Ihren Teppich reinigen Sie am besten in drei Stufen: regelmäßig saugen, Flecken direkt mit dem passenden Hausmittel behandeln und bei Bedarf einmal im Jahr mit einem Waschsauger nass reinigen. Ein solches Gerät kostet im Verleih 20 bis 40 € pro Tag. Entscheidend ist danach die gute Trocknung, sonst droht Schimmel. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Teppich sauber halten, welche Hausmittel bei welchem Fleck wirken und welche Teppiche Sie besser dem Fachbetrieb überlassen.
Wie pflegen Sie Ihren Teppich richtig?
Die beste Reinigung ist die regelmäßige Pflege, denn sie verhindert, dass sich Schmutz überhaupt tief in den Fasern festsetzt. Saugen Sie den Teppich mindestens einmal pro Woche ab, bei Hochflor mit reduzierter Saugkraft und ohne rotierende Bürste, damit die Fasern nicht ausreißen. Kleinere Teppiche hängen Sie zusätzlich alle paar Monate über die Wäschestange und klopfen den feinen Staub heraus, der sich mit dem Staubsauger nicht lösen lässt.
Drehen Sie den Teppich zwei- bis dreimal im Jahr, damit er sich gleichmäßig abnutzt und nicht an einer Stelle durchläuft. Frische Flecken tupfen Sie umgehend mit einem saugfähigen Tuch ab, immer von außen nach innen, damit sich der Rand nicht vergrößert. Reiben Sie niemals, weil Sie den Schmutz dabei nur tiefer ins Gewebe drücken.
Welche Hausmittel helfen bei welchem Fleck?
Für die meisten Flecken haben Sie das passende Hausmittel bereits im Schrank. Wichtig ist, dass Sie jedes Mittel zuerst an einer verdeckten Stelle testen, etwa an einer Ecke unter dem Sofa, und die Farbechtheit prüfen, bevor Sie den sichtbaren Bereich behandeln. Die Tabelle zeigt die bewährten Kombinationen.
| Fleck | Hausmittel | Anwendung |
|---|---|---|
| Rotwein, frisch | Mineralwasser und Salz | aufsprudeln lassen, Salz aufstreuen, nach dem Trocknen absaugen |
| Fett und Öl | Natron oder Speisestärke | aufstreuen, einwirken lassen, absaugen |
| Kaffee und Tee | Gallseife | einreiben, mit klarem Wasser nachwischen |
| Kaugummi | Kühlakku | hart frieren lassen, vorsichtig abkratzen |
| Muffiger Geruch | Natron | aufstreuen, mehrere Stunden einwirken lassen, absaugen |
Verzichten Sie auf scharfe Fleckenentferner und Chlorreiniger, denn sie bleichen die Farben aus. Arbeiten Sie stets nur nebelfeucht statt nass, weil zu viel Wasser Ränder hinterlässt. Dieselben Regeln gelten übrigens für Sofas und Sessel; wie Sie Polstermöbel reinigen, lesen Sie im passenden Ratgeber.
Wie reinigen Sie den Teppich nass mit dem Waschsauger?
Für die gründliche Nassreinigung eignet sich ein Waschsauger, der Reinigungslösung einsprüht und den gelösten Schmutz gleich wieder absaugt. Ein solches Gerät leihen Sie im Baumarkt für 20 bis 40 € pro Tag. So gehen Sie vor:
- Saugen Sie den Teppich zuerst gründlich trocken ab, damit sich loser Schmutz nicht zu Schlieren verteilt.
- Prüfen Sie die Farbechtheit an einer verdeckten Ecke, bevor Sie die Fläche behandeln.
- Dosieren Sie das Teppichshampoo sparsam nach Anleitung und arbeiten Sie in Bahnen, ohne den Teppich zu durchtränken.
- Saugen Sie jede Bahn mehrfach ab, bis kaum noch Schmutzwasser im Behälter landet.
- Gehen Sie zum Schluss mit klarem Wasser über die Fläche, um Waschmittelreste zu entfernen.
Warum entscheidet die Trocknung über das Ergebnis?
Die Trocknung ist der wichtigste Schritt der Nassreinigung, weil ein zu lange feuchter Teppich zu schimmeln beginnt. Bleibt Feuchtigkeit im Flor oder in der Rückseite zurück, entsteht innerhalb weniger Tage ein muffiger Geruch, und im schlimmsten Fall setzt sich Stockschimmel fest. Lassen Sie den Teppich deshalb bei geöffnetem Fenster und guter Luftbewegung vollständig durchtrocknen und legen Sie ihn erst wieder aus, wenn auch die Unterseite trocken ist. Betreten Sie ihn in dieser Zeit nicht, damit die feuchten Fasern nicht platt gedrückt werden.
Welche Teppiche gehören nicht in die Eigenreinigung?
Empfindliche und wertvolle Teppiche sollten Sie nicht selbst nass reinigen. Handgeknüpfte Orient- und Perserteppiche, Seidenteppiche und reine Wollteppiche vertragen die Behandlung mit dem Waschsauger nicht, weil ihre Naturfasern und die pflanzlichen Farben ausbluten oder verfilzen können. Auch bei großflächigem Uringeruch, nach einem Wasserschaden oder bei Schimmelverdacht reicht die Eigenreinigung nicht aus. In diesen Fällen ist die schonende Handwäsche im Betrieb die richtige Wahl; was sie kostet, lesen Sie im Ratgeber zu den Kosten fürs Teppich reinigen lassen. Einen fest verlegten Teppichboden reinigen Sie ebenfalls anders; die Preise stehen im Beitrag zur Teppichbodenreinigung.
Wann sollten Sie zum Fachmann?
Zum Fachbetrieb sollten Sie greifen, wenn der Teppich wertvoll ist, tief sitzende Flecken trotz mehrerer Versuche bleiben oder sich der Schmutz über die ganze Fläche zieht. Ein Betrieb erzielt mit Ausklopfen, Tauchbad und kontrollierter Trocknung ein Ergebnis, das mit dem Leihgerät kaum zu erreichen ist, und übernimmt die Verantwortung für empfindliche Stücke. Wenn ohnehin die ganze Wohnung gesäubert werden muss, sollte man eine Grundreinigung in Erwägung ziehen, bei der sich Teppiche und Böden zusammen erledigen lassen. Einen Überblick über das Leistungsspektrum gibt der Ratgeber zur professionellen Gebäudereinigung.
Die wichtigsten Fragen zur Teppichpflege
Wie oft sollte ich meinen Teppich nass reinigen?
Eine Nassreinigung ein- bis zweimal im Jahr reicht für die meisten Wohnteppiche aus. Häufiger sollten Sie sie nicht durchführen, weil jede Wäsche die Fasern beansprucht. Zwischendurch genügen regelmäßiges Saugen und die punktuelle Fleckenbehandlung, um den Teppich sauber und frisch zu halten.
Kann ich meinen Teppich in der Waschmaschine waschen?
Nur kleine, dünne Teppiche mit ausdrücklichem Hinweis auf dem Pflegeetikett dürfen in die Maschine, und zwar im Schon- oder Wollprogramm bei niedriger Temperatur. Größere Teppiche, Hochflor und alle Naturfaserteppiche gehören nicht in die Waschmaschine, weil sie verfilzen, sich verformen oder die Trommel überlasten.
Wie bekomme ich Gerüche aus dem Teppich?
Gegen leichte Gerüche hilft Natron: großzügig aufstreuen, mehrere Stunden oder über Nacht einwirken lassen und danach gründlich absaugen. Das Pulver bindet Feuchtigkeit und neutralisiert den Geruch. Bei hartnäckigem Uringeruch oder Rauchgeruch stößt das Hausmittel an seine Grenzen, dann hilft nur die professionelle Reinigung.
Warum soll ich Flecken nicht reiben?
Beim Reiben drücken Sie den Schmutz tiefer in die Fasern und weiten den Fleck aus, außerdem raut das Reiben den Flor auf und hinterlässt eine matte Stelle. Tupfen Sie stattdessen immer von außen nach innen und arbeiten Sie mit einem sauberen, saugfähigen Tuch, das Sie mehrfach wechseln.
Wie lange muss der Teppich nach der Reinigung trocknen?
Je nach Florhöhe und Raumklima braucht ein nass gereinigter Teppich 12 bis 48 Stunden, bis er vollständig durchgetrocknet ist. Sorgen Sie für frische Luft und legen Sie ihn möglichst flach mit Abstand zum Boden aus. Betreten sollten Sie ihn erst, wenn auch die Unterseite trocken ist.





