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Betondecke im Rohbau eines Gebäudes

Was kostet eine Betondecke?

Lesedauer 5 Minuten

Eine Betondecke kostet komplett mit Material und Montage 130 bis 170 € pro m² Deckenfläche, je nach Bauweise. Am günstigsten sind Spannbeton-Fertigdecken, am teuersten vor Ort gegossene Ortbetondecken. Wer eine Betondecke gießen lassen will, zahlt inklusive Schalung, Bewehrung und Lieferbeton meist 100 bis 200 € pro m². Hier erfahren Sie, welche Deckenbauweisen es gibt, wie sie sich unterscheiden und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Die Decke gibt dem Haus Halt, trägt Lasten und schützt vor Lärm und Feuer. Trotzdem bekommt sie im Vergleich zu Wänden und Böden meist nur wenig Aufmerksamkeit. Dank seiner soliden Eigenschaften kommt für Geschossdecken fast immer Beton zum Einsatz, doch zwischen den einzelnen Ausführungen gibt es deutliche Unterschiede.

Unterschiedliche Betondecken und ihre Fertigung

Das tragende Element der Betondecke ist der Beton, meist in Verbindung mit Stahlmatten oder Stahlträgern. Zum Einsatz kommt Beton der Festigkeitsklassen C20/25 bis C35/45; die Abkürzungen stehen für die Druckkraft, der genormte Probekörper im Labor standhalten. Beton besteht aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser, das Mischungsverhältnis bestimmt die Eigenschaften. Die Stahleinlagen sind nötig, weil Beton zwar hohen Druck aushält, aber wenig Zug- und Scherfestigkeit besitzt. Erst die Kombination aus Stahl und Beton widersteht allen Arten von Kräften. Unterschieden werden vier Bauweisen:

  • Ortbetondecken
  • Filigrandecken
  • Beton-Hohlsteindecken
  • Spannbeton-Fertigdecken

Ortbetondecken werden vor Ort auf der Baustelle gegossen. Dafür wird eine Schalung konstruiert, die Bewehrung aus Stahlmatten oder Stahlstäben eingelegt und der Beton eingegossen. Angemischt wird er nicht auf der Baustelle: Betonwerke liefern die gewünschte Mischung in Fahrmischern mit rotierender Trommel an. Nach dem Befüllen per Pumpe wird der Beton mit einer Rüttelmaschine verdichtet, härtet aus und die Schalung wird entfernt.

Filigrandecken, auch Elementdecken oder Gitterträgerdecken genannt, sind trotz des Namens nicht zerbrechlicher als Ortbetondecken. Sie bestehen aus fabrikgefertigten Stahlbetonplatten, die verlegt und anschließend mit einer Ortbetonergänzung übergossen werden. Die Fertigteile senken den Betonverbrauch vor Ort und vereinfachen die Arbeit.

Bei der Beton-Hohlsteindecke entsteht eine dreischichtige Konstruktion: Auf Betonfußleisten werden große, hohle Betonsteine auf Metallträgern aufgesetzt und mit einer Ortbetonergänzung übergossen. Die Hohlsteine sind dank ihrer Form hoch belastbar und trotzdem leicht.

Ganz ohne Ortbeton kommt die Spannbeton-Fertigdecke aus. Die fertigen Spannbetonplatten werden ab Werk geliefert und auf der Baustelle nur noch im Wechsel mit Spannstahl montiert.

Vorteile und Nachteile der einzelnen Bauweisen

Ortbeton ist vielseitig und bietet eine sehr gute Schalldämmung der Decke. In die Decke verlaufende Elemente wie Lüftungsrohre oder Steigleitungen werden einfach umgossen. Dafür ist die älteste Bauweise zeitaufwendig, hat keine eigene Wärmedämmung und verursacht hohe Materialkosten. Durch die Stützkonstruktion sind während der Aushärtung andere Bauarbeiten nur eingeschränkt möglich.

Filigrandecken lassen sich schneller verlegen, weil Teile der Decke vorgefertigt ankommen. Das spart Kosten und macht den Bauzeitplan berechenbarer. Dafür muss die Decke während der Verlegung fachkundig gestützt werden, und die Ersparnis gegenüber der Ortbetondecke bleibt überschaubar.

Die Beton-Hohlsteindecke bietet gute statische Werte bei geringem Gewicht. Die Hohlräume wirken als Isolationsschicht, lassen sich mit Dämmstoffen füllen und verbessern die Energiebilanz. Schweres Gerät ist nicht nötig, weshalb sich diese Decken auch für Sanierungen eignen. Nachteil ist der hohe Arbeitsaufwand bei der Vorbereitung, der die Materialersparnis über die Lohnkosten wieder auffressen kann.

Am schnellsten verbaut und damit am berechenbarsten ist die Spannbeton-Fertigdecke. Dank Fabrikfertigung sind Material- und Lohnkosten relativ niedrig. Allerdings muss für jede Decke das passende Angebot gewählt werden, damit sie den statischen Ansprüchen des Gebäudes gerecht wird.

Kosten für Material und Montage

Je nach Bauweise unterscheiden sich Material- und Montagekosten deutlich. Die folgenden Werte gelten pro m² Deckenfläche und sind Schätzwerte, da Eigenheiten von Haus und Umgebung zu erheblichen Preisunterschieden führen können:

DeckenbauweiseMaterialMontageGesamt
Ortbetondecke12050170
Filigrandecke9060150
Beton-Hohlsteindecke40100140
Spannbeton-Fertigdecke8050130
Alle Angaben in € pro m² Deckenfläche

Die Bauweisen liegen preislich also relativ nah beieinander. Neben den Kosten sollten deshalb Statik, Dämmung, Planbarkeit und die störungsfreie Durchführung der übrigen Bauarbeiten in die Entscheidung einfließen. Beim Neubau ist die Decke ohnehin Teil der Gesamtkalkulation: Was der komplette Rohbau kostet, zeigt der Ratgeber zu den Rohbaukosten.

Betondecke gießen lassen: Ablauf und Kosten

Das Gießen einer Betondecke kostet 100 bis 200 € pro m², inklusive Schalung, Bewehrung, Lieferbeton und Arbeitslohn. Die Filigrandecke mit Ortbetonergänzung liegt mit rund 150 € pro m² meist unter der komplett vor Ort gegossenen Ortbetondecke, weil die Fertigplatten als verlorene Schalung dienen und Arbeitszeit sparen.

Der Ablauf: Zuerst stellt der Fachbetrieb Schalung und Stützen, dann wird die Bewehrung nach Statikplan verlegt. Der Lieferbeton kommt für 100 bis 150 € pro m³ per Fahrmischer und wird mit der Pumpe eingebracht, verdichtet und abgezogen. Eine Geschossdecke im Einfamilienhaus ist meist 18 bis 20 cm dick. Begehbar ist die frische Decke nach wenigen Tagen, ihre Normfestigkeit erreicht sie nach 28 Tagen; so lange bleiben auch die Notstützen stehen. Wie beim Fundament gilt: Untergrund und Auflager müssen stimmen, einen Überblick gibt der Ratgeber zu den Fundamenten. Soll die Unterseite später roh sichtbar bleiben, etwa als Sichtbeton, steigen die Anforderungen an Schalung und Ausführung. Nachträgliche Öffnungen für Rohre oder Kabel schafft eine Kernbohrung, bei tragenden Decken nur mit Freigabe des Statikers. Wird im gleichen Zug eine massive Treppe betoniert, finden Sie die Preise dafür im Ratgeber zu den Betontreppenkosten.

Betondecken errichten ist kein Job für den Heimwerker

Bei den teils hohen Montagekosten könnten Sie versucht sein, selbst Hand anzulegen. Davon ist klar abzuraten: Decken sind statisch zentrale Bauteile, schon kleine Fehler können zu instabilen Böden und erheblichen Schäden führen. Der Betonguss verlangt Erfahrung bei Mischungswahl und Verarbeitung, Fehler lassen sich oft nur durch einen Totalabriss beheben, und die tonnenschweren Bauteile sind bei unbedarfter Handhabung gefährlich.

Auch die Ersparnis ist gering, denn die aufwendigen Stützkonstruktionen sind in den Kosten noch gar nicht enthalten: Fachunternehmen haben sie auf Lager, für ein einzelnes Privatprojekt lohnt die Anschaffung nie. Vertrauen Sie stattdessen einem Bauunternehmen auf blauarbeit.de: Die Fachbetriebe beraten Sie bei der Wahl der Decke, nennen einen klaren Zeitplan und führen alle Arbeiten termingerecht aus.

Betondecke: Fragen und Antworten

Was kostet eine Betondecke pro m²?

Komplett mit Material und Montage kostet eine Betondecke 130 bis 170 € pro m² Deckenfläche. Spannbeton-Fertigdecken sind mit rund 130 € pro m² am günstigsten, vor Ort gegossene Ortbetondecken mit etwa 170 € pro m² am teuersten. Besonderheiten am Gebäude können die Preise nach oben verschieben.

Wie dick muss eine Betondecke sein?

Geschossdecken im Einfamilienhaus sind üblicherweise 18 bis 20 cm dick. Die genaue Dicke legt der Statiker fest, sie hängt von Spannweite, Belastung und Bewehrung ab. Auch der Schallschutz spielt eine Rolle: Schwerere, dickere Decken dämmen Trittschall spürbar besser als dünne, leichte Konstruktionen.

Wie lange muss eine Betondecke aushärten?

Beton erreicht seine Normfestigkeit nach 28 Tagen. Begehbar ist eine frisch gegossene Decke schon nach wenigen Tagen, die Notstützen bleiben aber in der Regel mehrere Wochen stehen, bis die Decke ihre volle Tragfähigkeit erreicht hat. Der Bauleiter gibt die Decke für die weiteren Arbeiten frei.

Was ist günstiger, Filigrandecke oder Ortbetondecke?

Die Filigrandecke ist mit rund 150 € pro m² meist günstiger als die Ortbetondecke mit etwa 170 € pro m². Sie ist außerdem schneller verlegt und macht den Bauablauf planbarer, weil die Stahlbetonplatten fertig aus dem Werk kommen und nur noch übergossen werden.

Kann man nachträglich ein Loch in eine Betondecke bohren?

Ja, für Rohre, Kabel oder Abluftleitungen ist eine Kernbohrung das übliche Verfahren. Sie kostet je nach Durchmesser 100 bis 500 €. Da Geschossdecken tragende Bauteile sind und die Bewehrung nicht beliebig durchtrennt werden darf, sollte vorher ein Statiker die Position freigeben.

Bild: Kara / stock.adobe.com

Verfasst von

Mika Lehmann Redakteurin für Handwerk und Sanierung

Mika Lehmann hat Online-Redaktion an der TH Köln studiert und gehört seit 2018 zu den produktivsten Autorinnen des Blauarbeit-Ratgebers. Kaum ein Gewerk, zu dem sie noch nicht geschrieben hat: Ihre Schwerpunkte sind Handwerkskosten, Sanierung und Modernisierung, von Dach und Fassade bis Solar und Energie. Ihr Steckenpferd sind die Zahlen: Was kostet eine Handwerksleistung wirklich, und woran erkennt man ein faires Angebot?

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