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Eine professionelle Schimmelsanierung kostet je nach Umfang und Ursache zwischen 50 und 150 € pro m² befallener Wandfläche. Kleine Flächen bleiben oft im niedrigen dreistelligen Bereich, bei großflächigem Befall mit Ursachenbeseitigung summieren sich die Kosten schnell auf mehrere tausend €. Ein Schimmelgutachten kommt mit 300 bis 800 € hinzu. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Gefahren Schimmel birgt, wie eine fachgerechte Sanierung abläuft, was sie kostet und wer in der Mietwohnung dafür aufkommt.
Gefahren von Schimmel
Damit sich Schimmel ausbreiten kann, braucht er vor allem ausreichende Luftfeuchtigkeit. Ab 60 % steigt die Gefahr rapide an, bei trockenerer Luft tritt Befall nur selten auf. Hat sich der Schimmel festgesetzt, breitet er sich je nach Bedingungen und Baumaterial schnell aus, ein Wachstum von bis zu einem Zentimeter pro Tag ist nicht ungewöhnlich. Die schwarzen Flecken auf der Tapete sind dabei nur der sichtbare Teil des Schimmelgeflechts, des sogenannten Mycels, das sich tief im Mauerwerk ausbreitet. Einfaches Abwaschen oder Überstreichen hilft deshalb nicht, weil die tiefer liegenden Pilzteile bestehen bleiben. Auch Hausmittel wie Essig bringen keine dauerhafte Lösung. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit wird der Schimmel nur inaktiv und wächst bei steigender Feuchtigkeit ungehindert weiter.
Schimmel sondert Sporen ab, mit denen er sich vermehrt. Diese Sporen sind bei vielen Schimmelarten giftig und können allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Asthma oder gefährliche Pilzinfektionen auslösen. Besonders betroffen sind Kleinkinder, ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr. Häufig bleibt der Schimmel selbst unbemerkt, weil er sich an einer schlecht einsehbaren Stelle ausgebreitet hat. Die gesundheitlichen Probleme bleiben dann oft undiagnostiziert. Aus diesem Grund ist bei Auftreten von Schimmel schnelle und fachgerechte Hilfe wichtig.
Was kostet die Schimmelsanierung?
Die Schimmelsanierung kostet zwischen 50 und 150 € pro m² Wandfläche. Wo genau innerhalb dieser Spanne Sie landen, hängt von der Größe des Befalls, dem Baumaterial, der Zugänglichkeit der befallenen Stelle und vor allem von der Ursache ab. Muss zusätzlich eine undichte Leitung repariert oder aufsteigende Feuchte im Mauerwerk gestoppt werden, steigen die Gesamtkosten deutlich. Eine seriöse Ferndiagnose per Pauschalpreis ist deshalb nicht möglich, ein Angebot nach Begutachtung vor Ort dagegen schon.
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Erstbegutachtung vor Ort | 100 – 200 € |
| Schimmelgutachten mit Ursachenanalyse | 300 – 800 € |
| Schimmelsanierung je m² Wandfläche (Umfang/Ursache) | 50 – 150 € |
| Technische Trocknung je Gerät und Tag | 30 – 60 € |
| Kontrollmessung nach Abschluss | 80 – 150 € |
Ein Rechenbeispiel macht die Größenordnung greifbar: Bei einem Befall von rund 5 m² an einer gut zugänglichen Innenwand liegen die reinen Sanierungskosten mit Kontrollmessung bei etwa 350 bis 900 €. Steckt hinter dem Schimmel jedoch aufsteigende Feuchte oder ein Wasserschaden, verschiebt sich das Gesamtbudget schnell in den vierstelligen Bereich, weil zuerst die Bausubstanz saniert werden muss.
So läuft die Schimmelsanierung ab
Eine fachgerechte Schimmelsanierung läuft in vier Schritten ab: Ursache finden, betroffenen Bereich abschotten, befallenes Material entfernen und die Bauteile anschließend gründlich trocknen. Ein Fachbetrieb für Bautenschutz begutachtet zunächst den Fleck, die dahinterliegende Wand und die gesamte Wohnung, damit auch versteckter Befall gefunden wird.
- Ursache finden: Zuerst wird geklärt, woher die Feuchtigkeit stammt. Ohne beseitigte Ursache kehrt der Schimmel garantiert zurück.
- Bereich abschotten: Der Arbeitsbereich wird mit Folie abgetrennt und unter Unterdruck gehalten, damit sich beim Abtragen keine Sporen in der Wohnung verteilen.
- Material entfernen: Befallene Tapete, Putz und stark durchwachsenes Material werden abgetragen und fachgerecht entsorgt. Oberflächlich betroffene Stellen werden gereinigt und desinfiziert.
- Trocknen und kontrollieren: Feuchte Bauteile werden mit technischen Trocknern getrocknet. Eine abschließende Feuchte- und Kontrollmessung belegt, dass die Wand wieder trocken und der Befall entfernt ist.
Welche Maßnahmen genau zum Einsatz kommen, hängt von der Situation und der Ausstattung des Betriebs ab, bei leichtem Befall teils Wasserstoffperoxid oder eine UV-Behandlung. Ein seriöser Betrieb bespricht jeden Schritt vorab mit Ihnen.
Ursachen für Schimmel im Haus
Schimmel entsteht immer dort, wo dauerhaft Feuchtigkeit auf kühle Oberflächen trifft. Die häufigste Ursache ist ein ungünstiges Heiz- und Lüftungsverhalten, bei dem sich Wasserdampf aus der Raumluft als Kondensat an den Wänden niederschlägt. Wie Sie das vermeiden, lesen Sie im Ratgeber zum richtigen Lüften. Besonders anfällig sind kühle Ecken hinter Möbeln und der Bereich rund um die Fenster, wo sich schnell Schimmel am Fenster bildet.
Bleibt der Schimmel trotz gutem Lüften bestehen, steckt oft eine bauliche Ursache dahinter. Aufsteigende Feuchte im Mauerwerk, eine defekte Abdichtung oder ein Wasserschaden bringen dauerhaft Nässe in die Wand. In diesen Fällen reicht die Oberflächenbehandlung nicht aus, dann ist eine Mauertrockenlegung nötig, um die Feuchtequelle dauerhaft zu stoppen. Erst wenn die Wand trocken ist, hat eine Schimmelsanierung dauerhaft Bestand.
Schimmel selbst entfernen oder Fachbetrieb beauftragen?
Kleine Schimmelflecken bis etwa einen halben m² können Sie selbst entfernen, größere Flächen gehören in Fachhände. Das Umweltbundesamt empfiehlt, ab einer Fläche von mehr als 0,5 m² einen Fachbetrieb zu beauftragen. Der Grund ist doppelt: Zum einen sitzt der Pilz oft tiefer im Material, als die sichtbare Fläche vermuten lässt, zum anderen belasten die freigesetzten Sporen bei der Entfernung die Atemluft. Wer unter Allergien, Asthma oder einer geschwächten Immunabwehr leidet, sollte auch kleine Flächen nicht selbst bearbeiten.
Ein reines Überstreichen von Schimmel ist keine Lösung, denn die Farbe verdeckt den Fleck nur, während der Pilz im Untergrund weiterwächst. Bei größerem oder wiederkehrendem Befall lohnt sich ein Sachverständiger, der Ursache und Ausmaß dokumentiert. Was ein solches Gutachten kostet und wann es sich rechnet, lesen Sie unter Schimmelgutachter Kosten. Ein Gutachten ist auch bei Streit über die Kostenübernahme oft die entscheidende Grundlage.
Wer zahlt bei Schimmel in der Mietwohnung?
Bei Schimmel in Mietwohnungen zahlt grundsätzlich die Partei, die den Schaden verursacht hat. Da die Kosten einer professionellen Schimmelbeseitigung die Kleinreparaturpauschale fast immer übersteigen, kommt es hier häufig zu Streit. Nach dem Verursacherprinzip muss die verantwortliche Partei für die Kosten aufkommen. Das kann der Mieter sein, etwa wenn er dauerhaft Wäsche in der Wohnung getrocknet oder nicht ausreichend gelüftet hat. Bei einem Rohrbruch oder einer undichten Außenwand ist dagegen der Vermieter als Gebäudeeigentümer in der Pflicht. Weil sich die genaue Ursache oft nur von Fachleuten erkennen lässt, verweisen Vermieter gerne reflexartig auf falsches Lüftungsverhalten, um die Kosten dem Mieter zuzuschieben. Ein Gutachten schafft hier Klarheit und beugt langen Streitigkeiten vor.
Eine Ausnahme gilt, wenn der Mieter den Schaden nicht unverzüglich anzeigt. Stellt er ein Möbel vor den Fleck und lässt ihn wachsen, muss er für die durch das Warten gestiegenen Kosten selbst aufkommen. Zeigt er den Befall dagegen pflichtgemäß an und wird der Schaden nicht zeitnah behoben, kann er unter Umständen eine Mietminderung durchsetzen, über deren Höhe im Streitfall ein Gericht entscheidet.
So beugen Sie Schimmelbefall vor
Der wirksamste Schutz vor Schimmel ist richtiges Heizen und Lüften, vor allem in der kalten Jahreszeit. Räume sollten nicht unter 18 Grad Celsius auskühlen und drei- bis viermal am Tag gelüftet werden. Stoß- oder Querlüften, also das weite Öffnen eines Fensters oder zweier gegenüberliegender Fenster, ist am effizientesten und verhindert, dass der Raum auskühlt und sich Kondenswasser an der Wand ablagert. Im Bad muss der Eigentümer eine automatische Entlüftung einbauen, wenn es keine andere Lüftungsmöglichkeit gibt.
Weitere gute Mittel sind die richtige Möblierung und der passende Putz. Möbel sollten nicht direkt an Außenwänden anliegen, sondern etwa 10 cm Abstand halten, damit sich keine feuchte Luft staut. Spezieller Kalk- oder Sanierputz kann Schimmelbefall vorbeugen, ebenso Platten mit hohem Schimmelwiderstand. Gegen einen Rohrbruch hilft eine regelmäßige Rohrwartung, bei der alte gegen neue Leitungen ausgetauscht werden. Kommt es doch zu einem Rohrbruch, sollte die Wand schnellstmöglich trockengelegt werden. Mit diesen einfachen Maßnahmen lässt sich Schimmelbefall in den meisten Fällen verhindern.
Häufige Fragen zur Schimmelsanierung
Was kostet es, Schimmel entfernen zu lassen?
Die professionelle Schimmelentfernung kostet zwischen 50 und 150 € pro m² Wandfläche. Bei kleinen, gut zugänglichen Flächen bleiben die Kosten im niedrigen dreistelligen Bereich. Muss zusätzlich die Ursache wie aufsteigende Feuchte oder ein Wasserschaden behoben werden, steigen die Gesamtkosten auf mehrere tausend €. Ein Gutachten mit Ursachenanalyse schlägt mit 300 bis 800 € zu Buche.
Ab welcher Größe muss ein Fachbetrieb ran?
Das Umweltbundesamt empfiehlt, ab einer befallenen Fläche von mehr als 0,5 m² einen Fachbetrieb zu beauftragen. Kleinere Flächen können Sie mit geeigneten Mitteln selbst behandeln. Bei Vorerkrankungen wie Asthma oder Allergien sowie bei wiederkehrendem Befall sollten Sie jedoch auch kleine Stellen den Profis überlassen, da bei der Entfernung Sporen freigesetzt werden.
Reicht es, Schimmel einfach zu überstreichen?
Nein. Beim Überstreichen verschwindet nur der sichtbare Fleck, der Pilz wächst im Untergrund weiter und kommt nach kurzer Zeit wieder durch. Auch spezielle Anti-Schimmel-Farben ersetzen keine Sanierung, sie sind höchstens eine vorbeugende Ergänzung an bereits trockenen, sanierten Wänden. Erst wenn Befall und Feuchtequelle beseitigt sind, hat ein neuer Anstrich Bestand.
Hilft Essig gegen Schimmel?
Essig ist kein zuverlässiges Mittel gegen Schimmel. Auf kalkhaltigen Untergründen wird die Säure neutralisiert und verliert ihre Wirkung, zudem können manche Schimmelarten die Essigsäure sogar als Nährstoff verwerten. Für kleine Flächen auf glatten Materialien eignet sich hochprozentiger Alkohol besser. Bei größerem Befall führt an einer fachgerechten Sanierung kein Weg vorbei.
Wann brauche ich ein Schimmelgutachten?
Ein Gutachten lohnt sich, wenn die Ursache unklar ist, der Befall immer wiederkehrt oder Streit über die Kostenübernahme droht. Der Sachverständige dokumentiert Ursache, Ausmaß und die nötigen Maßnahmen. Diese Dokumentation hat bei Auseinandersetzungen mit Vermieter oder Versicherung großen Wert. Die Preise dafür finden Sie unter Schimmelgutachter Kosten.
Wie lange dauert eine Schimmelsanierung?
Eine kleine Sanierung an einer Innenwand ist oft an einem Tag erledigt. Muss jedoch das Mauerwerk getrocknet werden, kommen mehrere Tage bis rund zwei Wochen Trocknungszeit hinzu, in denen die Geräte durchlaufen. Steckt eine bauliche Ursache dahinter, verlängert deren Beseitigung die Gesamtdauer entsprechend. Erst nach einer Kontrollmessung gilt die Wand als saniert.




