Einen Balkon streichen Sie in drei Bereichen: Der Betonboden bekommt eine trittfeste Betonfarbe oder Bodenbeschichtung, das Geländer je nach Material einen Rostschutz oder Wetterschutzfarbe, und die Wände erhalten Fassadenfarbe. Das Material kostet je nach Fläche insgesamt 50 bis 250 €, für den Boden rechnen Sie mit 3 bis 8 €/m². Wichtig vorab: In Miet- und Eigentumswohnungen dürfen Sie die Farbgebung nicht allein entscheiden, denn der Balkon zählt zur Fassade. Dieser Ratgeber führt Sie durch alle Bereiche, Produkte und Kosten.
Der Balkonboden braucht eine trittfeste Beschichtung
Für den Betonboden eignen sich nur Produkte, die trittfest und UV-beständig sind: Betonfarbe für normale Nutzung, eine 2-K-Beschichtung für stark beanspruchte Flächen. Normale Wand- oder Fassadenfarbe scheidet aus, sie scheuert unter Schuhsohlen und Möbeln schnell durch. Vor dem Anstrich spachteln Sie Risse und Ausbrüche mit Reparaturspachtel und grundieren den saugenden Beton, sonst zieht die erste Schicht ungleichmäßig ein. Danach folgen zwei Anstriche mit Zwischentrocknung. Das Vorgehen entspricht weitgehend dem im Ratgeber Kellerboden streichen, nur die UV-Beständigkeit kommt draußen als Anforderung dazu. Für Flächen mit hoher Belastung lohnt der Blick auf den Beitrag zum Epoxidharzboden, und alles Grundsätzliche zu Farben auf Beton bündelt der Ratgeber Beton streichen.
Zwei Praxistipps für draußen: Für mehr Trittsicherheit bei Nässe streuen Sie feinen Quarzsand in die noch frische Zwischenschicht ein und überrollen ihn mit der Schlussschicht, das ergibt eine rutschhemmende Oberfläche. Und auf schattigen Balkonen sammelt sich häufig Grünbelag, den Sie vor dem Anstrich gründlich mit Reiniger und Bürste entfernen, sonst hält die Farbe dort nicht.
Beim Geländer entscheidet das Material über das Vorgehen
Metallgeländer brauchen eine dreistufige Bearbeitung, Holzgeländer eine Lasur oder Wetterschutzfarbe. Beim Metallgeländer entfernen Sie zuerst allen losen Rost mit Drahtbürste und Schleifpapier, dann folgen Rostschutzgrundierung und zwei Deckanstriche mit Metallschutzlack. Wie Sie Roststellen richtig behandeln und welche Lacke sich eignen, zeigt im Detail der Ratgeber Metall lackieren. Holzgeländer behandeln Sie mit einer offenporigen Lasur, wenn die Maserung sichtbar bleiben soll, oder mit deckender Wetterschutzfarbe für kräftige Farbtöne. Je nach Bewitterung steht die Auffrischung alle paar Jahre an. Die Grundtechnik mit Schleifen, Grundieren und Lackieren erklärt die Anleitung zum Holzlackieren. Kleben Sie angrenzende Flächen sorgfältig ab und legen Sie Folie unter das Geländer, denn Metallschutzlack lässt sich vom Bodenbelag kaum wieder entfernen.
Wände und Untersicht vertragen nur Fassadenfarbe
Für Balkonwände und die Untersicht der darüberliegenden Platte nutzen Sie Fassadenfarbe, denn Innenfarbe hält Regen, Frost und UV-Strahlung nicht stand. Fassadenfarbe ist wetterbeständig und diffusionsoffen, Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk kann also weiter entweichen. Streichen Sie zweimal und arbeiten Sie Ecken und Kanten mit dem Pinsel vor. Was ein Handwerker für solche Anstriche berechnet und wie sich die Preise zusammensetzen, lesen Sie im Beitrag Fassade streichen Kosten.
In Miet- und Eigentumswohnungen entscheiden andere mit
Ohne Zustimmung dürfen Sie am Balkon keine Farbe verändern, denn Boden, Brüstung und Wände gehören baulich zur Fassade und prägen das Erscheinungsbild des Hauses. Als Mieter holen Sie vor jedem Anstrich die schriftliche Erlaubnis des Vermieters ein, sonst droht beim Auszug der Rückbau auf eigene Kosten. In der Eigentumswohnung ist der Balkon in der Regel Gemeinschaftseigentum oder zumindest optisch gebunden: Farbliche Änderungen brauchen einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft. Unstrittig ist meist nur die farbneutrale Pflege, etwa ein neuer Anstrich im vorhandenen Farbton. Legen Sie der Anfrage am besten gleich Farbton und Produktdatenblatt bei, das beschleunigt die Entscheidung und vermeidet spätere Missverständnisse.
Bei welchem Wetter gelingt der Balkonanstrich?
Streichen Sie bei Temperaturen über 10 °C und planen Sie 2 bis 3 trockene Tage am Stück ein, damit alle Schichten durchtrocknen können. Pralle Mittagssonne ist ebenso ungünstig wie Regen: Auf aufgeheiztem Beton trocknet die Farbe zu schnell an und verbindet sich schlecht mit dem Untergrund. Warten Sie morgens ab, bis der Tau abgetrocknet ist, und hören Sie am frühen Nachmittag auf, damit die Fläche vor der Abendfeuchte anziehen kann. Frühjahr und Frühherbst bieten meist die stabilsten Bedingungen. Auch der Wind spielt mit: Bei kräftigen Böen landen Staub, Pollen und Blätter in der frischen Farbe.
Diese Materialien und Kosten erwarten Sie
Die Materialkosten bleiben überschaubar: Für einen durchschnittlichen Balkon mit 6 m² Boden, Geländer und Wandflächen kommen Sie mit 50 bis 250 € aus. Dazu kommen Kleinmaterialien wie Rollen, Pinsel, Kreppband und Abdeckfolie für 20 bis 40 €.
| Bereich | Material | Produkt | Materialkosten pro m² |
|---|---|---|---|
| Boden | Beton | Betonfarbe, 2 Anstriche | 3 bis 8 € |
| Boden, stark beansprucht | Beton | 2-K-Epoxidbeschichtung | 10 bis 25 € |
| Geländer | Metall | Rostschutzgrundierung + Metallschutzlack | 5 bis 10 € |
| Geländer | Holz | Lasur oder Wetterschutzfarbe | 2 bis 6 € |
| Wände, Untersicht | Putz, Beton | Fassadenfarbe, 2 Anstriche | 1 bis 3 € |
Ein Malerbetrieb rechnet für solche Arbeiten mit 45 bis 70 € pro Stunde, ein ganzer Balkon ist häufig ein Tagesauftrag. Die aktuellen Sätze und Nebenkosten finden Sie im Beitrag zum Malerstundenlohn.
Wann gehört der Balkon in Profihände?
Sobald Feuchtigkeit im Spiel ist, endet das Anstrichthema: Risse im Boden mit Wasserflecken an der Untersicht, abplatzender Beton oder rostende Bewehrung sind Fälle für den Fachbetrieb. Farbe dichtet keinen Balkon ab, eine defekte Abdichtung wird durch den Anstrich nur kaschiert und der Schaden arbeitet darunter weiter. Auch die Betonsanierung mit freiliegender Bewehrung gehört in Fachhände, weil hier die Standsicherheit betroffen sein kann. Für den reinen Anstrich gilt: Wer nicht sicher über der Brüstung arbeiten kann, überlässt Geländeraußenseiten in oberen Geschossen besser einem Betrieb mit passender Absturzsicherung. Gleiches gilt, wenn eine alte Beschichtung großflächig hohl klingt oder sich in Platten löst: Dann muss der Altanstrich weichen, was mit Fräse und Absaugung sauberer und gründlicher gelingt als von Hand.
Häufige Fragen rund um den Balkonanstrich
Darf ich meinen Balkon in der Mietwohnung streichen?
Nur mit Zustimmung des Vermieters, denn der Balkon gehört zur Fassade und damit zum Eigentum des Vermieters. Holen Sie die Erlaubnis schriftlich ein und stimmen Sie den Farbton ab. Ohne Zustimmung kann der Vermieter beim Auszug den Rückbau in den ursprünglichen Zustand verlangen. Bewahren Sie die Erlaubnis zusammen mit dem Mietvertrag auf, das erspart Diskussionen bei der Übergabe.
Welche Farbe hält auf dem Balkonboden am längsten?
Am haltbarsten ist eine 2-K-Epoxidbeschichtung, die auch intensive Nutzung und Möbelrücken jahrelang übersteht. Für normal genutzte Balkone reicht eine gute Betonfarbe mit UV-Beständigkeit, die Sie nach einigen Jahren einfach überstreichen. Entscheidend ist in beiden Fällen die Vorbereitung mit Spachtel und Grundierung. Rechnen Sie bei Betonfarbe mit einem Neuanstrich etwa alle fünf bis acht Jahre.
Wie lange darf ich den frisch gestrichenen Boden nicht betreten?
Begehbar ist Betonfarbe je nach Produkt und Witterung nach 12 bis 24 Stunden, voll belastbar mit Möbeln erst nach mehreren Tagen. Bei kühlem oder feuchtem Wetter verlängern sich die Zeiten. Verbindlich sind die Angaben des Herstellers auf dem Gebinde. Planen Sie den Anstrich deshalb so, dass Sie den Balkon ein paar Tage entbehren können.
Dichtet Betonfarbe einen undichten Balkon ab?
Nein. Betonfarbe ist ein Anstrich, keine Abdichtung. Dringt Wasser durch Risse in den Boden ein oder zeigen sich Feuchteflecken an der Untersicht, muss ein Fachbetrieb die Abdichtung erneuern. Ein Anstrich über dem Schaden verdeckt das Problem nur und macht die spätere Sanierung teurer. Lassen Sie solche Schäden zeitnah prüfen, denn eindringendes Wasser sprengt bei Frost den Beton weiter auf.
Muss ich das Geländer vor dem Streichen komplett entrosten?
Aller lose Rost muss herunter, festsitzender dunkler Rost darf nach dem Anschleifen bleiben, wenn eine Rostschutzgrundierung folgt. Blanke Stellen und Restrost grundieren Sie immer, bevor der Decklack kommt. Ohne diese Arbeiten blüht der Rost innerhalb einer Saison durch den neuen Anstrich wieder durch. Für größere Geländer lohnt sich ein Drahtbürstenaufsatz für die Bohrmaschine, das spart viel Handarbeit.




