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Ein moderner Kachelofen im Wohnzimmer

Mit welchen Kosten Sie für einen Kachelofen rechnen müssen

Lesedauer 10 Minuten

Ein Kachelofen, den ein Ofenbauer an Ort und Stelle setzt, kostet mit Einbau 7.000 bis 30.000 €. Am unteren Ende liegen kleine Öfen in einfacher Ausführung, am oberen Ende Maßanfertigungen und große Grundöfen. Wasserführende Kachelöfen, die an die Heizung angeschlossen werden, sind in der Spanne nicht enthalten. Zum Ofenpreis kommen Arbeiten am Schornstein hinzu, wenn dieser nicht passt. Ein neuer Grundofen braucht außerdem einen Staubabscheider oder einen Nachweis, dass der Ofen die Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid einhält.

Steht bei Ihnen schon ein Kachelofen und ist seine Verkleidung intakt, lässt sich der Heizeinsatz tauschen. Das kostet samt Ausbau des alten Einsatzes und Montage mit Anschluss 3.500 bis 8.000 €.

Was kosten die einzelnen Bauarten?

Bei einem Ofenbauer kostet ein gesetzter Grundofen mit Einbau 11.000 bis 30.000 €. Die Preise der Ofenbauer (ohne Trennung nach Bauart) liegen bei 7.000 bis 25.000 €. Diese Spanne umfasst mehrere Bauarten, darunter Warmluft- und Kombiöfen.

Ein Kachelofen besteht aus einer Brennkammer mit Zügen und einer Verkleidung aus Kacheln oder Keramik. Die Züge sind Kanäle, durch die die Heizgase strömen. Dabei geben die Heizgase ihre Wärme an eine Speichermasse ab. Sie besteht aus Schamotte, das sind hitzebeständige Steine aus gebranntem Ton, die Wärme gut speichern. Die Speichermasse gibt die Wärme über Stunden an den Raum weiter. Wie viel Wärme ein Ofen speichert und wie viel er gleich als Warmluft abgibt, unterscheidet die Bauarten.

  • Der Warmluftofen, auch Warmluftkachelofen genannt, hat einen Heizeinsatz aus Guss, also eine industriell gefertigte Brennkammer. Seine Züge aus Metall oder Keramik werden schnell heiß. Er gibt etwa 70 % der Wärme als Warmluft über Gitter ab und ist nach wenigen Minuten warm. Über Luftkanäle lässt sich die Warmluft auch in Nebenräume leiten.
  • Der Kombiofen ist ein Warmluftofen mit keramischer Nachheizfläche, die Wärme speichert. Er gibt etwa 60 % der Wärme als Strahlung und 40 % als Warmluft ab und passt zu Häusern mit wechselndem Wärmebedarf.
  • Beim Grundofen ist die Brennkammer ein gemauerter Feuerraum, die Züge sind aus Schamotte. Der Grundofen lässt sich durch eine Wand hindurch bauen und heizt als Dauerheizung mehrere Räume. Sie heizen ihn einmal am Tag an, nach 1 bis 3 Stunden ist er warm. Dann gibt er je nach Größe und Speichermasse 8 bis 16 Stunden Wärme ab.
  • Beim wasserführenden Kachelofen hat der Heizeinsatz einen Wassermantel. Über einen Wärmetauscher gibt der Ofen einen Teil der Wärme an die Heizung ab und braucht dafür einen Pufferspeicher.
BauartBausatz ohne Montagevom Ofenbauer gesetzt
WarmluftofenAb 7.890 € mit Heizeinsatz samt Nachheizkasten (Nachheizfläche aus Metall hinter dem Einsatz) und Ofenbank, Putz statt KachelnKein eigener Preis, siehe letzte Zeile
KombiofenAb 8.295 € mit Keramik und Putz, 12.222 € mit KeramikverkleidungKein eigener Preis, siehe letzte Zeile
Grundofen4.650 bis 5.300 € für Feuerraum mit keramischen Zügen. 8.379 € mit Ofenhülle, Zügen, Putz und Ofenbank11.000 bis 30.000 € mit Einbau
wasserführender Kachelofen9.795 € mit Heizeinsatz von 12,5 kW, ohne PufferspeicherKein Komplettpreis, Einsatz und Einbindung einzeln im Abschnitt zum Tausch des Heizeinsatzes
Kachelofen ohne Trennung nach BauartSiehe Zeilen oben8.000 bis 25.000 € mit Planung und Montage, mehrere Bauarten zusammen, darunter Warmluft- und Kombiofen, darin Maßanfertigung 18.000 bis 25.000 €. Ohne Angabe zu Bauart, Montage und Anschluss: 7.000 bis 12.000 €

Jeder Preis stammt von einem einzelnen Anbieter. Die Bausätze sind Materialpreise von Händlern ohne Montage, die gesetzten Öfen Richtwerte von zwei Fachbetrieben. Stand Oktober 2026.

Beim Grundofen hängt der Preis vor allem von Größe und Speichermasse ab.

Nicht jeder Ofen mit Kacheln ist ein Kachelofen. Ein Kaminofen mit Kachelverkleidung hat einen Korpus aus Metall und kommt fertig aus der Serienfertigung. Ein solcher Ofen kostet ohne Einbau je nach Ausführung 4.700 bis 5.200 €. Auch ein Kachelofensystem wird industriell vorgefertigt und vor Ort nur montiert. Beide sind keine gesetzten Kachelöfen und fehlen deshalb in der Tabelle.

Welche Bauteile den Preis bestimmen und wie lange der Bau dauert

Innerhalb einer Bauart erhöhen vor allem Heizeinsatz, Nachheizfläche, Kacheln und Ofenbank den Preis.

  • Der Heizeinsatz kostet 1.850 bis 6.750 €. Am unteren Ende liegen Einsätze mit 6 bis 7 kW, am oberen ein Einsatz mit 11 kW und runder Tunnelscheibe.
  • Hinter dem Heizeinsatz liegt die Nachheizfläche. Ein Nachheizkasten aus Metall gibt die Wärme schnell ab. Aus Stahl kostet er 180 bis 280 €. Aus Guss liegt er je nach Größe und Lieferumfang bei 630 bis 1.650 €. Eine keramische Nachheizfläche speichert die Wärme länger und macht aus dem Warmluftofen einen Kombiofen. Als Bausatz kostet sie 1.050 bis 1.500 €.
  • Bei einem Händler kostet eine handgefertigte Kachel unbemalt 50 bis 80 €, eine handbemalte Motivkachel ab 172 €. Wie viele Kacheln Ihr Ofen braucht, lassen Sie sich im Angebot nennen. Für Wunschkacheln in Sonderanfertigung kommt ein Aufpreis von 2.000 bis 5.000 € dazu.
  • Der Aufpreis für eine Ofenbank, auch Sitzbank genannt, beträgt 1.500 bis 4.000 €, je nachdem, ob sie beheizt ist. Beheizt wird sie über die Züge des Ofens.
  • Eine Abbrandsteuerung regelt die Luftzufuhr während des Abbrands und schließt sie am Ende selbst. Ein solches Gerät kostet bei einem Fachhändler 799 €, den Einbau lassen Sie im Angebot ausweisen.

Bei einem Ofenbauer ist die Planung im Preis des gesetzten Ofens enthalten, das Erstgespräch kostenlos. Vor Ort braucht der Betrieb 3 bis 5 Arbeitstage. Für einen Grundofen sind es 5 bis 10. Vom Auftrag bis zum fertigen Grundofen vergehen samt Planung und Trocknung 6 bis 12 Wochen.

Ein neu gemauerter Kachelofen muss trocknen, bevor Sie voll heizen. Ein Hersteller von Heizeinsätzen rät in seiner Anleitung, mit dem Trockenheizen 1 bis 2 Wochen oder länger zu warten. Danach heizen Sie bis zu zwei Wochen mit höchstens der halben Brennstoffmenge trocken.

Die Nebenkosten am Aufstellort und eine Beispielrechnung

Was zum Ofenpreis dazukommt, hängt vom Haus ab. Ein Kachelofen wiegt 500 bis 1.500 kg. Ob die Geschossdecke unter dem Ofen das trägt, lassen Sie vor dem Auftrag prüfen, besonders im Obergeschoss und bei einer Holzbalkendecke. Klären Sie auch, wer die Prüfung übernimmt und was sie kostet.

Passt der vorhandene Schornstein nicht zum neuen Ofen, wird ein Edelstahlrohr eingezogen oder ein neuer Edelstahlschornstein gebaut. Fehlt ein Schornstein ganz, lesen Sie, was es kostet, einen Schornstein nachzurüsten. In gut gedämmten Häusern und in Häusern mit Lüftungsanlage braucht der Ofen oft eine Leitung, die ihm die Verbrennungsluft von außen zuführt.

In Betrieb nehmen dürfen Sie den Ofen erst, wenn der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger bescheinigt hat, dass die Abgasanlage tauglich ist und die Abgase sicher abgeführt werden. Die Gebühr für die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger legt jedes Land selbst fest.

Ein Beispiel für einen Kachelofen mit beheizbarer Ofenbank in einem bestehenden Einfamilienhaus:

PostenGrundausstattungobere Grenze für größere Öfen, besondere Keramik oder Ausstattung
Kachelofen mit beheizbarer Ofenbank, individuell geformt, Keramik nach Wahl, vom Ofenbauer gesetzt12.000 bis 18.000 €bis 25.000 €
Schornstein, wenn er nicht passt: Edelstahlrohr einziehen oder neu bauen2.000 bis 6.000 €bis 6.000 €
Leitung für Verbrennungsluft von außen, wenn nötig300 bis 1.000 €bis 1.000 €
Abnahme durch den BezirksschornsteinfegerGebühr nach LandesrechtGebühr nach Landesrecht
Summe aus Ofen und Arbeit am Schornstein14.000 bis 24.000 €bis 31.000 €

Richtwerte eines Fachbetriebs für zwei Ausführungen, Stand Oktober 2026.

Braucht der Ofen auch eine Leitung für die Verbrennungsluft, kommt ihr Preis hinzu. Die Gebühr für die Abnahme zahlen Sie in jedem Fall. Ob der Schornstein zum neuen Ofen passt, macht bis zu 6.000 € aus. Lassen Sie das klären, bevor Sie Angebote vergleichen.

Der neue Grundofen braucht einen Staubabscheider oder einen Nachweis

Einen Kachelofen dürfen Sie weiterhin neu bauen lassen, auch einen Grundofen. Neue Grundöfen brauchen aber eine nachgeschaltete Einrichtung zur Staubminderung nach dem Stand der Technik. So steht es in § 4 Abs. 5 der 1. BImSchV, der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen. Die Pflicht gilt für alle Grundöfen, die nach dem 31.12.2014 errichtet wurden. Auf diese Einrichtung verzichten können Sie nur, wenn der Ofen nachweislich dieselben Grenzwerte einhält wie ein neuer Heizeinsatz. Das sind 0,04 g Staub und 1,25 g Kohlenmonoxid je m³ Abgas. Den Nachweis führt entweder eine Abgasmessung des Schornsteinfegers zu Beginn des Betriebs oder die Typprüfung eines vorgefertigten Feuerraums.

Ein Staubabscheider, oft Feinstaubfilter genannt, lädt die Staubteilchen im Abgas elektrisch auf und hält sie an einer Fläche fest. Für Einzelöfen nennt das Umweltbundesamt nur diese elektrostatische Bauart. Ein Katalysator allein mindert den Staub nicht nach dem Stand der Technik. Der Staubabscheider braucht eine Bauartzulassung, in der Regel vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt).

Ein Staubabscheider mit Zulassung des DIBt kostet ohne Einbau 2.100 bis 4.150 € (Preise von Herstellern und Händlern, mit Mehrwertsteuer). Der Preis hängt davon ab, wo das Gerät sitzt: im Ofenrohr, an der Schornsteinmündung oder am Schornstein im Dachraum. Anschlussteile und Stromanschluss gehören nicht zum Gerätepreis. Lassen Sie sich beides mit dem Einbau getrennt vom Gerät anbieten. Gereinigt wird der Staubabscheider bei der Kehrung durch den Schornsteinfeger.

Für die Abgasmessung am neuen Grundofen zu Beginn des Betriebs gibt es keine feste Gebühr. Die Preise für die Messung an alten Öfen gelten für einen anderen Nachweis. Fragen Sie deshalb den Schornsteinfeger vor dem Bau nach seinem Preis. Hält der neue Ofen bei dieser Messung die Werte nicht ein, braucht er einen Staubabscheider. Wer ihn in diesem Fall bezahlt, klären Sie vor dem Auftrag mit dem Ofenbauer.

Fragen Sie den Ofenbauer, ob Ihr Grundofen einen vorgefertigten, typgeprüften Feuerraum bekommt, und lassen Sie sich die Bescheinigung zeigen. Auch im Bausatz gibt es Grundöfen mit einem Feuerraum, der auf die Grenzwerte der Stufe 2 der 1. BImSchV geprüft ist.

Was kostet der Tausch des Heizeinsatzes?

Der Heizeinsatz, auch Kachelofeneinsatz genannt, ist das Verschleißteil des Kachelofens, der gemauerte Ofen um ihn herum hält mehrere Jahrzehnte. Den Einsatz zu tauschen kostet samt Ausbau des alten und Montage mit Anschluss 3.500 bis 8.000 €. Die Preise stammen von drei Fachbetrieben aus den Jahren 2024 bis 2026. Wo Sie in der Spanne landen, hängt vom Modell und seiner Größe ab. Am unteren Ende liegt der reine Tausch des Einsatzes: Die Verkleidung ist unbeschädigt und muss nicht erneuert werden, und der Anschluss an den Schornstein passt.

Den größten Teil des Materials macht der Heizeinsatz aus. Bei einem Fachhändler kostet der Heizeinsatz Leda Rubin K17 allein 2.219 €. Als Austausch-Set mit Nachheizkasten aus Guss, Brennraumauskleidung und Rohrbogen kostet er 2.962 €, gut 740 € mehr. Für den Heizeinsatz HLS 117 von Buderus zahlen Sie ohne Einbau 2.150 bis 2.500 €.

Neue Heizeinsätze gibt es in mehreren Standardgrößen, deren Front sich mit Leisten verbreitern lässt. Ob einer in den vorhandenen Ofen passt, prüft der Fachbetrieb vor Ort. Beim Einbau wird der Einsatz angepasst. Neue Einsätze erreichen einen Wirkungsgrad von mindestens 80 %, einzelne über 84 %. Die 80 % sind der Mindestwert, den die 1. BImSchV für Heizeinsätze vorschreibt. Der Tausch selbst dauert einen halben bis zwei Arbeitstage.

Lassen Sie im Angebot ausweisen, ob die Kacheln abgenommen werden müssen oder die Verkleidung bleiben kann. Auch Ausbau und Entsorgung des alten Einsatzes sollten darin stehen. Ist die Anlage etwa 30 Jahre alt oder älter, gehören neue Nachheizzüge und Ofenrohre ebenfalls ins Angebot. Welche Nachweise der Bezirksschornsteinfeger nach dem Tausch verlangt, klären Sie vorher mit ihm.

Auch ein Heizeinsatz für Pellets passt in einen Kachelofen. Ein solcher Einsatz mit 11 kW kostet samt Einbau etwa 8.500 € (Richtwert eines Fachbetriebs, Stand Ende 2024).

Soll der Ofen die Heizung unterstützen, braucht er einen wasserführenden Einsatz. Für Scheitholz kostet ein solches Gerät ohne Einbau 5.150 bis 5.750 €. Dazu kommen ein Pufferspeicher und die Einbindung in die Heizung. Zur Einbindung gehört zum Beispiel eine Pumpeneinheit für 1.309 €. Pufferspeicher und Einbindung lassen Sie vom Heizungsbauer getrennt anbieten. Ein automatisch beschickter, wasserführender Einsatz für Pellets kostet mit Pufferspeicher und Einbau 25.000 bis 35.000 € (Richtwert eines Fachbetriebs, Stand Ende 2024).

Einen Zuschuss gibt es für handbeschickte Kachelöfen nicht, auch nicht für wasserführende. Prüfen Sie bei einem automatisch beschickten, wasserführenden Einsatz für Pellets vor dem Kauf, ob das Gerät in der BAFA-Liste förderfähiger Biomasseanlagen steht. Gefördert werden nur Geräte dieser Liste. Die Regeln im Einzelnen stehen bei der Förderung für Kamine und Holzöfen.

Muss ein alter Kachelofen ersetzt werden?

Nach § 26 der 1. BImSchV müssen Sie einen alten Kachelofen nur nachrüsten oder stilllegen, wenn er vor dem 22.03.2010 errichtet wurde und die Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid nicht nachweislich einhält. Die letzte Frist dafür endete am 31.12.2024. Ausgenommen sind drei Fälle, die einen Kachelofen betreffen können:

  • Grundöfen.
  • Öfen in Wohnungen, die keine andere Heizung haben.
  • Öfen, für die Sie gegenüber dem Bezirksschornsteinfeger glaubhaft machen können, dass sie vor dem 01.01.1950 hergestellt oder errichtet wurden.

Alle anderen Öfen dürfen ohne zeitliche Grenze weiterlaufen, wenn ein Nachweis vorliegt, dass sie die Grenzwerte einhalten. Den Nachweis führt eine Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers oder eine Abgasmessung des Schornsteinfegers.

Ein Kachelofen mit fest eingemauertem Heizeinsatz muss nach § 26 Abs. 4 nicht stillgelegt werden. Die Vorschrift sieht für ihn stattdessen einen Staubabscheider vor. Nach der Auslegung der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz (LAI) entfällt er, wenn eine Messung belegt, dass der Ofen die Grenzwerte einhält.

Fehlt bei Ihrem alten Ofen der Nachweis noch, klären Sie vor jeder Ausgabe, ob ein Nachweis oder eine Nachrüstung nach dem Fristende noch anerkannt wird. Fragen Sie dazu den Bezirksschornsteinfeger oder die zuständige Behörde, denn die Verordnung regelt diesen Fall nicht ausdrücklich. Welche Grenzwerte gelten und was beim Stilllegen zu tun ist, steht bei der Austauschpflicht für alte Kaminöfen.

Bevor Sie nachrüsten oder tauschen, klären Sie, ob Ihr Ofen die Grenzwerte schon einhält. Liegt keine Bescheinigung des Herstellers vor, ist die Abgasmessung der günstigste Weg. Besteht der Ofen die Messung und wird dieser Nachweis anerkannt, darf er ohne Umbau weiterlaufen. Fällt er wegen des Staubs durch, haben Sie die Wahl zwischen Staubabscheider und neuem Heizeinsatz. Eine Sanierung brauchen Sie erst, wenn auch Züge oder Verkleidung beschädigt sind.

Überschreitet der Ofen den Grenzwert für Kohlenmonoxid, hilft ein Staubabscheider nicht, denn er mindert kein Kohlenmonoxid. Nach der Auslegung der LAI bleibt dann nur, den alten Einsatz außer Betrieb zu nehmen, es sei denn, eine Nachrüstung senkt nachweislich auch das Kohlenmonoxid. Ein fest eingemauerter Heizeinsatz ist ausgenommen, er bekommt auch dann einen Staubabscheider.

Maßnahmewann sie passtKostenQuelle
Abgasmessung am alten Ofen zum Nachweis der GrenzwerteKeine Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers vorhanden. Ob der Ofen besteht, zeigt erst die Messungab 640 €zwei Schornsteinfegerbetriebe
Staubabscheider nachrüstenNur der Grenzwert für Staub überschritten, beim fest eingemauerten Heizeinsatz auch der für KohlenmonoxidGerät 2.100 bis 4.150 € wie beim Grundofen, dazu der EinbauHersteller und Händler
Heizeinsatz tauschenEinsatz verschlissen oder ohne Nachweis, die Verkleidung intakt3.500 bis 8.000 €drei Fachbetriebe
kleine ReparaturEinzelne Schamottesteine ersetzen, Risse verfugen, Dichtung oder Sichtscheibe erneuernab 500 €Fachbetrieb
Reparatur nach AufwandEinzelne Schäden, die keine Pauschale abdeckt113 € je Stunde plus AnfahrtFachbetrieb
Brennraumauskleidung ersetzenAuskleidung des vorhandenen Einsatzes verschlissenMaterial 240 bis 280 €, Arbeit nach AngebotOnlineshop eines Fachhändlers
TeilsanierungNeuer Einsatz, Schamotte erneuern, Züge anpassen, neue Dichtungen, bei Bedarf Auskleidung des Schornsteins. Die Kacheln bleiben in der Regel dran, Dauer 2 bis 3 Tage5.000 bis 10.000 €Fachbetrieb
KomplettsanierungNeuer Einsatz und neue Verkleidung, je nach Umfang mit Zügen und Schornstein. Dauer 2 bis 5 Tage5.000 bis 20.000 €Fachbetrieb

Richtwerte und Preislisten, Stand Ende 2024 bis Oktober 2026.

Soll der alte Ofen weichen oder umziehen, lassen Sie den Abbau samt Sichern der Kacheln und die Entsorgung als eigene Posten anbieten.

Kann man einen Kachelofen selbst bauen?

Für Heimwerker gibt es Bausätze mit allem Material und einer Aufbauanleitung, viele davon mit Putz statt Kacheln. Beim Grundofen etwa kostet der Bausatz mit Ofenhülle, Zügen und Ofenbank 8.379 €, der gesetzte Ofen 11.000 bis 30.000 €. Fragen Sie vor dem Kauf, ob eine Prüfbescheinigung für den Schornsteinfeger beiliegt, wie beim Bausatz aus Feuerraum und keramischen Zügen. Auch mit dieser Bescheinigung bleibt die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger Pflicht.

Selbst bauen spart die Arbeit des Ofenbauers. Schornstein, Verbrennungsluft, Abnahme und die Prüfung der Geschossdecke kosten Sie dasselbe wie beim gesetzten Ofen.

Worauf Sie beim Angebot achten

Ein gutes Angebot nennt jeden Posten einzeln. Prüfen Sie diese Punkte:

  • Die Bauart ist benannt, also Warmluftofen, Kombiofen, Grundofen oder wasserführender Ofen.
  • Typ und Nennwärmeleistung des Heizeinsatzes stehen darin. Die Nennwärmeleistung ist die Heizleistung, die der Ofen im Dauerbetrieb höchstens abgibt. Sie sollte zur benötigten Heizleistung des Raums passen. Fragen Sie, ob die Berechnung der benötigten Heizleistung im Erstgespräch enthalten ist.
  • Bei Öfen mit Heizeinsatz liegt für den Einsatz die Typprüfung des Herstellers mit den Werten der Stufe 2 vor. Sie belegt, dass Einsätze dieses Typs die Grenzwerte und den Mindestwirkungsgrad der 1. BImSchV einhalten. Für Grundöfen gibt es diese Typprüfung nicht, bei ihnen zählt der nächste Punkt.
  • Beim Grundofen sind ein Staubabscheider, die Abgasmessung zu Beginn des Betriebs oder die Typprüfung eines vorgefertigten Feuerraums enthalten.
  • Ofen, Ofenbank, Anschluss und die Kacheln mit Zahl und Preis je Kachel stehen als eigene Posten.
  • Brandschutz an Boden, Wand und Decke, die Verbrennungsluft, Arbeiten am Schornstein und die Abnahme stehen ebenfalls einzeln da. Beim Ersatz gilt das auch für Ausbau und Entsorgung des alten Ofens.
  • Die Arbeitskosten sind getrennt ausgewiesen.
  • Es ist geklärt, wer die Tragfähigkeit der Geschossdecke prüft.
  • Bauzeit und Trocknung stehen im Zeitplan.
  • Auf Wunsch liegt eine Berechnung nach EN 13384 bei, die zeigt, ob der Schornstein zum neuen Ofen passt.
  • Der Betrieb ist als Ofen- und Luftheizungsbauer in die Handwerksrolle eingetragen. Ohne Eintragung darf er das zulassungspflichtige Handwerk nicht selbständig betreiben.

Die getrennten Arbeitskosten brauchen Sie für die Steuer. Kommt der Kachelofen in ein bestehendes Haus, geben Sie die Arbeitskosten als Handwerkerleistung an. Das Material zählt nicht, im Neubau auch die Arbeit nicht. Was Ihnen das steuerlich bringt und wann der Vorteil entfällt, steht bei der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen.

Was kostet die Wartung eines Kachelofens?

Eine Wartung mit Reinigung der Züge kostet 290 bis 390 €. Beim unteren Wert ist die Anfahrt nicht enthalten. Planen Sie die Wartung jährlich bis alle zwei Jahre ein, die erste nach der ersten Heizperiode. Dazu kommen die Gebühren des Schornsteinfegers.

Bild: istock.com/ Alexei Onufriiciuc

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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