Kopfsteinpflaster verlegen Sie in ein 4 cm dickes Splittbett auf verdichtetem Unterbau, mit Fugen von höchstens 10 mm und einer Randeinfassung, die in Beton steht. Für 25 m² Hoffläche sind das rund 2.150 Granitsteine im Format 10 × 10 cm. Naturstein folgt dabei anderen Regeln als Betonstein. Die Steine werden gespalten, ihre Kantenlänge schwankt um mehrere Millimeter, und deshalb braucht die Fläche breitere Fugen und einen festeren Rand.
Warum Naturstein eine anderen Basis braucht als Betonstein
Betonsteine werden aus Formen hergestellt. Das Kleinpflaster aus Granit entsteht durch spalten: Ein Würfel im Handelsformat 8/11 hat eine Kantenlänge zwischen 8 und 11 cm, und zwei Steine nebeneinander sind selten gleich lang. Diese Abweichung muss die Fuge aufnehmen, deshalb sind bei spaltrauem Naturstein breitere Fugen besser als bei Betonstein.
Maßgeblich ist die ZTV Pflaster-StB 20, betreut vom Arbeitskreis Pflasterdecken der FGSV. Sie nennt für Naturstein Höchstwerte statt Sollmaße mit Toleranz.
| Steinart nach Dicke d | ZTV Pflaster-StB 20 (gültig) | ATV DIN 18318 (2019) | ZTV Pflaster-StB 06 (überholt) |
|---|---|---|---|
| Mosaikpflaster, d bis 60 mm | höchstens 6 mm | 10 ± 5 mm | 3 bis 6 mm |
| Kleinpflaster, d über 60 bis 120 mm | höchstens 10 mm | 10 ± 5 mm | 5 bis 10 mm |
| Großpflaster, d über 120 mm | höchstens 15 mm | 15 ± 5 mm | 8 bis 15 mm |
| Betonstein zum Vergleich, d unter 120 mm | 4 ± 1 mm | 4 ± 2 mm (d bis 100 mm) | 3 bis 5 mm |
Die verbreitete Angabe von 5 bis 10 mm für Kleinpflaster stammt aus der Fassung von 2006. Die ATV DIN 18318 mit ihren 10 ± 5 mm ist ein eigenes Regelwerk aus der VOB/C und greift bei einem VOB-Vertrag. Für Ihren Privathof bindet Sie keines von beiden, sie sind aber der Maßstab, an dem ein Gutachter die Fläche misst.
Die breitere Fuge zieht das Fugenmaterial nach sich. Das Nenngrößtkorn soll mindestens zwei Drittel der Sollfugenbreite betragen, bei 8 mm Sollfuge also 5,3 mm und damit ein Splitt 0/8. Ein feiner 0/2, wie er zwischen Betonsteinen üblich ist, spült der erste Starkregen aus einer 8-mm-Fuge heraus. Weitere Steinarten behandelt Natursteinpflaster verlegen.
Was Sie an Werkzeug und Material brauchen
Rüttelplatte und Nassschneider mieten Sie tageweise, der Rest ist Standardwerkzeug:
- Rüttelplatte ab 100 kg Betriebsgewicht für Planum und Tragschicht
- Handstampfer oder Gummimatte zum Verdichten der fertigen Decke
- Nassschneider mit Diamantscheibe statt Trennschleifer im Trockenschnitt
- Gummihammer, Pflasterhammer und Setzeisen
- Schnurgerüst, Neigungsmesser, Abziehlatte und zwei Lehrrohre
- Schutzbrille und Gehörschutz, dazu Atemschutz der Klasse FFP3
Die Mengen unten gelten für einen reinen Hof ohne Autoverkehr, 5 × 5 m, Granitkleinpflaster 10 × 10 cm mit 8 mm Fuge. Trennen Sie eingebaute Menge und Bestellmenge. Was Sie bestellen, liegt wegen Verschnitt, Bruch und Setzverlust darüber.
| Position | Eingebaut | Bestellmenge |
|---|---|---|
| Granitkleinpflaster 10 × 10 cm | 25 m², rund 2.150 Steine | 27 m², rund 2.300 Steine |
| Schotter 0/32 für die Tragschicht, 16 cm | 4,0 m³ verdichtet | 8,4 t |
| Splitt 0/5 für die Bettung, 4 cm | 1,0 m³ | 1,7 t |
| Fugensplitt 0/8 | 0,36 m³ | 0,6 t |
| Aushub, 30 cm tief | 7,5 m³ fest | Container für 9 m³ |
Die 2.150 Steine ergeben sich aus 86 Steinen je m². Zehn Zentimeter Kantenlänge plus 8 mm Fuge sind ein Raster von 10,8 cm, auf einen Meter passen damit 9,3 Reihen und im Quadrat 86 Steine. Die Rechnung unterstellt eine mittlere Kantenlänge von 10 cm. Beim Format 8/11 schwankt die Steinzahl mit der Lieferung, bei 8 cm Kantenlänge auf bis zu 130 Steine je m². Lassen Sie deshalb nach Fläche oder Gewicht liefern statt nach Stück.

Wie tief muss der Unterbau werden?
Die RStO 12 setzt für Geh- und Radwege auf frostempfindlichem Boden der Klassen F2 und F3 einen frostsicheren Unterbau von 30 cm an, auf frostsicherem F1-Boden entfällt die Frostschutzschicht. Die Bezugsgröße ist wichtig: Die Dicke des frostsicheren Unterbaus misst von der Pflasteroberkante bis zur Unterkante der Frostschutzschicht und schließt Stein und Bettung ein. Bei 10 cm Stein und 4 cm Bettung bleiben 16 cm für die Tragschicht.
Fahren Sie über den Hof, gilt die Belastungsklasse Bk0,3 mit 35, 45, 55 oder 65 cm je nach Boden und Frosteinwirkungszone. Im ungünstigsten Fall wachsen Aushub und Schottermenge auf mehr als das Doppelte. Den Schichtaufbau im Einzelnen zeigt der Ratgeber zum tragfähigen Untergrund für Pflaster.
Vor der Bettung setzen Sie die Randeinfassung, denn sie gibt deren Höhe vor. Bord- oder Palisadensteine stehen in einem Betonfundament und werden von hinten mit einer Rückenstütze abgefangen. Die ZTV Pflaster-StB 20 empfiehlt dafür mindestens 15 cm Breite und einen Beton mit mindestens 12 MPa Druckfestigkeit. Bei Kopfsteinpflaster trägt dieser Rand mehr als bei Betonstein, weil breite Fugen weniger Kraft von Stein zu Stein übertragen. Fehlt er, wandert die Fläche nach außen.
Welches Verlegemuster passt in Ihren Hof?
Der klassische Verband für Kleinpflaster ist der Segmentbogen, oft Bogenverband genannt. Jede Reihe beschreibt einen flachen Bogen quer zur Hauptrichtung. Das hilft beim Maß, denn in der Krümmung lassen sich Steine mit ungleicher Kantenlänge aneinanderreihen.
Am einfachsten bleibt der Reihenverband, der sich im Hof gut umsetzen lässt, solange Sie die Fugen versetzen. Vom Kreuzfugenverband rät die ZTV Pflaster-StB 20 bei befahrenen Flächen ab, weil er kaum Verschiebungswiderstand aufbaut; ohne Autoverkehr bleibt er zulässig.
Durchgehende Kreuzfugen vermeiden Sie in jedem Muster. Lässt sich eine nicht umgehen, sollten höchstens drei Steine daran liegen und die benachbarten Steine sich um mindestens ein Drittel überlappen. Die gängigen Verbände zeigt Pflastermuster und Verlegemuster.

Die acht Schritte vom Aushub bis zur fertigen Fuge
Vor dem ersten Schnitt setzen Sie Schutzbrille, Gehörschutz und eine Maske der Klasse FFP3 auf. Beim Trennen von Naturstein entsteht alveolengängiger Quarzfeinstaub, für den die TRGS 559 der BAuA einen Beurteilungsmaßstab von 0,05 mg/m³ nennt. Eine FFP2-Maske hat Schutzfaktor 10 und reicht nicht aus, FFP3 hat 30. Die BG BAU hält fest, dass Nassschneiden eine staubarme Alternative sein kann.
- Fläche abstecken. Schnurgerüst spannen und das Gefälle mit 2,5 % vom Gebäude weg anlegen; 2 % sind die Untergrenze der ZTV Pflaster-StB 20. Es muss schon im Planum liegen, sonst geht es beim Verdichten verloren.
- Ausheben und Planum verdichten. 30 cm tief unter die spätere Oberfläche, dann mit der Rüttelplatte verdichten.
- Tragschicht einbauen. Schotter 0/32 in zwei Lagen zu je 8 cm einbringen und jede Lage einzeln verdichten. In einem Zug eingebaut, setzt sich die Schicht später ungleichmäßig.
- Randeinfassung setzen. Bordsteine in das frische Betonfundament stellen, Rückenstütze mit mindestens 15 cm Breite anwerfen. Die Fugen zwischen den Randsteinen bleiben unverfugt.
- Bettung abziehen. Splitt 0/5 in 4 cm Dicke zwischen zwei Lehrrohren abziehen. Danach die Fläche nicht mehr betreten und die Bettung nicht verdichten, das erledigen die Steine beim Einschlagen.
- Steine setzen. Von der Randeinfassung her arbeiten und auf der verlegten Fläche knien. Jeden Stein mit dem Gummihammer auf Höhe schlagen, die Fugenbreite mit einer Lehre prüfen.
- Passstücke zuarbeiten. Die ZTV Pflaster-StB 20 verlangt den Nassschnitt. Das Reststück muss mindestens ein Drittel der größten Kantenlänge und die halbe Steindicke behalten, in keinem Fall weniger als 5 cm. Beim 10-cm-Würfel ist damit 5 cm die bindende Grenze, mehr dazu unter Pflastersteine schneiden.
- Verfugen und verdichten, zweimal. Fugensplitt 0/8 einkehren und verdichten, danach ein zweites Mal einkehren und unter begrenzter Wasserzugabe einschlämmen. Beide Durchgänge stehen in der ZTV Pflaster-StB 20. Beton wird abgerüttelt, spaltrauer Naturstein abgerammt; unter der Rüttelplatte schützt eine Gummimatte die Kanten.
Was geht beim Kopfsteinpflaster am häufigsten schief?
Fünf Fehler tauchen immer wieder auf:
- Zu breite Fugen. 15 mm zwischen Kleinpflastersteinen liegen über dem Höchstwert von 10 mm, die Fläche verliert Verschiebungswiderstand.
- Zu feines Fugenmaterial. Ein 0/2 hält in einer 8-mm-Fuge nicht, sein Nenngrößtkorn liegt unter zwei Dritteln der Fugenbreite.
- Vorher verdichtete Bettung. Die Steine sitzen dann auf einer harten Platte und lassen sich nicht auf Höhe schlagen.
- Gefälle erst in der Bettung ausgeglichen. Das ergibt ungleiche Bettungsdicken und später Senken.
- Trockenschnitt. Der Granitstaub enthält Quarz, und die Schnittkante wird ungenauer als beim Nassschnitt.
Lohnt sich die Eigenleistung oder besser zum Fachbetrieb?
Die Zahlen sind Handelspreise für 25 m² mit 20 laufenden Metern Randeinfassung.
| Position | Eigenleistung | Fachbetrieb |
|---|---|---|
| Granitkleinpflaster, Bestellmenge 27 m² | 675 € | 675 € |
| Schotter, Splitt und Fugenmaterial | 375 € | 375 € |
| Randsteine mit Fundament und Rückenstütze, 20 lfm | 500 bis 1.000 € | 500 bis 1.000 € |
| Aushub abfahren, 9 m³ | 200 bis 400 € | 200 bis 375 € |
| Gerätemiete beziehungsweise Arbeitslohn | 300 bis 500 € | 1.250 € |
| Summe | 2.050 bis 2.950 € | 3.000 bis 3.675 € |
Zugrunde liegen 25 € je m² für das Steinmaterial, 15 € je m² für Schotter und Splitt, 25 bis 50 € je laufendem Meter für die Randeinfassung, 8 bis 15 € je m² für die Entsorgung und 50 € je m² für die Arbeit. Die Herkunft der Werte steht in der Kostenübersicht für eine gepflasterte Einfahrt.
Die Eigenleistung spart damit 725 bis 950 €, also ein Fünftel bis knapp ein Drittel der Summe. Material, Container und Gerätemiete fallen in beiden Spalten an, gespart wird der Arbeitslohn. Die angesetzten 50 € je m² gelten für Granitpflaster im Normalformat; bei Kleinpflaster liegt der Wert höher, weil je m² 86 statt 47 Steine von Hand gesetzt werden. Lassen Sie sich die Position einzeln ausweisen.
Einen Fachbetrieb beauftragen Sie besser, wenn der Hof befahren wird, wenn Sie an eine Bordsteinabsenkung anschließen oder wenn Sie auf Lehmboden bauen. Bei befahrenen Flächen richtet sich die Steindicke nach der Radlast: Ein Fahrzeug mit 2,8 t bringt rund 700 kg auf ein Rad, eines mit 3,5 t rund 875 kg.
Häufige Fragen zum Kopfsteinpflaster
Wie breit dürfen die Fugen bei Kopfsteinpflaster sein?
Nach der ZTV Pflaster-StB 20 sind bei spaltrauem Kleinpflaster mit 60 bis 120 mm Dicke höchstens 10 mm zulässig, bei Großpflaster über 120 mm höchstens 15 mm und bei Mosaikpflaster bis 60 mm höchstens 6 mm. Das sind Höchstwerte ohne Untergrenze. Die oft zitierten 5 bis 10 mm stehen in der Vorgängerfassung von 2006.
Was unterscheidet Kleinpflaster von Großpflaster?
Die Dicke. Kleinpflaster misst über 60 und bis 120 mm, im Handel meist als Würfel im Format 8/11. Großpflaster ist dicker als 12 cm und läuft unter Bezeichnungen wie 15/17 oder 16/18. Es braucht breitere Fugen und kommt mit rund 34 Steinen je m² bei 12 mm Fuge aus.
Wie viele Steine brauche ich je m²?
Bei Granitkleinpflaster 10 × 10 cm mit 8 mm Fuge sind es 86 Steine je m², gerechnet mit einer mittleren Kantenlänge von 10 cm. Weil das Format 8/11 schwankt, können bei 8 cm Kantenlänge bis zu 130 Steine daraus werden. Bestellen Sie deshalb nach Fläche oder Gewicht und rechnen Sie rund 8 % Verschnitt dazu.
Kann ich Kopfsteinpflaster im Hof befahren?
Ja, wenn der Aufbau stimmt. Für gelegentlichen Pkw-Verkehr gilt die Belastungsklasse Bk0,3 der RStO 12 mit 35 bis 65 cm frostsicherem Unterbau, je nach Boden und Frosteinwirkungszone. Die Steindicke richtet sich nach der Radlast, nicht nach dem zulässigen Gesamtgewicht. Der Kreuzfugenverband scheidet dann aus.
Muss Kopfsteinpflaster in Beton verlegt werden?
Im Privathof nicht. Der Normalfall ist die ungebundene Bauweise im Splittbett, die sich später aufnehmen und neu verlegen lässt. Die gebundene Bauweise in Mörtel oder Beton bleibt Flächen mit hohen Schubkräften vorbehalten; die ATV DIN 18318 deckt seit 2019 beide Bauweisen ab. In Beton steht immer die Randeinfassung.
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