Ein Kaminofen ohne vorhandenen Schornstein ist kein Ausschlusskriterium: Ein doppelwandiger Edelstahlschornstein an der Außenwand kostet 1.500 bis 4.000 € komplett montiert und ist in 1 bis 2 Tagen nachgerüstet. Wir zeigen Ihnen die Kosten pro Meter, die wichtigsten Vorschriften und wie die Montage abläuft, vom ersten Schornsteinfegergespräch bis zur Abnahme.
Was kostet der nachgerüstete Schornstein?
| Position | Kosten |
|---|---|
| Edelstahlschornstein doppelwandig (pro Meter) | 100 bis 200 € |
| Komplettbausatz 6-8 m mit Wandkonsole, Reinigungsöffnung, Mündungsabschluss | 800 bis 2.000 € |
| Wanddurchführung und Anschluss an den Ofen | 300 bis 700 € |
| Montage durch den Fachbetrieb | 500 bis 1.200 € |
| Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger | 50 bis 150 € |
| Gesamt | 1.500 bis 4.000 € |
Eine weitere Methode im Hausinneren, ein gemauerter oder Leichtbauschornstein durch alle Geschosse, kostet mit 3.000 bis 8.000 € deutlich mehr und greift in die Bausubstanz ein. Deshalb ist die Außenwandlösung aus Edelstahl bei der Nachrüstung meist die erste Wahl.
Diese Vorschriften entscheiden über die Machbarkeit
- Mündungshöhe: Die erforderliche Austrittshöhe richtet sich nach der jeweiligen Landes-Feuerungsverordnung sowie DIN V 18160. Je nach Dachform, Dachneigung und Abstand zum First gelten unterschiedliche Mindesthöhen. Der Bezirksschornsteinfeger legt die erforderliche Höhe fest.
- Abstände zu Fenstern und brennbaren Bauteilen: Die Feuerungsverordnung des Landes regelt Mindestabstände zu Öffnungen, Dachüberständen und Nachbargrenzen
- Querschnitt und Höhe müssen zum Ofen passen: Der Förderdruck wird rechnerisch nachgewiesen. Zu kurze Schornsteine ziehen nicht
- Statik der Wandbefestigung: Ab etwa 3 m freier Höhe über der letzten Konsole braucht es Abspannungen
Der entscheidende erste Schritt ist deshalb das Gespräch mit dem Bezirksschornsteinfeger: Er beurteilt den geplanten Aufstellort im Rahmen seiner Beratungspflicht und nimmt die fertige Anlage später ab, die Regeln dazu stehen im Beitrag zur Feuerstättenschau.
So läuft die Nachrüstung ab
- Vorab-Beratung: Aufstellort, Schornsteinführung und Querschnitt mit Bezirksschornsteinfeger und Fachbetrieb festlegen
- Wanddurchbruch setzen: Kernbohrung durch die Außenwand auf Höhe des Rauchrohranschlusses
- Schornstein montieren: Wandkonsole setzen, Elemente aufeinander stecken, mit Wandhaltern gemäß Herstellervorgaben sichern, Mündungsabschluss aufsetzen
- Ofen anschließen: Rauchrohr einbinden, Reinigungsöffnungen prüfen
- Abnahme: Erst nach dem Okay des Bezirksschornsteinfegers darf gefeuert werden
Edelstahl hält länger als der Ofen
Doppelwandige Systeme aus V4A-Edelstahl mit 25 bis 30 mm Dämmung sind auf 25 bis 30 Jahre Lebensdauer ausgelegt, rostfrei, säurebeständig gegen Kondensat und unempfindlich gegen Rußbrände. Die Hersteller geben 10 bis 25 Jahre Garantie auf die Elemente. Wichtig beim Kauf ist die CE-Kennzeichnung (siehe auch EN 1856-1) mit der passenden Abgastemperaturklasse: Für Kaminöfen braucht es T400 mit Rußbrandbeständigkeit (G-Kennzeichnung), günstige Pellet- und Gassysteme mit T200 reichen dort nicht. Wer beim Bausatz 200 bis 400 € spart, aber die falsche Klasse kauft, fällt bei der Abnahme durch.
Optisch fügt sich gebürsteter Edelstahl erstaunlich gut in moderne Fassaden. Wer es dezenter mag, wählt pulverbeschichtete Elemente in Anthrazit oder Fassadenfarbe gegen 10 bis 20 % Aufpreis. An Sichtfassaden zur Straße lohnt die Abstimmung mit der Hausoptik, denn der Schornstein bleibt Jahrzehnte.
Die Alternative: Innenführung durchs Gebäude
Wo die Fassade tabu ist (Denkmalschutz, Sichtbeton, Grenzabstand), bleibt der Weg durchs Haus: Ein Leichtbauschornstein aus Schamotteelementen oder ein einwandiges Edelstahlrohr im stillgelegten Lüftungsschacht steigt innen bis übers Dach. Die Kosten liegen mit 3.000 bis 8.000 € deutlich höher, denn jede Geschossdecke braucht eine Brandschutzdurchführung und am Ende eine gedämmte Dachdurchführung mit Abdichtung. Dafür bleibt die Fassade unberührt, und der innenliegende Schornstein hält das Abgas wärmer, gut für den Zug. Im Neubau wird diese Variante gleich mitgeplant; die Nachrüstung macht nur Sinn, wenn ein geeigneter Schacht bereits existiert.
Zubehör, das gern vergessen wird
- Reinigungselement mit Tür (80 bis 150 €): Wichtig für die Kehrung. Die Position stimmt der Schornsteinfeger ab
- Regenhaube oder Mündungsabschluss (50 bis 150 €): hält Wasser und Vögel draußen, ohne den Zug zu bremsen
- Wandfutter und Doppelwandfutter (40 bis 100 €): der saubere Übergang vom Rauchrohr in den Schornstein
- Kondensatablauf mit Siphon (30 bis 80 €): bei modernen Öfen mit niedrigen Abgastemperaturen sinnvoll
- Schneefang oberhalb der Mündung: in schneereichen Lagen, schützt die Konstruktion vor Dachlawinen
Häufige Fragen zum Nachrüsten von Schornsteinen
Kann ein Edelstahlschornstein an jeder Hauswand montiert werden?
Grundsätzlich ja. Voraussetzung ist eine tragfähige Außenwand sowie die Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände zu Fenstern, Dachüberständen und Nachbargebäuden. Bei denkmalgeschützten Fassaden oder besonderen Gestaltungssatzungen kann eine Genehmigung erforderlich sein.
Muss der Edelstahlschornstein regelmäßig gereinigt werden?
Ja. Auch Edelstahlschornsteine unterliegen den Kehr- und Überprüfungspflichten des Bezirksschornsteinfegers. Wie häufig gereinigt wird, richtet sich nach Brennstoff, Nutzung und der Kehr- und Überprüfungsordnung. Bei einem regelmäßig betriebenen Kaminofen erfolgt die Reinigung meist ein- bis dreimal jährlich.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
In den meisten Bundesländern ist der nachgerüstete Außenschornstein verfahrensfrei. Verbindlich bleiben aber Feuerungsverordnung und die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger. In Denkmalbereichen und bei grenznaher Montage lohnt die Nachfrage beim Bauamt, bevor bestellt wird.
Einwandig oder doppelwandig?
Außen montiert ist doppelwandig mit Dämmschicht bindend. Sonst kühlt das Abgas zu stark ab, der Zug bricht zusammen und Kondensat versottet die Anlage. Einwandige Elemente kommen nur als Sanierungseinzüge in bestehende gemauerte Schornsteine zum Einsatz.
Kann ich den Edelstahlschornstein selbst montieren?
Die Bausätze sind als Stecksystem konstruiert, und handwerklich versierte Eigentümer montieren sie mit zweiter Person und Gerüst durchaus selbst. Die Hürde ist nicht die Montage, sondern die Planung: Querschnittsberechnung, Abstände und Befestigungsstatik sollten vom Fachbetrieb oder Schornsteinfeger kommen, und ohne dessen Abnahme bleibt der Ofen ohnehin kalt. Bei Komplettmontage durch den Betrieb haften Profis für das Gesamtsystem.
Welcher Ofen passt zum neuen Schornstein?
Praktisch jeder geprüfte Kaminofen, die Auswahl zeigt der Beitrag Kaminarten, die Gesamtkosten des Projekts inklusive Ofen kalkuliert Was kostet es, einen Kamin bauen zu lassen? Achten Sie auf die Grenzwerte der aktuellen BImSchV-Stufen, dann steht auch der Abnahme nichts im Weg.
Funktioniert der Außenschornstein auch für den Pelletofen?
Ja, Pelletöfen brauchen sogar kleinere Querschnitte (80 bis 130 mm statt 150 mm) und stellen geringere Zuganforderungen, weil das Gebläse nachhilft. Manche raumluftunabhängigen Modelle nutzen konzentrische Luft-Abgas-Leitungen, die noch schlanker an der Fassade laufen.
Wie lange dauert die komplette Nachrüstung?
Vom ersten Schornsteinfegergespräch bis zur Abnahme vergehen typisch 3 bis 6 Wochen. Die Montage selbst dauert nur 1 bis 2 Tage. Treiber sind Lieferzeit des Bausatzes und Terminlage von Fachbetrieb und Bezirksschornsteinfeger. Wer den Ofen zur Heizsaison will, startet die Planung im Sommer.
Muss der Schornstein gedämmt durch das Dach geführt werden?
Er steigt an der Fassade auf und passiert nur den Dachüberstand. Das ist auch der Vorteil dieser Lösung: keine Dachdurchführung, keine Abdichtungsrisiken, keine Innenraumverluste über alle Geschosse.
Fazit: Der fehlende Schornstein ist kein Hindernis mehr
Für den Fachbetrieb ist die Montage meist innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen erledigt: Für 1.500 bis 4.000 € steht der Edelstahlschornstein an der Fassade, geprüft und abgenommen. Der Weg führt immer über den Bezirksschornsteinfeger. Wer ihn früh einbindet, plant ohne böse Überraschungen und feuert pünktlich zur kalten Jahreszeit den ersten Ofen an.
Was kostet der Schornstein für eine spätere Pelletheizung?
Wer den Schornstein heute plant und sich die Option auf eine Pelletzentralheizung offenhalten will, wählt gleich 130 bis 150 mm Querschnitt mit Feuchteunempfindlichkeit (FU-Kennzeichnung). Der Aufpreis von 200 bis 400 € ist günstiger als jeder spätere Umbau. Ob und in welcher Höhe die künftige Pelletheizung bezuschusst wird, erklärt unser Ratgeber zur Heizungsförderung.




