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Ein Gehweg wird mit grauen Steinen gepflastert

So verlegen Sie Gehwegplatten in sieben Schritten

Lesedauer 8 Minuten

Gehwegplatten verlegen Sie für 44 bis 75 € je m² selbst, für einen 20 m² großen Weg sind das 885 bis 1.505 € an Material und Leihgeräten. Ein Fachbetrieb berechnet dieselbe Fläche mit 70 bis 120 € je m², also 1.400 bis 2.400 €. Was Sie sparen, ist der Arbeitslohn für drei bis vier Tage zu zweit. Denn unter der fertigen Oberfläche liegen 30 cm Aufbau, und für die 20 m² benötigen Sie rund 14,5 t Material.

Welcher Aufbau trägt einen Gehweg?

Die RStO 12, die Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, nennen für Rad- und Gehwege auf frostempfindlichem Untergrund 30 cm als Mindestdicke des frostsicheren Oberbaus. Dieses Maß reicht von der Plattenoberkante abwärts und schließt Platte und Bettung ein. Wer 30 cm Tragschicht einbaut und die Platte obendrauf legt, gräbt 9 cm zu tief.

SchichtDickeMaterial
Gehwegplatte5 cmBeton nach DIN EN 1339
Bettung4 cmBrechsand 0/4
Tragschicht21 cmSchotter 0/32
Aufbau gesamt30 cmab Plattenoberkante gemessen
Ein Gehweg im Garten mit verschiedenen, rundlichen Natursteinplatten

Steht auf Ihrem Grundstück gewachsener Sand oder Kies, also Boden der Frostempfindlichkeitsklasse F1, schreibt die RStO für Geh- und Radwege keine Frostschutzmaßnahme vor, setzt aber eine tragfähige verdichtete Unterlage voraus. Auf Lehm und Ton bleibt es bei den 30 cm. Sobald ein Auto über die Fläche rollt, gelten andere Zahlen: Für eine private Zufahrt fordern dieselben Richtlinien 45 bis 65 cm Oberbau, je nach Bodenart und Frosteinwirkungszone. Welche Körnungen in welche Lage gehören, steht im Ratgeber zu Tragschicht und Frostschutzschicht.
Das Gefälle planen Sie vor dem ersten Spatenstich. Die ZTV Pflaster-StB 20 nennt 2,5 % als Regelneigung und 2,0 % als Untergrenze. Bei 1,21 m Wegbreite sind 2,5 % genau 3 cm Höhenunterschied von einer Kante zur anderen. Das Wasser läuft vom Haus weg, und die Neigung muss schon im Planum liegen, sonst verliert sie sich beim Verdichten.

Welches Werkzeug brauchen Sie, und was mieten Sie?

GerätMiete je TagKaufpreisEmpfehlung
Rüttelplatte, 60 bis 90 kg50 bis 90 €ab 400 €mieten
Steinsäge mit Wasserzufuhr40 bis 70 €300 bis 900 €mieten
Saugheber für Platten20 bis 40 €ab 250 €mieten ab Format 50 × 50 cm
Minibagger150 bis 250 €im Privatbereich unüblicherst ab rund 40 m² Fläche
Alulatte 2 m, Gummihammer, Schnur, Pflöcke, Wasserwaagekeine Leihware90 bis 180 € zusammenkaufen

Eine eigene Rüttelplatte kostet ab 400 €, die Tagesmiete 50 bis 90 €, also wird der Kauf erst ab dem fünften bis achten Einsatz günstiger; für 20 m² brauchen Sie sie an einem Tag. Die Alulatte dagegen kaufen Sie, weil Sie damit während der ganzen Arbeit die Ebenheit prüfen. Den Minibagger kann man sich, wenn man möchte, sparen: 6 m³ Aushub schaffen zwei Personen an einem langen Tag von Hand.

Wie viel Material brauchen Sie für 20 m²?

Das Rechenbeispiel ist ein Weg von 1,21 m Breite und 16,5 m Länge, knapp 20 m². Die Breite ist kein Zufall: Drei Platten im Format 40 × 40 cm plus zwei Fugen von 4 mm ergeben 120,8 cm, sodass nur die letzte Reihe geschnitten werden muss. Mit 4 mm Fuge liegt jede Platte in einem Raster von 40,4 × 40,4 cm, das sind 6,13 Platten je m² und 123 Stück für die Fläche. Bestellen Sie 130, dann sind Bruch und Fehlschnitte abgedeckt.

PositionMenge für 20 m²Preis
Gehwegplatten 40 × 40 × 5 cm130 Stück, rund 21 m² Ware12 bis 20 € je m², zusammen 250 bis 420 €
Schotter 0/32 für die Tragschicht8,8 t25 bis 45 € je t, zusammen 220 bis 400 €
Brechsand 0/4 für Bettung und Fugen1,3 t35 bis 60 € je t, zusammen 45 bis 80 €
Rasenkantensteine 100 × 25 × 5 cm33 lfm4 bis 7 € je Stück, zusammen 130 bis 230 €
Trockenbeton im 25-kg-Sack43 Säcke3,50 bis 5 € je Sack, zusammen 150 bis 215 €
Rüttelplatte und Steinsäge, je ein Tag2 Geräte90 bis 160 €
Summe885 bis 1.505 €

Die Preise sind Handelspreise brutto, bei Schüttgut frei Baustelle. Zwei Mengen beziehen sich auf verschiedene Zustände. Der Schotter wird lose geliefert und fest eingebaut: 20 m² mal 0,21 m ergeben 4,2 m³ eingebautes Volumen, bei 2,1 t je m³ also 8,8 t, lose rund 5,2 m³. Für die Mitnahme des Aushabs fallen 200 bis 350 € an, sofern der Boden nicht im Garten bleiben kann.

Unterschätzt wird meist die Randeinfassung. Fundament und Rückenstütze brauchen je laufendem Meter rund 16 l Beton, ein 25-kg-Sack Trockenbeton ergibt 12,5 l. Für die 33 lfm sind das 43 Säcke oder gut eine Tonne.

Schritt für Schritt zum fertigen Plattenweg

Ein Arbeitsgang braucht Atemschutz, und zwar der Zuschnitt in Schritt 7. Beton- und Natursteinstaub enthält Quarz. Für alveolengängigen Quarzfeinstaub gilt ein Beurteilungsmaßstab von 0,05 mg/m³, während die TRGS 559 der BAuA für A-Staub allgemein 1,25 mg/m³ nennt, das Fünfundzwanzigfache. Eine FFP2-Maske hält mit Schutzfaktor 10 dagegen, eine FFP3 kommt auf 30. Beim Trockenschnitt ist deshalb FFP3 die richtige Klasse, dazu Schutzbrille und Gehörschutz. Das Nassschneiden kann laut BG BAU eine staubarme Alternative sein.

  1. Stecken Sie den Weg ab. Spannen Sie je Wegseite eine Schnur zwischen zwei Pflöcken, auf Höhe der späteren Plattenoberkante. Die eine Schnur liegt 3 cm tiefer als die andere, das ergibt bei 1,21 m Breite ein Quergefälle von 2,5 %.
  2. Heben Sie 30 cm aus, gemessen ab Schnurhöhe, und ziehen Sie die Sohle gleich im Gefälle ab. Verdichten Sie das Planum mit der Rüttelplatte in zwei Übergängen quer zur Wegrichtung.
  3. Bauen Sie die Tragschicht in zwei Lagen von je rund 10 cm ein und verdichten Sie jede Lage einzeln. Ein einziger Übergang mit der Rüttelplatte erreicht die untere Hälfte von 21 cm lockerem Schotter nicht.
  4. Setzen Sie die Randeinfassung, bevor Sie die Bettung abziehen, denn die Randsteine geben deren Höhe vor. Die Steine kommen in ein Betonbett und bekommen eine Rückenstütze aus demselben Beton; die ZTV Pflaster-StB 20 empfiehlt dafür 15 cm Breite. Was ein Betrieb dafür berechnet, zeigt der Beitrag zu den Kosten fürs Bordsteinsetzen.
  5. Ziehen Sie den Brechsand 0/4 zwischen zwei Rohren als Lehre ab, bis die Fläche rund 4 cm unter der Schnur liegt. Beim Einklopfen setzt sich die Platte um diesen einen Zentimeter, und es bleiben die geforderten 4 cm Bettung. Betreten Sie die abgezogene Fläche nicht.
  6. Verlegen Sie von einer Seite her und arbeiten Sie immer von der bereits belegten Fläche aus. Legen Sie jede Platte mit 4 mm Abstand zur Nachbarplatte an und klopfen Sie sie mit dem Gummihammer auf Schnurhöhe. Prüfen Sie alle drei bis vier Reihen mit der Alulatte. Auf den fertigen Belag kommt die Rüttelplatte nicht mehr.
  7. Setzen Sie die FFP3-Maske auf, bevor die Steinsäge läuft. Messen Sie jede Randplatte einzeln an und trennen Sie sie mit der Steinsäge oder mit dem Winkelschleifer und Diamanttrennscheibe. Welches Gerät zu welcher Plattendicke passt, steht in der Anleitung zum Schneiden von Pflastersteinen.

Wie füllen Sie die Fugen richtig?

Die ATV DIN 18318 in der Ausgabe 2019 nennt für Betonplatten bis 100 mm Dicke ein Sollmaß von 4 mm Fugenbreite mit einer zulässigen Abweichung von 2 mm. Die Fuge überträgt die Last von Platte zu Platte. Bleibt sie leer, steht jede Platte für sich und kippt unter dem Tritt.

Das Nenngrößtkorn des Fugenmaterials soll mindestens zwei Drittel der Sollfugenbreite betragen. Bei 4 mm Sollfuge sind das 2,7 mm, weshalb Brechsand 0/4 in die Fuge gehört. Ein feineres 0/2 wäre beim ersten Starkregen ausgespült.

Kehren Sie den Brechsand zuerst trocken ein, quer und diagonal zu den Fugen, bis nichts mehr nachrutscht. Danach schlämmen Sie ihn mit feinem Wasserstrahl ein, damit sich das Material setzt. Bei 40er Platten und 4 mm Fuge macht die Fuge 2,0 % der Fläche aus, also knapp 1 l Brechsand je m² und rund 20 l für den ganzen Weg. Planen Sie die doppelte Menge ein, denn in den folgenden zwei Wochen kehren Sie ein- bis zweimal nach. Was das Verfugen größerer Flächen kostet, steht im Beitrag zum Verfugen von Pflaster.

Ein angelegter Gehweg in einem Staudengarten

Was beim Verlegen häufig schiefgeht

  • Die Randeinfassung wird erst nach der Bettung gesetzt. Dann fehlt der Bettung die Höhenreferenz, und die Randsteine drücken beim Ausrichten in den frischen Brechsand.
  • Das Gefälle wird erst in der Bettung angelegt statt im Planum und ist nach dem Verdichten wieder verschwunden.
  • Die Platten werden auf Stoß gelegt. Ohne Fuge stützen sich die Kanten direkt gegeneinander und platzen ab.
  • Für die Fugen wird ein feineres 0/2 gekauft, obwohl das Nenngrößtkorn mindestens 2,7 mm betragen soll.
  • Die abgezogene Bettung wird betreten und die Fußspuren werden aufgefüllt. Die gefüllten Stellen verdichten sich anders und zeichnen sich nach dem ersten Winter ab.

Kontrollieren Sie die fertige Fläche mit der Alulatte. Die ZTV Pflaster-StB 20 lässt für Geh- und Radwege aus Betonplatten bei 2,0 bis 2,5 % Neigung höchstens 6 mm Stichmaß unter der 2-m-Latte zu, ab 2,5 % Neigung 8 mm. Einen Versatz zwischen zwei benachbarten Platten zeigt die Latte allerdings nicht. Was Sie mit der flachen Hand ertasten, merken Sie später bei jedem Schritt.

Wann sollte ein Fachbetrieb übernehmen?

Über die Grenze entscheidet das Plattengewicht, nicht das Kantenmaß. Beton hat eine Rohdichte von rund 2.400 kg/m³. Eine Platte im Format 40 × 40 × 5 cm wiegt damit 19,2 kg, bei 50 × 50 × 5 cm sind es 30 kg, und eine 60 × 60 × 5 cm bringt 43,2 kg auf die Waage. Bis etwa 20 kg lässt sich eine Platte im Knien ansetzen und genau ablegen. Ab gut 40 kg gelingt das auch zu zweit nicht mehr von Hand, dort arbeiten Betriebe mit Saugheber oder Verlegezange. Allein an Platten heben Sie bei den 20 m² 123 Stück zu je 19,2 kg, also rund 2,4 t.

Der zweite Punkt ist die Nutzung. Quadratische Platten ergeben zwangsläufig einen Kreuzfugenverband, und der hat wenig Verschiebungswiderstand. Für einen reinen Gehweg lässt die ZTV Pflaster-StB 20 ihn ausdrücklich zu, für befahrene Flächen dagegen nicht. Wo der Weg in eine Zufahrt übergeht, ändert sich die Rechnung ohnehin: Ein Fahrzeug mit 2,8 t Gesamtgewicht bringt 700 kg auf ein Rad, und dafür sind weder 5 cm Plattendicke noch 30 cm Aufbau gedacht. Hinter dem Regelwerk steht das FGSV-Gremium 6.6 Pflasterdecken und Plattenbeläge.

Rechnen Sie die Eigenleistung außerdem nüchtern durch. Zwischen 885 bis 1.505 € in Eigenarbeit und 1.400 bis 2.400 € beim Betrieb liegen 500 bis 900 €. Verteilt auf drei bis vier Tage zu zweit sind das 8 bis 19 € je Personenstunde, weil Sie im Handel zu Endkundenpreisen kaufen und ein Betrieb zu Händlerkonditionen. Ab etwa 40 m² kippt das Verhältnis zugunsten der Eigenleistung. Die Preisspannen für beauftragte Wege stehen im Beitrag zu den Kosten fürs Gehwegpflastern.

Ein Betrieb gehört außerdem an die Fläche, wenn der Weg an den öffentlichen Gehweg anschließt oder ein Bordstein abgesenkt werden muss. Was dort zulässig ist, entscheidet Ihre Gemeinde als Straßenbaulastträger, und ausführen darf im öffentlichen Raum nur ein eingetragener Betrieb.

Häufige Fragen zum Verlegen von Gehwegplatten

Welche Dicke sollten Gehwegplatten haben?

Handelsübliche Gehwegplatten sind 4 bis 5 cm dick, und das genügt für reine Fußwege. Die RStO 12 legt für Rad- und Gehwege 8 cm als Regeldicke zugrunde, lässt für die Decke aber ausdrücklich geringere Dicken zu. Was an der Platte fehlt, gleichen Sie über die Tragschicht aus, damit der frostsichere Oberbau seine 30 cm behält.

Können Sie Gehwegplatten ohne Tragschicht verlegen?

Auf gewachsenem Sand oder Kies der Frostempfindlichkeitsklasse F1 ja, dort fordert die RStO 12 für Geh- und Radwege keine Frostschutzmaßnahme. Auf Lehm oder Ton nein. Dort friert das Wasser im Boden, hebt einzelne Platten an und lässt sie im Frühjahr ungleich absacken.

Wie lange dauert es, 20 m² Gehwegplatten zu verlegen?

Zu zweit drei bis vier Arbeitstage. Der Aushub von 6 m³ und die Randeinfassung über 33 lfm brauchen mehr Zeit als das Verlegen selbst, das bei gut abgezogener Bettung an einem Tag erledigt ist.

Womit schneiden Sie die Randplatten ohne Steinsäge?

Mit einem Winkelschleifer und einer Diamanttrennscheibe, dann allerdings trocken und damit nur mit FFP3-Maske, Schutzbrille und Gehörschutz. Eine 125er Scheibe schneidet rund 3 cm tief, bei 5 cm Plattendicke ritzen Sie beide Seiten an und brechen den Rest über einer Kante.

Woran erkennen Sie gute Gehwegplatten beim Kauf?

Betonplatten fallen unter die DIN EN 1339, die sie unter anderem in Bruchlastklassen einteilt. Die CE-Kennzeichnung finden Sie auf dem Palettenetikett oder in den Begleitpapieren; die einzelne Platte trägt sie nicht. Prüfen Sie beim Abladen außerdem, ob alle Paletten dieselbe Charge tragen, weil Farbtöne zwischen Produktionen abweichen.

Wann können Sie den fertigen Weg betreten?

Den Belag können Sie betreten, sobald das Einschlämmwasser abgelaufen ist. Die Randeinfassung sollten Sie in der ersten Woche nicht seitlich belasten, weil der Beton seine Festigkeit erst über mehrere Tage aufbaut.

Bilder: Symbolbilder, Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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