Eine Kellersanierung kostet je nach Maßnahme zwischen 80 und 600 € pro m². Eine Innenabdichtung liegt bei 80 bis 200 € pro m², eine Außenabdichtung mit Aushub bei 300 bis 600 € pro m². Wird ein feuchter Keller komplett saniert und zum Wohnraum ausgebaut, summieren sich die Kosten schnell auf mehrere tausend €. Auf dieser Seite erfahren Sie, warum Keller feucht werden, welche Arbeiten nötig sind, was sie kosten und welche Förderungen es gibt.
Früher dienten Kellerräume vor allem als Lager und als Ort der Haustechnik wie Stromzähler und Heizungsanlage. In modernen Häusern werden sie dagegen zunehmend als Hobby-, Arbeits- oder Wohnraum genutzt. Damit alte Kellerräume so genutzt werden können, ist häufig eine Sanierung nötig, denn durch die Lage unter der Erde dringt oft Feuchtigkeit ein. Was in einem Lagerraum noch hinnehmbar ist, wäre für einen mit Bodenbelag und Tapeten ausgestatteten Wohnraum fatal.
Nasser Keller: die häufigsten Ursachen
Ein nasser Keller hat fast immer eine von drei Ursachen, und die richtige Sanierung hängt davon ab, welche vorliegt. Deshalb steht am Anfang jeder Kellersanierung eine genaue Analyse, wie das Wasser eindringt und ob bereits dauerhafte Feuchtigkeitsschäden entstanden sind.
- Drückendes Wasser: Bei hohem Grundwasser oder Stauwasser in Hanglage drückt Wasser seitlich gegen die Kelleraußenwand. Hier ist eine Vertikalsperre oder Außenabdichtung nötig.
- Aufsteigende Feuchte: Fehlt eine funktionierende Horizontalsperre, zieht Bodenfeuchtigkeit über die Kapillarwirkung in der Wand nach oben. Hier hilft eine nachträgliche Horizontalsperre.
- Kondenswasser: Warme, feuchte Luft schlägt sich an den kühlen Kellerwänden nieder. Ursache ist meist falsches Lüften. Hier genügen oft schon ein geändertes Lüftungsverhalten und ein Luftentfeuchter.
Was kostet die Kellersanierung?
Die Kellersanierung kostet je nach Maßnahme zwischen 80 und 600 € pro m² oder laufendem Meter Wand. Den größten Kostenblock macht die Außenabdichtung aus, weil dafür das Erdreich rund um das Haus aufgegraben werden muss. Eine Innenabdichtung ist deutlich günstiger, hält das Wasser aber nur im Raum zurück, statt es von der Wand fernzuhalten. Die folgende Tabelle zeigt die üblichen Preisspannen der einzelnen Maßnahmen.
| Maßnahme | Kosten |
|---|---|
| Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchte (je lfm) | 80 – 200 € |
| Außenabdichtung / Vertikalsperre inkl. Aushub (je m²) | 300 – 600 € |
| Innenabdichtung (je m²) | 80 – 200 € |
| Kellerboden mit Sperrschicht und Estrich (je m²) | 40 – 100 € |
| Innendämmung der Kellerwand (je m²) | 50 – 120 € |
| Schimmelbeseitigung (je m² Wandfläche) | 50 – 150 € |
| Mauertausch bei geschädigtem Mauerwerk (je m²) | 200 – 400 € |
Weil sich meist mehrere Maßnahmen kombinieren, lässt sich eine Kellersanierung nur nach einer Begutachtung vor Ort seriös beziffern. Auf blauarbeit.de finden Sie Fachbetriebe in Ihrer Nähe, die den Keller prüfen und ein konkretes Angebot erstellen.
Keller trockenlegen und abdichten
Steht fest, wie das Wasser eindringt, wird der Keller trockengelegt und abgedichtet. Gegen aufsteigende Feuchte kommt eine Horizontalsperre zum Einsatz, meist über das Injektionsverfahren, bei dem eine wasserabweisende Flüssigkeit in gebohrte Löcher gepresst wird. Wie diese Verfahren im Detail funktionieren, lesen Sie im Ratgeber zur Mauertrockenlegung. Diese Arbeiten stellen hohe Ansprüche an die Statik und sollten nie von Laien durchgeführt werden.
Gegen seitlich eindringendes Wasser hilft eine Abdichtung, die von außen oder von innen ausgeführt werden kann. Die Außenabdichtung ist die dauerhafteste Lösung: Das Erdreich wird abgetragen und eine wasserabweisende Schicht auf die Außenwand aufgetragen. Ist ein Aushub baulich nicht möglich, bleibt die Innenabdichtung, bei der die Wand von innen mit einer Dichtschlämme versiegelt wird. Welche Variante sich für Ihren Keller eignet und was sie kostet, lesen Sie unter Kellerabdichtung Kosten.
Wichtig ist dabei die richtige Reihenfolge. Zuerst wird die Feuchtequelle gestoppt, dann trocknet das Mauerwerk aus, und erst danach folgen Dämmung, Boden und die neuen Oberflächen. Wer diese Reihenfolge umkehrt und die Wand vor dem Austrocknen verkleidet, schließt die Feuchtigkeit ein und riskiert schon nach kurzer Zeit neue Schäden. Bei besonders feuchtem Erdreich oder hohem Grundwasserstand kann zusätzlich eine Drainage rund um das Haus sinnvoll sein, die anfallendes Wasser gezielt ableitet und die Kelleraußenwand dauerhaft entlastet. Ob eine Drainage nötig ist, beurteilt der Fachbetrieb anhand von Bodenart, Grundwasserstand und Lage des Gebäudes.
Boden und Wände dämmen
Soll der Keller zum Wohnraum werden, müssen Boden und Wände gedämmt werden. Der Kellerboden erhält eine Sperrschicht aus Kunstharz oder eine mehrlagige Bitumenschicht, die aufsteigende Nässe vom neuen Bodenbelag fernhält. Darauf kommen Estrich und bei Bedarf eine Wärme- und Trittschalldämmung. Bei sehr alten Häusern ohne stabile Bodenplatte muss der Boden komplett neu aufgebaut werden.
Bei der Wanddämmung ist entscheidend, dass sich hinter den Dämmplatten keine Feuchtigkeit staut. Von innen kommen deshalb feuchtigkeitsregulierende Platten mit Kapillartechnik zum Einsatz, die anfallende Feuchte wieder an die Raumluft abgeben. Mehr dazu lesen Sie unter Innendämmung. Wurde für eine Außenabdichtung ohnehin das Erdreich freigelegt, bietet sich stattdessen eine Perimeterdämmung an der Außenwand an, die den nutzbaren Innenraum nicht verkleinert.
Feuchtigkeitsschäden und Schimmel beseitigen
Bei Kellerwänden, die schon lange Feuchtigkeit ausgesetzt waren, reicht es oft nicht, weiteres Eindringen zu verhindern. Feuchtigkeit hinterlässt Ausblühungen und bildet eine ideale Brutstätte für Schimmel, der Sporen an die Raumluft abgibt und das Mauerwerk zusätzlich schädigt. Ausblühungen lassen sich mit einem neuen Anstrich beheben, Schimmel dagegen nicht übertünchen. Er muss fachgerecht entfernt und seine Feuchtequelle beseitigt werden, wie im Ratgeber zur Schimmelsanierung beschrieben. Ist das Mauerwerk bereits zu stark zerstört, muss es im Mauertauschverfahren abschnittsweise durch neues, stabiles Mauerwerk ersetzt werden.
Heizung und Lüftung im Keller
Wird der Keller dauerhaft genutzt, muss er beheizt und richtig gelüftet werden, sonst schlägt sich die Feuchtigkeit der Atemluft an den Wänden nieder. Für selten genutzte Räume genügt eine elektrische Heizung, die günstig zu installieren ist. Als Wohnraum genutzte Räume erhalten besser einen eigenen Heizkörper am Heizkreislauf des Hauses, was in der Installation teurer ist, aber die Heizkosten deutlich senkt. Ein Elektroheizkörper kostet rund 200 €, ein Heizkörper inklusive Anschluss etwa 1.000 bis 1.300 €.
Genauso wichtig wie die Heizung ist das richtige Lüften. Im Sommer sollten Sie den Keller nicht tagsüber lüften, weil die warme Außenluft an den kühlen Wänden kondensiert. Besser sind die kühlen Morgen- und Abendstunden. In feuchten Kellern hilft zusätzlich ein Luftentfeuchter, die Restfeuchte in Grenzen zu halten.
Förderung für die Kellersanierung
Für die energetischen Anteile einer Kellersanierung, etwa die Dämmung der Kellerdecke oder der Kelleraußenwand, gibt es Förderungen von KfW und BAFA. Die konkreten Programme, Zuschusssätze und Voraussetzungen ändern sich jedoch regelmäßig, weshalb Sie den aktuellen Stand vor der Antragstellung prüfen sollten. In der Regel gilt: Die Maßnahme muss vor Beginn der Arbeiten beantragt und von einem Fachunternehmen ausgeführt werden, häufig ist außerdem ein Energieberater einzubinden. Die reine Abdichtung gegen Feuchtigkeit ist meist nicht förderfähig, die damit verbundene Dämmung dagegen oft schon.
Was Eigentümer zur Kellersanierung oft fragen
Was kostet eine Kellersanierung?
Je nach Maßnahme liegen die Kosten zwischen 80 und 600 € pro m² oder laufendem Meter Wand. Eine Innenabdichtung kostet 80 bis 200 € pro m², eine Außenabdichtung mit Aushub 300 bis 600 € pro m². Ein feuchter Keller, der komplett saniert und ausgebaut wird, kostet insgesamt meist mehrere tausend €, weil sich mehrere Maßnahmen kombinieren.
Was tun bei einem nassen Keller?
Zuerst muss die Ursache geklärt werden, denn danach richtet sich die Sanierung. Drückendes Wasser erfordert eine Außenabdichtung, aufsteigende Feuchte eine Horizontalsperre, Kondenswasser oft nur besseres Lüften und einen Luftentfeuchter. Ein Fachbetrieb misst die Feuchtigkeit und stellt fest, wie das Wasser eindringt, bevor die passenden Maßnahmen festgelegt werden.
Sollte der Keller von innen oder außen abgedichtet werden?
Die Außenabdichtung ist die dauerhafteste Lösung, weil sie das Wasser von der Wand fernhält, sie ist wegen des Aushubs aber deutlich teurer. Die Innenabdichtung ist günstiger und auch dann möglich, wenn kein Aushub machbar ist, hält das Wasser jedoch nur im Raum zurück. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von Wasserdruck, Zugänglichkeit und Budget ab.
Kann man einen feuchten Keller zum Wohnraum ausbauen?
Ja, aber erst nachdem der Keller trockengelegt, abgedichtet und getrocknet ist. Ohne beseitigte Feuchtequelle werden Bodenbelag, Tapete und Dämmung schnell wieder beschädigt und es bildet sich Schimmel. Zusätzlich müssen für die Wohnnutzung Boden und Wände gedämmt sowie eine ausreichende Beheizung und Lüftung sichergestellt werden.
Wird die Kellersanierung gefördert?
Die energetischen Anteile wie die Dämmung der Kellerdecke oder der Außenwand können von KfW und BAFA gefördert werden, die reine Abdichtung gegen Feuchtigkeit meist nicht. Da sich Programme und Sätze regelmäßig ändern, sollten Sie den aktuellen Stand prüfen, die Maßnahme vor Beginn beantragen und von einem Fachunternehmen ausführen lassen.




