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Fliesenfugen reinigen: Hand mit Gummihandschuh schrubbt die schäumenden Fugen mit einer Bürste

Fliesenfugen reinigen

Lesedauer 4 Minuten

Fliesenfugen werden wieder mit einfachen Mitteln sauber: Eine Paste aus Natron und Wasser, eine harte Fugenbürste und etwas Geduld beseitigen normale Verfärbungen zuverlässig. Bei hartnäckigem Schmutz hilft ein Dampfreiniger, bei Schimmel entscheidet die Fugenart über das weitere Vorgehen. Genauso wichtig ist, was Sie weglassen: Aggressive Säuren greifen Zementfugen an und machen sie auf Dauer porös. Dieser Ratgeber zeigt, welche Methoden wirken, welche schaden und wann nur noch neues Verfugen hilft.

Welche Mittel machen Fugen wieder sauber?

Vier Methoden haben sich bewährt: Natronpaste, Fugenbürste, Dampfreiniger und Schmutzradierer. Alle vier kommen ohne aggressive Chemie aus und schonen den Fugenmörtel.

  • Natron oder Backpulver: Rühren Sie drei Esslöffel mit etwas Wasser zu einer Paste an, tragen Sie diese auf die Fugen auf und lassen Sie alles 30 bis 60 Minuten einwirken. Danach schrubben Sie nach und wischen klar nach. Die Anwendung kostet unter 1 €.
  • Fugenbürste: Die schmale Bürste mit harten Borsten löst Schmutz mechanisch aus der Fugenoberfläche. Für kleine Flächen reicht auch eine alte Zahnbürste.
  • Dampfreiniger: Heißer Dampf löst Fett und eingesessenen Schmutz ganz ohne Reinigungsmittel. Geräte kosten 60 bis 150 € und lohnen sich vor allem bei großen Flächen.
  • Schmutzradierer: Der Radierschwamm wirkt auf glasierten Fliesen und schmalen Fugen gegen punktuelle Verfärbungen. Testen Sie ihn vorher an einer unauffälligen Stelle, weil er leicht schmirgelt.

Sonderfall Schimmel in den Fugen

Oberflächlichen Schimmel auf Zementfugen entfernen Sie mit hochprozentigem Alkohol aus der Apotheke oder mit Wasserstoffperoxid. Sitzt der Befall dagegen in einer Silikonfuge, ist die Dichtmasse durchwachsen, die Fuge muss erneuert werden; was der Austausch kostet, steht im Ratgeber zum Erneuern von Silikonfugen. Zieht sich der Schimmel über die Fugen hinaus auf Wand oder Decke, sollte ein Fachbetrieb die Ursache klären. Preise und Ablauf zeigt der Beitrag zur Schimmelsanierung.

Diese Methoden schaden Ihren Fugen

Säurehaltige Reiniger sind der häufigste Fehler bei der Fugenreinigung. Essig, Zitronensäure und viele Kalkentferner lösen nicht nur Kalkränder, sondern auch den Kalk im Zementmörtel selbst. Die Fuge wird porös, sandet aus und nimmt Schmutz danach noch schneller auf. Prüfen Sie im Zweifel das Etikett: Steht dort ein Hinweis auf Essigsäure oder Zitronensäure, gehört das Mittel nicht auf zementäre Fugen.

  • Chlorreiniger bleichen zwar sichtbar, belasten aber die Raumluft und greifen bei häufiger Anwendung die Fugenoberfläche an.
  • Hochdruckreiniger gehören nicht in Innenräume: Der harte Strahl wäscht den Fugenmörtel regelrecht aus.
  • Drahtbürsten und grobes Scheuerpulver verkratzen die Fliesenkanten und rauen die Fugen auf, sodass sie schneller wieder verschmutzen.

Fugen färben statt endlos schrubben?

Sind die Fugen sauber, aber dauerhaft vergraut, ist ein Fugenstift die schnellste Auffrischung. Die deckende Farbe kostet 5 bis 15 € pro Stift und reicht für 15 bis 20 laufende Meter. An Wandfugen hält das Ergebnis mehrere Jahre, an stark belasteten Bodenfugen oft nur ein bis zwei Jahre. Reinigen und trocknen Sie die Fugen vorher gründlich, sonst blättert die Farbschicht ab. Für größere Flächen gibt es Fugenfarbe zum Aufpinseln, die deutlich ergiebiger ist und länger hält. Achten Sie beim Kauf auf den Farbton: Reinweiß wirkt neben älteren, leicht gegrauten Fugen schnell fremd, ein dunkleres Weiß fügt sich besser ein.

Wann Reinigen nicht mehr reicht

Ausgewaschene, rissige oder bröselnde Fugen sind ein Fall für neues Verfugen. Tritt beim Schrubben Sand aus oder liegt die Fugenoberfläche mehr als zwei Millimeter unter der Fliesenkante, muss dieser wieder aufgefüllt werden. Dann werden die alten Fugen ausgekratzt und neu gezogen. Ein Fachbetrieb berechnet dafür je nach Fläche und Zustand 25 bis 50 € pro m²; die genauen Preisspannen schlüsselt der Kostenratgeber Fugen erneuern auf. Geübte Heimwerker schaffen kleinere Flächen selbst, die Grundlagen dazu stehen in der Anleitung Fliesen legen und verfugen. Sind auch die Fliesen stumpf oder beschädigt, lohnt sich der Blick auf die Gesamtkosten: Was ein neuer Belag kostet, zeigt die Übersicht Bad fliesen Kosten.

So bleiben die Fugen länger schön

Eine Imprägnierung ist der wirksamste Schutz vor neuen Verfärbungen. Das farblose Mittel verschließt die Poren der Zementfuge, sodass Fett, Kalk und Schmutz nicht mehr eindringen können. Wiederholen Sie die Behandlung in Dusche und Küche alle ein bis zwei Jahre. Ziehen Sie die Wände in der Dusche nach dem Duschen mit dem Abzieher ab und lüften Sie kurz, das nimmt Schimmel die Grundlage. In der Küche wischen Sie Fettspritzer hinter Herd und Arbeitsplatte am besten zeitnah weg, bevor sie in die Fugen einziehen. Die Fliesen selbst sind übrigens selten das Problem: Glasiertes Feinsteinzeug nimmt praktisch keinen Schmutz an, die Fuge bleibt die einzige Schwachstelle der Fläche.

Häufige Fragen zur Fugenreinigung

Hilft Essig gegen dunkle Fliesenfugen?

Kurzfristig hellt Essig die Fugen auf, langfristig schadet er ihnen. Die Säure löst den Kalk im Zementmörtel, die Fuge wird porös und verschmutzt danach schneller. Verwenden Sie stattdessen eine Natronpaste oder einen Dampfreiniger. Auf Natursteinfliesen und deren Fugen führt Essig zu Flecken.

Sind Dampfreiniger für alle Fugen geeignet?

Für intakte Zementfugen ja. Bei bereits bröseligen Fugen drückt der heiße Dampf Feuchtigkeit in den Untergrund und löst weiteren Mörtel heraus. Auch Silikonfugen vertragen die Hitze schlecht: Halten Sie dort Abstand oder sparen Sie sie aus. Führen Sie die Düse gleichmäßig und bleiben Sie nicht zu lange auf einer Stelle stehen.

Warum werden weiße Fugen trotz Putzens wieder grau?

Meist liegt es am Reiniger: Viele Allzweckreiniger enthalten Pflegezusätze, die einen dünnen Film hinterlassen. Auf diesem Film setzt sich neuer Schmutz besonders schnell fest. Entfetten Sie die Fläche einmal gründlich, zum Beispiel mit Natronpaste, und imprägnieren Sie die Fugen anschließend. Danach genügt das Wischen mit klarem Wasser.

Wie oft sollten Sie Fugen imprägnieren?

In stark belasteten Bereichen wie Dusche, Badewanne und Küchenspiegel alle ein bis zwei Jahre, in Fluren und Wohnräumen reichen drei bis fünf Jahre. Nach jeder intensiven Grundreinigung sollten Sie die Imprägnierung erneuern, weil scharfes Schrubben die Schutzschicht mit abträgt. Ein Liter Imprägniermittel kostet 15 bis 30 €.

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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