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Eine Betontreppe im Rohbau

Was kostet eine Betontreppe?

Lesedauer 4 Minuten

Was kostet eine Betontreppe? Als Fertigteil 1.500 bis 5.000 €, vor Ort gegossen 3.000 bis 10.000 €, jeweils inklusive Einbau. Hinzu kommen in fast allen Fällen die Kosten für den Belag, denn der rohe Beton bleibt im Wohnhaus nur selten die endgültige Oberfläche. Ob sich das günstigere Fertigteil oder die frei formbare Ortbetonvariante rentiert, hängt vom Grundriss und den gestalterischen Wünschen ab. Dieser Ratgeber vergleicht beide Bauweisen und rechnet die Folgekosten mit ein.

Die Fertigteiltreppe und die Ortbetontreppe im Vergleich

Die Fertigteiltreppe ist mit 1.500 bis 5.000 € die günstigere und schnellere Lösung: Sie wird im Werk gegossen, per Kran eingehoben und ist noch am selben Tag begehbar. Die Ortbetontreppe wird dagegen auf der Baustelle geschalt, bewehrt und gegossen. Das kostet mehr Arbeitszeit, macht dafür aber jede Grundrissform möglich.

KriteriumFertigteiltreppeOrtbetontreppe
Kosten inklusive Einbau1.500 bis 5.000 €3.000 bis 10.000 €
BauzeitEinbau an einem Tagmehrere Tage plus Aushärtung
FormfreiheitStandardmaße und Katalogformenfrei formbar, auch gewendelt
VoraussetzungKranzugang zur BaustellePlatz für Schalung vor Ort

Im Neubau wird die Treppe meist schon im Rohbau gesetzt, damit alle Gewerke sie als sicheren Aufgang nutzen können; einen Überblick über diese Bauphase gibt der Beitrag zu den Rohbaukosten. Beim Arbeitslohn gilt der übliche Rahmen aus dem Ratgeber zu den Kosten für einen Maurer, abgerechnet wird eine Treppe aber fast immer als Pauschale inklusive Kran oder Schalung.

In den Pauschalen stecken üblicherweise die Lieferung, der Kran beziehungsweise die Schalung, das Versetzen und das Vergießen der Auflager. Aufpreise entstehen vor allem durch die Form: Eine gerade Treppe ist am günstigsten, viertel- oder halbgewendelte Läufe kosten mehr, und frei geformte Designtreppen aus Ortbeton erreichen schnell das obere Ende der Spanne von 10.000 €. Holen Sie deshalb immer ein Angebot für Ihre konkrete Einbausituation ein, statt mit Durchschnittswerten zu planen.

Was unterscheidet die Innentreppe von der Außentreppe?

Außentreppen sind bei gleicher Größe meist teurer als Innentreppen, weil Frost, Nässe und Streusalz den Beton stärker beanspruchen. Der Beton muss frostbeständig sein, die Stufen brauchen ein leichtes Gefälle, damit Regenwasser abläuft, und die Oberfläche muss rutschhemmend ausgeführt werden.

Hinzu kommt die Gründung: Eine freistehende Außentreppe braucht ein frostsicheres Fundament, damit sie sich nicht unabhängig vom Haus setzt und Risse entstehen. Welche Varianten dafür infrage kommen, zeigt der Beitrag über Fundamente. Eine kleine Eingangstreppe mit wenigen Stufen ist als Fertigteil ab etwa 1.500 € zu haben, repräsentative Außenanlagen mit Podest und Geländer liegen darüber.

Zwei Beispiele zeigen den Unterschied: Ein einfacher Kellerabgang außen am Haus ist mit einer geraden Fertigteiltreppe vergleichsweise günstig zu lösen. Eine repräsentative Eingangstreppe mit Podest, Natursteinbelag und Geländer spielt dagegen preislich in einer anderen Liga, obwohl beide ähnlich viele Stufen haben.

Die Folgekosten für den Treppenbelag

Planen Sie den Belag von Anfang an mit ein, denn er macht schnell einen weiteren vierstelligen Betrag aus. Üblich sind Fliesen, Holzstufen, Naturstein oder ein Steinteppich, die sich in Preis, Trittgefühl und Pflegeaufwand sehr unterscheiden. Einen ausführlichen Vergleich der Optionen bietet unser Beitrag über Treppenmaterialien.

Für Außentreppen kommen nur frostbeständige und rutschhemmende Beläge infrage, etwa geeignete Fliesen oder ein Steinteppich. Im Innenbereich ist zusätzlich die Aufbauhöhe wichtig: Der Belag verändert die Höhe der ersten und letzten Stufe, was beim Anschluss an den fertigen Fußboden von Anfang an mitgeplant werden muss. Wer den rohen Beton mag, kann die Stufen alternativ schleifen und versiegeln lassen; das wirkt modern und spart den gewöhnlichen Belag.

Was kostet es, eine Betontreppe zu verkleiden?

Für das Verkleiden einer geraden Treppe mit 13 bis 15 Stufen sollten Sie je nach Material 500 bis 3.500 € einplanen. Abgerechnet wird meist pro Stufe inklusive Zuschnitt und Montage:

BelagEigenschaftenKosten pro Stufe inklusive Montage
Fliesenrobust, leicht zu reinigen, auch außen geeignet40 bis 80 €
Steinteppichfugenlos, rutschhemmend, für innen und außen70 bis 150 €
Holzstufenwarm und wohnlich, nur für innen100 bis 200 €
Natursteinrepräsentativ und sehr langlebig100 bis 250 €

Ein Rechenbeispiel: Eine Innentreppe mit 14 Stufen kostet mit Fliesen rund 560 bis 1.120 €, mit Holzstufen 1.400 bis 2.800 €. Dazu können Setzstufenverkleidungen, Sockelleisten und ein passendes Geländer kommen, die gesondert angeboten werden.

Vor der Verkleidung muss die Treppe vorbereitet werden: Unebenheiten werden gespachtelt, die Stufen grundiert und bei Bedarf mit Ausgleichsmasse auf einheitliche Höhen gebracht. Diese Vorarbeiten sind in den Stufenpreisen nicht immer enthalten; fragen Sie im Angebot deshalb gezielt danach.

Der Einbau braucht tragfähige Auflager

Eine Betontreppe wiegt mehrere Hundert Kilogramm bis über eine Tonne und lastet auf der Geschossdecke und den angrenzenden Wänden. Beim Neubau ist das von vornherein eingeplant; beim nachträglichen Einbau muss ein Statiker die Auflager prüfen. Wie belastbar die Decke ist, hängt von ihrer Bauart ab, einen Überblick gibt der Beitrag zur Betondecke. Müssen Wände angepasst, Aussparungen gestemmt oder neue Auflager gemauert werden, helfen die Preisspannen aus dem Ratgeber zu den Kosten für Mauerarbeiten bei der Kalkulation.

Denken Sie außerdem an das Geländer beziehungsweise den Handlauf: Ab einer gewissen Absturzhöhe ist eine Absturzsicherung vorgeschrieben, die Details regeln die Landesbauordnungen. Preislich reicht die Auswahl vom einfachen Wandhandlauf bis zum maßgefertigten Stahl- oder Glasgeländer, das die Kosten der Treppe selbst erreichen kann.

Die wichtigsten Fragen zur Betontreppe

Wie lange muss eine Ortbetontreppe aushärten?

Nach dem Gießen bleibt die Schalung einige Tage stehen, danach ist die Treppe vorsichtig begehbar. Die volle Festigkeit erreicht Beton nach etwa vier Wochen. Erst dann sollte die Treppe voll belastet werden, etwa beim Transport schwerer Baumaterialien in das Obergeschoss. Die genauen Fristen legt der Fachbetrieb abhängig von Witterung und Betonrezeptur fest.

Kann man eine Betontreppe selbst bauen?

Vom Selbstbau einer Geschosstreppe ist abzuraten: Schalung, Bewehrung und die Berechnung von Steigung und Auftritt erfordern Erfahrung, und Fehler lassen sich später kaum korrigieren. Realistisch für Heimwerker sind kleine Außenstufen im Garten aus Blockstufen. Alles, was Geschosse verbindet, gehört samt Statik in die Hand eines Fachbetriebs.

Welcher Belag ist der günstigste für eine Betontreppe?

Fliesen sind mit 40 bis 80 € pro Stufe inklusive Montage meist die günstigste dauerhafte Lösung. Noch preiswerter ist eine reine Beschichtung oder ein Anstrich mit geeigneter Bodenfarbe, die allerdings eher in den Keller oder in Nebenräume passt. Holz und Naturstein liegen preislich darüber.

Ist eine Fertigteiltreppe schlechter als eine Ortbetontreppe?

Nein, qualitativ sind beide gleichwertig, denn auch das Fertigteil ist ein bewehrtes Betonbauteil aus kontrollierter Produktion. Grenzen hat das Fertigteil nur bei der Form: Sonderwünsche jenseits der Standardmaße werden teuer oder sind gar nicht lieferbar. Genau hier spielt die Ortbetontreppe ihre Stärke aus.

Welche Treppe eignet sich für den Keller?

Für den Keller ist die einfache gerade Fertigteiltreppe die wirtschaftlichste Wahl, oft schon am unteren Ende der Spanne von 1.500 bis 5.000 €. Auf einen aufwendigen Belag können Sie dort verzichten; eine geschliffene oder gestrichene Oberfläche reicht in Nebenräumen definitiv aus. Achten Sie lediglich auf eine rutschhemmende Ausführung, wenn der Keller als Waschküche genutzt wird.

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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