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Wo ist der Unterschied zwischen Zimmerer, Tischler und Schreiner?

Tischler, Schreiner oder Zimmerer und wer macht was?

Lesedauer 4 Minuten

Letzte Aktualisierung am 6. Juli 2026

Tischler und Schreiner sind derselbe Beruf, nur die Bezeichnung unterscheidet sich je nach Region. Der Zimmerer ist dagegen ein eigenes Gewerk: Er baut tragende Konstruktionen aus Holz, etwa Dachstühle und Carports, während der Tischler Möbel, Türen und den Innenausbau übernimmt. Wer das weiß, beauftragt von Anfang an den richtigen Handwerker. In diesem Ratgeber lesen Sie, woher die zwei Namen für ein Handwerk kommen, wo die Grenze zum Zimmerer verläuft und wen Sie für welches Projekt engagieren.

Tischler und Schreiner sind derselbe Beruf

Zwischen einem Tischler und einem Schreiner besteht kein fachlicher Unterschied. Beide haben dieselbe Ausbildung absolviert, und sowohl Tischlereien als auch Schreinereien bieten dieselben Leistungen an. Wer also überlegt, ob ein Tischler oder ein Schreiner den Holztisch restaurieren soll, kann beruhigt sein: Es ist derselbe Handwerker.

Zu den Aufgabenfeldern der Tischler und Schreiner gehören:

  • Individuelle Planung und Herstellung von Möbeln, Türen, Fenstern und Verkleidungen aus Holz
  • Reparatur und Restaurierung von Holzmöbeln
  • Herstellung von Bauteilen aus Holz und Holzwerkstoffen
  • Montage von Bauteilen, etwa Innentüren, Einbauschränken und Arbeitsplatten

In Deutschland lautet die offizielle Ausbildungsbezeichnung Tischler. Im Alltag entscheidet die Region über den Namen: Im Norden, Osten und Westen Deutschlands sowie in Österreich sagt man Tischler, in Süddeutschland und der Schweiz ist Schreiner die geläufige Bezeichnung. Je nachdem, wo Sie wohnen, haben Sie bei der Suche also mehr Erfolg mit dem einen oder dem anderen Begriff, obwohl dahinter dasselbe Handwerk steht.

Der Zimmerer baut Konstruktionen aus Holz

Der Zimmerer ist der Fachmann für den konstruktiven Holzbau, also für alles, was am Gebäude trägt. Während der Tischler Möbel und Innenausbau fertigt, errichtet der Zimmerer Dachstühle, Holzrahmenwände, Carports und ganze Holzhäuser. Die Tätigkeiten des Zimmerers umfassen unter anderem:

  • Planung und Herstellung von Holzkonstruktionen, Holzbauten und Bauteilen
  • Einbau von Bauteilen und Dämmstoffen
  • Reparatur und Sanierung von Holzkonstruktionen wie dem Dachstuhl

Zimmerer beziehungsweise Zimmerleute arbeiten also vor allem im Baugewerbe, sowohl in der Werkstatt als auch auf der Baustelle. Bis heute hat sich deshalb die Tradition des Richtfests gehalten, das gefeiert wird, sobald Rohbau und Dachstuhl eines Hauses stehen. Moderne Zimmereien haben ihr Feld zudem deutlich erweitert: Sie errichten komplette Häuser in Holzrahmenbauweise, bauen Dachgeschosse aus und übernehmen die energetische Sanierung von Dach und Fassade. Der Beruf ist damit längst nicht mehr auf den klassischen Dachstuhl beschränkt.

Die Gewerke im direkten Vergleich

Die Faustregel lautet: Der Tischler arbeitet am Wohnraum, der Zimmerer am Gebäude. Die folgende Tabelle zeigt die Abgrenzung auf einen Blick:

GewerkTypische ArbeitenWann beauftragen
Tischler / SchreinerMöbel nach Maß, Innentüren, Fenster, Einbauschränke, Reparaturen und RestaurierungBei Möbeln, Türen und allem im Innenausbau
ZimmererDachstuhl, Holzrahmenbau, Carport, Fachwerksanierung, Gauben und Holzterrassen-UnterkonstruktionBei tragenden Konstruktionen an und am Haus

Bei einigen Arbeiten überschneiden sich die Gewerke. Verschiedene Treppenarten aus Holz fertigen sowohl Tischler als auch Zimmerer an, und auch bei Holzterrassen oder Wandverkleidungen kommen je nach Betrieb beide infrage. Fragen Sie im Zweifel einfach beide Gewerke an und vergleichen Sie die Angebote.

Wen beauftragen Sie wofür?

Für Möbel, Türen und Innenausbau ist der Tischler zuständig, für Dach und tragende Holzkonstruktionen der Zimmerer. Wer einen Esstisch anfertigen, einen begehbaren Kleiderschrank planen oder alte Möbel aufarbeiten lassen will, ist beim Tischler richtig. Was der Handwerker dafür verlangt, zeigt unser Überblick zu den Tischler-Preisen mit einem Stundensatz von 50 bis 80 €.

Auch bei Umbauten im Bestand hilft die Faustregel weiter: Eine neue Vertäfelung im Wohnzimmer, ein klemmendes Fenster oder ein Einbauschrank unter der Treppe gehören zum Tischler. Soll dagegen eine Wand in Holzständerbauweise eingezogen, der Dachboden ausgebaut oder eine beschädigte Balkenlage saniert werden, ist der Zimmerer gefragt. Bei gemischten Projekten wie dem Dachausbau arbeiten beide Gewerke oft Hand in Hand: Der Zimmerer stellt die Konstruktion, der Tischler übernimmt Fenster, Türen und Einbaumöbel.

Die Ausbildung in beiden Berufen

Beide Berufe setzen eine dreijährige duale Ausbildung voraus und gehören zu den zulassungspflichtigen Handwerken, für die Betriebsgründung ist also in der Regel ein Meisterbrief nötig. Der Tischler lernt dabei vor allem den präzisen Möbel- und Innenausbau, von der Holzauswahl über die Holzarten und ihre Eigenschaften bis zur Oberflächenbehandlung. Der Zimmerer wird auf Statik, Abbund und Baustellenmontage geschult. Nach der Gesellenprüfung stehen in beiden Berufen Weiterbildungen offen, etwa zum Meister oder zum Restaurator im Handwerk. Details zu Inhalten, Dauer und Gehalt der Tischlerlehre finden Sie in unserem Beitrag zur Tischler-Ausbildung.

Wichtige Fragen zur Abgrenzung der Holzberufe

Ist ein Schreiner dasselbe wie ein Tischler?

Ja, beide Bezeichnungen stehen für denselben Beruf mit derselben Ausbildung. Tischler sagt man vor allem im Norden, Osten und Westen Deutschlands sowie in Österreich, Schreiner in Süddeutschland und der Schweiz. Die offizielle Ausbildungsbezeichnung in Deutschland lautet Tischler.

Wer baut den Dachstuhl, der Tischler oder der Zimmerer?

Der Dachstuhl ist Sache des Zimmerers, denn er ist eine tragende Konstruktion und erfordert Kenntnisse in Statik und Abbund. Das gilt auch für Carports, Holzrahmenwände und Gauben. Der Tischler kommt dagegen ins Spiel, wenn es um Möbel, Innentüren oder den Ausbau unter dem fertigen Dach geht.

Kostet ein Schreiner mehr als ein Tischler?

Nein, da es sich um denselben Beruf handelt, gibt es auch keinen Preisunterschied zwischen den Bezeichnungen. Der Stundensatz liegt 2026 bei 50 bis 80 € und hängt von Region und Betrieb ab, nicht vom Namen. In Süddeutschland zahlen Sie beim Schreiner tendenziell mehr, weil dort das Preisniveau insgesamt höher ist.

Wer fertigt Holztreppen an?

Beide Gewerke. Der Treppenbau ist ein klassisches Überschneidungsfeld: Zimmerer bauen Treppen häufig im Zuge des Rohbaus oder Dachausbaus, Tischler fertigen feine Innentreppen mit hohem Anspruch an die Oberfläche. Holen Sie bei einer neuen Treppe Angebote aus beiden Gewerken ein und vergleichen Sie Preis und Referenzen.

Bildquelle: 
Kurhan /stock.adobe.com

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