Ein einzelnes Zimmer streichen zu lassen kostet 10 bis 25 € pro m² für Decken- und Wandfläche. Für einen 16-m²-Raum zahlen Sie beim Malerbetrieb ca. 400 bis 700 €, inklusive Farbe, Abkleben und Abdecken. Dieser Ratgeber behandelt einzelne Räume wie Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Kinderzimmer; die Preise für die komplette Wohnung finden Sie im Ratgeber zu den Kosten für das Wohnungsstreichen. Hier lesen Sie, welche Preise je Raumgröße üblich sind, welche Zuschläge anfallen und wann sich der Profi wirklich lohnt.

Die Preise nach Raumgröße in der Übersicht
Je größer der Raum, desto niedriger der Preis pro m², denn Anfahrt, Abkleben und Gerätereinigung fallen nur einmal an. Die Tabelle zeigt die üblichen Gesamtkosten für Wände und Decke bei normaler Deckenhöhe und gutem Untergrund.
| Raumgröße | Wandfläche(ca.) | Kosten beim Malerbetrieb |
|---|---|---|
| 12 m² (Kinderzimmer) | ca. 30 m² | 300 bis 550 € |
| 16 m² (Schlafzimmer) | ca. 38 m² | 400 bis 700 € |
| 20 m² (Wohnzimmer) | ca. 45 m² | 450 bis 900 € |
| 25 m² (großes Wohnzimmer) | ca. 52 m² | 550 bis 1.100 € |
Die Spannen decken den Normalfall ab: zwei Anstriche in Weiß oder einem hellen Ton auf tragfähigem Untergrund. Farbwechsel, Spachtelarbeiten oder hohe Decken verschieben den Preis nach oben, dazu gleich mehr.
Ihre eigene Wandfläche schätzen Sie mit einer einfachen Formel: Raumumfang mal Deckenhöhe, davon Fenster und Türen abziehen. Ein 16-m²-Zimmer mit 4 mal 4 m Grundriss und 2,50 m Höhe kommt so auf 40 m² Umfangsfläche; nach Abzug der Öffnungen und mit der Decke landen Sie bei den rund 38 m² aus der Tabelle. Mit dieser Zahl können Sie jedes Angebot sofort auf Plausibilität prüfen.
Wie setzt sich der m²-Preis beim Maler zusammen?
Der Löwenanteil des Preises ist Arbeitszeit: Vom m²-Preis von 10 bis 25 € entfallen nur etwa 2 bis 5 € auf Farbe und Abdeckmaterial, der Rest auf Lohn, Anfahrt und Betriebskosten. Im Preis enthalten sind üblicherweise das Abkleben von Fenstern, Türzargen und Fußleisten, das Abdecken des Bodens, zwei Anstriche sowie das Verschließen kleiner Dübellöcher. Wie die Stundensätze zustande kommen, schlüsselt der Beitrag zu den Malerkosten und Stundenlöhnen auf. Wer nur einzelne Flächen streichen lässt, findet im Ratgeber zum Streichen von Wänden die passenden Preise; für die Deckenfläche allein lohnt der Blick auf die Kosten für das Streichen der Decke.
Welche Preisfaktoren entscheiden über die Endsumme?
Fünf Faktoren bestimmen, ob Ihr Zimmer am unteren oder oberen Ende der Spanne landet. Prüfen Sie das Angebot gezielt auf diese Positionen, denn hier verstecken sich die größten Preisunterschiede zwischen den Betrieben.
Deckenhöhe und Altbau
Ab etwa 3 m Deckenhöhe braucht der Maler ein kleines Gerüst oder Teleskopstangen, und die Wandfläche wächst mit jedem Zentimeter. Altbauräume mit Stuck erfordern zusätzlich feine Pinselarbeit an den Übergängen zwischen Wand, Stuckleiste und Decke. Beides zusammen kann den Preis um 20 bis 30 % erhöhen. Fragen Sie im Altbau deshalb gezielt nach einem Besichtigungstermin, bevor der Betrieb einen Pauschalpreis nennt.
Farbwechsel von dunkel auf hell
Eine dunkelrote oder anthrazitfarbene Wand deckt kein einzelner weißer Anstrich ab. Nötig sind eine Sperrgrundierung oder zwei bis drei zusätzliche Farbschichten, jeweils mit Trocknungszeit. Kalkulieren Sie für den Farbwechsel 30 bis 50 % Aufschlag auf den betroffenen Flächen ein. Das gilt übrigens auch umgekehrt: Wer eine kräftige Wandfarbe wünscht, zahlt für die intensiv pigmentierte Farbe ebenfalls mehr.
Spachtelarbeiten und Untergrund
Dübellöcher, Risse und Abplatzungen verspachtelt der Maler vor dem Anstrich, das kostet je nach Umfang 2 bis 8 € pro m² extra. Stark saugende oder sandende Wände brauchen eine Vorbehandlung, damit die Farbe gleichmäßig deckt; die Details erklärt der Beitrag zum Grundieren der Wand.
Möbel räumen und abdecken
Ein leerer Raum ist für den Maler der günstigste. Muss das Team Schränke rücken, Regale abbauen und alles einzeln abdecken, zahlen Sie die Arbeitszeit mit. Bei einem voll möblierten Wohnzimmer macht das schnell 50 bis 150 € Unterschied.
Zimmerdecke inklusive oder extra
Viele Angebote umfassen Wände und Decke, manche nur die Wände. Fragen Sie explizit nach, denn die Decke macht rund ein Drittel der Gesamtfläche aus. Wird sie separat beauftragt, kommen bei einem 16-m²-Raum etwa 120 bis 250 € dazu.
Welche Besonderheiten gelten für einzelne Räume?
Nicht jedes Zimmer stellt dieselben Anforderungen an Farbe und Ausführung. Drei Raumtypen verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil hier die Farbwahl über Haltbarkeit und Wohngesundheit entscheidet.
Kinderzimmer

Im Kinderzimmer zählen schadstoffarme, emissionsarme Farben, zum Beispiel Produkte mit dem Siegel Blauer Engel. Sie kosten 1 bis 3 € pro m² mehr als einfache Dispersionsfarbe, dünsten aber kaum aus, sodass das Zimmer schnell wieder bewohnbar ist. Abwischbare Farben verzeihen zudem Buntstiftstriche und Fingerabdrücke. Nennen Sie dem Maler die Raumnutzung, dann kalkuliert er die passende Farbqualität gleich ins Angebot ein.
Schlafzimmer
Im Schlafzimmer sind geruchsarme, matte Farben die erste Wahl, damit Sie schon in der ersten Nacht wieder durchatmen können. Dunkle Akzentwände liegen im Trend, bedeuten beim nächsten Renovieren aber den beschriebenen Aufschlag für den Farbwechsel. Planen Sie Akzentflächen deshalb bewusst und lassen Sie das Zimmer nach dem Anstrich einen Tag gut durchlüften, bevor Sie wieder darin schlafen.
Küche und Bad
In Küche und Bad braucht es feuchtraumgeeignete, scheuerbeständige Farben, die Wasserdampf und gelegentliches Abwischen aushalten. Der Aufpreis liegt bei 2 bis 5 € pro m². An Spritzwasserzonen hinter Herd oder Waschbecken empfiehlt der Maler gegebenenfalls eine zusätzliche Schutzbeschichtung. In schlecht belüfteten Bädern beugt eine spezielle Schimmelschutzfarbe dem Befall in den Raumecken vor.
Selbst streichen oder den Malerbetrieb beauftragen?
Ein einzelnes Zimmer ist ein Eigenleistungsprojekt: Für einen 16-m²-Raum zahlen Sie in Eigenregie nur 80 bis 150 € für Farbe, Rolle, Pinsel, Abdeckfolie und Klebeband. Dafür investieren Sie ein Wochenende, inklusive Ausräumen, Abkleben und zwei Anstrichen mit Trocknungszeit. Wer sauber abklebt und mit gut deckender Farbe arbeitet, erreicht ein ordentliches Ergebnis. Sparen Sie dabei nicht an der Farbqualität: Eine gut deckende Farbe für 40 bis 60 € pro Eimer erspart häufig den dritten Anstrich, den eine Billigfarbe nötig macht.
Der Profi spielt seine Stärken bei Farbwechseln, Spachtelarbeiten, hohen Decken und scharfen Kanten zwischen Wand und Decke aus. Er arbeitet zudem in einem Bruchteil der Zeit und hinterlässt den Raum besenrein. Auch bei einem Auszug aus der Mietwohnung ist der Malerbetrieb oft die sichere Wahl, denn schlecht ausgeführte Schönheitsreparaturen kann der Vermieter beanstanden. Welche Pflichten dabei überhaupt gelten, klärt der Ratgeber zum Streichen der Wohnung bei Auszug. Maßgeblich ist die mietvertragliche Regelung im Rahmen von § 535 BGB.
Worauf Sie verzichten können ohne Qualitätsverlust
Beim Zimmerstreichen lässt sich an mehreren Stellen sparen, ohne dass das Ergebnis leidet. Die wirksamsten Hebel:
- Raum komplett leerräumen und selbst abkleben, bevor der Maler kommt
- Standardweiß oder helle Standardtöne wählen statt individuell gemischter Farben
- Nur die Wände streichen lassen, wenn die Decke noch sauber und fleckenfrei ist
- Mehrere Räume oder gleich den Flur mit ins Angebot nehmen, das senkt den Preis pro m²
- Zwei bis drei Angebote mit klarer Flächenangabe in m² vergleichen statt Pauschalpreise zu akzeptieren
Steht ohnehin eine größere Renovierung an, lohnt der Blick auf Paketpreise: Auch das Streichen des Treppenhauses oder das Tapezieren lässt sich im selben Auftrag oft günstiger vergeben. Je mehr Fläche der Betrieb an einem Stück bearbeiten kann, desto besser wird der Preis pro m².
Was Sie sonst noch zum Zimmerstreichen wissen sollten
Was kostet es, ein 12-m²-Zimmer streichen zu lassen?
Für ein 12-m²-Zimmer mit rund 30 m² Wand- und Deckenfläche zahlen Sie beim Malerbetrieb 300 bis 550 €. Am unteren Ende liegen Sie bei gutem Untergrund, hellem Farbton und leergeräumtem Raum. Farbwechsel oder Spachtelarbeiten schieben den Preis Richtung Obergrenze.
Ist die Zimmerdecke im Angebot enthalten?
Nicht immer. Viele Betriebe kalkulieren Wände und Decke als Paket, andere weisen die Decke separat aus oder lassen sie auf Wunsch weg. Da die Decke rund ein Drittel der Gesamtfläche ausmacht, sollten Sie das vor der Beauftragung eindeutig klären und im Angebot schriftlich festhalten lassen.
Wie lange braucht ein Maler für ein Zimmer?
Ein durchschnittliches Zimmer schafft ein Maler an einem Arbeitstag, inklusive Abkleben und zwei Anstrichen. Bei Farbwechseln, Spachtelarbeiten oder hohen Decken werden daraus anderthalb bis zwei Tage. Die Farbe ist nach wenigen Stunden staubtrocken, vollständig belastbar aber erst nach einigen Tagen.
Müssen Sie die Möbel komplett ausräumen?
Nein, es reicht, die Möbel in der Raummitte zusammenzurücken und den Weg an den Wänden freizumachen. Der Maler deckt den Block dann mit Folie ab. Ein komplett leerer Raum ist trotzdem die günstigste Variante, weil das Team schneller arbeiten kann und nichts verstellt werden muss.
Was kostet ein farbiger Anstrich statt Weiß?
Getönte Farben kosten im Einkauf 10 bis 30 % mehr als Standardweiß, intensive Töne brauchen zudem oft einen dritten Anstrich. Rechnen Sie je nach Farbton mit 2 bis 6 € Aufpreis pro m². Bei kräftigen Akzentwänden lohnt es sich, den späteren Rückbau auf Hell gleich mitzudenken.
Lohnt es sich, mehrere Zimmer zusammen streichen zu lassen?
Ja. Anfahrt, Baustelleneinrichtung und Gerätereinigung fallen pro Auftrag nur einmal an, deshalb sinkt der Preis pro m² mit jedem zusätzlichen Raum. Zwei Zimmer im selben Termin kosten oft nur 20 bis 30 % mehr als ein einzelnes. Ab drei Räumen lohnt sich der Vergleich mit einem Komplettangebot für die ganze Wohnung.
Wie berechnet ein Maler die Kosten für das Streichen eines Zimmers?
Die meisten Malerbetriebe kalkulieren nach der zu streichenden Wand- und Deckenfläche. Zusätzlich können Zuschläge für Spachtelarbeiten, Farbwechsel, hohe Decken oder besondere Farbwünsche anfallen.
Welche Farbe eignet sich für Wohnräume?
Für Wohnräume werden in der Regel hochwertige Dispersionsfarben verwendet. In Kinderzimmern empfehlen sich emissionsarme Produkte mit anerkannten Umweltzeichen, während für Küche und Bad scheuerbeständige Feuchtraumfarben sinnvoll sind.
Muss vor dem Streichen grundiert werden?
Nicht immer. Eine Grundierung ist vor allem bei stark saugenden, sandenden oder ausgebesserten Untergründen sinnvoll. Sie verbessert die Haftung der Farbe und sorgt für ein gleichmäßiges Streichergebnis.
Bild: istock.com/Visivasnc, Canva





