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Man sieht wie eine Terrassenplatte Richtung Terrasse getragen wird

Was kostet es, Terrassenplatten verlegen zu lassen?

Lesedauer 6 Minuten

Terrassenplatten verlegen zu lassen kostet 124 bis 240 € pro m², wenn die Fläche neu angelegt wird. Auf das reine Verlegen entfallen davon 35 bis 120 €, der Rest verteilt sich auf Aushub, Unterbau und Randeinfassung, dazu das Material. Wie hoch der Verlegeanteil ausfällt, hängt vor allem von der Verlegeart ab: Im Splittbett arbeitet der Betrieb zügig, gebunden im Drainmörtel braucht derselbe Trupp für dieselbe Fläche doppelt so lange.

Was kostet der Arbeitslohn je Verlegeart?

VerlegeartLohn je m²Leistung am Tag
Splittbett, Standardformat40 bis 70 €20 bis 30 m²
Stelzlager35 bis 60 €25 bis 35 m²
gebunden im Drainmörtel70 bis 120 €10 bis 15 m²
Dünnbett auf Betonplatte60 bis 100 €12 bis 18 m²

Im Splittbett verlegt ein Zweimannteam eine 25-m²-Terrasse an einem Tag. Gebunden braucht derselbe Trupp dafür gut zwei Tage, weil jede Platte rückseitig mit Haftschlämme bestrichen, in das frische Mörtelbett eingelegt und einzeln festgeklopft werden muss. Drainmörtel ist ein wasserdurchlässiger Mörtel, der die Platten fest mit dem Untergrund verbindet.

Stelzlager sind der Sonderfall in dieser Tabelle. Sie sind in der Verlegung am günstigsten, weil die Platte nur aufgelegt und am Lager höhenjustiert wird, statt in ein Bett eingeklopft und ausgerichtet zu werden. Dafür brauchen sie einen tragfähigen, wasserführenden Untergrund darunter. Auf gewachsenem Boden funktioniert das nicht, auf einer alten Betonterrasse oder einer abgedichteten Dachfläche dagegen sehr gut. Der Preisvorteil schwindet, sobald erst eine Betonplatte gegossen werden muss.

Die Dünnbettverlegung wiederum setzt eine vorhandene und ebene, dabei abgedichtete Betonfläche voraus. Sie kommt vor allem bei Balkonen und Terrassen über Wohnraum zum Einsatz, wo die Aufbauhöhe knapp ist.

Was kostet der Unterbau zusätzlich?

Der Lohn fürs Verlegen ist nur ein Teil der Rechnung. Wenn die Fläche neu angelegt wird, kommt der Unterbau dazu:

LeistungPreis
Aushub 30 bis 40 cm samt Abtransport, je m²15 bis 25 €
Frostschutzschicht einbauen und verdichten, je m²15 bis 25 €
Bettung aus Splitt abziehen, je m²8 bis 15 €
Randeinfassung setzen, je laufendem Meter25 bis 50 €

Für eine neu angelegte 25-m²-Terrasse mit 20 laufenden Metern Randeinfassung, also dem vollen Umfang einer freistehenden Fläche von 5 × 5 m ergibt das 1.450 bis 2.625 € allein für den Unterbau, bevor die erste Platte liegt. Was in welcher Stärke unter die Fläche gehört, steht ausführlich unter Unterbau und Tragschicht.

Beispielrechnung für 25 m²

Betonplatten 60 × 40 cm im Splittbett, neu angelegte Fläche, vom unteren bis zum oberen Ende der Spannen:

PositionBetrag
Aushub und Entsorgung375 bis 625 €
Frostschutz und Bettung575 bis 1.000 €
Randeinfassung, 20 lfm500 bis 1.000 €
Betonplatten 20 bis 50 € je m², plus 10 % Verschnitt550 bis 1.375 €
Verlegen, 40 bis 70 € je m²1.000 bis 1.750 €
Verfugen, 4 bis 10 € je m²100 bis 250 €
Gesamt3.100 bis 6.000 €

Das entspricht 124 bis 240 € pro m². Liegt die Terrasse am Haus, entfällt die Einfassung an dieser Seite: Bei 6,25 × 4 m sind es 14 statt 20 laufende Meter und damit 150 bis 300 € weniger.

Im Beitrag Natursteinterrasse finden Sie die verschiedenen Steinarten und deren Kosten.

Wann wird es teurer als kalkuliert?

Diese fünf Punkte lassen die Kosten steigen:

  • Großformate ab 80 × 80 cm. Eine Betonplatte dieses Formats wiegt bei 4 cm Stärke rund 60 kg, Feinsteinzeug mit 2 cm Stärke etwa 29 kg. Beide brauchen zwei Personen und eine exakt abgezogene Bettung. Aufschlag 15 bis 30 % auf den Lohn.
  • Keine Zufahrt. Muss das Material über den Keller oder durch das Haus getragen werden, rechnet der Betrieb Trageleistung ab, 8 bis 20 € je m².
  • Alte Fläche vorhanden. Rückbau samt Entsorgung kostet 20 bis 45 € je m², bei Beton mit Bewehrung mehr.
  • Viele Zuschnitte. Rundungen, Baumscheiben und Lichtschächte, dazu Podeste bedeuten 15 bis 30 % Aufschlag.
  • Anschluss ans Haus. Fehlt der Abstand zur Fassade oder ist keine Drainage vorhanden, kommen Rinne und Abdichtung dazu, 60 bis 150 € je Meter.
Verschiedene Steinarten für Terrassenplatten

Wie stark schwanken die Preise regional?

Zwischen einem Betrieb im Großraum München und einem in Sachsen-Anhalt liegen bei derselben Leistung 20 bis 30 %. Der Unterschied steckt fast vollständig im Lohn, das Material kostet bundesweit ähnlich. In Ballungsräumen kommt hinzu, dass die Auftragsbücher voller sind und weniger verhandelt wird.

Praktisch heißt das: In München, Stuttgart, Hamburg und dem Rhein-Main-Gebiet sollten Sie mit dem oberen Ende der genannten Spannen rechnen, in ländlichen Regionen Ostdeutschlands eher mit dem unteren. Ein Betrieb aus dem 60 km entfernten Umland ist trotz Anfahrt oft günstiger als der Anbieter aus der Stadt, sofern die Anfahrt pauschal und nicht je Arbeitstag berechnet wird. Fragen Sie das explizit ab: Betriebe setzen 60 bis 180 € je Anfahrttag an, bei vier Arbeitstagen also 240 bis 720 € statt einer einmaligen Pauschale.

Woran erkennen Sie ein prüffähiges Angebot?

Ein seriöses Angebot listet die Positionen einzeln mit Menge und Einheitspreis auf. Diese Angaben müssen darin stehen:

  • Aushubtiefe in cm und Abtransport in m³, mit Angabe der Deponieklasse
  • Frostschutzschicht mit Körnung und Einbaudicke, verdichtet gemessen
  • Bettung mit Material und Stärke
  • Plattenformat, Stärke und Oberfläche, dazu die Menge in m² samt Verschnittzuschlag
  • Randeinfassung in laufenden Metern, mit oder ohne Betonrückenstütze
  • Verlegeleistung getrennt vom Material, damit § 35a EStG greift
  • Gefälle in % und die Richtung, in die entwässert wird

Fehlt die Trennung von Material und Lohn, verschenken Sie den Steuervorteil. Fehlt die Angabe zum Gefälle, haben Sie im Streitfall keine vereinbarte Beschaffenheit, auf die Sie sich berufen können. Beides lässt sich vor der Beauftragung in einem Satz nachfordern und später nicht mehr.

Selbst verlegen oder verlegen lassen?

Im Splittbett ist die Eigenleistung realistisch, wenn Sie Frostschutzschicht und Gefälle nach Plan einbauen. Der Aufwand steckt im Unterbau, nicht im Verlegen der Platten. Rüttelplatte und Trennschleifer kosten für eine 25-m²-Fläche 150 bis 300 € Miete, dazu kommen zwei Container für den Erdaushub mit 400 bis 900 €. Ausgerechnet beim Aushub bringt Eigenleistung deshalb wenig: Was der Betrieb dafür samt Abtransport berechnet, geben Sie für die Container wieder aus. Beim Rest sparen Sie den Lohnanteil von rund 1.350 bis 2.430 €, wenn Sie Frostschutzschicht, Bettung und Verlegen samt Verfugen selbst übernehmen. Schotter und Splitt samt Fugenmaterial zahlen Sie weiterhin, rund 340 bis 590 €, die Randeinfassung nicht mitgerechnet.

Der kritische Punkt ist nicht das Verlegen, sondern das Gefälle. 2 % vom Haus weg heißt 2 cm Höhenunterschied auf einem Meter, bei 5 m Terrassentiefe also 10 cm. Wer das nicht genau abschnürt, hat nach dem ersten Starkregen Pfützen mitten auf der Fläche, möchte man dies beheben, muss man alle Platten erneut anheben und verlegen. Die Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge stehen in der Anleitung zum Verlegen von Terrassenplatten. Wer die Fläche stattdessen mit Dielen belegen will, findet die Preise unter Terrassendielen verlegen lassen.

Ein Mann begradigt den Schotter, um Terrassenplatten zu verlegen.

Häufige Fragen

Rechnen Betriebe nach Stunden oder nach Fläche ab?

Terrassen werden meist nach Quadratmetern kalkuliert. So lassen sich Material, Arbeitszeit und Aufwand für die Verlegung besser zusammenfassen. Eine Abrechnung nach Stunden kommt eher bei Arbeiten infrage, deren Umfang vorher schwer einzuschätzen ist, etwa bei der Sanierung eines alten Terrassenunterbaus.

Im Garten- und Landschaftsbau liegen Stundensätze häufig bei etwa 50 bis 75 € je Arbeitskraft. Beim Preis pro Quadratmeter sind zusätzlich Rüstzeit, Geräte, Kleinmaterial und weitere Arbeiten berücksichtigt.

Ist das Verlegen von Terrassenplatten im Winter günstiger?

Zwischen November und Februar haben viele Betriebe weniger Aufträge. Dadurch können sich bei der Preisverhandlung günstigere Konditionen ergeben. Bei frostfreiem Wetter ist auch die Verlegung im Splittbett möglich.

Anders sieht es bei einer gebundenen Verlegung mit Mörtel oder Drainagemörtel aus. Frost kann die Verarbeitung und das Abbinden beeinträchtigen. Bei niedrigen Temperaturen muss die Arbeit deshalb verschoben oder entsprechend geschützt werden.

Wie viele Angebote sollte ich für eine Terrasse einholen?

Drei Angebote bieten eine gute Grundlage für den Vergleich. Damit die Preise tatsächlich vergleichbar sind, sollten alle Betriebe dieselben Angaben erhalten.

Dazu gehören die Größe der Terrasse, das Plattenformat, das gewünschte Verlegeverfahren und Angaben zum vorhandenen Untergrund. Auch Aushub, Entsorgung, Unterbau, Randbefestigung und Verfugung sollten in der Anfrage genannt werden. Sonst kalkuliert jeder Betrieb mit einem anderen Leistungsumfang.

Wie lange dauert das Verlegen von 25 m² Terrassenplatten?

Für eine 25 m² große Terrasse im Splittbett sollten Sie meist drei bis vier Arbeitstage einplanen. Ein Tag kann für Aushub und Abtransport anfallen, ein weiterer für Frostschutzschicht und Verdichtung. Für das Verlegen und Verfugen kommen etwa ein bis zwei Tage hinzu.

Bei einer gebundenen Verlegung kann sich die Arbeitszeit um etwa einen Tag verlängern. Zusätzlich müssen die erforderlichen Abbindezeiten zwischen den einzelnen Arbeitsschritten berücksichtigt werden. Nasse Witterung kann den Termin weiter nach hinten verschieben, da der Unterbau und das Splittbett nicht durchnässt verarbeitet werden sollten.

Kann ich das Verlegen von Terrassenplatten von der Steuer absetzen?

Die Arbeitskosten für Handwerkerleistungen können nach § 35a EStG steuerlich berücksichtigt werden. Abziehbar sind 20 % der begünstigten Arbeitskosten, maximal 1.200 € pro Haushalt und Kalenderjahr.

Voraussetzung ist unter anderem eine Rechnung mit ausgewiesenem Arbeitsanteil und eine unbare Zahlung, etwa per Überweisung. Materialkosten werden nicht berücksichtigt.

Bei einem Arbeitsanteil von 2.000 bis 3.500 € ergibt sich rechnerisch eine Steuerermäßigung von 400 bis 700 €. Die Grenze von 1.200 € gilt für den gesamten Haushalt und nicht für jeden einzelnen Handwerkerauftrag.

Bei einem Neubau greift die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen grundsätzlich nicht. Bei mehreren Handwerkerarbeiten im selben Jahr kann es außerdem sinnvoll sein, die steuerlich begünstigten Leistungen über zwei Kalenderjahre zu verteilen, sofern sich die Arbeiten entsprechend planen lassen.

Bilder: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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