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Rohbau eines Kellers, außen kleben hellblaue Dämmplatten

Perimeterdämmung: Kosten, Material und Aufbau

Lesedauer 5 Minuten

Letzte Aktualisierung am 11. Juni 2026

Spätestens, wenn man sich vor Augen führt, dass mit dem Begriff Perimeter der erdumgebende Bereich eines Gebäudes gemeint ist, wird klar, worum es sich bei einer Perimeterdämmung handelt. Vor allem in beheizten Wohnkellern ist damit eine Wärmedämmung gemeint um die Kellerwände und -böden, die viel kälteren Temperaturen als der Rest des Hauses ausgesetzt sind, vor zu starker Auskühlung zu schützen. Doch neben dem Erhalt eines möglichst angenehm warmen Klimas vor allem in den Wintermonaten besteht die Hauptaufgabe einer solchen Dämmung auch darin, unbeheizte Kellerräume nicht zu schnell auskühlen zu lassen und damit die Bildung von Kondenswasser und schlussendlich Schimmel zu unterbinden. Doch nicht nur die Außenseiten der in den Boden eingesenkten Kellerwände können dabei gedämmt werden, sondern auch der Bereich unterhalb der Bodenplatte selbst.

Je nach Standort des jeweiligen Bauwerkes ist eine solche Schutzschicht aus verschiedenen Gründen notwendig und muss anderen Ansprüchen genügen. Der größte Teil des Wärmeverlustes eines Kellerraumes kommt hierbei unter anderem je nach Wetterlage durch Diffusionsvorgänge auf Molekularebene als auch durch Frost-Tau-Wirkungen zustande. Zum einen muss darauf geachtet werden, ob das Haus in einer sehr wasserreichen Gegend errichtet wurde, in der zu der gewöhnlich vorkommenden Erdfeuchte noch Sicker- und Stauwässer hinzukommen oder ob besonders große Grundwasservorkommen die Dämmung beeinflussen können. Besonders in verkehrsreichen Regionen muss zusätzlich dem erhöhten Erddruck standgehalten werden.

Wärmespeicherung aus Hartschaum oder recyceltem Altglas

Bei all den Anforderungen, die an die neue Wärmedämmung gestellt werden, muss sie hauptsächlich drei wichtige Eigenschaften erfüllen. Da besonders große Drucke auf die vergleichsweise dünnen Kellerwände wirken, muss die Perimeterdämmung vor allem druckbeständig sein. In Hinsicht darauf, dass sie sich ständig im Erdreich befindet, muss sie außerdem an alle Witterungen angepasst und sowohl wasserdicht sein als auch resistent gegen Verrottungen jeglicher Art. Aus diesem Grunde haben sich vor allem zwei Hauptstoffe bewährt. Zum einen geschlossenporige Schaumstoffmaterialien in verschiedenen Herstellungsformen und Zusammensetzungen und zum anderen Glas. So finden an den Wandbereichen vorzugsweise extrudierte Polystyrole, auch XPS genannt, in Form von Hartschaumplatten Verwendung. Im Sinne des Umweltschutzes sind auch Recyclingwaren aus Quarzsand oder Altglas besonders beliebt. Unterhalb der Bodenplatten wird loses Glasschaumgranulat gerne benutzt, aber auch Blähglas und Schaumglasplatten finden zunehmend Anwendung. Dabei anzumerken ist, dass für XPS und Glasschaum keine Einbautiefenbeschränkungen existieren.

Je nachdem, welches der genannten Materialien für die Dämmung genutzt wird, belaufen sich die Kosten auch auf verschiedene Größenordnungen. Des Weiteren muss beachtet werden, dass nur bei Neubauten eine Untergrunddämmung realisiert werden kann, was sich entsprechend auch im Endpreis niederschlägt. Betrachtet man die bloße Verklebung von Platten aus verdichtetem Polystyrol an den Kellerwänden, so kann man von einer Summe von 40 bis 80 € je m² ausgehen. Sollen bei bereits bestehenden Altbauten die Dämmungen erneuert werden, kommt als Kostenfaktor noch der Erdaushub zur Freilegung der Wandflächen hinzu. Je nach Beschaffenheit des Untergrundes und der Größe des Objektes variieren die Preise stark. Muss zusätzlich noch eventuell vorhandenes Grundwasser abgeleitet werden, entstehen teils hohe Zusatzkosten. Sollten die Arbeiten allerdings im Rahmen einer Fassadendämmung durchgeführt werden, ist unter Umständen eine KfW-Förderung möglich.

Nach der Abdichtung folgt die Dämmung

Nachdem mehr oder weniger die Umgebungsumstände über die Anforderungen und Zusammensetzungen der verwendeten Materialien für eine Perimeterdämmung entscheiden, unterscheidet sich auch der Aufbau der eigentlichen Dämmschicht je nach Bauweise des Gebäudes. Je nachdem, ob der Keller auch als Wohnraum dienen soll, muss die Perimeterdämmung zwischen acht und 20 Zentimeter dick sein, wobei die höchste Dicke für bewohnte Keller dienen sollte. Handelt es sich beim Gebäude um eine sogenannte Weiße Wanne, bei der neben der Grundplatte auch die Wände selbst aus Beton bestehen, so befindet sich unter dem Dämmmaterial keine Schicht zur Abdichtung gegen Nässe und Feuchtigkeit. Wurden die Hauswände allerdings in Steinbauweise gefertigt, kommt eine Schwarze Wanne zum Tragen. Dabei folgt auf die verputzten Ziegel, die immer noch Nässe ins Rauminnere lassen würden, eine vollständige Dichtungshaut aus Bitumen. Das Erdölprodukt kann dabei flüssig oder in festen Bahnen aufgetragen werden. Um es dichter und verformungsbeständiger werden zu lassen, sind oft Kunststoffbeimengungen zu finden. Bei K-Wannen wird die Dämmung nicht separat über der Wassersperrschicht aufgebracht, sondern in die elastischen Kunststoffbahnen eingelassen. Um bei einem folgenden Verfüllen der Erdgrube und eventuell später nötigen erneuten Erdaushub die Dämmung nicht zu beschädigen, schafft eine anschließende Drainage aus Mauerschutzplatten Abhilfe. Diese besteht zumeist aus offenporigen Polystyrolkügelchen und kann sowohl separat, als auch in Form eines Zweikomponentenaufbaus in Verbindung mit der Dämmung verwendet werden.

Ist die Perimeterdämmung Pflicht?

Doch wie sieht es nun aus, ist eine Perimeterdämmung als Schutz vor austretender Wärme Pflicht oder kann jeder selbst entscheiden, ob er sie verwendet? Um diese Frage zu beantworten, spielt es wieder einmal eine Rolle, ob es sich bei dem zu dämmenden Gebäude um einen Alt- oder Neubau handelt. Bei allen, die demnächst als neue Bauherren agieren, ist der Sachverhalt klar. Denn die Energiesparverordnung schreibt eine Perimeterdämmung gesetzlich vor. Bei Altbauten hingegen ist man nur zum Einbringen von Polystyrol oder Glasschaum verpflichtet, wenn die im Erdreich liegende Putzschicht sowieso erneuert wird.

Was kostet eine Perimeterdämmung?

Eine Perimeterdämmung kostet 40 bis 120 € pro m² inklusive Erdarbeiten, Material und Verlegung. Bei einem Einfamilienhaus mit 80 m² erdberührter Kellerwand entstehen 3.200 bis 9.600 € Gesamtkosten. Wird die Dämmung im Zuge eines Neubaus oder einer ohnehin geplanten Kellerabdichtung verlegt, sinken die Kosten deutlich, weil die Baugrube bereits offen ist.

KostenpostenPreis pro m²
Dämmplatten XPS (8-12 cm)15 bis 30 €
Dämmplatten Schaumglas30 bis 60 €
Kleber und Befestigung5 bis 10 €
Verlegung durch Fachbetrieb15 bis 30 €
Erdarbeiten (nur bei nachträglicher Dämmung)30 bis 60 €
Drainage (falls nötig)20 bis 50 € pro lfd. Meter

Der größte Posten bei nachträglicher Perimeterdämmung sind die Erdarbeiten: Die Kellerwand muss komplett freigelegt werden. Deshalb lohnt sich die Kombination mit einer ohnehin fälligen Kellerabdichtung fast immer.

Welches Material eignet sich für die Perimeterdämmung?

  • XPS (extrudierter Polystyrol-Hartschaum): Der Standard. Druckfest, nimmt kein Wasser auf, 15 bis 30 € pro m². Für fast alle Anwendungen die wirtschaftlichste Wahl
  • Schaumglas: Höchste Druckfestigkeit, komplett wasserdicht und unverrottbar, 30 bis 60 € pro m². Erste Wahl bei lastabtragender Dämmung unter der Bodenplatte
  • EPS-Perimeterplatten: Günstiger als XPS (10 bis 20 € pro m²), aber nur für geringe Belastung und drückendes Wasser nicht geeignet
  • Nicht geeignet: Mineralwolle, Holzfaser und alle Dämmstoffe, die Feuchtigkeit aufnehmen – im Erdreich versagen sie

Bodenplatte dämmen: Perimeterdämmung von unten

Beim Neubau wird die Perimeterdämmung auch unter der Bodenplatte verlegt – als sogenannte lastabtragende Dämmung. Sie trägt das gesamte Gebäudegewicht und muss deshalb extrem druckfest sein. Zum Einsatz kommen XPS-Platten hoher Rohdichte oder Schaumglasschotter.

  • XPS unter der Bodenplatte: 20 bis 40 € pro m², Standard beim Einfamilienhaus
  • Schaumglasschotter: 25 bis 50 € pro m², übernimmt zusätzlich die Funktion der kapillarbrechenden Schicht
  • Nachträglich nicht möglich: Die Dämmung unter der Bodenplatte lässt sich nach dem Bau nicht mehr ergänzen – dann bleibt nur die Kellerdeckendämmung von innen

Mehr zu den Alternativen lesen Sie in unserem Beitrag Keller dämmen – Kosten und Möglichkeiten.

Häufige Fragen zur Perimeterdämmung

Wie dick muss eine Perimeterdämmung sein?

Für beheizte Keller nach GEG-Anforderung (U-Wert 0,30 W/m²K) sind 10 bis 14 cm XPS üblich. Bei unbeheizten Kellern reichen 6 bis 8 cm. Wer BAFA-Förderung will, muss einen U-Wert von 0,25 W/m²K erreichen – das bedeutet meist 12 bis 16 cm Dämmstärke.

Wird die Perimeterdämmung gefördert?

Ja. Als Einzelmaßnahme über die BAFA (BEG-EM) mit 15 % Zuschuss, mit individuellem Sanierungsfahrplan 20 %. Voraussetzung: U-Wert maximal 0,25 W/m²K und Umsetzung durch einen Fachbetrieb. Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden, Details unter bafa.de.

Kann ich die Perimeterdämmung selbst anbringen?

Das Verkleben der Platten ist handwerklich machbar. Kritisch sind aber Erdarbeiten (Einsturzgefahr der Baugrube), die Abdichtung darunter und der Übergang zur Sockeldämmung. Fehler führen zu Feuchteschäden, die erst Jahre später sichtbar werden. Bei bewohnten Häusern ist der Fachbetrieb die sichere Wahl – zumal die BAFA-Förderung Eigenleistung ausschließt.

Was ist der Unterschied zwischen Perimeterdämmung und Sockeldämmung?

Die Perimeterdämmung liegt unter der Erde an Kellerwand und Bodenplatte. Die Sockeldämmung ist der sichtbare Übergangsbereich zwischen Erdreich und Fassadendämmung, etwa 30 bis 50 cm über dem Boden. Beide müssen lückenlos ineinander übergehen, sonst entsteht eine Wärmebrücke am Gebäudesockel.

Bild: Kara / stock.adobe.com

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