Eine Dusche fliesen zu lassen kostet 40 bis 80 € pro m² Arbeitslohn, wenn nur die Wandflächen neu gefliest werden. Wird die Dusche neu aufgebaut, also bodengleich mit Gefälleestrich, Abdichtung und Bodenbelag, liegen die Kosten für den Duschbereich bei 1.500 bis 4.000 €. Welcher Fall auf Sie zutrifft, entscheidet also über das Budget. Dieser Ratgeber schlüsselt beide Varianten auf, erklärt die Abdichtung als wichtigsten Kostenfaktor und zeigt, wo die Eigenleistung realistisch ist.
Nur die Wände fliesen oder die komplette Dusche erneuern?
Der Preisunterschied zwischen beiden Varianten ist groß: Neue Wandfliesen auf passendem Untergrund kosten 40 bis 80 € pro m² Arbeitslohn plus Material. Der Komplettaufbau einer bodengleichen Dusche mit Gefälleestrich oder Duschelement, Verbundabdichtung, Ablauf und Fliesen schlägt dagegen mit 1.500 bis 4.000 € zu Buche. Die Grundlagen zu den m²-Preisen erklärt der Ratgeber zu den Kosten für das Fliesenverlegen.
| Umfang | Kosten |
|---|---|
| Wandfliesen verlegen (Arbeitslohn) | 40 bis 80 € pro m² |
| Bodengleiche Dusche komplett (Gefälle, Abdichtung, Fliesen) | 1.500 bis 4.000 € |
| Stundensatz Fliesenleger | 45 bis 70 € |
Bei Renovierungen kommt das Entfernen des Altbelags dazu; die Preise dafür stehen im Ratgeber zu den Kosten für das Entfernen von Fliesen. Soll gleich das ganze Bad erneuert werden, rechnet der Beitrag zu den Kosten für das Fliesen des Bads die Gesamtfläche durch. Achten Sie beim Vergleich von Angeboten darauf, dass Abdichtung, Grundierung und Silikonfugen als eigene Positionen aufgeführt sind; fehlen sie, ist das vermeintlich günstigste Angebot am Ende oft das teuerste.
Warum die Abdichtung den Preis bestimmt
Im Spritzwasserbereich der Dusche ist eine Verbundabdichtung unter den Fliesen sinnvoll, denn Fliesen und Zementfugen allein sind nicht wasserdicht. Der Fliesenleger trägt dafür eine Flüssigabdichtung in mehreren Schichten auf, arbeitet Dichtbänder in Ecken und Anschlüsse ein und setzt Dichtmanschetten um Armaturen und Ablauf. Erst auf diese Ebene kommen Kleber und Fliesen.
Genau diese Arbeit macht die bodengleiche Dusche teuer und ist zugleich der Grund, sie dem Anlagenmechaniker und Fliesenleger zu überlassen: Ein Fehler in der Abdichtung fällt oft erst nach Monaten auf, wenn das Wasser längst in Wand oder Decke steckt. Der Fachbetrieb haftet für diese Leistung im Rahmen seiner Gewährleistung, und im Schadensfall fragt auch die Versicherung nach der fachgerechten Ausführung.
Bei der bodengleichen Dusche kommt der Gefälleaufbau dazu: Der Boden muss mit rund 2 % Neigung zum Ablauf geführt werden, entweder über einen Gefälleestrich oder ein werkseitig geformtes Duschelement. Auch der Wasserablauf muss bedacht werden. Eine Duschrinne an der Wand erlaubt großformatige Bodenfliesen mit Gefälle in nur eine Richtung, ein Punktablauf in der Mitte braucht Gefälle aus vier Richtungen und passt darum besser zu kleinteiligen Fliesen.
Welche Fliesen eignen sich für die Dusche?
In die Dusche gehören Fliesen mit geringer Wasseraufnahme und rutschhemmender Oberfläche, am Boden zusätzlich kleine Formate für das Gefälle:
- Duschboden: Mosaik und andere kleine Formate folgen dem Gefälle zum Ablauf und geben durch den hohen Fugenanteil Halt unter nassen Füßen. Mehr dazu im Ratgeber zu Mosaikfliesen. Da aber sehr viele Fugen entstehen, sind diese auch mit großem Putzaufwand verbunden.
- Wandflächen: Großformate wirken ruhig und reduzieren die Fugen, verlangen aber einen sehr ebenen Untergrund und exakte Zuschnitte an Armaturen und Nischen.
- Material: Feinsteinzeug nimmt praktisch kein Wasser auf und ist deshalb die Standardwahl für Nassbereiche. Einen Überblick über alle Materialien gibt der Beitrag zu den Fliesenarten.
Für den Boden lohnt der Blick auf die Rutschhemmung: In privaten Duschen reichen Fliesen, die der Händler für Barfußbereiche ausweist. Sehr glatte, polierte Oberflächen gehören nicht auf den Duschboden, so edel sie an der Wand auch aussehen.
Eine Beispielrechnung für die Standarddusche
Für eine Dusche von 90 x 90 cm mit Verfliesung bis 2,10 m Höhe fallen rund 7 bis 8 m² Wandfläche und knapp 1 m² Boden an. Wird nur neu gefliest, ergibt sich folgende Größenordnung:
- Arbeitslohn für Wand und Boden: 8 bis 9 m² zu 40 bis 80 € ergeben 320 bis 720 €.
- Fliesen: Mittlere Qualität kostet etwa 20 bis 40 € pro m², das macht 160 bis 360 €.
- Kleinmaterial: Kleber, Fugenmasse, Silikon und Abschlussprofile kommen obendrauf.
In Summe liegt die reine Neuverfliesung einer bestehenden Dusche damit meist bei 600 bis 1.200 €. Der Sprung auf 1.500 bis 4.000 € entsteht erst durch den Unterbau: Estrich mit Gefälle oder Duschelement, Verbundabdichtung, Ablauf oder Duschrinne und die zusätzlichen Arbeitsstunden für den kompletten Aufbau.
Die Duschrückwand als Alternative zum Fliesenbelag
Wer Fugen ganz vermeiden will, montiert statt Fliesen großformatige Wandpaneele aus Aluverbund, Acryl oder Glas. Die Platten werden vollflächig verklebt, oft sogar direkt über die alten Fliesen, und sind in ungefähr einem Tag montiert. Das spart Abbrucharbeiten und die spätere Fugenpflege. Ob sich das für Ihr Bad rechnet und wo die Grenzen liegen, zeigt der Vergleich Duschrückwand statt Fliesen.
Können Sie die Dusche selbst fliesen?
Nur zum Teil. Das Verfliesen gerader Wandflächen ist mit Erfahrung machbar, die Abdichtung und der Gefälleaufbau gehören dagegen in Profihand. Wer den Spritzwasserbereich selbst abdichtet, trägt im Schadensfall das volle Risiko, und ein unbemerkter Wasserschaden kostet schnell mehr als die ganze Dusche vom Fachbetrieb.
Sinnvolle Eigenleistungen sind das Ausräumen und Entfernen des Altbelags, Malerarbeiten rund um die Dusche und später die Pflege der Anschlussfugen. Wie Sie die selbst erneuern, steht im Ratgeber zum Erneuern der Silikonfugen. Klären Sie vor dem Termin außerdem, ob Sanitärarbeiten anstehen: Armaturen versetzen oder einen neuen Ablauf setzen übernimmt der Installateur und beides gehört zeitlich vor die Fliesenarbeiten.
Die wichtigsten Fragen rund um das Fliesen der Dusche
Was kostet es, eine kleine Dusche neu fliesen zu lassen?
Die reine Neuverfliesung einer bestehenden Duschkabine mit rund 8 m² Wand- und Bodenfläche kostet inklusive Material meist 600 bis 1.200 €. Muss der Unterbau mit Gefälle und Abdichtung neu erstellt werden, rechnen Sie für den kompletten Duschbereich mit 1.500 bis 4.000 €.
Kann in der Dusche über die alten Fliesen gefliest werden?
Grundsätzlich ja, wenn der Altbelag fest sitzt und eben ist. In der Dusche prüft der Fliesenleger aber zusätzlich, ob die vorhandene Abdichtung intakt ist, denn eine neue Fliesenschicht repariert keine undichte Ebene darunter. Außerdem wachsen Aufbauhöhe und Gewicht, was an Türen und Anschlüssen Probleme machen kann.
Wie lange dauert es, eine Dusche zu fliesen?
Für die reine Neuverfliesung sind zwei bis drei Arbeitstage üblich, weil Abdichtung, Kleber und Fugenmasse zwischendurch trocknen müssen. Der komplette Neuaufbau einer bodengleichen Dusche dauert mit Estricharbeiten und deren Trocknungszeit deutlich länger, je nach Aufbau ein bis zwei Wochen.
Welche Fliesen sind am Duschboden am sichersten?
Kleine Formate wie Mosaik mit rutschhemmender Oberfläche bieten den besten Halt, weil der hohe Fugenanteil wie eine Profilsohle wirkt. Achten Sie beim Kauf auf die Eignung für Barfußbereiche; der Händler weist die Rutschhemmung der jeweiligen Serie aus.
Muss die Dusche bis zur Decke gefliest werden?
Nein. Üblich ist eine Fliesenhöhe von 2,10 bis 2,20 m, also knapp über dem Duschkopf. Wichtig ist nur, dass die Abdichtung den gesamten Spritzwasserbereich abdeckt. Oberhalb der Fliesen reicht wischfester Feuchtraumputz oder geeignete Farbe.
Bild: istock.com/runna10





