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Flache Klebefalle liegt an der Wand hinter einem vorgezogenen Küchengerät, daneben eine offene Rohrdurchführung

So bekämpfen Sie Kakerlaken in der Wohnung richtig

Lesedauer 5 Minuten

Wer nachts in der Küche das Licht anschaltet und mehrere flache braune Insekten in Ritzen verschwinden sieht, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Schaben. Anders als bei Ameisen oder Silberfischen führt hier kein Weg an einem Fachbetrieb vorbei, und in vielen Kommunen besteht zusätzlich eine Meldepflicht.

Schabe oder harmloser Käfer?

Verwechslungen sind häufig, weil mehrere Käferarten ähnlich aussehen. Schaben erkennen Sie an drei Merkmalen: dem flachen, ovalen Körper, den langen, ständig tastenden Fühlern und der Fluchtreaktion ins Dunkle bei Licht.

Deutsche SchabeOrientalische Schabe
Größe12 bis 15 mm20 bis 30 mm
Farbehellbraun mit zwei dunklen Streifendunkelbraun bis schwarz
VorkommenKüche, Bad, warme BereicheKeller, Schächte, kühlere Räume
Vermehrungsehr schnelllangsamer
Klettert glatte Wändejanein

Die Deutsche Schabe ist der häufigste und schwierigste Fall, weil sie sich rasant vermehrt und ein Weibchen mehrere hundert Nachkommen erzeugt. Ein einzelnes gesichtetes Tier bedeutet fast immer, dass bereits eine Population vorhanden ist.

Welche Hinweise gibt es noch?

  • Kot: Feine schwarze Pünktchen wie gemahlener Pfeffer, oft in Schranknischen und hinter Küchengeräten.
  • Häutungsreste: Hellbraune leere Hüllen, weil Schaben mehrfach häuten.
  • Eipakete: Braune, längliche Kapseln von 5 bis 10 mm, meist in Fugen verklebt.
  • Geruch: Bei stärkerem Befall ein süßlich muffiger Geruch in der Küche.

Kontrollieren Sie mit der Taschenlampe hinter Kühlschrank und Spülmaschine, unter der Spüle, hinter dem Herd und an allen Rohrdurchführungen. Diese Bereiche sind warm, feucht und dunkel und damit die bevorzugten Verstecke.

Warum scheitern Selbstversuche?

Freiverkäufliche Sprays töten die sichtbaren Tiere, erreichen aber weder die Verstecke noch die Eipakete. Diese sind gegen Kontaktinsektizide weitgehend unempfindlich, weshalb nach zwei bis drei Wochen eine neue Generation schlüpft.

Schlimmer noch: Sprays haben eine abschreckende Wirkung. Die Tiere wandern in benachbarte Räume und in Nachbarwohnungen ab, wodurch aus einem lokalen Problem ein Gebäudeproblem wird. Genau deshalb raten Fachbetriebe ausdrücklich davon ab.

Die professionelle Methode arbeitet stattdessen mit Gelködern, die punktgenau in Ritzen gesetzt werden. Die Tiere nehmen den Köder auf und übertragen den Wirkstoff über Kot und Häutungsreste an ihre Artgenossen im Versteck. So wird die Population von innen heraus minimiert.

Küchenschabe

Wie läuft die Bekämpfung ab?

  1. Befallsermittlung. Mit Klebefallen wird eine Woche lang gemessen, wo und wie stark der Befall ist.
  2. Gelköder setzen. Kleine Tropfen in Fugen, hinter Geräten und in Schranknischen, unerreichbar für Kinder und Haustiere.
  3. Nachbehandlung nach zwei bis drei Wochen. Sie erfasst die inzwischen geschlüpfte Generation.
  4. Kontrolle über Klebefallen. Erst wenn über mehrere Wochen nichts mehr gefangen wird, gilt der Befall als beendet.

Insgesamt dauert die Behandlung sechs bis zwölf Wochen. Ihre Aufgabe in dieser Zeit besteht darin, an den Köderstellen keine Reinigungsmittel einzusetzen und nichts umzuräumen, weil beides die Wirkung stört.

Meldepflicht und Nachbarwohnungen

Schaben gelten als Gesundheitsschädlinge, weil sie Krankheitserreger übertragen und Allergien auslösen können. In vielen Kommunen ist ein Befall deshalb meldepflichtig, geregelt über die örtliche Schädlingsbekämpfungssatzung.

Rechtsgrundlage für behördliche Maßnahmen ist § 17 IfSG. Danach kann die Behörde Bekämpfungsmaßnahmen anordnen, wenn Gesundheitsschädlinge auftreten.

In Mehrfamilienhäusern ist die Behandlung der eigenen Wohnung allein selten erfolgreich. Schaben wandern durch Leitungsschächte, Steigleitungen und Fugen. Melden Sie den Befall dem Vermieter schriftlich, denn er muss die Bekämpfung im gesamten betroffenen Bereich veranlassen und trägt die Kosten.

Vorbeugen nach der Behandlung

Schaben brauchen Wärme, Feuchtigkeit und Nahrung. Fehlt einer dieser Faktoren, wird eine Wohnung unattraktiv.

Halten Sie Arbeitsflächen und den Bereich hinter Geräten frei von Rückständen, entfernen Sie Fettablagerungen, leeren Sie den Biomüll täglich und lagern Sie Lebensmittel in dichten Behältern. Reparieren Sie tropfende Armaturen, denn Schaben kommen ohne Nahrung wochenlang aus, ohne Wasser nur wenige Tage.

Baulich helfen verschlossene Rohrdurchführungen und abgedichtete Fugen hinter Küchenzeilen. Was die Behandlung kostet, rechnet Kakerlaken bekämpfen Kosten auf.

Woher kommen Schaben?

Der Einschleppweg lässt sich fast immer rekonstruieren, und das hilft, eine Wiederholung zu vermeiden.

  • Verpackungen und Lieferungen: Kartons aus Lagern, Getränkekisten und Paletten sind der häufigste Weg in Privathaushalte.
  • Gebrauchte Elektrogeräte: Kühlschränke, Mikrowellen und Kaffeemaschinen bieten warme Hohlräume, in denen Tiere und Eipakete mitreisen.
  • Nachbarwohnungen: Über Leitungsschächte, Steigleitungen und Fugen wandern Schaben ganze Häuser durch.
  • Reisegepäck: Deutlich seltener als bei Bettwanzen, aber möglich.

Kontrollieren Sie gebrauchte Geräte vor dem Aufstellen und lassen Sie Kartons nicht länger als nötig in der Wohnung stehen. Beides ist einfach und wirkt.

Was bereiten Sie vor dem Termin vor?

  • Zugänglichkeit schaffen. Schränke unter der Spüle leerräumen, Geräte ein Stück vorziehen, damit der Schädlingsbekämpfer an die Rückwände kommt.
  • Lebensmittel sichern. Alles Offene in dichte Behälter, damit keine Köderstelle in Nahrungsnähe liegt.
  • Nicht putzen. Aggressive Reiniger an den späteren Köderstellen stören die Annahme. Wischen Sie nur dort, wo der Kammerjäger es freigibt.
  • Nichts sprühen. Ein Insektenspray vor dem Termin macht die Behandlung schwieriger und teurer.
  • Nachbarn informieren. In Mehrfamilienhäusern entscheidet das häufig über den Erfolg.

Halten Sie sich anschließend an die Vorgaben zur Reinigung. Wer die Gelpunkte kurz nach dem Termin wegwischt, beginnt von vorn und zahlt den nächsten Durchgang.

Gesundheitliche Bedeutung

Schaben gelten als Gesundheitsschädlinge, weil sie über Kot, Speichel und Häutungsreste Krankheitserreger auf Lebensmittel und Oberflächen übertragen können. Sie laufen durch Abflüsse und Müllbereiche und anschließend über Arbeitsflächen.

Der zweite, oft unterschätzte Punkt sind Allergien. Schabenkot zerfällt zu feinem Staub, der eingeatmet wird und Asthma auslösen oder verstärken kann. In stark befallenen Wohnungen ist das ein eigenständiger Grund für schnelles Handeln.

Nach einer Behandlung sollten Küchenoberflächen, Schubladen und Schränke gründlich gereinigt werden, sobald der Betrieb dies freigibt. Was die Bekämpfung kostet, rechnet Preise der Schabenbekämpfung auf, den Vergleich zu anderen Schädlingen liefert die Preisspannen beim Kammerjäger.

Wie entwickelt sich ein Befall?

Ein Weibchen der Deutschen Schabe produziert vier bis acht Eipakete mit je 30 bis 40 Eiern. Die Entwicklung vom Ei zum geschlechtsreifen Tier dauert bei Zimmertemperatur zwei bis drei Monate.

Rechnerisch heißt das: Aus einem eingeschleppten trächtigen Weibchen entstehen binnen eines halben Jahres mehrere hundert Tiere. Weil sie tagsüber verborgen bleiben, wird der Befall meist erst bemerkt, wenn die Verstecke voll sind und Tiere auch tagsüber sichtbar werden.

Eine Faustregel aus der Praxis: Wer tagsüber eine Schabe sieht, hat es mit einem fortgeschrittenen Befall zu tun. Wer nachts bei plötzlichem Licht mehrere flüchten sieht, ebenfalls. Einzelne nächtliche Funde können dagegen noch ein früher Zustand sein.

Klebefallen als Frühwarnsystem

Klebefallen kosten 2 bis 6 € je Stück und sind das einzige verlässliche Mittel, um Ausmaß und Verlauf zu messen. Sie werden flach an Wänden und hinter Geräten platziert, dort wo die Tiere entlanglaufen.

Notieren Sie die Fangzahlen wöchentlich. Steigende Zahlen bedeuten eine wachsende Population, gleichbleibende einen stabilen Befall, fallende einen Behandlungserfolg. Ohne diese Messung bleibt jede Aussage über den Erfolg Vermutung.

Nutzen Sie die Fallen auch nach der Behandlung weiter, mindestens vier Wochen. Sie sind die günstigste Versicherung gegen einen unbemerkten Wiederaufbau der Population.

Schaben im Mehrfamilienhaus

Hier liegt der schwierigste Teil, weil eine einzelne Wohnung nie isoliert ist. Schaben wandern durch Leitungsschächte, entlang von Heizungs- und Wasserleitungen und durch Fugen zwischen Wohnungen.

Fachbetriebe behandeln deshalb in der Regel die betroffene Wohnung plus alle direkt angrenzenden, also darüber, darunter und daneben. Wird darauf verzichtet, kommt der Befall nach wenigen Monaten zurück, und die gesamte Behandlung war umsonst.

Als Mieter sollten Sie den Befall schriftlich beim Vermieter melden und darauf hinweisen, dass eine Einzelbehandlung nicht ausreicht. Als Eigentümergemeinschaft lohnt eine gemeinsame Beauftragung, weil sie günstiger ist als mehrere Einzelaufträge nacheinander.

Bauliche Schwachstellen schließen

Nach erfolgreicher Behandlung entscheidet die Abdichtung darüber, ob Nachbarn erneut Tiere liefern. Die üblichen Wege lassen sich mit wenig Aufwand schließen.

  • Rohrdurchführungen unter Spüle, hinter WC und an der Heizung mit dauerelastischem Dichtstoff verschließen.
  • Fugen hinter der Küchenzeile und an Sockelleisten mit Acryl schließen.
  • Schachtklappen im Bad mit umlaufender Dichtung versehen.
  • Abflüsse mit Geruchsverschluss ausstatten, der auch bei längerer Nichtnutzung Wasser hält.

Material dafür kostet 20 bis 60 €, die Arbeit ist an einem Nachmittag erledigt. Gemessen an den Behandlungskosten von 400 bis 900 € ist das die wirtschaftlichste Maßnahme überhaupt. Die Preise im Detail nennt Kakerlaken bekämpfen Kosten.

Häufige Fragen

Kommen Kakerlaken von mangelnder Sauberkeit?

Nicht zwingend. Sie werden über Verpackungen, Lieferungen, gebrauchte Geräte und Nachbarwohnungen eingeschleppt. Sauberkeit erschwert allerdings die Ausbreitung.

Wie lange überleben Schaben ohne Nahrung?

Mehrere Wochen. Wasser dagegen brauchen sie regelmäßig, weshalb undichte Leitungen ein wichtiger Faktor sind.

Muss ich die Wohnung während der Behandlung verlassen?

Bei Gelköderverfahren nein, die Wohnung bleibt nutzbar. Nur bei großflächigen Sprüh- oder Vernebelungsverfahren gibt der Fachmann eine Wartezeit vor.

Kann ich Möbel und Geräte behalten?

In der Regel ja. Nur stark befallene Elektrogeräte mit unzugänglichen Hohlräumen, etwa alte Mikrowellen oder Kaffeemaschinen, werden gelegentlich entsorgt.

Was mache ich mit einem Eipaket?

Mit Papier aufnehmen, in einen verschlossenen Beutel geben und über den Restmüll entsorgen. Zerdrücken bringt nichts, weil einzelne Eier übersehen werden könnten

Beitragsbild: Symbolbild, KI generiert

Bild: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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