Eingang. Viele Aussteller geben Gutscheincodes an Bestandskunden aus, ein Anruf beim Lieferanten kann den Eintritt sparen.
  5. Route planen. Hallenplan ansehen und die markierten Stände in eine sinnvolle Reihenfolge bringen. Auf großen Geländen laufen Sie sonst Kilometer doppelt. Bei weiter Anreise mit mehreren Personen ist auch die Fahrzeugfrage ein Kostenfaktor, siehe Firmenfahrzeuge im Handwerksbetrieb.
  6. Nacharbeit einplanen. Zwei Stunden am Folgetag für Notizen, Angebote sowie Rückmeldungen. Ohne diesen Schritt versandet der halbe Nutzen.

Wie finden Sie regionale Baumessen?

Regionale Bau- und Verbrauchermessen sind für Betriebe mit lokalem Einzugsgebiet oft wertvoller als die großen Leitmessen, weil dort die eigenen Kunden stehen. Ihre Termine wechseln aber jährlich, und viele Veranstalter geben sie erst wenige Monate vorher bekannt. Drei verlässliche Wege:

  • Handwerkskammer und Innung: Beide führen Terminkalender für ihren Bezirk und weisen auf Gemeinschaftsstände hin, an denen Mitgliedsbetriebe günstig teilnehmen können.
  • Messegesellschaft vor Ort: Die Betreiber der regionalen Messegelände veröffentlichen ihre Jahresplanung meist im Herbst für das Folgejahr.
  • Fachverband der eigenen Branche: Bundesverbände listen die für ihr Gewerk relevanten Termine samt Fachprogramm.

Für die Aufnahme in die Handwerksrolle und die Zuständigkeit Ihrer Kammer ist ohnehin der regionale Kontakt nötig. Was dabei zu beachten ist, steht unter Berufsgenossenschaft und Pflichten für Unternehmer.

Lohnt sich ein eigener Stand?

Für Handwerksbetriebe ist die Antwort auf regionalen Messen deutlich häufiger ja als auf den großen Leitmessen. Auf einer Bau- und Immobilienmesse im eigenen Landkreis treffen Sie genau die Bauherren, die in den nächsten Monaten Gewerke vergeben. Wie sich der Kontakt danach in Aufträge übersetzen lässt, beschreibt der Beitrag zur Kundengewinnung im Internet. Ein einfacher Stand mit 6 bis 12 m² kostet dort 600 bis 2.500 € Standmiete, dazu kommen Aufbau, Material und Personal.

Auf überregionalen Fachmessen ist der Aufwand ein Vielfaches, und das Publikum sucht dort Hersteller, keine ausführenden Betriebe. Eine Ausnahme sind Gemeinschaftsstände von Kammern und Innungen. Dort teilen sich mehrere Betriebe Fläche und Kosten, was den Einstieg bezahlbar macht. Was ein Messestand an Ausstattung braucht, beschreibt der Beitrag zu Messeausstattung für Handwerker.

Rechnen Sie vor der Zusage nach, wie viele Aufträge den Stand tragen müssen. Bei 2.000 € Gesamtkosten und einem durchschnittlichen Auftragswert von 4.000 € mit 20 % Deckungsbeitrag brauchen Sie zweieinhalb Aufträge, nur um auf null zu kommen.

Häufige Fragen zu Handwerksmessen

Welche Messe bringt einem kleinen Betrieb am meisten?

Für Betriebe unter zehn Mitarbeitern meist die regionale Baumesse im eigenen Einzugsgebiet, weil dort Kundenkontakt entsteht. Von den überregionalen Terminen ist die Internationale Handwerksmesse die gewerkeübergreifendste und deshalb der beste Einstieg, wenn Sie einmal im Jahr fahren.

Bekommen Handwerksbetriebe vergünstigten Eintritt?

Häufig ja. Fachbesuchertickets sind teils günstiger als Tageskarten, Kammern und Innungen geben Gutscheine an Mitglieder aus, und viele Aussteller verschicken Freikarten an Bestandskunden. Fragen Sie vor dem Kauf bei Ihrem Hauptlieferanten nach.

Kann ich Azubis mitnehmen?

Ja, und es rechnet sich. Auf den großen Messen laufen Nachwuchs- und Weiterbildungsprogramme, Auszubildende zahlen oft ermäßigt oder gar nichts. Der Tag zählt als Arbeitszeit, für Minderjährige gelten die Regeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes zur Arbeitszeit.

Wie viele Tage sollte ich einplanen?

Für eine regionale Messe reicht ein halber Tag. Bei BAU, IHM oder Hannover Messe ist ein Tag das Minimum, zwei Tage sinnvoll, wenn Sie Fachvorträge mitnehmen wollen. Die Gelände sind groß genug, dass reines Laufen mehrere Stunden frisst.

Besser am Wochenende oder unter der Woche anreisen?

Fachgespräche laufen unter der Woche besser, weil an Samstagen mehr Privatbesucher unterwegs sind und das Standpersonal weniger Zeit hat. Wer den Betrieb nicht schließen kann, nimmt den Samstag und vereinbart vorher feste Termine.

Verfasst von

Mika Lehmann Redakteurin für Handwerk und Sanierung

Mika Lehmann hat Online-Redaktion an der TH Köln studiert und gehört seit 2018 zu den produktivsten Autorinnen des Blauarbeit-Ratgebers. Kaum ein Gewerk, zu dem sie noch nicht geschrieben hat: Ihre Schwerpunkte sind Handwerkskosten, Sanierung und Modernisierung, von Dach und Fassade bis Solar und Energie. Ihr Steckenpferd sind die Zahlen: Was kostet eine Handwerksleistung wirklich, und woran erkennt man ein faires Angebot?

So entstehen unsere Ratgeber

9 Kommentare zu „Handwerksmessen 2026 und 2027 im Überblick“

  1. Wow! Das nenn ich mal eine respektable Übersicht in Sachen Handwerkermessen. Da müssen wir wohl noch ein wenig Platz schaffen in unserem Terminkalender schaffen!

  2. Die erste übersichtliche und so umfangreiche Handwerkermessen-Übersicht die ich gefunden habe!
    Vielen Dank dafür. Ich finde einen Messebesuch als Fortbildung sehr sinnvoll, u. A. um neue Produktionsverfahren und Materialien kennenzulernen. Man kann Kontakte knüpfen und in jedem Fall lernt man etwas dazu. Einen Messebesuch für Handwerker Azubis erachte ich ebenso als sehr sinnvoll, um ihnen die Vielfalt des Handwerkberufs nahezulegen.

    1. Redaktion Blauarbeit

      Guten Morgen, schön, dass Ihnen die Übersicht gefällt, wir hoffen, es sind auch ein paar interessante Handwerkermessen für Sie dabei! 🙂 Da können wir nur beipflichten, wenn man einen Messebesuch effektiv nutzt, kann man die eigenen Arbeitsweisen deutlich verbessern. Viele Grüße, das Team von Blauarbeit!

  3. Dietmar Hillebrandt

    Hallo Blauarbeit,
    dakne für die ausführliche Terminliste. Ihr habt einen Newsletter? Wo kann ich nicht denn da anmelden?
    Schicke ich euch da eine Email?
    Gruß, Didi

    1. Redaktion Blauarbeit

      Hallo Herr Hillebrandt, genau wir verschicken einen Blauarbeit-Newsletter mit allen Infos rund ums Handwerk. 🙂 Um den Newsletter erhalten zu können, müssen Sie sich in der Regel bei uns als Dienstleister anmelden, schicken Sie doch alternativ am besten einmal eine Mail an unseren Support unter info@blauarbeit.de mit dem entsprechenden Hinweis. Bis dahin viele Grüße, Ihr Blauarbeit-Team. 🙂

    1. Redaktion Blauarbeit

      Hallo, vielen Dank für die Anregung. Wir haben die Übersicht nun als PDF zum Download unter folgendem Link zur Verfügung gestellt. Viele Grüße, Ihr Blauarbeit-Team. 🙂

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