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Handwerker gießt einen weißen Epoxidharzboden

Epoxidharzböden – Eigenschaften und Kosten

Letzte Aktualisierung am 3. Januar 2022 von M. Lehmann

Ob zur Versiegelung von Industriehallen, im Keller oder im Garagenbereich oder auch in moderner Betonoptik bei Inneneinrichtungen neuester Schule – Epoxidharzböden sind eine beliebte, haltbare und vielseitige Alternative zu Bodenbelägen wie Fliesen, Parkett oder Laminat. Sie verfügen über zahlreiche Vorteile, sind schnell und einfach verlegt und extrem haltbar. Allerdings ist ihre Verlegung weder einfach noch risikofrei, weswegen diese Arbeit lieber den Profis überlassen werden sollte.

Hier erfahren Sie alles über die Eigenschaften und Vorteile von Epoxidharzböden, den Vergleich mit anderen Kunstharzböden und wo Epoxidharzböden zum Einsatz kommen können. Außerdem informieren wir Sie über die Kosten und über die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für die Arbeit mit Epoxidharz.

Eigenschaften von Epoxidharzböden

Bei Epoxid handelt es sich um einen Stoff, der mit sich selbst reagieren und so immer längerkettige Moleküle bilden kann. Diese als Polymerisation bezeichnete Reaktion wird in Epoxidharzböden ausgenutzt, um innerhalb kurzer Zeit aus dem flüssigen Epoxidharz eine feste Substanz zu schaffen, die jahrzehntelang intensivsten Belastungen standhalten kann. Epoxidharz enthält eine Mischung aus dem Epoxid, einem Härter, der für die Festigkeit des Bodens verantwortlich ist, sowie ein Lösungsmittel. Bei starken zu erwartenden Temperaturschwankungen wird in das Epoxidharz häufig ein Glasfasernetz eingearbeitet, das diese Schwankungen ausgleichen kann. Die Aushärtung kann je nach Dicke und Luftfeuchtigkeit mehrere Tage dauern.

Vorteile

Wird das Epoxidharz auf dem Boden aufgebracht, so bildet sich bald ein äußerst belastbarer, glatter Boden. Epoxidharzböden sind wasserfest, stoßfest, resistent gegenüber zahlreichen Substanzen, Säuren und Laugen, Hitze und Kälte und dabei sehr leicht zu reinigen. Anders als bei Fliesen, die auch solche Vorteile in sich vereinen können, ist der Epoxidharzboden fugenfrei und kann in einem Zug verlegt werden.

Das ausgehärtete Epoxidharz ist farblos und transparent und vermittelt so den optischen Eindruck des Untergrundes. Zusätzliche Farbzusätze können das Epoxidharz färben oder, bei entsprechender Fachkenntnis, spektakuläre 2-D-Effekte oder 3-D-Effekte erzielen. Dies macht Epoxidharzböden auch zu einem wichtigen Gestaltungselement bei der fantasievollen Inneneinrichtung. Der fertig ausgehärtete Epoxidharzboden ist zudem ungiftig und lebensmittelecht.

Hier noch einmal die Vorteile im Überblick

  • robust, belastbar, und verschleißfrei
  • beständig gegen Wasser und Chemikalien
  • vielseitig anwendbar
  • einfache Reinigung

Nachteile

Wie jeder andere Werkstoff ist auch Epoxidharz nicht perfekt. Epoxidharz ist nicht UV-beständig und kann bei direkter Sonneneinstrahlung vergilben. Es muss deswegen mit einer speziellen Schutzschicht gegen UV-Strahlung bestrichen werden. Epoxidharz verrottet nicht, dies macht allerdings auch die Entsorgung problematisch. Zudem ist es zwar extrem haltbar, allerdings auch nach der Aushärtung kaum noch zu entfernen. Es muss vollständig abgeschliffen werden, wenn der Bodenbelag geändert werden soll. Zuletzt ist Epoxidharz eine relativ teure Bodenbeschichtung und ohne entsprechende Fachkenntnis im feuchten Zustand gesundheitsschädlich.

Hier ein Überblick über die Nachteile:

  • benötigt UV-Schutzschicht
  • problematische Entsorgung
  • schwierige Entfernung
  • relativ teuer
  • in feuchtem Zustand gesundheitsschädlich

Andere Kunstharzböden

Neben Epoxidharz gibt es noch andere Kunstharze, die zur Oberflächenbeschichtung geeignet sind. Die wichtigsten Alternativen zu Epoxidharz sind Polyurethanharz und Acrylharz.

Polyurethanharz (kurz PU) wird häufig als dünne Oberflächenschicht für andere Böden wie Vinyl verwendet. Es eignet sich besonders gut zum Einsatz im Wohnbereich, da es wärmeisolierend wirkt und deswegen als weniger kalt empfunden wird. Außerdem ist es weicher und federnder und verfügt deswegen über ein besseres Schrittgefühl und eine höhere Trittschalldämmung. Zudem kann PU auch aus biologisch angebauten Pflanzenölen erzeugt werden, was es zu einer umweltfreundlichen Variante des Kunstharzbodens macht.

Acrylharz härtet im Vergleich zu Epoxidharz sehr schnell aus und ist sehr rutschsicher. Sie finden deswegen häufig in der Industrie Verwendung, da so Umsatzeinbußen durch Produktionsstillstand minimiert werden. Auch in Fleischereien, Großküchen und anderen Lebensmittel verarbeitenden Gewerben kommt es zum Einsatz, denn es ist besonders leicht zu reinigen und damit sehr hygienisch.

Einsatzmöglichkeiten für Epoxidharzböden

Epoxidharz kann an zahlreichen Orten gut eingesetzt werden. Diese Vielseitigkeit macht einen seiner größten Vorteile aus. Sowohl in Garagen und Fabrikhallen als auch bei der Inneneinrichtung kann es etwa als Schutzschicht für blanken Beton dienen. Durch diesen Schutz wird die Betonoberfläche vor Aussandung oder Flecken geschützt und ist deutlich leichter zu reinigen.

Durch seine durchsichtige Optik und seine Fähigkeit, die bedeckte Bodensubstanz vor zahlreichen Umwelteinflüssen zu schützen, wird Epoxidharz auch gerne genutzt, um bereits beschädigte Böden zu konservieren. So können auch leicht beschädigte Holzböden mit einer Schicht aus Epoxidharz vor weiterem Verfall geschützt werden, ohne dass sie ihren erwünschten optischen Effekt verlieren.

Daneben kann Epoxidharz auch in Bädern, in der Küche und in anderen Bereichen, in denen Hygiene wichtig ist, angewendet werden. Böden aus diesem Material sind schnell und gründlich zu reinigen und bieten Schmutz und Bakterien keinen Halt. Und auch im Wohnbereich ist Epoxidharz gerne gesehen, wenn es mit entsprechenden Farbbeimengungen und zahlreichen Effekten einen wertvollen Beitrag zur Inneneinrichtung leistet oder eine moderne Betonoptik ermöglicht.

Der einzige Bereich, in dem Epoxidharz prinzipiell weniger geeignet ist, sind Außenbereiche, Wintergärten und andere Stellen, die ständiger Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Zwar schützt eine Schutzschicht vor UV-Strahlung im Innenbereich, aber auch diese kann bei zu intensivem Sonnenlicht das Vergilben nicht dauerhaft verhindern.

Kosten von Epoxidharzböden

Insgesamt lassen sich über die Kosten für eine Epoxidharzbeschichtung keine exakten Angaben machen. Dies liegt daran, dass Epoxidharz nur auf eine vollständig glatte Oberfläche ausgebracht werden kann. So ist je nach Untergrund mit mehr oder weniger intensiven Vorbereitungsmaßnahmen zu rechnen, zu denen je nach Untergrund Schleifarbeiten, das Entfernen von Ölflecken mit Spezialreiniger oder das Einbringen einer Unterschicht aus Betonspachtel notwendig sind. Daneben steigen die zu erwartenden Kosten bei beizumengenden Farben, Farbeffekten und den dafür notwendigen technischen Fähigkeiten der Verleger. Hier eine Beispielrechnung für einen Garagenboden:

Material Kosten pro 10 m² in Euro
Epoxidharz 60
Ölentferner 10
Betonspachtel 10
Plastikplane 2
Gesamt 82

Die Arbeitskosten belaufen sich je nach Ausmaß der Vorbereitungen auf zehn bis 15 Euro pro Quadratmeter. Bei aufwendigen Designelementen wie 2-D-Effekten oder 3-D-Effekten kann dieser Preis rasch auf 50 bis 100 Euro pro Quadratmeter ansteigen. Dafür erhalten Sie einen hochwertigen Boden, der mit seinem Aussehen für viele Jahre begeistern wird.

Epoxidharzboden gießen – eine Arbeit für Experten

Wer bei den Kosten von Epoxidharzböden daran denkt, diese selbst zu gießen, dem ist davon nur abzuraten. Zum einen liegt dies an der benötigten Sachkenntnis für diese Arbeit. Wenn der Untergrund nicht vollständig glatt ist, beim Gießen Fehler gemacht werden oder zu viel Licht an den noch nicht ausgehärteten Epoxidharzboden gelangt, dann können rasch unschöne Flecken und Stellen entstehen. Diese Probleme lassen sich nur durch die komplette Entfernung des Epoxidharzes und ein erneutes Ausgießen beheben. Eine zeitaufwendige, teure und überflüssige Arbeit.

Schwerer als diese praktischen Bedenken wiegen die gesundheitlichen Bedenken. Das Lösungsmittel, in dem Epoxidharz und der Härter ausgeliefert werden, erzeugt beim Aushärten gesundheitsschädliche Dämpfe. Beim Einatmen können ernsthafte gesundheitliche Probleme entstehen. Auch das flüssige Epoxidharz kann in bereits geringen Dosen auf der Haut zu Irritationen führen, die sich zu ernsten Hautkrankheiten ausweiten können. Profis benutzen bei der Arbeit geeignete Schutzausrüstung und Arbeitskleidung, die regelmäßig gewechselt und nicht außerhalb von Arbeitseinsätzen getragen wird. Daneben wissen Fachleute sich vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Epoxidharz zu schützen. Sie sorgen für die notwendige Lüftung, tragen Handschuhe und andere Schutzkleidung inklusive Atemschutz sowie Schutzbrille und benutzen geeignetes Werkzeug. Vertrauen Sie deshalb lieber auf die Experten auf unserer Seite, die Ihnen zu einem Epoxidharzboden verhelfen werden, an dem Sie noch lange Freude haben.

Bild: bhakpong / stock.adobe.com

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