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Fachkraft reinigt einen Teppichboden mit einem Reinigungsgerät

Was kostet die Teppichbodenreinigung vom Profi?

Lesedauer 4 Minuten

Die professionelle Reinigung eines fest verlegten Teppichbodens kostet 2 bis 5 € pro m², dazu kommt bei kleinen Flächen eine Mindestpauschale von 80 bis 150 €. Lose Teppiche und Orientteppiche reinigen Fachbetriebe dagegen in Handwäsche für 15 bis 40 € pro m². Was der Betrieb am Ende berechnet, hängt von Verschmutzung, Fläche und Verfahren ab. Dieser Ratgeber zeigt die Preise im Detail, vergleicht die gängigen Reinigungsmethoden und erklärt, wann sich der Profi gegenüber dem Mietgerät lohnt.

Die Kosten für die Teppichreinigung im Überblick

Für verlegten Teppichboden zahlen Sie beim Profi 2 bis 5 € pro m², gereinigt wird in der Regel per Sprühextraktion. Bei einem 60 m² großen Wohnbereich ergibt das 120 bis 300 €. Kleinere Flächen fallen unter die Mindestpauschale von 80 bis 150 €, die Anfahrt, Geräteeinsatz und Grundaufwand abdeckt.

Im Quadratmeterpreis enthalten sind üblicherweise das gründliche Absaugen, die eigentliche Grundreinigung und das Aufrichten des Flors. Reinigungsmittel und Geräteeinsatz berechnen seriöse Betriebe nicht extra. Fragen Sie trotzdem vorab nach einem schriftlichen Festpreis, dann gibt es am Ende keine Überraschungen auf der Rechnung.

Lose Teppiche behandeln Fachbetriebe anders: Hochwertige Woll- und Orientteppiche werden in der Werkstatt von Hand gewaschen, was 15 bis 40 € pro m² kostet. Ein 2 x 3 m großer Orientteppich liegt damit bei 90 bis 240 €. Der Aufwand lohnt sich, weil falsche Reinigungsmittel Farben ausbluten lassen und den Flor dauerhaft verfilzen können.

Die Reinigungsmethoden im Vergleich

Die Sprühextraktion ist das Standardverfahren für robusten, fest verlegten Teppichboden. Trockenschaum und Pulverreinigung kommen zum Einsatz, wenn die Fläche schnell wieder begehbar sein muss oder empfindliche Fasern eine nasse Reinigung ausschließen.

MethodeEignungTrocknungszeitPreis pro m²
Sprühextraktiontiefenwirksame Grundreinigung robuster Böden6 bis 12 Stunden2 bis 5 €
Trockenschaumempfindlichere Fasern, Büros und Flure1 bis 2 Stunden2,50 bis 5 €
Pulverreinigungschnelle Zwischenreinigung ohne Nässesofort begehbar3 bis 6 €

Bei der Sprühextraktion wird die Reinigungslösung unter Druck in den Flor gesprüht und samt gelöstem Schmutz sofort wieder abgesaugt. Trockenschaum arbeitet mit deutlich weniger Feuchtigkeit, die Pulverreinigung verteilt ein feuchtes Granulat, das nach kurzer Einwirkzeit ausgebürstet und abgesaugt wird.

Welche Methode passt, hängt auch vom Belag ab: Robuste Schlingenware verträgt die nasse Sprühextraktion problemlos, hochwertiger Velours und geklebte Böden mit empfindlichem Rücken sind mit Trockenschaum besser bedient. Ein guter Betrieb prüft Material und Verlegung, bevor er das Verfahren festlegt, und nennt es im Angebot.

Diese Faktoren bestimmen den Endpreis

Den größten Einfluss auf den Preis hat der Verschmutzungsgrad: Stark beanspruchte Flächen mit Laufstraßen und alten Flecken liegen am oberen Ende der Preisspanne oder erfordern einen zweiten Durchgang. Diese weiteren Posten sollten Sie einkalkulieren:

  • Fleckenbehandlung: Hartnäckige Flecken von Rotwein, Kaffee oder Wachs behandeln Profis gesondert vor, dafür fällt ein Aufpreis an. Für Spezialfälle wie Rußschäden gibt es eigene Verfahren, mehr dazu im Beitrag Ruß entfernen.
  • Möbelrücken: Räumen Sie die Fläche vorab leer, sparen Sie Geld, denn das Rücken von Schränken und Sofas berechnen viele Betriebe extra.
  • Anfahrt: Bei kleinen Aufträgen kommt eine Anfahrtspauschale von 20 bis 50 € hinzu, oft ist sie bereits in der Mindestpauschale enthalten.
  • Teppichart: Hochflor bindet mehr Schmutz und braucht länger als kurzfloriger Belag, empfindliche Fasern erfordern schonendere Verfahren. Beides schlägt sich im Quadratmeterpreis nieder.

Profi beauftragen oder Mietgerät nutzen?

Ein Sprühextraktionsgerät aus dem Verleih kostet 25 bis 40 € pro Tag plus Reinigungsmittel und reicht für kleine Flächen mit leichter Gebrauchsverschmutzung. Bei großen Flächen, starker Verschmutzung oder hochwertigem Belag liefert der Fachbetrieb das spürbar bessere Ergebnis.

Der Grund liegt in der Technik: Profigeräte sprühen mit höherem Druck und saugen deutlich mehr Restfeuchte ab. Mietgeräte lassen den Teppich dagegen oft zu nass zurück. Trocknet der Boden tagelang nicht durch, drohen muffiger Geruch und im schlimmsten Fall Schimmel unter dem Belag, wie ihn der Ratgeber Schimmelsanierung beschreibt.

Ein Rechenbeispiel für 60 m²: Das Mietgerät kostet mit Reinigungsmittel etwa 50 bis 70 € plus einen vollen Tag Eigenleistung. Der Profi berechnet 120 bis 300 €, arbeitet dafür tiefenwirksam, richtet den Flor wieder auf und hinterlässt einen Boden, der deutlich schneller trocknet.

Ein Preisvorteil ergibt sich oft im Paket: Viele Gebäudereiniger übernehmen neben Teppichböden weitere Arbeiten rund ums Haus, sie kommen etwa als Fensterputzer, erledigen nach Umbauten die Bauendreinigung oder übernehmen das Reinigen von Pflastersteinen vor dem Haus. Wer mehrere Leistungen bündelt, spart Anfahrtskosten und bekommt häufig bessere Konditionen.

Warum sich die Reinigung auch für Allergiker lohnt

Eine Grundreinigung entfernt nicht nur sichtbaren Schmutz, sondern auch Milben, Hausstaub und gebundene Allergene aus dem Flor. Teppichboden speichert Feinstaub zwar zunächst gut, gibt ihn aber bei jedem Schritt teilweise wieder ab, sobald der Flor gesättigt ist. Allergiker profitieren deshalb von einer professionellen Tiefenreinigung alle ein bis zwei Jahre, in Haushalten mit Haustieren empfiehlt sich ein jährlicher Turnus. Auch festsitzende Gerüche aus der Küche, von Haustieren oder Zigaretten verschwinden mit einer Grundreinigung meist zuverlässig. Zwischen den Terminen hält regelmäßiges, langsames Staubsaugen den Belag sauber und verlängert seine Lebensdauer.

Was Leser zur Teppichbodenreinigung häufig fragen

Was kostet die Reinigung von 60 m² Teppichboden?

Bei 2 bis 5 € pro m² liegen 60 m² zwischen 120 und 300 €, der genaue Preis hängt vom Verschmutzungsgrad ab. Da die Fläche über den üblichen Mindestpauschalen liegt, zahlen Sie hier den reinen Quadratmeterpreis plus eventuelle Zuschläge für Flecken oder Möbelrücken.

Wie lange muss der Teppichboden nach der Reinigung trocknen?

Nach einer Sprühextraktion braucht der Belag 6 bis 12 Stunden, bis er wieder voll belastbar ist, gute Lüftung verkürzt die Zeit. Trockenschaumverfahren sind nach 1 bis 2 Stunden begehbar, die Pulverreinigung sofort. Betreten Sie feuchte Flächen möglichst nur mit sauberen Sohlen.

Was kostet die Reinigung eines Orientteppichs?

Die Handwäsche kostet 15 bis 40 € pro m². Für einen 2 x 3 m großen Teppich zahlen Sie also 90 bis 240 €, mit Abholung und Lieferung wird es je nach Betrieb etwas teurer. Der Preis steigt bei empfindlichen Naturfarben, Fransenarbeiten oder nötigen Reparaturen.

Wie oft sollte Teppichboden professionell gereinigt werden?

Im Privathaushalt genügt eine Grundreinigung alle ein bis zwei Jahre. Stark genutzte Flächen, Haushalte mit Haustieren und Allergiker fahren mit einem jährlichen Termin besser. Regelmäßiges Staubsaugen dazwischen verlängert die Intervalle und erhält den Flor.

Bekommt der Profi auch alte Flecken heraus?

Viele, aber nicht alle: Frische Flecken lassen sich fast immer entfernen, eingetrocknete Rotwein-, Urin- oder Farbflecken haben die Faser oft dauerhaft verfärbt. Seriöse Betriebe prüfen das bei der Besichtigung und sagen ehrlich, was machbar ist, bevor Sie beauftragen.

Bild: LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

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