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Treppenhaus streichen lassen und was es kostet

Lesedauer 4 Minuten

Für das Streichen eines Treppenhauses zahlen Sie beim Malerbetrieb 15 bis 30 € pro m² Decken- und Wandfläche. Im Einfamilienhaus kostet der komplette Anstrich damit meist 800 bis 2.000 €, im Mehrfamilienhaus je nach Etagenzahl 1.500 bis 4.000 €. Der m²-Preis liegt über dem für normale Wohnräume, weil im Treppenauge ein Arbeitsgerüst stehen muss und Geländer, Stufen und Wohnungstüren aufwendig abzukleben sind. Dieser Ratgeber zeigt, welche Posten in das Angebot einfließen, wer im Mehrfamilienhaus zahlt und an welchen Stellen Sie sparen können.

Die Kosten für den Treppenhausanstrich auf einen Blick

Ein Malerbetrieb berechnet für Treppenhauswände und Decken 15 bis 30 € pro m², inklusive Farbe, Abdeckmaterial und Anfahrt. Zum Vergleich: In normalen Wohnräumen liegt der Preis nur bei 10 bis 25 € pro m². Den Unterschied machen die Arbeitshöhe über der Treppe, das Gerüst und der hohe Abklebeaufwand. Die folgende Tabelle ordnet die üblichen Preisspannen ein.

LeistungPreisspanne
Wände und Decke streichen, guter Untergrund15 bis 20 € pro m²
Anstrich mit Spachtel- und Ausbesserungsarbeiten20 bis 30 € pro m²
Treppenhaus im Einfamilienhaus komplett800 bis 2.000 €
Treppenhaus im Mehrfamilienhaus mit 3 bis 5 Etagen1.500 bis 4.000 €
Geländer mitlackieren (Zusatzposten)200 bis 600 €

Die Angebote unterscheiden sich vor allem im Stundenverrechnungssatz und in der kalkulierten Arbeitszeit. Wie die Betriebe ihre Stundensätze kalkulieren, erklärt der Ratgeber zu den Malerkosten und Stundenlöhnen. Was ein einzelner Wohnraum kostet, zeigt der Beitrag zu den Kosten für das Zimmerstreichen.

Welche Faktoren treiben den Preis nach oben?

Den größten Einfluss auf den Endpreis haben die Arbeitshöhe, der Zustand des Untergrunds und der Umfang der Abklebearbeiten. Diese drei Punkte sollten Sie bei der Angebotsprüfung besonders beachten.

Gerüst und Arbeitshöhe

Über dem Treppenauge erreichen die Wandflächen schnell Höhen von fünf Metern und mehr. Der Betrieb baut dafür ein Arbeitsgerüst oder eine Spezialkonstruktion auf, die sicher auf den Stufen steht. Je nach Objekt werden Gerüstkosten separat ausgewiesen oder über einen höheren Quadratmeterpreis eingerechnet. Auch ein Aufschlag mit 10 bis 20 % auf den m²-Preis oder eine Gerüstpauschale von 100 bis 300 € gibt es in der Praxis. Was Deckenflächen generell kosten, lesen Sie im Ratgeber zum Streichen der Decke.

Untergrund und Spachtelarbeiten

Risse, Dübellöcher und abgeplatzte Kanten muss der Maler vor dem Anstrich verspachteln. Das hebt den Preis auf 20 bis 30 € pro m². Stark saugende oder sandende Flächen brauchen zusätzlich eine Vorbehandlung; wie diese abläuft, zeigt der Beitrag zum Grundieren der Wand.

Geländer, Stufen und Türen

Handlauf, Geländerstäbe, Briefkästen, Klingelschilder und Wohnungstüren müssen sauber abgeklebt werden. Soll das Geländer gleich mitlackiert werden, kommen 200 bis 600 € dazu. Einen guten Anhaltspunkt für die Preise von Lackierarbeiten liefert der Ratgeber zu den Kosten für das Türenstreichen.

Was macht die Arbeiten im bewohnten Haus besonders?

Das Treppenhaus bleibt während der Malerarbeiten in Betrieb, deshalb arbeitet der Betrieb abschnittsweise und hält Lauf- und Fluchtwege durchgehend frei. Die Bewohner werden vorab per Aushang informiert, damit Fahrräder, Fußmatten und Kinderwagen rechtzeitig weggeräumt sind. Stufen und Handläufe deckt der Maler so ab, dass sie begehbar bleiben. Gute Betriebe verwenden zudem geruchsarme, schnell trocknende Farben, damit der Farbgeruch nicht tagelang im Haus hängt. Dieser organisatorische Mehraufwand steckt bereits im höheren m²-Preis für Treppenhäuser.

Wer zahlt den Anstrich im Mehrfamilienhaus?

Im Mehrfamilienhaus trägt der Eigentümer die Kosten, bei einer Eigentümergemeinschaft werden sie nach den Miteigentumsanteilen verteilt. Der Anstrich des Treppenhauses zählt zur Instandhaltung des Gebäudes und darf deshalb nicht als Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden. Mieter zahlen den neuen Anstrich also nicht über die Nebenkostenabrechnung. In der Eigentümergemeinschaft wird die Maßnahme üblicherweise in der Eigentümerversammlung beschlossen und aus der Erhaltungsrücklage oder über eine Sonderumlage finanziert.

Können Sie das Treppenhaus selbst streichen?

Im Einfamilienhaus mit normaler Deckenhöhe können geübte Heimwerker selbst zum Pinsel greifen, im mehrgeschossigen Treppenhaus gehört die Arbeit in Profihände. Der Grund ist die Absturzgefahr: Leitern auf Treppenstufen bergen ein erhebliches Unfallrisiko und sind ohne geeignete Treppenleitern oder Arbeitsplattformen nicht geeignet. Wer selbst streicht, mietet eine fahrbare Arbeitsbühne oder ein kleines Gerüst für 50 bis 100 € pro Tag. Rechnen Sie außerdem mit Materialkosten von 100 bis 250 € für Farbe, Abdeckfolie und Klebeband. Die richtige Technik für saubere Kanten und gleichmäßige Flächen erklärt der Ratgeber zum Streichen von Wänden.

Wo lohnt sich Eigenleistung?

Am meisten sparen Sie, wenn Sie Vorarbeiten übernehmen und Aufträge bündeln. Diese fünf Punkte senken den Preis spürbar:

  • Bilder, Lampen und Namensschilder vorab abnehmen und den Flur leerräumen
  • Geländer und Türen selbst abkleben, wenn der Betrieb das akzeptiert
  • Mehrere Arbeiten kombinieren, etwa den Anstrich der Wohnung gleich mit beauftragen; die Preise dafür zeigt der Ratgeber zu den Kosten für das Wohnungsstreichen
  • Einen hellen Standardfarbton wählen, statt Sonderfarben mischen zu lassen
  • Zwei bis drei Angebote mit klarer m²-Angabe vergleichen

Häufige Fragen zum Streichen im Treppenhaus

Welche Farbe verursacht Mehrkosten?

Weiße Standardfarben sind meist im Quadratmeterpreis enthalten. Für farbige Anstriche, hochwertige Latexfarben oder besonders strapazierfähige Beschichtungen verlangen viele Malerbetriebe einen Aufpreis. Auch mehrfarbige Gestaltungen oder farbige Sockel erhöhen den Arbeitsaufwand.

ZusatzleistungMehrkosten
farbiger Anstrich2–6 €/m²
Latexfarbe3–8 €/m²
zweifarbige Gestaltungnach Aufwand

Was kostet es, ein Treppenhaus streichen zu lassen?

Je nach Größe und Zustand liegen die Kosten im Einfamilienhaus meist zwischen 800 und 2.000 Euro. In Mehrfamilienhäusern bewegen sich die Kosten häufig zwischen 1.500 und 4.000 Euro.

Wie oft sollte ein Treppenhaus gestrichen werden?

Als Faustregel gilt ein Intervall von 8 bis 15 Jahren. Im Mehrfamilienhaus mit viel Durchgangsverkehr sind die Wände im unteren Bereich oft früher abgegriffen. Viele Eigentümer lassen dann zunächst nur den Sockelbereich und die Laufzonen auffrischen, was deutlich günstiger ist als der Komplettanstrich.

Welche Farbe eignet sich für das Treppenhaus?

Empfehlenswert ist eine scheuerbeständige Dispersionsfarbe mit hoher Nassabriebklasse (1 oder 2 nach DIN EN 13300), weil die Wände im Treppenhaus häufig berührt und gestreift werden. Helle Töne machen enge Treppenhäuser optisch größer und freundlicher. In stark beanspruchten Zonen lohnt sich zusätzlich ein abwischbarer Anstrich bis auf etwa 1,20 m Höhe.

Wie lange dauert das Streichen eines Treppenhauses?

Im Einfamilienhaus ist ein eingespieltes Team meist nach ein bis zwei Arbeitstagen fertig. Im Mehrfamilienhaus mit drei bis fünf Etagen sollten Sie drei bis fünf Arbeitstage einplanen, inklusive Gerüstaufbau, Spachtelarbeiten und Trocknungszeiten zwischen den Anstrichen. Die Bewohner können das Treppenhaus währenddessen weiter nutzen.

Können die Kosten auf die Mieter umgelegt werden?

Nein. Der Treppenhausanstrich ist eine Instandhaltungsmaßnahme und gehört nicht zu den umlagefähigen Betriebskosten. Vermieter können die Ausgaben daher nicht über die Nebenkostenabrechnung an die Mieter weitergeben. Möglich ist nur die Verteilung innerhalb der Eigentümergemeinschaft nach Miteigentumsanteilen oder ein entsprechender Beschluss über eine Sonderumlage.

Muss das Geländer beim Anstrich mitgemacht werden?

Nein, das Geländer ist ein eigener Posten. Viele Eigentümer lassen es trotzdem gleich mitlackieren, weil Gerüst und Abdeckung ohnehin stehen. Rechnen Sie je nach Länge und Zustand mit 200 bis 600 € zusätzlich. Ein stark verrostetes Metallgeländer muss vor dem Lackieren entschliffen und grundiert werden.

Muss das Treppenhaus weiß gestrichen werden?

Nein. Eigentümer können die Farbgestaltung grundsätzlich frei wählen. In Mehrfamilienhäusern entscheidet darüber in der Regel der Eigentümer oder die Wohnungseigentümergemeinschaft.

Welche Nassabriebklasse sollte die Farbe haben?

Für Treppenhäuser empfiehlt sich mindestens Nassabriebklasse 2, bei stark frequentierten Bereichen möglichst Klasse 1. Diese Farben lassen sich leichter reinigen und bleiben länger ansehnlich.

Wer entscheidet über das Streichen eines Treppenhauses?

Im Einfamilienhaus entscheidet der Eigentümer selbst. In einer Wohnungseigentümergemeinschaft wird das Streichen des gemeinschaftlichen Treppenhauses in der Regel durch Beschluss der Eigentümerversammlung veranlasst.

Bild: istock.com/Andrii Lysenko

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