Das Entfernen alter Tapeten kostet beim Profi 8 bis 15 € pro m² Wandfläche. In vielen Angeboten sind Entsorgung und Abtransport bereits enthalten. Ob diese Leistungen inklusive sind, sollte vor der Beauftragung geprüft werden. Für ein 20-m²-Zimmer mit rund 45 m² Wandfläche zahlen Sie damit 350 bis 700 €. Hartnäckige Fälle liegen darüber: Mehrlagige Altbautapeten oder fest verklebte Raufaser kosten bis zu 20 € pro m², Glasfasertapeten 15 bis 25 € pro m². Dieser Ratgeber zeigt die Preise nach Tapetenart, die Methoden der Profis und die Stellen, an denen Sie ohne Risiko sparen können.
Der Preisrahmen für das Tapetenentfernen
Für das Ablösen normal verklebter Tapeten berechnen Malerbetriebe 8 bis 15 € pro m² Wandfläche. In diesem Preis stecken das Einweichen oder Abziehen, das Entfernen von Kleisterresten, das Abdecken des Bodens sowie die Entsorgung der Tapetenreste. Abgerechnet wird nach der tatsächlichen Wandfläche, nicht nach der Grundfläche des Raums. Manche Betriebe kalkulieren alternativ nach Aufwand oder Stundenlohn. Viele Betriebe setzen zudem einen Mindestauftragswert von 150 bis 250 € an, damit sich Anfahrt und Rüstzeit für kleine Flächen überhaupt lohnen.
Ein Rechenbeispiel macht das greifbar: Ein Zimmer mit 20 m² Grundfläche und 2,50 m Deckenhöhe hat nach Abzug von Fenstern und Türen etwa 45 m² Wandfläche. Beim üblichen Preis von 8 bis 15 € pro m² ergibt das 350 bis 700 € für den kompletten Raum. Kommen verklebte Farbschichten oder mehrere Tapetenlagen dazu, steigt die Summe entsprechend. Was der Betrieb pro Stunde berechnet, erklärt der Ratgeber zu den Malerkosten und Stundenlöhnen.
Die Kosten nach Tapetenart in der Übersicht
Die Tapetenart entscheidet über den Aufwand: Vliestapeten lassen sich oft trocken in ganzen Bahnen abziehen, während Glasfasertapeten so fest verklebt sind, dass sie mühsam Stück für Stück abgetragen werden müssen.
| Tapetenart | Kosten pro m² | Besonderheit |
|---|---|---|
| Papiertapete, einlagig | 8 bis 12 € | weicht gut ein, löst sich leicht |
| Raufaser, normal verklebt | 8 bis 15 € | Standardfall beim Renovieren |
| Raufaser, mehrfach überstrichen | 15 bis 20 € | Farbschichten sperren das Wasser aus |
| Vliestapete | 8 bis 12 € | lässt sich meist trocken abziehen |
| Latex- oder lackbeschichtete Tapete | 15 bis 20 € | muss vor dem Einweichen perforiert werden |
| Glasfasertapete | 15 bis 25 € | extrem fest verklebt, hoher Zeitaufwand |
Wenn Sie unsicher sind, welche Tapete bei Ihnen an der Wand hängt, hilft der Überblick über die gängigen Tapetenarten. Speziell zu den Eigenschaften von Raufasertapete und Vliestapete gibt es eigene Beiträge.
Mit welchen Methoden entfernen Profis alte Tapeten?
Profis arbeiten in den meisten Fällen mit warmem Wasser und Spachtel, greifen bei hartnäckigen Belägen aber zu stärkeren Mitteln. Vier Methoden haben sich bewährt:
- Einweichen und Spachteln: Warmes Wasser mit etwas Spülmittel wird aufgetragen, nach 10 bis 15 Minuten Einwirkzeit lösen sich die Bahnen mit dem Spachtel. Der Standard für Papier- und Raufasertapeten. Aber auch warmes Wasser, häufig mit einem speziellen Tapetenlöser, löst den Kleister auf.
- Tapetenlöser: Ein Zusatz im Wasser zersetzt den Kleister chemisch. Sinnvoll bei mehrlagigen Tapeten oder altem, hartem Kleister.
- Dampfgerät: Heißer Dampf dringt in die Tapete ein und löst den Kleister großflächig. Schnellste Methode bei großen Flächen, erfordert aber Erfahrung, denn nicht jeder Putz reagiert darauf
- Stachelwalze: Beschichtete Tapeten lassen kein Wasser durch. Die Walze perforiert die Oberfläche, damit Wasser oder Dampf dahinter gelangen.
Welche Methode zum Einsatz kommt, entscheidet der Maler nach einer Probestelle: An einer unauffälligen Ecke prüft er, wie fest die Tapete sitzt und ob der Putz beim Ablösen mitkommt. Diese Probe lohnt sich auch für Heimwerker, bevor Werkzeug gekauft oder ein Dampfgerät gemietet wird.
Diese Faktoren bestimmen den Endpreis
Ob Ihr Zimmer am unteren oder oberen Ende der Preisspanne landet, hängt von drei Punkten ab: der Zahl der Tapetenschichten, dem Zustand des Untergrunds und den Nebenleistungen.
Anzahl der Schichten und Alter des Kleisters
In Altbauten kleben oft drei bis fünf Tapetenlagen übereinander, teils mit Leimfarbe überstrichen. Jede zusätzliche Lage braucht einen eigenen Arbeitsgang aus Einweichen und Abtragen. Genau deshalb kosten mehrlagige Altbautapeten bis zu 20 € pro m², während eine frische, einlagige Tapete schon für 8 € pro m² verschwindet.
Untergrund und Folgearbeiten
Reißt beim Ablösen der Putz mit aus, muss der Maler die Stellen verspachteln und glätten. Solche Ausbesserungen kosten je nach Umfang 3 bis 8 € pro m² zusätzlich. Bevor neue Tapete oder Farbe an die Wand kommt, braucht der nackte Untergrund außerdem meist eine Vorbehandlung; wie die abläuft, lesen Sie im Beitrag zum Grundieren der Wand.
Entsorgung und Anfahrt
Alte Tapeten gehören in der Regel in den Restmüll oder müssen über den örtlichen Wertstoffhof entsorgt werden. Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Kommune. Bei einem kompletten Zimmer kommen schnell mehrere Müllsäcke zusammen. Im m²-Preis des Betriebs ist die Entsorgung normalerweise enthalten. Welche Regeln gelten, fasst der Ratgeber zum Entsorgen von Tapeten zusammen.
Tapeten selbst abziehen oder den Profi beauftragen?
Tapeten entfernen ist gut in Eigenleistung durchführbar: Es braucht kein teures Werkzeug und kaum Vorkenntnisse, nur Zeit und Geduld. Spachtel, Stachelwalze, Quast und Abdeckfolie kosten zusammen 20 bis 50 €, ein Dampfgerät gibt es im Verleih für 15 bis 25 € pro Tag. Rechnen Sie für ein normales Zimmer mit einem vollen Arbeitstag, bei mehrlagigen Tapeten auch mit zwei.
Der häufigste Anfängerfehler ist zu wenig Geduld beim Einweichen: Wer zu früh kratzt, beschädigt den Putz und zahlt am Ende für die Spachtelarbeiten drauf. Tragen Sie das Wasser lieber zweimal auf, lassen Sie es jeweils einige Minuten wirken und arbeiten Sie in Etappen von zwei bis drei Bahnen.
Der Profi lohnt sich immer dann, wenn Glasfasertapete an der Wand hängt, der Putz bröselig ist oder anschließend direkt weitergearbeitet werden soll. Ein geübter Maler erkennt sofort, ob der Untergrund nach dem Ablösen tapezierfähig ist oder erst gespachtelt werden muss. Das erspart böse Überraschungen, wenn die neue Wandgestaltung ansteht.
Tipps vom Handwerker für den kleinen Geldbeutel
Am wirkungsvollsten sparen Sie, wenn Sie das Abziehen selbst übernehmen und den Profi nur für die Folgearbeiten buchen. Diese Punkte senken die Rechnung:
- Leicht lösbare Tapeten selbst abziehen und den Betrieb nur für hartnäckige Wände beauftragen
- Die Entsorgung übernehmen, wenn der Betrieb den Posten separat ausweist
- Möbel ausräumen und den Boden selbst abdecken, bevor der Maler kommt
- Mehrere Räume in einem Auftrag bündeln statt einzeln zu vergeben
- Das Entfernen mit dem Neutapezieren kombinieren; die Preise dafür zeigt der Ratgeber zu den Kosten für das Tapezieren
Die wichtigsten Fragen zum Entfernen alter Tapeten
Wie viel Wandfläche hat ein 20-m²-Zimmer?
Als Faustformel multiplizieren Sie den Raumumfang mit der Deckenhöhe und ziehen Fenster und Türen ab. Ein 20-m²-Zimmer mit 4 mal 5 m Grundriss und 2,50 m Höhe kommt auf 45 m² Umfangsfläche; nach Abzug von Fenster und Tür bleiben rund 40 bis 45 m² Wandfläche übrig.
Kann man neue Tapeten einfach auf die alten kleben?
Davon ist in fast allen Fällen abzuraten. Alte Tapeten können sich durch die Feuchtigkeit des frischen Kleisters lösen, dann fällt die neue Lage gleich mit ab. Außerdem zeichnen sich Stöße und Blasen der alten Schicht durch. Ein tragfähiger, glatter Untergrund entsteht nur auf der nackten, grundierten Wand.
Was kostet das Entfernen von Raufaser mit vielen Farbschichten?
Mehrfach überstrichene Raufaser kostet 15 bis 20 € pro m², weil die Farbschichten das Wasser aussperren. Der Maler muss die Oberfläche erst mit der Stachelwalze perforieren, damit Wasser oder Tapetenlöser den Kleister erreichen, das erhöht den Arbeitsaufwand.
Geht Vliestapete wirklich trocken von der Wand?
Meistens ja. Vliestapeten sind restlos trocken abziehbar, wenn sie fachgerecht auf einem grundierten Untergrund verklebt wurden. Die Bahnen lassen sich dann von unten nach oben in einem Stück abziehen. Wurde direkt auf sandenden Putz geklebt, bleiben allerdings Reste hängen, die eingeweicht werden müssen.
Was kostet das Entfernen von Glasfasertapete?
Glasfasertapete ist mit 15 bis 25 € pro m² der teuerste Fall. Das Gewebe ist für dauerhafte Haftung verklebt und löst sich nur in kleinen Stücken. Manche Betriebe empfehlen deshalb, die Fläche stattdessen zu verspachteln und neu aufzubauen; was sinnvoller ist, entscheidet der Profi nach einer Probestelle. Ist die Glasfasertapete noch fest mit dem Untergrund verbunden, kann sie in manchen Fällen überspachtelt oder neu beschichtet werden. Ob das möglich ist, sollte ein Fachbetrieb beurteilen.
Wie lange dauert das Tapetenentfernen in einem Zimmer?
Ein Profi schafft ein normales Zimmer mit einlagiger Tapete in einem halben bis ganzen Arbeitstag. Bei mehrlagigen Altbautapeten, Glasfasertapete oder beschädigtem Putz können zwei volle Tage nötig werden. Heimwerker sollten für dieselbe Fläche etwa die doppelte Zeit einplanen.
Was kostet das Entfernen von Tapeten pro Quadratmeter?
Für das Entfernen normal verklebter Tapeten berechnen Malerbetriebe meist 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Bei mehreren Tapetenschichten oder Glasfasertapeten können die Kosten auf 20 bis 25 Euro pro Quadratmeter steigen.
Muss nach dem Entfernen der Tapeten grundiert werden?
In vielen Fällen ja. Vor dem Tapezieren oder Streichen sollte der Untergrund auf Tragfähigkeit geprüft und bei Bedarf mit einem geeigneten Tiefengrund vorbehandelt werden. Dadurch haften neue Tapeten und Farben besser.
Wie erkenne ich, ob die Tapete trocken abziehbar ist?
Versuchen Sie, eine Ecke vorsichtig zu lösen. Lässt sich die Bahn ohne großen Kraftaufwand in einem Stück abziehen, handelt es sich häufig um eine trocken abziehbare Vliestapete. Reißt die Tapete dagegen in kleinen Stücken, muss sie meist eingeweicht werden.
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