Metall lackieren Sie dauerhaft in vier Schritten: entrosten, entfetten, mit Rostschutz grundieren und zweimal dünn lackieren. Entscheidend ist die Vorarbeit, denn auf Rost oder Fett hält kein Lack, und Aluminium sowie verzinkte Flächen brauchen eine spezielle Grundierung statt des gewöhnlichen Rostschutzes. Diese Anleitung zeigt Ihnen, welcher Lack zu Geländer, Zaun, Gartentor und Heizkörperrohren passt, was das Material kostet und wann eine Pulverbeschichtung vom Fachbetrieb die bessere Lösung ist.
Diese Metallteile streichen Heimwerker am häufigsten
Die Hauptarbeiten rund um Haus und Garten sind Treppengeländer, Metallzäune, Gartentore, Garagentore, Heizkörperrohre und Briefkästen, dazu kommen Gartenmöbel aus Metall. Für Stühle und Tische gelten dieselben Regeln wie in diesem Beitrag, ergänzende Tipps zur Vorbereitung finden Sie in der Anleitung Möbel streichen. Bei kombinierten Toren mit Holzfüllung behandeln Sie die Holzteile getrennt nach der Anleitung Holz lackieren. Allen Projekten gemeinsam ist dieselbe Logik: Erst der Zustand des Untergrunds entscheidet über die nächsten Arbeitsschritte, dann erst kommt die Frage des Farbtons.
Ohne Rostschutz hält kein Anstrich
Rost ist der häufigste Grund für abblätternde Metallanstriche, deshalb entscheidet die Entrostung über die Haltbarkeit. Entfernen Sie losen Rost mit einer Drahtbürste, Schleifvlies oder Schleifpapier bis auf den tragfähigen Untergrund. In Ecken, Falzen und an Schweißnähten, wo Sie mechanisch nicht hinkommen, hilft ein Rostumwandler: Er stabilisiert festsitzenden Restrost chemisch und macht ihn überstreichbar. Bis aufs blanke Metall müssen Sie dabei nicht überall kommen, wichtig ist ein fester, tragfähiger Untergrund ohne lose Partikel. Siehe auch Alte Farbe entfernen.
Auf blankem Eisen und Stahl ist danach eine Rostschutzgrundierung erforderlich, an bewitterten Bauteilen am besten in zwei Schichten. Sie verhindert, dass Feuchtigkeit unter den Decklack kriecht und der Rost von unten weiterarbeitet. Diesen Schritt zu überspringen rächt sich meist schon nach einem Winter. Streichen Sie die Grundierung bewusst auch in Falze, Schweißnähten über Schraubenköpfe und an Unterkanten, denn genau dort beginnt der Rost zuerst.
Aluminium und verzinkte Flächen sind ein Spezialfall
Aluminium rostet nicht, bildet aber eine harte Oxidschicht, auf der normale Lacke schlecht haften. Schleifen Sie die Fläche deshalb mit feinem Schleifvlies an und verwenden Sie eine spezielle Haftgrundierung für Nichteisenmetalle, ein Rostschutzprimer ist hier das falsche Produkt. Bei verzinkten Flächen kommt es auf das Alter an: Frisch verzinkte Teile lassen Sie am besten einige Monate bewittern oder Sie behandeln sie mit einer ammoniakalischen Netzmittelwäsche, bevor ein Haftgrund für Zink aufgetragen wird. Alte, matte Zinkflächen reinigen Sie gründlich und grundieren dann direkt. Prüfen Sie im Zweifel mit einem Magneten, ob ein Bauteil aus Stahl oder Aluminium besteht. Stahl ist in der Regel magnetisch, Aluminium ist es nicht. Edelstahl lackieren Sie am besten gar nicht: Er ist von sich aus korrosionsbeständig, und Anstriche halten auf der glatten Oberfläche schlecht.
Welcher Lack passt zu welchem Bauteil?
Für draußen sind Alkydharzlacke und Hammerschlaglacke die Bestseller, für den Wohnbereich gibt es geruchsarme Acryllacke. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede:
| Lacktyp | Einsatz | Trocknung | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|
| Alkydharz-Metallschutzlack | Zaun, Tor, Geländer im Außenbereich | langsam, 12 bis 24 Stunden je Schicht | sehr gut, hohe Wetterbeständigkeit |
| Acryllack (wasserbasiert) | Innenbereich, Rohre, Möbel | schnell, 2 bis 6 Stunden | gut, vergilbt nicht |
| 2-in-1-Rostschutzlack | kleine Flächen, schnelle Renovierung | mittel | gut, Grundierung integriert |
| Hammerschlaglack | Geländer und Tore mit unebener Oberfläche | mittel | sehr gut, kaschiert Dellen und Kratzer |
Der 2-in-1-Rostschutzlack spart bei leichtem Rostansatz die separate Grundierung. Bei stark angegriffenen Bauteilen bleibt der Aufbau aus Grundierung und Decklack trotzdem die haltbarere Lösung. Achten Sie beim Kauf außerdem auf die Angabe, für welche Metalle der Lack geeignet ist, denn nicht jeder Metallschutzlack verträgt sich mit Zink oder Aluminium.
So gehen Sie Schritt für Schritt vor
Der komplette Anstrich dauert wegen der Trockenzeiten zwei bis drei Tage, die reine Arbeitszeit ist überschaubar. Arbeiten Sie draußen nur bei trockenem Wetter und Temperaturen über 10 °C:
- Schritt 1: Entrosten und reinigen. Losen Rost und alte Farbreste mechanisch entfernen, festsitzenden Restrost mit Rostumwandler behandeln, danach den Schleifstaub gründlich abwischen.
- Schritt 2: Entfetten. Die gesamte Fläche mit Silikonentferner oder verdünntem Anlauger abreiben, denn schon Fingerabdrücke können die Haftung stören. Danach nicht mehr mit bloßen Händen anfassen.
- Schritt 3: Grundieren. Rostschutzgrundierung auf Eisen und Stahl, Spezialhaftgrund auf Aluminium und Zink. Die Grundierung vollständig trocknen lassen.
- Schritt 4: Zweimal dünn lackieren. Mit Pinsel oder Kleinflächenroller in zwei dünnen Schichten arbeiten und die Zwischentrocknung nach Herstellerangabe einhalten. Dünne Schichten verlaufen besser und bilden keine Nasen.
Was kosten Lack und Malerbetrieb?
Die Materialkosten bleiben überschaubar: Metallschutzlack kostet 15 bis 30 € pro Liter, Rostschutzgrundierung 10 bis 20 € pro Liter, dazu kommen 10 bis 20 € für Schleifmittel, Silikonentferner und Pinsel. Ein Liter Lack reicht je nach Untergrund für 8 bis 12 m² pro Anstrich, für ein normales Treppengeländer genügt meist ein Gebinde. Ein Rechenbeispiel: Für ein Gartentor mit 4 m² beidseitiger Fläche reichen ein kleines Gebinde Grundierung und ein Liter Decklack, zusammen etwa 35 bis 60 €. Beim Malerbetrieb bestimmt die Arbeitszeit den Preis, die Vorarbeit macht dabei den größten Teil aus; die üblichen Sätze finden Sie im Beitrag Malerkosten und Stundenlohn. Für lackierte Haustüren liefert der Beitrag Türen streichen Kosten konkrete Vergleichswerte.
Wann ist der Fachbetrieb die bessere Wahl?
Beim großen Garagentor lohnt sich der Handwerker fast immer: Auf der glatten, weithin sichtbaren Fläche zeichnet sich jeder Pinselansatz ab, ein Fachbetrieb arbeitet hier mit Spritztechnik. Auch stark verrostete Geländer, Arbeiten in großer Höhe und Balkongeländer mit Absturzgefahr gehören in Profihände. Als langlebige Alternative zum Lack bietet sich die Pulverbeschichtung an: Das Bauteil wird demontiert, gestrahlt und die Beschichtung im Ofen eingebrannt. Das übernimmt ausschließlich ein Fachbetrieb, dafür hält die Oberfläche länger als jeder Anstrich von Hand.
Was Sie sonst noch zum Lackieren von Metall wissen sollten
Muss ich alte Farbe komplett entfernen?
Nein, nur lose und abblätternde Schichten müssen vollständig herunter. Fest haftender Altlack wird mit Schleifvlies angeschliffen und entfettet, dann dient er als tragfähiger Untergrund. Prüfen Sie die Haftung mit einem Klebebandtest: Bleibt Farbe am Band hängen, muss weiter entschichtet werden. Bei sehr alten Anstrichen aus der Zeit vor 1980 kann der Lack bleihaltig sein, schleifen Sie dann nicht trocken und tragen Sie Atemschutz.
Welcher Lack eignet sich für Heizkörper und Rohre?
Nehmen Sie speziellen Heizkörperlack, der dauerhaft Temperaturen von über 100 °C verträgt und dabei nicht vergilbt. Normale Buntlacke werden auf warmen Rohren schnell gelblich und können beim Aufheizen unangenehm riechen, das gilt besonders für Weißtöne. Lackiert wird immer, wenn der Heizkörper kalt und aus ist.
Kann ich Kunststoffteile am Tor mitstreichen?
Ja, aber nicht mit dem Metallaufbau: Kunststoff braucht einen eigenen Haftvermittler und elastische Lacke, sonst platzt die Beschichtung bei Temperaturschwankungen ab. Wie Sie Griffe, Verkleidungen und Zaunelemente aus Kunststoff richtig beschichten, erklärt der Beitrag Kunststoff lackieren. Das gilt ebenso für Fensterbänke und Briefkastenklappen aus Kunststoff.
Wie viele Schichten braucht der Anstrich?
Bewährt haben sich eine bis zwei Schichten Grundierung plus zwei dünne Schichten Decklack. Im Außenbereich und an der Wetterseite sind zwei Grundierungsschichten sinnvoll. Wichtiger als die Zahl der Schichten ist, dass jede einzelne dünn aufgetragen wird und vollständig durchtrocknet. Als Faustregel gilt: lieber drei dünne Schichten als zwei dicke.
Hält Lack aus der Sprühdose genauso gut?
Bei richtiger Technik ja: Sprühlack ergibt auf verschnörkelten Geländern und Gartenmöbeln sogar das gleichmäßigere Bild. Sprühen Sie mehrere dünne Kreuzgänge mit 20 bis 25 cm Abstand statt einer satten Schicht, und arbeiten Sie draußen nur bei Windstille mit großzügiger Abdeckung der Umgebung. Rostschutzgrundierung gibt es ebenfalls als Spray, damit bleibt der komplette Aufbau in einer Technik.




