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Eine weiß und gelb gestreifte Markise

Wie Sie eine Markise sicher an der Hauswand montieren

Lesedauer 11 Minuten

Sie können eine Markise selbst montieren, wenn die Halter in einer tragfähigen Beton- oder Mauerwerkswand verankert werden und die Befestigung für diesen Untergrund zugelassen ist. An einem Betonsturz über einem Fenster oder einer Tür dauert die Montage für Heimwerker etwa drei Stunden. Bei Mauerwerk kommt die Aushärtezeit des Injektionsmörtels hinzu, mit dem die Ankerstangen befestigt werden. Eine gedämmte oder geklinkerte Fassade erfordert eine spezielle Befestigung, deren Montage Sie besser einem Fachbetrieb überlassen. Benötigt die Markise einen Motor mit festem Stromanschluss, muss ein dafür qualifizierter Elektrobetrieb den Anschluss herstellen. Für die Montage einer vier Meter breiten Markise an der Hauswand berechnet ein Montagebetrieb beispielsweise 280 bis 480 € zuzüglich Material.

Was sollten Sie vor dem ersten Bohrloch klären?

Als Mieter benötigen Sie die Zustimmung Ihres Vermieters, bevor Sie eine Markise montieren. Bei einer Eigentumswohnung kann ein Beschluss der Eigentümerversammlung erforderlich sein. Wann die Zustimmung des Vermieters nötig ist und welche Beschlüsse bei einer Eigentümergemeinschaft gelten, erfahren Sie im Artikel über die Kosten einer Markise mit Montage. Ist das Bohren nicht gestattet, kommt eine Klemmmarkise infrage. Sie wird ohne Bohrlöcher zwischen Boden und Decke des Balkons eingespannt.

Nach der Musterbauordnung, die als Vorlage für die Bauordnungen der Länder dient, sind Markisen verfahrensfrei und benötigen keine Baugenehmigung. Auch die bayerische Bauordnung enthält eine entsprechende Regelung. Verfahrensfreiheit bedeutet allerdings nur, dass kein Bauantrag erforderlich ist. Alle übrigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften müssen weiterhin eingehalten werden. Bei Unsicherheit hilft eine Nachfrage beim zuständigen Bauamt.

Prüfen Sie vor dem Kauf die Montageanleitung und Garantiebedingungen des Herstellers. Daraus geht hervor, ob die Montage durch einen Fachbetrieb vorgeschrieben ist und welche Folgen eine nicht fachgerechte Befestigung für die Garantie haben kann.

Mit einer Probebohrung lässt sich der Wanduntergrund näher bestimmen. Beton bietet beim Bohren einen gleichmäßigen Widerstand. Bei Lochstein können Hohlräume auftreten, während Dämmstoff dem Bohrer kaum Widerstand entgegensetzt. Ist die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) versehen, benötigen die Halter eine spezielle Befestigung, die durch die Dämmung bis in die tragende Wand reicht. Klären Sie den Untergrund, bevor Sie Anker und Befestigungsmaterial kaufen.

Eine Markise wiegt meist zwischen 40 und 80 kg. Einzelne Modelle bringen bis zu 170 kg auf die Waage. Zum Anheben sind mindestens zwei Personen erforderlich, bei schweren Modellen drei. Erkundigen Sie sich daher bereits beim Kauf nach dem Gewicht.

Für die Montagehöhe und die benötigten Abstände gelten folgende Orientierungswerte:

  • Montagehöhe der Halter: meist 2,50 bis 3,00 m, mindestens 2,20 m
  • Durchgangshöhe unter dem ausgefahrenen Ausfallprofil: mindestens 1,80 m. Das Ausfallprofil ist die Vorderkante der Markise.
  • Abstand zu Gegenständen im Ausfahrbereich: mindestens 0,40 m
  • Seitlicher Abstand zu Mauern und anderen Begrenzungen: etwa 0,30 m, damit sich die Markise frei aus- und einfahren lässt

Verbindliche Vorgaben zu Durchgangshöhe und Abständen finden Sie in der Montageanleitung Ihres Modells. Prüfen Sie die Angaben vor dem Bohren.

Das Ausfallprofil liegt bei ausgefahrener Markise tiefer als die Wandhalter. Wie groß der Höhenunterschied ausfällt, hängt von der Neigung und dem Ausfall ab. Der Ausfall bezeichnet die Strecke, um die das Tuch nach vorn ausgefahren wird. Bei einer Neigung von 14° sinkt das Ausfallprofil je Meter Ausfall um knapp 0,25 m. Bei zwei Metern Ausfall liegt es somit etwa 0,50 m unterhalb der Halter. Damit darunter eine Durchgangshöhe von 1,80 m bleibt, müssen die Halter mindestens 2,30 m hoch sitzen. Bei einer steileren Neigung kann eine größere Montagehöhe erforderlich sein. Die Mindesthöhe von 2,20 m reicht in diesem Beispiel nicht aus.

Planen Sie bei einer motorisierten Markise auch den Stromanschluss rechtzeitig ein. Eine Markise mit Kurbel lässt sich später elektrisch nachrüsten.

Welche Befestigung passt zu welcher Wand?

Ein Anker muss für den jeweiligen Untergrund zugelassen sein. Dies kann beispielsweise durch eine europäische technische Bewertung (ETA) oder eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung nachgewiesen werden. Die Zulassungsunterlagen enthalten Angaben zum Bohrverfahren, zur erforderlichen Bohrlochtiefe und zum Anzugsdrehmoment der Mutter. Nach der Richtlinie des Branchenverbands ITRS zur Montage von Gelenkarmmarkisen sind die Vorgaben des Ankerherstellers einzuhalten.

In Beton kommen beispielsweise Schwerlastanker aus Stahl zum Einsatz. Beim Anziehen der Mutter spreizt sich der Anker im Bohrloch und verankert sich im Beton. Im Mauerwerk wird meist eine Ankerstange mit Injektionsmörtel befestigt. Bei Lochstein kommt eine Siebhülse hinzu. Diese Kunststoffhülse mit Gitter hält den Mörtel im Hohlraum und ermöglicht die Verankerung der Stange.

UntergrundGeeignete BefestigungWorauf es ankommtEmpfehlung
Beton, beispielsweise ein FenstersturzSchwerlastanker M10 oder M12Bohrerdurchmesser 10 mm bei M10 und 12 mm bei M12. Bei dem genannten Anker ist keine Bohrlochreinigung erforderlich. Anzugsdrehmoment: 45 Nm bei M10 und 60 Nm bei M12.Selbstmontage möglich
Vollstein, etwa Vollziegel oder KalksandvollsteinAnkerstange mit InjektionsmörtelBohrverfahren gemäß Zulassung; bei Kalksandvollstein mit Schlag. Bohrloch gründlich reinigen. Im geprüften Kalksandvollstein höchstens 15 Nm.Selbstmontage mit zusätzlicher Aushärtezeit möglich
Lochstein, beispielsweise HochlochziegelAnkerstange mit Injektionsmörtel und SiebhülseBohrverfahren je nach Stein gemäß Zulassung; bei manchen Hochlochziegeln ohne Schlag. Das Bohrloch bleibt ungereinigt. Im geprüften Hochlochziegel höchstens 2 Nm.Selbstmontage möglich, wenn der Stein eindeutig bestimmt ist
PorenbetonAnkerstange mit geeignetem InjektionsmörtelDer Mörtel muss für Porenbeton zugelassen sein. Die Befestigung muss auf die Last der Markise abgestimmt werden.Fachbetrieb
Gedämmte Fassade (WDVS)Abstandsmontage durch die DämmschichtDie Dämmung kann die Last der Markise nicht tragen.Fachbetrieb
Klinker vor der tragenden WandDurchsteckankerhülse mit Ankerstange und InjektionsmörtelDie vorgemauerte Klinkerschale trägt die Markise nicht. Die Befestigung muss bis in die tragende Wand reichen.Fachbetrieb
Holz, etwa Dachsparren oder BalkenSparrenhalter mit Holzschrauben von 8 bis 10 mm DurchmesserNur tragende, durchgehende Balken verwenden; erforderliche Vorbohrung beachten.Selbstmontage möglich, wenn die Tragfähigkeit geklärt ist

Die Werte für Beton und Mauerwerk stammen aus den Zulassungsunterlagen des Schwerlastankers FAZ II Plus und des Injektionsmörtels FIS V Plus von fischer. Die Drehmomente im Mauerwerk gelten jeweils für einen in der Zulassung geprüften Stein. Bei anderen Ankern, Mörteln oder Steinen sind die jeweiligen Zulassungsunterlagen maßgeblich. Die Angaben zu den Schraubendurchmessern für Holz stammen aus einer Anleitung eines Baumarkts.

Die Wahl der Befestigung hängt vor allem davon ab, wie gut der Untergrund die auftretenden Kräfte aufnehmen kann. Beton ist druckfest und kann die Kräfte der Halter aufnehmen. Dämmstoff und eine vorgemauerte Klinkerschale sind dafür nicht ausgelegt. Hier muss die Befestigung die Kräfte durch die nicht tragende Schicht hindurch in die tragende Wand leiten. Zusätzlich wirkt das Gewicht der Markise seitlich auf die Anker. Je größer der Abstand zwischen tragender Wand und Halter ist, desto stärker wird die Befestigung beansprucht.

Bei Wind kann an jedem oberen Anker eines Halters eine Zugkraft entstehen, die in einem Rechenbeispiel einem Gewicht von gut 60 kg entspricht. Deshalb muss jeder Anker für den jeweiligen Untergrund zugelassen sein. Der Wert stammt aus einem Rechenbeispiel der ITRS-Richtlinie für eine Markise mit 3,5 m Breite und 2 m Ausfall. Bei einem Winddruck von 70 N/m² ergibt sich eine Kraft von 614 N je oberem Anker. Diesen Winddruck muss eine Markise der Windwiderstandsklasse 2 im ausgefahrenen Zustand aushalten. Die Berechnung geht von vier Haltern aus, jeweils zwei in der Nähe der beiden Gelenkarme. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, wie viele Halter Ihr Modell benötigt. Diese Zahl legt der Hersteller bei der Auslegung fest.

Wie viele Halter und Anker braucht die Markise?

Die Anzahl der Halter hängt von der Breite und der Bauart der Markise ab. Ein Händler liefert offene Gelenkarmmarkisen und Halbkassettenmarkisen bis 3,6 m Breite mit zwei Haltern, bis 4,8 m mit drei Haltern. Mit jeweils 1,2 m zusätzlicher Breite kommt ein weiterer Halter hinzu. Bei 7,2 m Breite sind es bis zu fünf Halter. Manche Kassettenmarkisen kommen mit zwei Haltern aus. Maßgeblich sind der Lieferumfang und die Montageanleitung Ihres Modells.

Die Wandhalter gehören zum Lieferumfang. Für die Montage an der Decke werden zusätzliche Deckenhalter benötigt, für die Befestigung an Dachsparren spezielle Sparrenhalter. Diese Teile sind je nach Modell enthalten oder müssen separat gekauft werden. Ein Sparrenhalter für eine Kassettenmarkise kostet beispielsweise 49 €. Klären Sie beim Kauf, welche Teile Sie zusätzlich benötigen.

Für die Montage brauchen Sie:

  • für jede Öffnung im Halter einen passenden Anker
  • bei Mauerwerk Injektionsmörtel, Kartuschenpresse, Bohrlochbürste und Ausblaspumpe
  • einen Bohrhammer, gegebenenfalls zur Miete, und einen Steinbohrer im passenden Durchmesser
  • Zollstock, Wasserwaage und Richtlatte oder Schnur
  • einen Kunststoffhammer und einen Drehmomentschlüssel
  • elastischen Dichtstoff zum Abdichten der Bohrlöcher in der Fassade
  • rutschfeste Leitern, die auf ebenem Untergrund stehen

Laut Hersteller reicht eine Kartusche Injektionsmörtel mit 360 ml für etwa 11 bis 14 Anker mit Siebhülse. Im Handel sind auch kleinere Kartuschen mit 300 ml erhältlich.

So montieren Sie die Markise an einem Betonsturz

Die folgende Anleitung beschreibt die Befestigung von Wandhaltern mit Schwerlastankern M12 an einem Betonsturz. Eine Baumarktanleitung nennt für die Montage durch Heimwerker etwa drei Stunden. Zwei Mitarbeiter eines Montagebetriebs benötigen für eine Markise an der Hauswand etwa zwei Stunden.

1. Halter ausrichten und Abstände messen

Stecken Sie die Halter auf das Tragrohr. Dieses Rohr verbindet die Markise mit den Haltern. Richten Sie die Halter mittig aus und achten Sie auf gleiche Abstände zu den Rändern. Messen Sie anschließend die Abstände zwischen den Bohröffnungen der Halter.

2. Bohrlöcher anzeichnen

Übertragen Sie die Maße mit einer Richtlatte oder Schnur und einer Wasserwaage auf die Wand. Zeichnen Sie die Bohrlöcher in der vorgesehenen Höhe an. Beim genannten Schwerlastanker M12 muss der Abstand zur Betonkante laut Zulassung mindestens 55 mm betragen.

3. Löcher bohren

Bohren Sie mit einem 12-mm-Steinbohrer. Die Bohrlochtiefe muss den Vorgaben der Ankeranleitung entsprechen. Bei dem in der Tabelle genannten Schwerlastanker ist keine Reinigung des Bohrlochs erforderlich. Bei anderen Ankern kann das anders sein.

4. Anker einsetzen

Schlagen Sie die Anker mit einem Kunststoffhammer bis zum vorgesehenen Anschlag ein.

5. Halter befestigen

Nehmen Sie die Halter vom Tragrohr ab und setzen Sie sie auf die Anker. Ziehen Sie die Muttern mit dem Drehmomentschlüssel auf 60 Nm an. Kontrollieren Sie anschließend, ob die Halter waagerecht und auf einer gemeinsamen Linie sitzen.

6. Markise anheben und einhängen

Heben Sie die Markise gemeinsam mit Ihren Helfern von den Leitern aus in die Halter. Richten Sie sie mittig aus. Bei motorisierten Modellen ist das Gewicht auf der Motorseite größer.

7. Tragrohr sichern

Sichern Sie das Tragrohr in jedem Halter gegen Herausrutschen. Je nach Modell erfolgt dies mit einer Sicherungsplatte und Schraube oder mit einer Sicherungsschraube.

8. Neigung einstellen

Fahren Sie die Markise aus. Ein Helfer hebt sie vorn an, damit die Gelenkarme entlastet werden. Lösen Sie die Klemmschrauben seitlich an den Gelenkarmen. Stellen Sie die Neigung über die Stellschrauben auf beiden Seiten gleich ein und kontrollieren Sie die Ausrichtung mit einer Wasserwaage.

9. Schrauben kontrollieren

Ziehen Sie alle Schrauben und Muttern nach den Herstellervorgaben an. Fahren Sie die Markise mehrmals aus und wieder ein und prüfen Sie dabei, ob sie sich gleichmäßig bewegt.

Wie flach eine Markise eingestellt werden darf, hängt unter anderem davon ab, wie Regenwasser auf dem Tuch abläuft. Nach der ITRS-Richtlinie muss eine ausgefahrene Markise bei einer Neigung ab 14° das Wasser aufnehmen können, das sich auf dem Tuch sammeln kann. Eine geringere Neigung kommt nur infrage, wenn der Hersteller sie für das jeweilige Modell freigibt. Viele Markisen lassen sich bis auf 5° einstellen. Ein solcher Einstellbereich bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Markise bei dieser Neigung ausreichend gegen Wasseransammlungen geschützt ist.

Was ist bei der Montage im Mauerwerk anders?

Im Mauerwerk werden Ankerstangen mit Injektionsmörtel statt Schwerlastanker verwendet. Das Ausrichten und Anzeichnen der Halter sowie die Arbeitsschritte ab dem Einhängen der Markise entsprechen grundsätzlich der Montage am Beton. Unterschiede gibt es beim Bohren, beim Einsetzen der Anker und beim Anziehen der Muttern.

1. Bohrverfahren an den Stein anpassen

Bohren Sie nach den Vorgaben der Zulassung des Injektionsmörtels für den jeweiligen Stein. Bei Kalksandvollstein kann Hammerbohren mit Schlag vorgeschrieben sein. Manche Hochlochziegel dürfen dagegen nur drehend und ohne Schlag gebohrt werden. Lässt sich die Steinart nicht sicher bestimmen, sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen.

2. Bohrloch vorbereiten

Im Vollstein wird das Bohrloch laut den genannten Zulassungsangaben zweimal ausgeblasen, zweimal ausgebürstet und anschließend noch zweimal ausgeblasen. Im Lochstein bleibt es ungereinigt. Stattdessen wird eine Siebhülse eingesetzt.

3. Injektionsmörtel einfüllen

Spritzen Sie den Mörtel vom Grund des Bohrlochs aus ein. Im Vollstein wird das Loch etwa zu zwei Dritteln gefüllt, im Lochstein die Siebhülse. Bei Bohrlöchern mit mehr als 15 cm Tiefe wird die Mischdüse der Kartusche mit einem Verlängerungsschlauch versehen.

4. Ankerstange einsetzen

Setzen Sie die Ankerstange in den Mörtel. Im Lochstein tritt der Mörtel dabei durch das Gitter der Siebhülse und verbindet sich mit dem Stein.

5. Aushärtezeit einhalten

Warten Sie, bis der Mörtel vollständig ausgehärtet ist. Die Mindestzeiten hängen von der Temperatur im Mauerwerk ab.

Temperatur im MauerwerkMindest-Aushärtezeit
Über 30 bis 40 °C35 Minuten
Über 20 bis 30 °C45 Minuten
Über 10 bis 20 °C60 Minuten
Über 5 bis 10 °C90 Minuten
Über 0 bis 5 °C3 Stunden
Über −5 bis 0 °C24 Stunden

Die Angaben stammen aus der Zulassung des Injektionsmörtels FIS V Plus. Bei einem anderen Produkt gelten die jeweiligen Herstellerangaben.

Bei nassen Steinen verdoppeln sich die angegebenen Zeiten. Während der Aushärtung darf das Mauerwerk nicht kälter werden als die untere Temperaturgrenze der gewählten Tabellenzeile. Bei einer angesetzten Aushärtezeit von 60 Minuten muss die Temperatur somit über 10 °C bleiben. Die Kartusche selbst muss mindestens 5 °C warm sein.

6. Halter befestigen

Nach Ablauf der Aushärtezeit setzen Sie die Halter auf die Ankerstangen. Ziehen Sie die Muttern höchstens mit dem Drehmoment an, das für den jeweiligen Stein zugelassen ist. Bei den genannten Beispielen sind das 15 Nm im geprüften Kalksandvollstein und 2 Nm im geprüften Hochlochziegel. Die für den Betonanker genannten 60 Nm dürfen nicht auf diese Befestigungen übertragen werden.

Montage an einer gedämmten oder geklinkerten Fassade

Bei einer gedämmten Fassade oder einer vorgemauerten Klinkerschale sollten Sie die Montage einem Fachbetrieb überlassen. Ein Blick auf die Befestigungstechnik und die Materialkosten hilft Ihnen dabei, das Angebot besser einzuschätzen.

Die Dämmung eines Wärmedämmverbundsystems trägt die Last der Markise nicht. Sie ist oft 120 bis 160 mm dick. Bei einer Abstandsmontage überbrückt ein spezielles Befestigungssystem die Dämmschicht und leitet die Kräfte in die tragende Wand. Das hier beschriebene System eines Ankerherstellers ist für Dämmstärken von 60 bis 290 mm ausgelegt.

Zunächst wird durch eine Probebohrung der Baustoff hinter der Dämmung bestimmt. Bei Beton beträgt die Bohrlochtiefe 120 mm zuzüglich der Strecke durch die Dämmung. Das Bohrloch wird gereinigt, außer bei Lochstein. Die Ankerstange wird mit Injektionsmörtel befestigt; bei Lochstein kommt eine Siebhülse hinzu. Ein Konus aus glasfaserverstärktem Kunststoff drückt sich in die Dämmung. Laut Hersteller soll die Konstruktion Wärmeverluste an der Befestigungsstelle vermeiden. Ein Kleber dichtet das Bohrloch gegen eindringendes Regenwasser ab. Auf der Ankerstange sitzt eine Anbauplatte, an der anschließend der Markisenhalter befestigt wird. Die Muttern der Anbauplatte werden mit höchstens 20 Nm angezogen.

Ein Baumarkt bietet ein Set mit Mörtel für sechs Bohrlöcher für etwa 310 € an. Es ist für Dämmstärken bis 150 mm vorgesehen. Für Dämmungen bis 200 mm kostet eine Ausführung rund 320 €. Einzelne Befestigungselemente einer kleineren Variante werden ohne Mörtel im Zweierpack für 44 bis 55 € angeboten. Eine zusätzliche Kartusche Mörtel mit 300 ml kostet etwa 20 bis 50 €. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die gewählte Ausführung für die vorhandene Dämmdicke zugelassen ist.

Bei zweischaligem Mauerwerk befindet sich die Klinkerschale vor der tragenden Wand und kann die Markise nicht tragen. Eine Durchsteckankerhülse führt die Ankerstange durch die nicht tragenden Schichten bis zur tragenden Wand. Dort wird sie mit Injektionsmörtel verankert. Die Hülse ist mit Nutzlängen von 20 bis 200 mm erhältlich und muss zur Dicke der nicht tragenden Schichten passen.

Häufige Fehler bei der Montage

  • Ungeeignete Anker: Die Befestigung ist nicht für den vorhandenen Untergrund zugelassen oder sitzt in der Dämmung beziehungsweise Klinkerschale statt in der tragenden Wand.
  • Falsches Bohrverfahren: Bei Lochstein wird mit Schlag gebohrt, obwohl die Zulassung für den Stein das Bohren ohne Schlag vorsieht.
  • Unzureichend gereinigte Bohrlöcher: Im Vollstein wird das Bohrloch vor dem Einfüllen des Mörtels nicht wie vorgeschrieben gereinigt. Laut Zulassung kann die Tragfähigkeit dadurch stark sinken.
  • Zu hohes Anzugsdrehmoment: Die Muttern im Mauerwerk werden mit dem für Beton vorgesehenen Drehmoment angezogen, obwohl für den jeweiligen Stein ein niedrigerer Wert gilt.
  • Fehlende Abdichtung: Bohrlöcher in der Fassade werden nicht gegen eindringendes Wasser abgedichtet.

Was bedeutet die Windwiderstandsklasse nach der Montage?

Die Windwiderstandsklasse beschreibt, welchem Winddruck eine ausgefahrene Markise standhält. Der Hersteller prüft das Modell und gibt die entsprechende Klasse an. Welche Widerstandsfähigkeit die Markise an Ihrer Hauswand erreicht, hängt allerdings auch vom Untergrund und von Art und Anzahl der Befestigungsmittel ab.

Nach der Montageanleitung eines Herstellers darf die Markise nur bis zu der Windwiderstandsklasse genutzt werden, die der montierende Betrieb für die ausgeführte Befestigung angibt. Deshalb prüft der Monteur laut ITRS-Richtlinie bereits vor und während der Montage, ob Untergrund und Befestigung zur vorgesehenen Klasse passen. Ist eine aufwendigere Befestigung erforderlich als zunächst angeboten, sollte der Betrieb Sie vor Beginn der Arbeiten darüber informieren.

Bei einer Selbstmontage erhalten Sie keine entsprechende Bestätigung durch einen Montagebetrieb. Die Bedienungsanleitung nennt zwar eine Windgeschwindigkeit, bei der die Markise eingefahren werden muss. Fragen Sie vor dem Kauf beim Hersteller nach, ob diese Vorgabe auch bei einer selbst ausgeführten Montage gilt.

Wann ist ein Fachbetrieb nötig und was kostet die Montage?

Das Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Handwerk ist in Anlage A der Handwerksordnung als zulassungspflichtiges Handwerk aufgeführt. Nach § 1 der Handwerksordnung dürfen Betriebe dieses Handwerk selbstständig ausüben, wenn sie in die Handwerksrolle eingetragen sind. Diese Regelung betrifft den gewerblichen Betrieb und bedeutet nicht, dass Sie die Markise am eigenen Haus nicht selbst montieren dürfen.

Ein Fachbetrieb ist besonders dann sinnvoll, wenn:

  • die Fassade gedämmt ist oder eine Klinkerschale vor der tragenden Wand sitzt
  • die Wand aus Porenbeton besteht oder die Probebohrung den Untergrund nicht eindeutig erkennen lässt
  • bei Dachsparren unklar ist, ob sie tragfähig sind und durchgehend verlaufen, beispielsweise im Bereich eines Dachfensters
  • die Markise zu schwer ist, um sie mit zwei Helfern sicher von Leitern aus anzuheben
  • der Motor einen festen Stromanschluss benötigt
  • der Hersteller die Montage durch einen Fachbetrieb vorschreibt oder eine bestimmte Windwiderstandsklasse erreicht werden soll

Befindet sich die Markise nicht im Erdgeschoss, sondern beispielsweise am Balkon im ersten Stock, sollten Sie außerdem klären, ob ein Gerüst oder eine Hebebühne benötigt wird. Lassen Sie diese Kosten im Angebot gesondert aufführen.

Für eine vier Meter breite offene Gelenkarmmarkise am Betonsturz im Erdgeschoss kann die Kalkulation beispielsweise so aussehen. Das Modell wird an drei Haltern befestigt, die jeweils zwei Bohröffnungen haben.

PostenPreisQuelle
Montage an der Hauswand, vier Meter zu 70 bis 120 € je Meter280 bis 480 €Montagebetrieb
Anker und Befestigungsmaterial50 bis 150 €Montagebetrieb
Anfahrt ab 50 km Entfernung50 €Montagebetrieb
Selbstmontage: sechs Schwerlastanker M12 zu je 2,69 €16,14 €Baumarkt
Selbstmontage: Bohrhammer für 24 Stunden mieten24,00 €Baumarkt
Selbstmontage insgesamtrund 40 €
Vergleich: Montage auf Klinker oder Dämmung mit zwei Haltern476,00 €Fachbetrieb
Vergleich: Montage auf Klinker mit drei Haltern654,50 €Fachbetrieb
Anfahrt für Aufmaß und Beratung bis 50 km, nicht auf den Auftrag angerechnet89,25 €Fachbetrieb

Preisstand Oktober 2026. Die Preise für die Selbstmontage und die Vergleichsangebote enthalten die Mehrwertsteuer. Bei den übrigen Preisen ist dies nicht angegeben. Die Vergleichspreise für die Montage auf Klinker oder Dämmung gelten ohne Anfahrt und Material. Für die Miete des Bohrhammers kommen 50 € Kaution und gegebenenfalls 10 % Gebühr für die Haftungsfreistellung hinzu. Bohrer und Leitern sind nicht eingerechnet.

Im Beispiel kostet die Montage durch den Montagebetrieb einschließlich Befestigungsmaterial, aber ohne Anfahrt, zwischen 330 und 630 €. Bei einer Selbstmontage entfällt der Montagelohn von 280 bis 480 €. Statt 50 bis 150 € für Befestigungsmaterial fallen rund 40 € für Anker und Bohrhammer an. Die rechnerische Ersparnis beträgt damit 290 bis 590 €.

Bei Mauerwerk sollten Sie im Angebot prüfen, ob der Injektionsmörtel bereits im Befestigungsmaterial enthalten ist. Für die Montage an gedämmten oder geklinkerten Fassaden sollten die Mehrkosten gesondert ausgewiesen sein, da die Befestigung dort aufwendiger ist.

Nach der Montage übergibt ein Fachbetrieb die Bedienungs- und Wartungsanleitung und informiert Sie über die erreichte Windwiderstandsklasse. Beim Abschlussgespräch erläutert er die Sicherheitshinweise. Lassen Sie sich die fachgerechte Ausführung, die Montagezeit und das geführte Gespräch schriftlich bestätigen.

Bild: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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