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Ein Pflasterstein wird auf die richtige Größe geschnitten

Wie schneiden Sie Pflastersteine gerade und ohne Ausbrüche?

Lesedauer 6 Minuten

Pflastersteine schneiden Sie am genauesten nass. Ein Nassschneidetisch mit 350-mm-Blatt trennt Beton, Klinker und Naturstein in einem Durchgang bis rund 110 mm Dicke, weil das Wasser den Staub bindet und das Blatt kühlt. Der 125er Winkelschleifer kommt dagegen nur gut 3 cm tief und kann zum Anschneiden verwendet werden. Welches Gerät welchen Stein am besten sägt, wie Sie die Schnittlinie führen und warum beim Trockenschnitt FFP3 gilt, lesen Sie in diesem Beitrag.

Welches Werkzeug schneidet welchen Stein?

Die Schnitttiefe je Durchgang bestimmt, ob ein Stein in einem Zug durchgeschnitten werden kann oder ob Sie ihn wenden müssen. Sie hängt am Scheibendurchmesser und daran, wie weit die Schutzhaube über das Blatt greift.

WerkzeugSchnitttiefe je DurchgangWofür es taugt
Winkelschleifer 125 mmgut 3 cmAnriss, dünne Platten, Nacharbeit an der Kante
Winkelschleifer 230 mmrund 7 cmBetonsteine bis 8 cm Dicke, Schnitte am verlegten Rand
Nassschneidetisch 350 mm105 bis 110 mmgerade Schnitte in Beton, Klinker und Naturstein
Steinknackertrennt ohne Schnittschnelles Teilen ohne Staub, gebrochene Kante
Fäustel mit Steinmeißelje nach KraftNaturstein spalten, stehen gebliebene Kerne brechen

Der Fäustel wiegt 1.000 bis 1.250 g und liefert die Schlagenergie für Steinmeißel und Steinknacker. Der Gummihammer gehört nicht in diese Reihe, er setzt verlegte Steine ins Bett und spaltet keinen einzigen. Beim Naturstein, den der Ratgeber zum Verlegen von Natursteinpflaster behandelt, ist eine gebrochene Kante sogar erwünscht. Genau die erzeugt der Steinknacker: Er trennt schnell und ohne Staub, hinterlässt aber keine glatte Flanke. An einer Sichtkante an der Terrasse fällt das auf, unter der Rasenkante nicht.

Was Sie sich selbst schützen

Der Trennschleifer ist das gefährlichste Gerät auf einer Pflasterbaustelle. Klemmt die Scheibe im Schnittspalt, schlägt die Maschine in Sekundenbruchteilen zurück zum Körper. Diese Punkte gehören erledigt, bevor Sie einschalten:

  • Legen Sie den Stein so auf, dass sich der Schnittspalt beim Trennen öffnet. Das abzutrennende Stück steht frei über und liegt nicht auf einer zweiten Auflage.
  • Die Schutzhaube bleibt montiert und zum Körper gedreht, der Zusatzhandgriff ist angeschraubt. Geführt wird beidhändig.
  • Stellen Sie sich seitlich zur Scheibenebene, nie in ihre Verlängerung.
  • Vollsichtbrille, Gehörschutz und feste Handschuhe gehören dazu, bevor der Motor läuft.
  • Beim Trockenschnitt in Beton oder Naturstein tragen Sie eine FFP3-Maske.

Der Unterschied zwischen den Maskenklassen ist an dieser Stelle keine Feinheit. Für Quarzfeinstaub im alveolengängigen A-Staub gilt ein Beurteilungsmaßstab von 0,05 mg/m³, während die TRGS 559 zu quarzhaltigem Staub für A-Staub allgemein 1,25 mg/m³ nennt. Zwischen beiden Werten liegt der Faktor 25. Eine FFP2-Maske erreicht Schutzfaktor 10, eine FFP3 kommt auf 30 und deckt diesen Abstand ab. Die BG BAU zum Umgang mit mineralischem Staub hält fest, dass Nassschneiden eine staubarme Alternative sein kann.

Ein roter Pflasterstein wird mit einer Handkreissäge auf die richtige Größe geschnitten.

So schneiden Sie einen Pflasterstein gerade

  1. Zeichnen Sie die Linie mit Anschlagwinkel und Zimmermannsbleistift an, umlaufend über Oberseite, beide Flanken und Unterseite. Auf nassem Stein hält Kreide besser.
  2. Legen Sie den Stein auf eine ebene, feste Unterlage. Das Abfallstück steht frei über.
  3. Setzen Sie einen Ritzschnitt von 5 bis 10 mm Tiefe entlang der Linie, ohne Druck. Die Scheibe zieht sich in diese Spur und läuft danach nicht mehr weg.
  4. Vertiefen Sie den Schnitt in zwei bis drei weiteren Zügen. Die Maschine arbeitet mit ihrem Eigengewicht; Nicht drücken! Sonst verkantet das Blatt und überhitzt.
  5. Ist der Stein dicker als die Schnitttiefe, wenden Sie ihn und schneiden von der Gegenseite auf der angerissenen Linie nach.
  6. Bleibt in der Mitte ein Kern stehen, setzen Sie den Steinmeißel in die Rille und brechen ihn mit dem Fäustel.
  7. Passen Sie den Stein trocken ein, bevor Sie den nächsten schneiden.

Wie gelingen Aussparungen und Rundungen?

Um einen Schacht, einen Zaunpfosten oder einen Lichtmast herum braucht der Stein eine Aussparung. Für eine rechteckige Öffnung sägen Sie mehrere parallele Schnitte bis zur Anrisslinie, im Abstand von rund einem Zentimeter. Die stehen gebliebenen Stege brechen Sie danach mit dem Meißel heraus und arbeiten den Grund mit der Scheibenkante nach.

Rundungen entstehen aus kurzen geraden Schnitten entlang der Kurve. Je kürzer diese Stücke ausfallen, desto weicher wirkt der Bogen; geglättet wird anschließend mit einem Schleifstein.

An Innenecken schneiden Sie nie in einem Zug bis in den Winkel durch. Der Überschnitt auf der Unterseite bleibt sonst sichtbar, sobald der Stein liegt. Schneiden Sie stattdessen von beiden Seiten an und brechen Sie das letzte Stück heraus. Sehr spitz zulaufende Passsteine mit einem Winkel unter 45° vermeiden Sie besser ganz: Sie lockern sich meist schon nach kurzer Zeit und nehmen der Fläche den Verbund.

Wie schmal darf ein Passstein bleiben?

Die ZTV Pflaster-StB 20 zieht hier eine Grenze. Nach dem Zuschnitt muss die verbleibende kürzeste Seite mindestens ein Drittel der größten Kantenlänge des unbearbeiteten Steins erreichen, mindestens die Hälfte seiner Dicke und in jedem Fall 5 cm. Maßgeblich ist der größte dieser drei Werte.

Bei einem Betonstein im Format 20 × 10 × 8 cm heißt das: ein Drittel von 20 cm sind 6,7 cm, die halbe Dicke sind 4 cm, das Mindestmaß sind 5 cm. Schmaler als 6,7 cm darf das Reststück damit nicht werden. Dasselbe Regelwerk hält fest, dass das Zuarbeiten durch Nassschnitt zu erfolgen hat. Wer die Regelwerkslage nachschlagen möchte, findet die zuständige Arbeitsgruppe beim FGSV-Gremium für Pflasterdecken und Plattenbeläge.

Viele Randschnitte lassen sich vorher wegplanen. Für Betonsteine unter 120 mm Dicke gilt eine Sollfuge von 4 mm mit 1 mm Toleranz, und das Rastermaß ergibt sich aus Nennmaß plus Fugenbreite: Ein 20 × 10 cm großer Stein kommt damit auf 20,4 × 10,4 cm. Eine 3,00 m breite Fläche geht darin nicht auf, 15 Rastermaße ergeben 3,06 m. Sechs Zentimeter mehr Breite ersparen Ihnen eine ganze Schnittreihe. Welcher Verband wie viel Zuschnitt erzeugt, steht im Ratgeber zu Pflastermustern und Verlegemustern.

Ein rothaariger Hund schläft auf Pflaster.

Was beim Zuschnitt häufig schiefgeht

Ausbrüche an der Unterkante entstehen, wenn die Scheibe nur von oben arbeitet: Der letzte Millimeter wird nicht mehr geschnitten, er reißt heraus. Ein zweiter Ritzschnitt auf der Unterseite löst das.

Ein verlaufener Schnitt geht fast immer auf einen Anriss zurück, der nur auf der Oberseite steht. Ohne Führungslinie an den Flanken, kann das Sägeblatt abrutschen.

Überhitzte Scheiben verglasen und schneiden kaum noch. Lassen Sie das Blatt im Trockenschnitt regelmäßig frei laufen und arbeiten Sie ohne Vorschubdruck.

Probleme kann auch der Hochbordstein bereiten, dessen Preis je laufendem Meter unter Bordstein setzen steht. Mit 15 cm Breite geht er auf keinem Tischgerät in einem Durchgang durch: Große Maschinen mit 350-mm-Blatt schneiden 105 bis 110 mm tief, kleine Nassschneidetische nur 60 bis 70 mm. Bei 60 mm Schnitttiefe bleibt selbst nach dem Schnitt von beiden Seiten ein Kern von 30 mm stehen, den Sie mit Fäustel und Meißel brechen.

Mieten, kaufen oder den Zuschnitt vergeben?

Ein Nassschneidetisch mit 350-mm-Blatt kostet im Verleih 30 bis 60 € am Tag. Ein Einstiegsgerät derselben Klasse liegt im Handel bei 600 bis 800 €. Bei einer Tagesmiete von 45 € und 600 € für das Gerät ist der Kauf ab dem 14. Miettag günstiger.

Wer nur ein paar Randsteine kürzt, kommt mit dem vorhandenen 230er Winkelschleifer und einer Diamanttrennscheibe für 20 bis 70 € aus. Eine Fünferpackung FFP3-Masken kostet im Handel etwa 6 €.

Geben Sie den Zuschnitt ab, sobald die Fläche viele Passsteine braucht. Ein Bogen, eine Baumscheibe oder ein Randabschluss im Fischgrätverband erzeugt an jeder Kante ein Formstück, das die Mindestmaße einhalten muss. Dasselbe gilt für Hochbordsteine und für Großpflaster aus Naturstein, das gespalten und nicht gesägt wird. Manche Betriebe schneiden nach Aufmaß zu, ohne die ganze Fläche zu übernehmen. Was eine ganze verlegte Fläche kostet, zeigt der Beitrag zu den Kosten fürs Pflastern der Einfahrt.

Häufige Fragen zum Zuschnitt

Können Sie Pflastersteine mit dem Winkelschleifer trocken schneiden?

Technisch ja, für kurze Schnitte im Freien. Die ZTV Pflaster-StB 20 schreibt für das Zuarbeiten allerdings den Nassschnitt vor, und trocken brauchen Sie FFP3 plus möglichst eine Absaugung an der Haube. In geschlossenen Räumen und in Innenhöfen ohne Durchzug scheidet Trockenschneiden aus.

Welche Trennscheibe passt zu Beton, welche zu Granit?

Je härter der Stein, desto weicher muss die Bindung der Scheibe sein. Granit braucht deshalb eine Diamantscheibe für Hartgestein, Beton und Klinker eine für abrasive Baustoffe. Universalscheiben decken beides ab, verschleißen im Beton aber schneller und kommen im Granit langsamer voran. Metalltrennscheiben sollte man für Steine nicht nutzen.

Wie viel Verschnitt planen Sie beim Steinkauf ein?

Beim geraden Reihenverband reichen 5 % Zuschlag auf die verlegte Fläche, bei Fischgrät- und Diagonalverband sind 10 bis 15 % realistisch, weil dort an jeder Kante ein Formstück anfällt. Für 40 m² bestellen Sie also 42 m² beziehungsweise 44 bis 46 m².

Warum bricht die Kante an der Unterseite aus?

Der Bruch passiert im letzten Millimeter, den die Scheibe nicht mehr trennt. Reißen Sie deshalb umlaufend an und setzen Sie auf der Unterseite einen zweiten Ritzschnitt, bevor Sie durchtrennen. Bei Sichtkanten legen Sie den Stein zusätzlich mit der späteren Sichtfläche nach oben.

Lässt sich ein schon verlegter Stein nachträglich kürzen?

Nehmen Sie ihn heraus. Im verlegten Zustand kommt die Schutzhaube nicht an die Linie, der Schnittspalt lässt sich nicht kontrollieren und das Bett darunter nimmt Schaden. Mit einem Fugenkratzer und zwei Schraubendrehern hebeln Sie den Stein heraus, schneiden ihn und setzen ihn mit dem Gummihammer zurück. Wie der Belag darunter aufgebaut sein muss, steht in der Anleitung zum Verlegen von Betonpflaster.

Bilder: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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