Silikonfugen erneuern kostet beim Handwerksbetrieb 3 bis 8 € pro laufendem Meter, ein komplettes Bad mit Dusche, Wanne und Waschtisch liegt bei 150 bis 400 €. Silikon ist eine Wartungsfuge: Nach 5 bis 8 Jahren wird das Material spröde, löst sich vom Rand oder schimmelt von innen. Wer dann zügig handelt, verhindert teure Wasserschäden hinter Wand und Wanne. Dieser Ratgeber zeigt die Warnzeichen, alle Kosten, eine Anleitung in sechs Schritten und das richtige Silikon für jeden Einsatzort.
Woran Sie erkennen, dass die Silikonfuge fällig ist
Spätestens wenn die Fuge Risse zeigt, sich vom Rand löst oder schwarze Flecken nicht mehr abwaschbar sind, muss das alte Silikon raus. Vier Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen:
- Risse und poröse Stellen: Das Material hat seine Elastizität verloren und dichtet die Bewegungsfuge nicht mehr zuverlässig ab.
- Ablösung von Fliese oder Wanne: Hinter der offenen Flanke kriecht Duschwasser direkt in Wand oder Boden, das Wasserschadenrisiko steigt mit jedem Duschgang.
- Schwarze Flecken im Material: Sitzt der Schimmel unter der Oberfläche, hilft kein Reiniger mehr, denn der Pilz wächst im Silikon selbst weiter.
- Alter über acht Jahre: Auch optisch intakte Fugen verlieren an Haftung; in stark genutzten Duschen ist oft schon nach fünf Jahren Schluss.
Eine undichte Silikonfuge zählt zu den häufigsten Ursachen für Feuchteschäden im Bad, weil das Wasser über Monate unbemerkt hinter die Fliesen läuft. Verfärbte, aber intakte Zementfugen sind dagegen meist nur verschmutzt: Hier hilft der Ratgeber zum Reinigen der Fliesenfugen weiter. Übrigens gibt es Silikonfugen nicht nur im Bad: Auch der Anschluss zwischen Arbeitsplatte und Fliesenspiegel in der Küche ist eine Wartungsfuge und altert genauso.
Was kostet das Erneuern der Silikonfugen beim Profi?
Handwerker berechnen für das Entfernen der alten Fuge und das Ziehen der neuen 3 bis 8 € pro laufendem Meter. In einem kompletten Bad mit Dusche, Badewanne, Waschtisch und Bodenanschlüssen kommen schnell 20 bis 40 Meter zusammen, sodass 150 bis 400 € realistisch sind. Bei kleinen Aufträgen greift eine Mindestpauschale von 80 bis 150 €, denn Anfahrt und Baustelleinrichtung fallen unabhängig von der Meterzahl an.
| Leistung | Preis |
|---|---|
| Silikonfuge entfernen und neu ziehen | 3 bis 8 € pro laufendem Meter |
| Bad komplett (Dusche, Wanne, Waschtisch) | 150 bis 400 € |
| Mindestpauschale für Kleinaufträge | 80 bis 150 € |
Wegen der Mindestpauschale lohnt es sich, Arbeiten zu bündeln: Wer ohnehin eine beschädigte Fliese austauschen lässt, gibt die Silikonfugen im selben Termin mit in Auftrag. Bei einer kompletten Badrenovierung sind die Abschlussfugen ohnehin Teil der Fliesenarbeiten; die Größenordnungen dafür zeigt der Ratgeber zu den Kosten für das Fliesen des Bads.
So erneuern Sie die Silikonfuge in sechs Schritten
Für eine gerade Wannenfuge oder Duschfuge brauchen Sie kein Spezialwissen, nur Sorgfalt und zwei bis drei Stunden Zeit. Das komplette Material kostet unter 20 €.
- Schritt 1: Schneiden Sie das alte Silikon mit einem Cuttermesser an beiden Flanken ein und ziehen Sie den Strang in langen Stücken heraus.
- Schritt 2: Weichen Sie die Reste mit Silikonentferner auf und schieben Sie sie mit einem Kunststoffspachtel ab. Auf Acrylwannen kein Metallwerkzeug ansetzen, das hinterlässt Kratzer.
- Schritt 3: Entfetten Sie die Fuge mit Reinigungsalkohol und lassen Sie alles vollständig trocknen. Auf feuchtem oder fettigem Untergrund haftet kein Silikon.
- Schritt 4: Kleben Sie beide Fugenränder mit Kreppband ab, das ergibt später eine exakt gerade Kante.
- Schritt 5: Ziehen Sie das Sanitärsilikon mit der Kartuschenpistole in einem gleichmäßigen Strang auf, die abgeschrägte Spitze dabei im flachen Winkel zur Fuge führen.
- Schritt 6: Glätten Sie die Fuge mit einem Fugenglätter, Eisstäbchen oder dem Finger mit einem Tropfen Spülmittel, ziehen Sie das Kreppband sofort ab und lassen Sie die Fuge mindestens 24 Stunden trocknen.
Ein Trick für die Wannenfuge: Füllen Sie die Badewanne vor dem Verfugen mit Wasser und lassen Sie es bis zur Durchhärtung darin stehen. So wird die Fuge im belasteten Zustand gezogen und reißt später nicht ein, wenn sich die volle Wanne um einige Millimeter senkt.
Welches Silikon gehört ins Bad?
Ins Bad gehört ausschließlich Sanitärsilikon mit fungiziden Zusätzen: Es bleibt dauerelastisch und hemmt die Schimmelbildung. Drei Punkte entscheiden über die Haltbarkeit:
- Sanitärsilikon für Standardfugen: Es ist fungizid ausgerüstet und in vielen Farbtönen erhältlich. Wählen Sie den Ton passend zur Fliesenfuge oder greifen Sie zu transparentem Silikon.
- Natursteinsilikon für Marmor, Granit und Schiefer: Normales Silikon verfärbt Naturstein an den Rändern dauerhaft. Was das empfindliche Material sonst noch benötigt, steht im Ratgeber zum Verlegen von Natursteinfliesen.
- Acryl ist kein Ersatz im Nassbereich: Es ist weniger elastisch, nimmt Wasser auf und schimmelt schneller. Acryl gehört an überstreichbare Anschlüsse in Trockenräumen, nicht an Dusche oder Wanne.
Wenn der Schimmel tiefer sitzt als die Fuge
Neues Silikon löst das Problem nur, solange der Schimmel auf die Fuge beschränkt ist. Zeigt sich nach dem Herausschneiden schwarzer Belag auf Putz oder Fliesenkleber, riecht es muffig oder ist die Wand dauerhaft feucht, steckt die Ursache tiefer: Dann läuft bereits seit längerem Wasser hinter die Abdichtungsebene. In diesem Fall muss erst die Ursache behoben werden, sonst schimmelt auch die neue Fuge binnen weniger Monate. Kosten und Ablauf beschreibt der Ratgeber zur Schimmelsanierung.
Bröselige oder rissige Zementfugen rund um die Silikonfuge erneuern Sie am besten im selben Zug. Was das kostet und wie der Ablauf aussieht, steht im Beitrag zum Erneuern der Fugen.
Lohnt sich der Fachbetrieb oder machen Sie es selbst?
Gerade, gut zugängliche Fugen an Wanne oder Waschtisch sind ein dankbares Heimwerkerprojekt: Material für unter 20 € statt einer Mindestpauschale ab 80 €.
Den Fachmann holen Sie in vier Situationen:
- In der bodengleichen Dusche, wo die Fuge an die Verbundabdichtung anschließt. Was dort zu beachten ist, zeigt der Ratgeber zu den Kosten für das Fliesen der Dusche.
- Bei Naturstein wegen des speziellen Silikons und der Gefahr dauerhafter Verfärbungen.
- Bei vielen Metern im ganzen Haus, wo die Routine des Handwerkers sichtbar bessere Ergebnisse liefert.
- Wenn die Optik zählt: Saubere Innenecken und Kreuzungspunkte verlangen Übung, die erste selbst gezogene Fuge sieht selten perfekt aus.
Was Sie sonst noch zu Silikonfugen wissen sollten
Wie oft müssen Silikonfugen erneuert werden?
Als Faustregel gelten 5 bis 8 Jahre. In stark genutzten Familienduschen auch bereits nach fünf Jahren , im selten genutzten Gästebad hält die Fuge deutlich länger. Silikonfugen gelten als Wartungsfugen: Sie sind ein Verschleißteil und müssen turnusmäßig ersetzt werden, unabhängig von der Qualität der ursprünglichen Arbeit.
Kann man neues Silikon einfach auf das alte auftragen?
Nein. Silikon haftet auf altem Silikon nicht zuverlässig, die neue Schicht löst sich nach kurzer Zeit wieder ab und darunter schimmelt es weiter. Die alte Fuge muss vollständig heraus, die Flanken müssen sauber, fettfrei und trocken sein. Erst dann hält die neue Fuge die vollen 5 bis 8 Jahre.
Wie lange darf die Dusche nach dem Verfugen nicht benutzt werden?
Mindestens 24 Stunden, besser 48 Stunden. Sanitärsilikon härtet von außen nach innen mit etwa 2 mm pro Tag durch; eine tiefe Duschfuge braucht entsprechend länger, bis sie voll belastbar ist. Wer zu früh duscht, beschädigt die noch weiche Oberfläche und riskiert, dass die Fuge vorzeitig undicht wird.
Was hilft gegen schwarze Punkte auf der Silikonfuge?
Oberflächlicher Belag lässt sich mit Badreiniger oder Schimmelentferner beseitigen, danach hilft regelmäßiges Trockenwischen und Lüften gegen neuen Befall. Sitzen die schwarzen Punkte dagegen im Material und lassen sich nicht mehr abwaschen, wächst der Pilz im Silikon: Dann bleibt nur der komplette Austausch der Fuge.
Wer zahlt die Erneuerung der Silikonfugen in der Mietwohnung?
Altersbedingt verschlissene Silikonfugen sind in der Regel Sache des Vermieters, denn sie gehören zur Instandhaltung der Wohnung. Enthält der Mietvertrag eine wirksame Kleinreparaturklausel, kann ein kleiner Betrag auf Sie umgelegt werden. Melden Sie defekte Fugen in jedem Fall zügig schriftlich, sonst haften Sie unter Umständen für Folgeschäden.





