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Graue Pflastersteine mit weißem Kalkschleier, daneben ein nasser Bereich ohne sichtbare Ausblühungen

Weißer Belag auf dem Pflaster: Ausblühungen erkennen und entfernen

Lesedauer 4 Minuten

Der weiße Schleier auf frisch verlegtem Pflaster ist Kalk aus dem Beton und kein Mangel. In den ersten ein bis zwei Jahren wäscht ihn der Regen meist von allein ab; bleibt er liegen, nimmt ihn ein säurehaltiger Zementschleierentferner in Abschnitten von 2 bis 5 m² herunter. Wer Ausblühungen vom Pflaster entfernen will, sollte den Belag vorher von Kalkflecken und Grünbelag unterscheiden, denn diese Beläge brauchen verschiedene Mittel. Für die Grundreinigung durch einen Fachbetrieb rechnen Sie mit 5 bis 10 € je m².

Woher der weiße Belag kommt

Zement bildet beim Erhärten Calciumhydroxid. Es löst sich im Porenwasser, das in flüssiger Form an die Oberfläche wandert und dort verdunstet. Der gelöste Kalk bleibt zurück. An der Luft reagiert er mit Kohlendioxid zu Calciumcarbonat, das sich in Wasser kaum noch löst. Deshalb lässt sich ein frischer Belag abfegen oder abwaschen, ein älterer nicht mehr.

Der Kalk stammt nicht nur aus dem Stein. Auch ein hydraulisch gebundener Fugenmörtel bringt ihn mit, ebenso das Bettungsmaterial und ungeprüfte Recyclingbaustoffe im Unterbau der Pflasterfläche. Das Zement-Merkblatt B 27 zeigt als Beispiel rotgefärbte Gehwegplatten, die auf einer geneigten, Wasser führenden Unterlage in Zementmörtel verlegt wurden. Von unten kommt dort ständig Wasser nach, und mit ihm der Kalk.

Im Winter fällt der Belag stärker aus, weil die Fläche langsam abtrocknet und länger durchfeuchtet bleibt. Dass sich Calciumhydroxid in kaltem Wasser besser löst, verstärkt den Effekt, ist aber nicht die Hauptursache. DIN EN 1338 hält fest, dass Ausblühungen die Gebrauchstauglichkeit nicht beeinträchtigen.

Ist es eine Ausblühung, ein Kalkfleck oder Grünbelag?

Der schnellste Test kostet nichts. Machen Sie eine Stelle mit klarem Wasser nass. Ausblühungen und Kalkflecken verschwinden optisch, solange der Stein feucht ist, und kehren beim Abtrocknen zurück. Grünbelag bleibt sichtbar und wird glitschig.

MerkmalAusblühungKalkfleck von außenGrünbelag
Aussehenweißlich und wolkig, über mehrere Steine hinwegscharf begrenzt, etwa unter Pflanzkübeln oder an Traufkantengrün bis schwarzgrün, an schattigen Stellen
Bei Nässeverschwindet optisch, kehrt beim Trocknen zurückverschwindet optisch, kehrt beim Trocknen zurückbleibt sichtbar und wird rutschig
Wann er auftrittin den ersten Monaten nach der Verlegung, verstärkt im Winterpunktuell, jederzeitnach Jahren, langsam wachsend

Ein Tropfen Zitronensäurelösung mit 1 % Säure taugt nur bedingt als Nachweis. Auf einem dünnen Schleier entstehen allenfalls feine Bläschen, die oft erst aus der Nähe zu erkennen sind. Bleibt das Sprudeln aus, ist der Belag deswegen noch lange nicht biologischen Ursprungs. Verlassen Sie sich lieber auf den Wassertest.

Welche Mittel helfen gegen Ausblühungen?

MethodeWofür sie taugtEinschränkung
Abwarten und trocken abfegenfrischer, noch wasserlöslicher Belagwirkt nicht bei verhärtetem Kalk und nicht unter Dächern ohne Beregnung
Bürste und klares Wasserdünne Beläge, die sich abwaschen lassenkeine Drahtbürste auf Beton, ihr Abrieb setzt Rostflecken
Zitronensäurelösung mit 1 % Säuredünne Beläge auf empfindlichen Oberflächenreicht bei festen Krusten nicht
Säurehaltiger Zementschleierentfernerverhärtete Beläge auf Betonoberflächen, laut Zement-Merkblatt B 27 dafür geeignetnicht auf Kalkstein oder Marmor, nicht auf frischen Fugenmörtel; nur bei bedecktem Himmel, 10 bis 20 °C und windstill; 150 bis 250 ml je m²

Das Zement-Merkblatt B 27 zu Ausblühungen des InformationsZentrums Beton führt säurehaltige Zementschleierentferner für Betonoberflächen ausdrücklich als geeignet auf. Eine Freigabe des Steinherstellers brauchen Sie dafür nicht, wohl aber die Gewissheit, dass Ihre Steine wirklich aus Beton bestehen.

Ein Hochdruckreiniger löst das Problem nicht. Er trägt die Zementhaut ab und spült den Fugensand aus, ohne den Kalk aus dem Porenraum zu holen. Danach müssen Sie die Fugen neu auffüllen.

So entfernen Sie den Belag selbst

Säurehaltige Reiniger brauchen ein Wetterfenster. Arbeiten Sie bei bedecktem Himmel, 10 bis 20 °C und windstillem Wetter, damit das Mittel nicht auf dem Stein antrocknet. Ziehen Sie Handschuhe und eine Schutzbrille an und decken Sie angrenzende Pflanzen ab. Zwei Reiniger dürfen Sie nie miteinander mischen.

Wie groß ein Abschnitt sein darf, ergibt sich aus der Einwirkzeit. Bei 150 bis 250 ml je m² und höchstens fünf Minuten sind 2 bis 5 m² zu schaffen, für 5 m² also 0,75 bis 1,25 l Reiniger. Bei 10 m² wären es bis zu 2,5 l, die Sie verteilen und wieder abspülen müssten, während die Zeit für den zuerst benetzten Bereich längst läuft.

  1. Kehren Sie die Fläche trocken ab und entfernen Sie Laub und losen Belag.
  2. Testen Sie das Mittel an einer verdeckten Stelle von 20 mal 20 cm und beurteilen Sie sie erst nach 24 Stunden im trockenen Zustand.
  3. Nässen Sie die Fläche vor, bis sie kein Wasser mehr aufnimmt. So zieht die Säure nicht tief in den Porenraum.
  4. Tragen Sie den Reiniger auf einem Abschnitt von 2 bis 5 m² auf und verteilen Sie ihn mit einem weichen Besen.
  5. Lassen Sie ihn höchstens fünf Minuten stehen und halten Sie ihn dabei feucht, denn angetrocknete Säure hinterlässt Ränder.
  6. Spülen Sie mit reichlich Wasser nach, bevor Sie den nächsten Abschnitt beginnen.
  7. Beurteilen Sie das Ergebnis an der abgetrockneten Fläche. Bei Restbelag wiederholen Sie den Durchgang, statt länger einwirken zu lassen.
  8. Füllen Sie den ausgespülten Fugensand auf.

Wann sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen?

Einen Fachbetrieb brauchen Sie bei verhärteten Krusten auf größeren Flächen und bei Naturstein, dessen Säureempfindlichkeit Sie nicht kennen. Kalkstein und Marmor werden von Säure matt und rau, Granit ist dagegen säurefest.

Kommt der Belag nach jeder Reinigung zurück, liegt die Ursache im Aufbau. Dann steht dauerhaft Wasser unter der Fläche an, und ein neuer Durchgang bringt nur wenige Monate Ruhe. Hier muss zuerst die Entwässerung stimmen.

Für die Grundreinigung berechnen Fachbetriebe 5 bis 10 € je m², bezogen auf eine Standardreinigung ohne Neuverfugung. Eine Einfahrt von 40 m² kostet damit 200 bis 400 €. Mit anschließender Schutzbehandlung sind es 14 bis 22 € je m². Die einzelnen Positionen finden Sie unter Pflastersteine reinigen lassen.

Wie beugen Sie neuem Belag vor?

Ausblühungen kommen zur Ruhe, sobald die Wasserzufuhr von unten aufhört. Ein Gefälle von 2 bis 2,5 % vom Gebäude weg, eine durchlässige Bettung und eine dichte Randeinfassung halten die Fläche trockener. Welche Anforderungen für Bettungs- und Fugenmaterial gelten, regeln die Regelwerke für Pflasterdecken der FGSV; bei Recyclingbaustoffen lassen Sie sich die Eignung vom Lieferanten bestätigen.

Überdachte Flächen blühen länger aus, weil dort kein Regen die löslichen Salze abträgt; schrubben Sie solche Bereiche gelegentlich mit klarem Wasser ab. Eine Imprägnierung schützt gegen Flecken von oben, hält die Feuchte aus dem Untergrund aber nicht auf. Worin sich die Verfahren unterscheiden, steht unter Pflastersteine imprägnieren und versiegeln.

Häufige Fragen zu Ausblühungen auf dem Pflaster

Wie lange dauert es, bis Ausblühungen von selbst verschwinden?

Meist ein bis zwei Jahre. In dieser Zeit trägt der Regen die noch löslichen Salze nach und nach ab. Überdachte Bereiche bekommen keinen Regen und behalten den Belag, solange Sie nicht mit Wasser und Bürste nachhelfen.

Sind Ausblühungen ein Reklamationsgrund?

DIN EN 1338 hält fest, dass Ausblühungen die Gebrauchstauglichkeit nicht beeinträchtigen. Als Mangel am Stein gelten sie deshalb nicht. Anders sieht es aus, wenn ein Ausführungsfehler dahintersteckt, etwa eine fehlende Entwässerung unter der Fläche.

Hilft Essig gegen den weißen Belag?

Essigsäure löst Kalk, greift aber Fugenmörtel und kalkhaltige Natursteine an. Für dünne Beläge ist eine Zitronensäurelösung mit 1 % Säure die mildere Wahl, für verhärtete Beläge ein Zementschleierentferner, der für Betonoberflächen ausgewiesen ist.

Kann ich frisch verlegtes Pflaster gleich imprägnieren?

Besser nicht. Eine Imprägnierung wirkt gegen Flecken von oben und hält den Kalk nicht auf, der von unten nachkommt. Warten Sie die erste Ausblühungsphase ab. Reinigen Sie die Fläche und imprägnieren Sie erst danach.

Bild: Symbolbild, KI generiert

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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