Holz im Außenbereich lasieren Sie in vier Schritten: reinigen, mit 120er Korn anschleifen, entstauben und zwei dünne Lasuranstriche in Faserrichtung auftragen. Wichtig sind trockenes Wetter über 10 °C und eine Lasur, die zum Bauteil passt: Dünnschichtlasur für Zaun und Sichtschutz, Dickschichtlasur für Fenster und andere maßhaltige Bauteile. Einen Überblick über alle Lasurarten und ihre Vorteile gibt der Beitrag Holz lasieren. Diese Anleitung führt Sie durch Auswahl, Verarbeitung und Kosten, inklusive der Frage, ab wann ein Malerbetrieb die bessere Wahl ist.
Warum eine Lasur und kein Lack?
Eine Lasur schützt das Holz, ohne es zu verstecken: Sie dringt in die oberen Holzschichten ein, bleibt offenporig und lässt die Maserung sichtbar. Weil sie keinen geschlossenen Film bildet, kann das Holz Feuchtigkeit abgeben und die Beschichtung platzt nicht großflächig ab. Ein Lack liegt dagegen als deckende Schicht auf der Oberfläche und kaschiert Farbunterschiede und Reparaturen. Wenn Sie einen deckenden Farbton wünschen, finden Sie Tipps zur Umsetzung in der Anleitung Holz lackieren. Für den Wetterschutz draußen gilt: Pigmentierte Lasuren schützen deutlich besser vor UV-Strahlung als farblose, denn die Pigmente wirken wie ein Sonnenschutz für die Holzfasern. Gerade bei großen Flächen wie Zäunen zahlt sich die offenporige Lasur aus, denn ein abgeblätterter Lackfilm müsste vor jedem Neuanstrich mühsam entfernt werden.
Dünnschichtlasur oder Dickschichtlasur?
Dünnschichtlasur für alles, was sich verziehen darf, Dickschichtlasur für alles, was passgenau bleiben muss. Eine Dünnschichtlasur zieht tief ein, blättert nicht ab und lässt sich nach einfacher Reinigung ohne Abschleifen überstreichen. Eine Dickschichtlasur baut einen lackähnlichen Film auf, hält länger, kann bei hoher Beanspruchung aber abplatzen. Dann hilft nur noch das Entfernen der alten Farbe bis auf das rohe Holz. Als Kompromiss bieten viele Hersteller Mittelschichtlasuren an: Sie bauen etwas mehr Schutzschicht auf, ohne so spröde wie ein Lackfilm zu werden.
| Merkmal | Dünnschichtlasur | Dickschichtlasur |
|---|---|---|
| Oberfläche | zieht ins Holz ein, offenporig | bildet einen sichtbaren Film |
| Typischer Einsatz | Zaun, Sichtschutz, Gartenhaus, sägeraues Holz | Fenster, Haustüren, maßhaltige Bauteile |
| Renovierungsintervall | alle 2 bis 4 Jahre, einfach überstreichen | alle 4 bis 8 Jahre |
| Aufwand bei der Renovierung | gering, kein Abschleifen nötig | hoch, lose Schichten müssen komplett runter |
Bei Fensterrahmen lohnt sich der Vergleich mit dem Fachbetrieb besonders, denn die Vorarbeit ist aufwendig: Was der Profi verlangt, zeigt der Beitrag Fenster streichen lassen.
Dieses Material brauchen Sie für Zaun und Gartenhaus
Die Einkaufsliste ist überschaubar und kostet für ein mittleres Gartenhaus ca. 100 €:
- Holzlasur im gewünschten Farbton, 8 bis 25 € pro Liter
- Schleifpapier mit 120er Korn oder Schleifvlies
- Flächenpinsel oder Flachpinsel für Lasuren, kein billiger Borstenverlierer
- Holzreiniger oder Entgrauer bei vergrautem Holz
- Abdeckplane, Handschuhe und ein Rührholz
- Abstreifgitter für den Eimer gegen Tropfen und Läufer
Kalkulieren Sie den Verbrauch mit etwa 10 m² pro Liter und Anstrich. Bei sägerauem Holz saugt die Oberfläche stärker, dann reicht ein Liter nur für 5 bis 7 m². Sparen Sie außerdem nicht am Pinsel: Ein guter Lasurpinsel nimmt mehr Material auf und hinterlässt keine Borsten in der frischen Fläche.

In vier Schritten zur fertigen Lasur
Schritt 1: Holz gründlich reinigen
Entfernen Sie Schmutz, Spinnweben und Grünbelag mit Bürste und Wasser, bei vergrautem Holz zusätzlich mit einem Entgrauer. Lose Fasern und alte, staubige Lasurreste bürsten Sie einfach ab. Das Holz muss danach vollständig trocknen, je nach Wetter dauert das ein bis zwei Tage. Einen Hochdruckreiniger setzen Sie höchstens mit großem Abstand und Flachstrahl ein, sonst reißt der Wasserdruck die Holzfasern auf.
Schritt 2: Anschleifen und entstauben
Schleifen Sie die Fläche mit 120er Korn in Faserrichtung an. Das öffnet die Poren, glättet aufgestellte Fasern und verbessert die Aufnahme der Lasur. Tragen Sie dabei Handschuhe, denn an verwittertem Holz drohen Splitter. Anschließend entstauben Sie gründlich mit Handfeger und leicht feuchtem Tuch.
Schritt 3: Erster Anstrich in Faserrichtung
Rühren Sie die Lasur gut auf und streichen Sie dünn und gleichmäßig in Faserrichtung, Brett für Brett ohne Unterbrechung, sonst entstehen sichtbare Ansätze. Das Hirnholz an Schnittkanten und Brettenden saugt am stärksten Wasser und bekommt deshalb einen zusätzlichen satten Auftrag. Bei rohem Nadelholz empfiehlt sich vorab ein Imprägniergrund mit Schutz gegen Bläuepilze. Testen Sie den Farbton vorher an einem Reststück oder einer verdeckten Stelle, denn auf jedem Holz wirkt dieselbe Lasur anders.
Schritt 4: Trocknen lassen und zweiter Anstrich
Lassen Sie den ersten Anstrich nach Herstellerangabe trocknen, meist über Nacht. Der zweite Durchgang vertieft den Farbton und verdoppelt den Wetterschutz. Erst mit zwei Schichten erreicht die Lasur ihre volle UV-Beständigkeit, gerade auf der Wetterseite lohnt sich hier Sorgfalt.
Bei welchem Wetter dürfen Sie lasieren?
Ideal sind trockene, bedeckte Tage mit Temperaturen über 10 °C. Direkte pralle Sonne lässt die Lasur zu schnell anziehen, dann bleiben Streifen und Ansätze sichtbar. Planen Sie nach dem Anstrich mindestens zwei regenfreie Tage ein und hören Sie am frühen Abend auf, damit sich kein Tau auf die frische Fläche legt. Auch das Holz selbst muss trocken sein: Nach längerem Regen warten Sie besser zwei bis drei sonnige Tage ab. Im Herbst verlängern kühle Nächte und hohe Luftfeuchtigkeit die Trockenzeiten deutlich, planen Sie dann größere Abstände zwischen den Anstrichen ein.
Was kostet das Lasieren von Zaun und Fassade?
Die Materialkosten bleiben überschaubar: Für ein Gartenhaus mit 25 m² Außenfläche und zwei Anstrichen brauchen Sie rund 5 Liter Lasur, das macht je nach Qualität 40 bis 125 €. Für einen 20 m langen Sichtschutzzaun mit rund 35 m² beidseitiger Fläche kommen bei zwei Anstrichen etwa 7 Liter zusammen. Dazu kommen jeweils etwa 15 bis 30 € für Schleifmaterial, Pinsel und Abdeckung. Beauftragen Sie einen Malerbetrieb, zahlen Sie zusätzlich die Arbeitszeit; die üblichen Sätze finden Sie im Beitrag Malerkosten und Stundenlohn. Für komplette Holzfassaden liefert der Beitrag Fassade streichen Kosten realistische Quadratmeterpreise.
Wann sollten Sie den Profi lasieren lassen?
Sobald ein Gerüst nötig wird, endet das sinnvolle Heimwerkerprojekt. Große Holzfassaden, Giebel und Arbeiten über der zweiten Leitersprossenhöhe gehören in Profihände, ebenso Holz mit Pilzbefall oder abblätternder Dickschichtlasur, bei der die komplette Altbeschichtung herunter muss. Ein Malerbetrieb bringt Gerüst, Absturzsicherung und die Erfahrung mit, welche Lasur auf welchem Altanstrich hält, und arbeitet bei großen Flächen deutlich schneller als jede Eigenleistung. Holen Sie bei größeren Vorhaben zwei bis drei Angebote ein und vergleichen Sie neben dem Preis auch die beschriebene Vorarbeit.
Häufige Fragen rund um die Holzlasur
Wie oft muss ich die Lasur erneuern?
Dünnschichtlasuren streichen Sie an Wetterseiten alle 2 bis 4 Jahre nach, an geschützten Stellen seltener. Ein einfacher Test hilft: Perlt Wasser nicht mehr ab, sondern zieht ein, ist es Zeit für einen neuen Anstrich. Dickschichtlasuren halten 4 bis 8 Jahre. Auf der sonnenabgewandten Nordseite hält derselbe Anstrich oft doppelt so lange wie auf der Wetterseite.
Kann ich einfach über die alte Lasur streichen?
Bei intakter Dünnschichtlasur ja: reinigen, leicht anschleifen, entstauben und neu lasieren. Bei Dickschichtlasur geht das nur, solange der Film fest haftet. Blättert er ab, müssen alle losen Schichten vollständig entfernt werden, sonst platzt auch der neue Anstrich wieder ab. Ein kurzer Wassertest zeigt die Tragfähigkeit: Zieht Wasser gleichmäßig ein, nimmt das Holz die neue Lasur gut an.
Muss ich das Holz vor dem Lasieren grundieren?
Rohes Nadelholz im Außenbereich profitiert von einem Imprägniergrund mit Bläueschutz, vor allem Kiefer und Fichte. Bereits lasiertes Holz braucht keine Grundierung, hier genügt die Reinigung mit leichtem Anschliff. Harthölzer wie Eiche oder Lärche kommen meist ganz ohne Grund aus. Fragen Sie im Fachhandel nach einem Produkt, das zur gewählten Lasur passt.
Kann ich lasiertes Holz später deckend streichen?
Ja, das funktioniert gut. Reinigen und schleifen Sie die Fläche an, dann folgen ein haftvermittelnder Voranstrich und zwei Schichten Wetterschutzfarbe oder Lack. Der Weg zurück von deckender Farbe zur Lasur ist dagegen mühsam, weil dafür die komplette Farbschicht entfernt werden muss.
Eignet sich Lasur auch für Möbel im Innenbereich?
Ja, für Massivholzmöbel gibt es wasserbasierte, geruchsarme Lasuren, die die Maserung betonen. Achten Sie auf Produkte für den Innenbereich, Außenlasuren enthalten oft Inhaltsstoffe, die nicht für den Wohnbereich geeignet sind. Deckende Alternativen mit Kreidefarbe oder Lack zeigt der Beitrag Möbel streichen.




