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Betondecke – Unterschiedliche Bauweisen und ihre Kosten

Letzte Aktualisierung am 2. November 2020 von Max Lehmann

Sie gibt dem Haus Halt, trägt Deckenleuchter und schützt vor den Elementen. Die Decke ist ein wichtiger Bestandteil jedes Hauses, der häufig im Vergleich zu den Wänden und Böden nur geringe Aufmerksamkeit erfährt. Dank seiner soliden Eigenschaften kommt für sie häufig Beton zum Einsatz. Aber auch hier gibt es zahlreiche Unterschiede zwischen verschiedenen Ausführungen, die es zu beachten gibt. Hier erfahren Sie, welche verschiedenen Arten von Betondecken es gibt sowie alles Wichtige zu Aufbau und Kosten. Gerne berät sie auch ein Experte von blauarbeit.de bei der Auswahl der für Sie passenden Betondeckenart.

Unterschiedliche Betondecken und ihre Fertigung

Wie der Name schon andeutet, ist das tragende und Festigkeit gebende Element der Betondecke der Beton, meistens in Verbindung mit Stahlträgern oder Stahlmatten. Zum Einsatz kommt Beton der Festigkeitsklassen C20/25 bis C35/45. Die Abkürzungen stehen für die Kraft, der standardisierte Objekte aus diesem Beton im Labor standhalten können. Beton wird aus einer Mischung aus Zement, sogenannten Zuschlägen und Wasser hergestellt. Bei den Zuschlägen handelt es sich um natürliche oder künstliche Gesteinskörner, die dem Beton seine Substanz geben. Das Mischungsverhältnis bestimmt die Eigenschaften des ausgehärteten Betons. Die Stahlelemente verstärken den Beton, weil Beton zwar eine hohe Festigkeit gegenüber Druck, nicht jedoch gegenüber ziehenden oder scherenden Kräften besitzt. Durch die Mischung aus Stahl und Beton entsteht ein Baustoff, der allen Arten von Kräften widersteht.

Während alle Betondecken Beton enthalten, gibt es erhebliche Unterschiede in ihrem Aufbau und ihrer Fertigung. Unterschieden werden:

  • Ortbetondecken
  • Filigrandecken
  • Beton-Hohlsteindecken
  • Spannbeton-Fertigdecken

Wie der Name es andeutet, werden Ortbetondecken vor Ort auf der Baustelle gegossen. Für ihre Fertigung wird eine Schalung, also eine Gussform in der gewünschten Form, konstruiert. In diese wird die Bewehrung, meistens Stahlmatten und/oder Stahlstäbe, eingebracht. Daraufhin wird der Beton in die Schalung gegossen. Die Anmischung des Betons erfolgt nicht auf der Baustelle. Stattdessen wird in Betonwerken der Beton nach Wunsch angemischt und in großen Lastern mit stetig rotierender Trommel angeliefert. Nach der Befüllung der Schalung durch eine Pumpe und der Verdichtung mit einer Rüttelmaschine härtet der Beton aus. Daraufhin wird die Schalung entfernt und abschließende Feinarbeiten durchgeführt.

Filigrandecken, auch als Kaiserdecken, Elementdecken oder Gitterträgerdecken bezeichnet, sind anders als der Name vermuten lässt nicht zerbrechlicher als Ortbetondecken. Anders als diese werden Filigrandecken nicht vor Ort komplett gegossen. Stattdessen bestehen sie aus Einzelbauteilen, die in Fabriken aus Stahlbeton gegossen und fertig an die Baustelle geliefert werden. Die Fertigteile werden verbaut und mit der sogenannten Ortbetonergänzung übergossen. Dies erfolgt ähnlich wie bei der Ortbetondecke. Die fertigen Bauteile verringern den benötigten Betonverbrauch vor Ort und vereinfachen die Arbeit.

Auch eine Beton-Hohlsteindecke wird vor Ort mit einer Ortbetonergänzung vergossen und komplettiert. Statt einzelner Stahlbetonstücke wird bei der Beton-Hohlsteindecke eine aus drei Schichten bestehende Decke errichtet. Auf eine Fußleiste aus Beton werden große, hohle Betonsteine aufgesetzt. Diese sind auf Metallträgern angebracht und besitzen dank ihrer Form eine hohe Belastbarkeit bei geringem Gewicht. Sowohl die Fußleisten als auch die Hohlsteine werden ab Werk geliefert und dann mit der Ortbetonergänzung überzogen.

Ganz ohne Ortbeton kommt die Spannbeton-Fertigdecke aus. Wie der Name es schon andeutet, wird diese ab Werk aus fertigen Spannbetonplatten geliefert. Auf der Baustelle müssen diese Platten nur noch im Wechsel mit Spannstahl montiert werden. Eine Ortbetonergänzung ist nicht notwendig.

Vorteile und Nachteile der einzelnen Betondeckenbauweisen

Ortbeton ist eine vielseitig einsetzbare Deckenbauweise, die über sehr gute Schallisolierung verfügt. In die Decke verbaute Elemente wie Lüftungsrohre oder Steigleitungen können einfach „umgossen“ werden. Diese älteste Art von Betondecke ist jedoch zeitaufwendig in ihrer Verlegung, besitzt keine Wärmedämmung und erzeugt hohe Materialkosten. Durch die Stützelemente können während der Zeit der Aushärtung außerdem nur unter erschwerten Bedingungen andere Bauarbeiten durchgeführt werden. Außerdem ist die Schalldämmung der Decke sehr gut.

Filigrandecken können schneller als Ortbetondecken verlegt werden, da Teile der Decke bereits vorgefertigt angeliefert werden können. Neben einer Kostenersparnis sorgt dies auch für eine bessere Planbarkeit betreffend des Bauzeitrahmens. Dafür muss die Decke während der Verlegung aufwendig gestützt werden, was ein hohes Maß an Expertise verlangt. Die Kostenersparnis für Material und Arbeitszeit gegenüber der Ortbetondecke ist relativ gering.

Die Beton-Hohlsteindecke verfügt dank der Hohlblöcke über gute statische Eigenschaften bei geringem Gewicht. Die Hohlräume in den Betonteilen dienen zusätzlich als Isolationsschicht, können mit Dämmstoffen gefüllt werden und verbessern die Energiebilanz des Gebäudes. Die Materialkosten sind dank der Bauweise überschaubar. Zusätzlich ist auch schweres Gerät beim Bau nicht notwendig. Außerdem können Decken dieser Art nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei einer Sanierung gut eingebaut werden. Ein Nachteil ist der hohe Aufwand an Arbeitszeit, der in die Vorbereitungen für die Installation der Hohlbausteine gesteckt werden muss. Die Lohnkosten können deswegen die Ersparnis wieder senken.

Am schnellsten verbaut und damit am berechenbarsten und für die anderen Bauarbeiten am wenigsten störend sind natürlich die Fertigbauteile der Spannbeton-Fertigdecke. Dank der Fabrikfertigung sind sowohl die Materialien als auch die Lohnkosten relativ niedrig. Man muss jedoch für jede Decke das richtige Angebot auswählen, damit die Decken den statischen Ansprüchen des Gebäudes gerecht werden.

Kosten für Material und Montage

Decken gehören zu den wichtigsten statischen Elementen des Hauses. In massiver Betonbauweise halten sie viel aus, kosten allerdings natürlich auch etwas. Je nach Montageart ist mit unterschiedlichen Materialkosten und Montagekosten zu rechnen. Die Kosten beziehen sich auf einen Kubikmeter Grundfläche und sind selbstverständlich nur Schätzwerte, da Eigenheiten an Haus und Umgebung zu teils erheblichen Preisunterschieden führen können.

Deckenbauweise Material Montage Gesamt
Ortbetondecke 120 50 170
Filigrandecke 90 60 150
Beton-Hohlsteindecke 40 100 140
Spannbeton-Fertigdecke 80 50 130
Alle Angaben in Euro pro m³

Wie erkennbar ist, sind unterschiedliche Deckenbauweisen in ihren Kosten relativ ähnlich. Während Kosten natürlich eine Rolle spielen, sollten bei der Wahl der richtigen Deckenvariante statische Aspekte, Dämmaspekte, die Planbarkeit des Baus und die störungsfreie Durchführung anderer Bauarbeiten in die Entscheidung mit einfließen.

Betondecken errichten – kein Job für den Heimwerker

Bei den teilweise hohen Montagekosten könnten Sie versucht sein, bei der Deckenerrichtung selbst Hand anzulegen. Davon kann aber nur abgeraten werden, denn als statisch wichtige Elemente des Hauses sind Decken ein Job für den Fachmann. Schon kleine Fehler können dazu führen, dass Decken und Böden instabil sind und erhebliche Schäden entstehen können. Daneben bedarf es einer geschickten Hand beim Guss von Beton, Erfahrung bei der richtigen Wahl der Betonmischung und vieles Weiteres mehr an Fachkenntnis.

Besonders beim Betonguss sind Fehler von Laien schnell gemacht und kaum noch anders auszubessern als mit einem Totalabriss. Auch die Tatsache, dass die teils tonnenschweren Bauteile eine erhebliche Gefahr bei unbedarfter Handhabung darstellen, sollte bedacht werden. Dabei ist die Kostenersparnis bei den meisten Decken sehr gering, denn nicht in die Kosten einberechnet sind die teils erheblichen Hilfskonstruktionen für die Errichtung der Decken. Während Fachunternehmen diese auf Lager haben und immer wiederverwenden können, ergibt es für Privatpersonen keinen Sinn, sie für ein einziges Bauprojekt anzuschaffen.

Statt selbst Hand anzulegen und teure Fehler zu riskieren, sollten Sie lieber einem Bauunternehmen auf blauarbeit.de vertrauen. Die Fachbetriebe können Sie bei der richtigen Wahl der Decke beraten, einen klaren Zeitplan angeben und alle Arbeiten termingerecht und gründlich erfüllen. So können Sie sich sicher sein, dass Sie hohe Qualität für Ihr Gebäude erwerben.

Bild: Kara / stock.adobe.com

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