Zementschleier entfernen Sie am zuverlässigsten mit einem sauren Zementschleierentferner, den Sie auf die zuvor gut gewässerte Fläche auftragen, kurz einwirken lassen und dann gründlich abwaschen. Ein Kanister kostet 10 bis 25 €. Auf keramischen Fliesen ist die Arbeit in wenigen Minuten erledigt, bei Naturstein müssen Sie dagegen säurefrei vorgehen. Dieser Ratgeber erklärt, was Zementschleier überhaupt ist, wie Sie den Reiniger richtig einsetzen, was Hausmittel taugen und wann Sie die Arbeit besser dem Fliesenleger überlassen.
Was ist Zementschleier?
Zementschleier ist der matte, gräuliche Film, der nach dem Verfugen auf frisch verlegten Fliesen zurückbleibt. Er entsteht ganz normal, weil sich beim Einschlämmen der Fugenmasse feinste Zementpartikel über die ganze Fläche verteilen und dort antrocknen. Der Schleier legt sich wie ein Grauschleier über die Oberfläche und lässt selbst glänzende Fliesen stumpf wirken. Wie das Verfugen abläuft und wie viel Fugenmörtel dabei auf der Fläche landet, zeigt der Ratgeber zum Fliesen verfugen.
Solange der Schleier dünn ist, lässt er sich leicht lösen. Problematisch wird es erst, wenn die Reste tagelang aushärten, denn dann verbindet sich der Zement fest mit der Oberfläche. Warten Sie mit dem Entfernen deshalb nicht zu lange.
Wie entfernen Sie Zementschleier mit dem Spezialreiniger?
Der saure Zementschleierentferner ist das sicherste Mittel auf keramischen Fliesen und Feinsteinzeug. Entscheidend ist, dass Sie die Fugen vorher wässern, damit die Säure sie nicht angreift. So gehen Sie vor:
- Wässern Sie die Fläche und vor allem die Fugen gründlich vor, denn nasse Fugen nehmen die Säure nicht auf.
- Verdünnen Sie den Reiniger nach den Herstellerhinweisen und tragen Sie ihn gleichmäßig auf.
- Lassen Sie das Mittel nur kurz einwirken, meist ein bis drei Minuten, und schrubben Sie mit einem Pad oder einer Bürste nach.
- Nehmen Sie den gelösten Schleier mit reichlich klarem Wasser auf und wischen Sie mehrfach nach.
Tragen Sie Handschuhe und lüften Sie gut, weil die Säure Haut und Atemwege reizt. Arbeiten Sie in kleinen Abschnitten, damit das Mittel nirgends antrocknet, und halten Sie sich immer an die Angaben auf dem Kanister, denn die Konzentrationen unterscheiden sich je nach Produkt.
Welche Hausmittel helfen und auf was muss man achten?
Gegen einen dünnen, frischen Zementschleier hilft verdünnter Haushaltsessig oder Zitronensäure, weil auch sie sauer wirken und den Zement anlösen. Bei dünnem Grauschleier auf robusten keramischen Fliesen ist das ein günstiger erster Versuch. Bei hartnäckigen Resten stößt das Hausmittel aber schnell an seine Grenzen und Sie kommen um den Spezialreiniger nicht herum.
Vorsicht ist bei den Fugen geboten: Essig und Zitronensäure greifen zementäre Fugen genauso an wie den Schleier und waschen sie mit der Zeit aus. Auf Naturstein sind saure Hausmittel sogar tabu, weil sie die Oberfläche dauerhaft anätzen. Wässern Sie die Fugen also auch beim Hausmittel vor und lassen Sie die Finger von Naturstein.
Was gilt beim Zementschleier auf Naturstein?
Auf Naturstein müssen Sie zwingend säurefrei arbeiten, denn Marmor, Kalkstein und viele andere Natursteine reagieren mit Säure und verlieren ihren Glanz. Ein saurer Zementschleierentferner oder Essig hinterlässt matte, angeätzte Stellen, die sich nicht mehr entfernen lassen. Verwenden Sie deshalb nur einen speziell für Naturstein ausgewiesenen, alkalischen oder pH-neutralen Schleierentferner und testen Sie ihn zuerst an einer unauffälligen Stelle. Worauf Sie bei diesen empfindlichen Belägen sonst noch achten müssen, lesen Sie im Ratgeber zu den Natursteinfliesen.
Wie beugen Sie Zementschleier vor?
Am wenigsten Arbeit haben Sie, wenn Sie den Schleier gar nicht erst antrocknen lassen. Waschen Sie die Fläche direkt nach dem Verfugen mit dem Fugbrett und einem gut ausgedrückten Schwamm diagonal zur Fuge ab, solange die Fugenmasse noch frisch ist. Wechseln Sie das Wasser häufig und wringen Sie den Schwamm kräftig aus, damit Sie den Zement nicht nur verteilen. Der richtige Wasseranteil im angemischten Mörtel spielt ebenfalls eine Rolle, denn zu nasse Fugenmasse schwimmt stärker auf und hinterlässt mehr Schleier. Ein zweiter feuchter Wischgang nach etwa einer Stunde nimmt den Rest auf, bevor er hart wird.
Wann sollten Sie einen Fliesenleger kontaktieren?
Den Fachbetrieb sollten Sie holen, wenn der Schleier auf empfindlichem Naturstein sitzt, große Flächen betroffen sind oder sich die Reste trotz Spezialreiniger nicht lösen lassen. Sind beim Schrubben bereits Fugen ausgewaschen, hilft nur noch das Nacharbeiten; wie das geht und was es kostet, zeigt der Ratgeber zum Fugen erneuern. Wer die Fliesen ohnehin neu verlegen lässt, findet die Preise in der Übersicht zum Fliesenlegen. Ein Fliesenleger entfernt den Schleier fachgerecht und haftet für ein sauberes Ergebnis.
Was unsere Handwerker zum Zementschleier oft gefragt werden
Wie lange nach dem Verfugen darf ich mit dem Entfernen warten?
Den frischen Wischschleier nehmen Sie am besten am selben Tag ab. Den restlichen Zementschleier sollten Sie innerhalb der ersten Tage entfernen, solange er noch nicht vollständig ausgehärtet ist. Je länger Sie warten, desto fester verbindet sich der Zement mit der Oberfläche und desto aggressiver muss der Reiniger sein.
Kann der Zementschleierentferner die Fliesen beschädigen?
Glasierte keramische Fliesen und Feinsteinzeug vertragen den sauren Reiniger problemlos. Gefährdet sind die zementären Fugen und empfindliche Beläge wie Naturstein oder unglasierte Terrakottafliesen. Wässern Sie die Fugen deshalb immer vor und testen Sie das Mittel bei empfindlichen Oberflächen zuerst an einer verdeckten Stelle.
Hilft Essig gegen Zementschleier?
Verdünnter Essig löst einen dünnen, frischen Schleier auf robusten Fliesen durchaus. Bei starken Rückständen ist er zu schwach, und auf Naturstein sowie an den Fugen richtet er mehr Schaden an, als er nützt. Für ein sicheres Ergebnis ist ein passender Zementschleierentferner die bessere Wahl.
Warum muss ich die Fugen vor dem Reinigen wässern?
Trockene Fugen saugen die Säure auf, die sie dann von innen anlöst und mit der Zeit aushöhlt. Sind die Fugen dagegen mit Wasser gesättigt, nehmen sie den Reiniger kaum noch auf, und die Säure wirkt nur dort, wo sie soll, nämlich auf dem Schleier der Fliesenoberfläche.





