Wer eine Pflasterfläche dauerhaft gegen Öl und eindringendes Wasser schützen will, greift in den meisten Fällen zur Imprägnierung. Sie zieht in den Stein ein, lässt ihn weiterhin Feuchtigkeit abgeben und kostet beim Fachbetrieb 8 bis 15 € pro m² einschließlich Vorreinigung. Die Filmversiegelung legt stattdessen eine geschlossene Kunstharzschicht auf die Oberfläche, vertieft die Farbe und liegt bei 15 bis 25 € pro m². Ob Sie Pflastersteine versiegeln oder lieber imprägnieren, entscheidet sich am Steinmaterial, an der Nutzung der Fläche und daran, ob dort Regenwasser versickern soll.
Was unterscheidet die Imprägnierung von der Versiegelung?
Beide Mittel halten Wasser, Öl und Schmutz aus dem Stein. Der Weg dorthin ist verschieden. Eine Imprägnierung aus Silanen oder Siloxanen dringt in die Poren ein und macht deren Wände wasserabweisend; die Poren bleiben offen, Wasserdampf tritt weiterhin aus. Eine Filmversiegelung aus Acryl oder Polyurethan legt sich dagegen als geschlossene Schicht über die Oberfläche.
| Merkmal | Imprägnierung | Filmversiegelung |
|---|---|---|
| Wirkung | dringt in die Poren ein | schließt die Oberfläche ab |
| Optik | bleibt weitgehend unverändert | Farbvertiefung, oft mit Glanz |
| Wasserdampf | tritt weiter aus | wird zurückgehalten |
| Rutschwiderstand | unverändert | kann abnehmen |
| Standzeit im Freien | 3 bis 5 Jahre | 2 bis 4 Jahre |
| Erneuerung | erneut auftragen | alte Schicht abtragen, dann neu aufbauen |
| Preis beim Fachbetrieb | 8 bis 15 € pro m² | 15 bis 25 € pro m² |
Der wunde Punkt der Versiegelung ist eingeschlossene Feuchtigkeit. Steigt Wasser aus der Bettung nach, drückt es die Schicht bei Frost von unten ab; die Fläche wird fleckig und die Beschichtung blättert ab.
Wann passt welches Verfahren zu Ihrer Fläche?
Für Terrasse, Einfahrt und Gartenweg im Freien ist die Imprägnierung der Standard, weil solche Flächen von unten Feuchtigkeit ziehen und sie wieder abgeben müssen. Die Filmversiegelung passt dorthin, wo es trocken bleibt und die Optik zählt, etwa unter einem Carport. Auf Pflasterklinker ist meist gar keine Behandlung nötig, weil das Material von Haus aus wenig Wasser aufnimmt. Wer trotzdem hydrophobieren will, legt nach dem Regelwerk der Klinkerindustrie vorab eine Musterfläche an, weil eine Beschichtung den Rutschwiderstand verändern kann.
Gegen den geschlossenen Film sprechen zwei Situationen. Drainagepflaster und Rasengittersteine verlieren ihre Aufgabe, sobald die Poren zu sind. Nach § 55 Absatz 2 WHG soll Niederschlagswasser versickern, und viele Gemeinden staffeln danach ihre Abwassergebühr. Frisch verlegtes Pflaster wiederum braucht Zeit, bis Restfeuchte und Ausblühungen heraus sind.
Das Versiegeln der Steinoberfläche ist übrigens etwas anderes als die Bodenversiegelung, die das Umweltbundesamt als Flächenverbrauch erfasst. Eine imprägnierte Einfahrt bleibt so durchlässig wie zuvor, denn das Mittel wirkt am Stein und nicht an der Fuge.
Wie viel Mittel braucht welcher Stein?
Der Verbrauch hängt an der Saugfähigkeit des Steins. Auf poliertem Granit bleibt das Mittel weitgehend an der Oberfläche, ein Liter reicht dort für 12 bis 15 m². Poröser Sandstein zieht ein Vielfaches davon, derselbe Liter deckt nur noch 4 bis 6 m². Betonpflaster liegt dazwischen.
| Untergrund | Saugfähigkeit | Reichweite je Liter | Bedarf für 40 m² |
|---|---|---|---|
| Granit, poliert oder geschliffen | gering | 12 bis 15 m² | 2,7 bis 3,3 l |
| Pflasterklinker | gering | 10 bis 14 m² | 2,9 bis 4,0 l |
| Betonpflaster, gerüttelt | mittel | 8 bis 12 m² | 3,3 bis 5,0 l |
| Sandstein, Kalkstein, gestrahlter Beton | hoch | 4 bis 6 m² | 6,7 bis 10,0 l |
Die Werte gelten für einen Auftrag, verbindlich ist das Datenblatt des Produkts. Ein Liter kostet im Handel 15 bis 30 €. Stark saugende Steine brauchen einen zweiten Auftrag nass in nass, sonst fällt der Schutz fleckig aus.
Was vor dem ersten Auftrag geklärt sein muss
Lösemittelhaltige Imprägnierungen tragen auf dem Etikett das Signalwort „Gefahr“, wasserbasierte Produkte kommen oft ohne aus. Lesen Sie das Etikett, bevor Sie das Gebinde öffnen.
- Offenes Feuer, Zigaretten und Heizstrahler haben nichts auf der Fläche zu suchen, solange das Mittel nass ist und ausdunstet. In Carport und Garage bleiben Tore und Türen besser offen.
- Füllen Sie nichts in ein Trinkgefäß um. Gelangt das Mittel beim Verschlucken in die Atemwege, kann es die Lunge schwer schädigen. Der Hinweis auf diese Aspirationsgefahr steht auf dem Etikett.
- Chemikalienschutzhandschuhe und eine Schutzbrille gehören dazu, weil das Mittel spritzt und beim Abnehmen des Überschusses am Tuch hochläuft. Welches Handschuhmaterial passt, steht im Sicherheitsdatenblatt.
- Nichts davon darf in Kanal, Gully oder Boden gelangen. Die Produkte sind in Wassergefährdungsklasse 2 eingestuft, was den Weg über das Abwasser ausschließt. Reste und getränkte Tücher nimmt die Schadstoffsammelstelle Ihrer Kommune an, weil der Abfallschlüssel sie als gefährlichen Abfall führt.
Der Untergrund muss trocken und frei von Zementschleier, Ausblühungen und Moos sein, denn alles, was darunter liegt, bleibt dauerhaft dort. Nach einer Nassreinigung vergehen zwei bis drei Tage, bis die Steine bei passender Witterung getrocknet sind, bevor Sie beginnen können, und die Fugen sollten gefüllt sein. Arbeiten Sie an einem bedeckten Tag ohne pralle Sonne und planen Sie zwei regenfreie Tage ein.
So tragen Sie die Imprägnierung auf
Handschuhe, Schutzbrille und das Verbot von Zündquellen gelten ab hier durchgehend.
- Die Fläche kehren und die letzten Reste absaugen. Loser Sand bindet das Mittel weg, ohne dass der Stein etwas davon hat.
- Eine Probefläche von rund 0,5 m² an einer Randstelle behandeln und einen Tag stehen lassen. Daran sehen Sie die Farbvertiefung und merken beim Betreten, ob der Stein rutschiger wird.
- Das Mittel satt auftragen, mit Flächenstreicher, Rolle oder Niederdrucksprüher. Arbeiten Sie in Bahnen, die Sie in einem Zug schaffen.
- Rund 15 Minuten einziehen lassen. Wo der Untergrund stark saugt und matt wird, in derselben Bahn nachstreichen, bevor die Fläche antrocknet.
- Den Überschuss innerhalb von 30 Minuten nach dem Auftrag mit einem saugfähigen Tuch abnehmen. Was länger steht, trocknet als glänzender Schleier auf.
- Nach etwa 2 Stunden ist die Oberfläche trocken und vorsichtig begehbar. Vollständig durchgetrocknet ist sie nach rund 24 Stunden, und 24 bis 48 Stunden lang halten Sie besser Nässe von der Fläche fern.
Die volle Schutzwirkung stellt sich später ein als die Trocknung. Bei Carbonatgestein wie Marmor oder Kalkstein dauert das je nach Produkt ca. 12 bis 48 Stunden, bei Silikatgestein wie Granit bis zu ca. 60 Stunden. Für Pflasterklinker führt diese Einteilung nicht weiter, dort zählt allein die Angabe des Herstellers.
Was kostet die Behandlung durch einen Fachbetrieb?
Ein Fachbetrieb rechnet für das Imprägnieren 8 bis 15 € pro m² ab, die Vorreinigung eingeschlossen. Bei einer Einfahrt von 40 m² sind das 320 bis 600 €. Die Filmversiegelung liegt mit 15 bis 25 € pro m² höher, weil mehrere Schichten aufgebaut werden und der Untergrund davor vollständig durchtrocknen muss. Für dieselben 40 m² ergeben sich 600 bis 1.000 €. Die einzelnen Positionen stehen unter Einfahrt versiegeln Kosten.
In Eigenleistung bleibt der Materialpreis. Für 40 m² Betonpflaster brauchen Sie nach der Tabelle oben 3,3 bis 5,0 Liter, bei 15 bis 30 € je Liter also rund 50 bis 150 €. Was der Betrieb zusätzlich berechnet, ist die Arbeitszeit. Reinigen und Auftragen ziehen sich mit den Trockenzeiten über zwei bis drei Tage, davon etwa vier Stunden reine Arbeit.
Auf einer offen liegenden Fläche im Freien empfehlen wir die Imprägnierung. Sie ist günstiger, sie lässt sich nach ein paar Jahren ohne Vorarbeit wiederholen, und sie nimmt der Fläche nichts von ihrer Durchlässigkeit. Zur Filmversiegelung greifen Sie dann, wenn die Fläche überdacht liegt und Sie die satte Farbe bewusst möchten.
Häufige Fragen zum Imprägnieren und Versiegeln
Wie lange darf die Fläche nach dem Auftragen nicht befahren werden?
Nach etwa 2 Stunden ist die Oberfläche trocken und vorsichtig begehbar. Befahren sollten Sie sie erst nach der vollständigen Austrocknung, also nach rund 24 Stunden. Nässe halten Sie 24 bis 48 Stunden fern, sonst verwässert das Mittel, bevor es abgebunden hat.
Wann wirkt die Imprägnierung vollständig?
Das ist abhängig von der Gesteinsart. Carbonatgestein wie Marmor oder Kalkstein braucht ca. 12 bis 48 Stunden, Silikatgestein wie Granit bis zu ca. 60 Stunden. Solange dieser Zeitraum andauert, hat der Schutz seinen Endwert noch nicht erreicht.
Lässt sich eine Filmversiegelung wieder entfernen?
Nur mit Aufwand. Die Schicht wird chemisch abgebeizt oder mechanisch abgeschliffen, und beides greift die Steinoberfläche an. Legen Sie deshalb vor der ersten Versiegelung eine Probefläche an.
Muss frisch verlegtes Pflaster imprägniert werden?
Nein, zu früh schadet es sogar. Neues Pflaster gibt in den ersten Monaten Restfeuchte ab und blüht dabei aus. Warten Sie eine Regenperiode ab, entfernen Sie die Ausblühungen und behandeln Sie die Fläche erst danach.
Wohin mit Resten und getränkten Tüchern?
Nicht in den Ausguss und nicht in den Gully. Die Mittel sind in Wassergefährdungsklasse 2 eingestuft, damit ist der Weg über das Abwasser ausgeschlossen. Die Schadstoffsammelstelle Ihrer Kommune nimmt Reste, leere Gebinde und getränkte Tücher an, weil der Abfallschlüssel sie als gefährlichen Abfall führt.
Hilft eine Imprägnierung gegen Unkraut in den Fugen?
Nein, das Mittel schützt den Stein, das Fugenmaterial bleibt unbehandelt. Gegen vorhandenen Bewuchs hilft weiterhin nur die mechanische oder thermische Entfernung des Unkrauts.





